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Wie hast Du bemerkt, dass Du an einer Phimose leidest?

Bei der Einschulungsuntersuchung mit 6 Jahren wurde festgestellt, dass es noch nicht möglich war, die Vorhaut auch nur ein kleines Stück zurückzuziehen.
Irgendwelche Probleme oder Schmerzen waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgetreten. In den 70-er Jahren wurde bei Vorhautproblemen sehr oft die Beschneidung vor der Einschulung vom Arzt empfohlen, vermutlich auch bei mir.
Aber meine Eltern haben die Möglichkeit einer Beschneidung damals nicht verfolgt.

Bei einer Schuluntersuchung in der 3. Klasse, zog der Arzt am Ende der Untersuchung bei mir und auch bei ein paar anderen Jungs die Unterhose nach vorne und schaute nach dem Penis. Vermutlich wurde nachgesehen, ob gemäß der Empfehlung bei der Einschulungsuntersuchung mittlerweile eine Beschneidung stattgefunden hatte oder ob die Vorhaut noch vollständig vorhanden war, wie bei mir.

Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter einige Male nach dem Baden versucht hatte, vorsichtig die Vorhaut zurückzuziehen.
Jedes Mal, wenn der Vorhautrüssel glattgezogen war und die Engstelle kam, fing es an weh zu tun und sie hörte auf. Sie sagte, dass ich eine Vorhautverklebung und Verengung hätte, und ich jetzt immer selber beim Baden probieren müsse, die Vorhaut zurückzuziehen, bis sie ganz zurück ginge.
Ich habe es dann wohl nur hin und wieder mal probiert, aber es veränderte sich nichts.

Mein bester Freund hatte zu dieser Zeit dieselben Vorhautprobleme und wurde deshalb beschnitten. Von da an hatte ich immer Angst, wenn ich zum Arzt musste, dass auch die Vorhaut untersucht würde und ich operiert werden müsste, da sie sich nicht zurückziehen ließ.

Aber trotz einiger Arztbesuche in den folgenden Jahren wurde die Vorhaut nicht mehr kontrolliert und meine Eltern dachten vermutlich, dass sich die Probleme im Laufe der Zeit gegeben hätten, wie bei vielen anderen Buben auch und fragten nicht mehr danach.

Aber leider änderte sich nichts an der Phimose bis ich 14 Jahre alt war. Erst dann fanden in kurzem Abstand zwei Vorhautuntersuchungen mit einer schmerzhaften Behandlung statt.

Eine Beschneidung war dann nicht mehr erforderlich.

Ist bei Dir etwas über die Ursache bekannt?

Die Verklebung hatte sich wohl einfach nicht so schnell gelöst wie bei den meisten anderen Buben.

Meine Vorhaut war auch sehr lang und bildete einen deutlichen Rüssel, sodass bei einer Erektion genügend „Reservehaut“ vorhanden war und die Verengung nicht gedehnt wurde; es tat auch nichts weh.

Ein paar Mal gab es eine Entzündung unter der Vorhaut, die ein oder zwei Tage weh tat, aber ich habe es meinen Eltern nie gesagt, weil ich dachte, dass ich dann deshalb operiert werden müsste.

Wie wurde die Diagnose gestellt?

Mit 14 fand dann eine „Jugenduntersuchung“ beim Hausarzt statt und ich wurde sehr gründlich untersucht.

Zum Schluss sollte ich dann die Unterhose herunterziehen und er versuchte die Vorhaut zurückzuziehen. Sie ließ sich aber nach wie vor überhaupt nicht zurückziehen. Er stellte eine Vorhautverengung und Vorhautverklebung fest.

Um etwas anderes genauer abzuklären, gab es eine Überweisung für ein EKG in eine Klinik und vermutlich wurde auch die Phimose erwähnt.

Was wurde zur Behandlung getan?

Ein paar Wochen später war dann der Termin in der Klinik.

Nach dem EKG musste ich in einen anderen Raum und mich auf eine Liege legen.

Die dann folgende „Behandlung“ war sehr schmerzhaft und ich kann mich bis heute noch genau daran erinnern.

Der Arzt tastete zuerst meinen Bauch ab und fragte, ob etwas weh tun würde. Dann zog er plötzlich meine Turnhose herunter bis zu den Füßen.
Zuerst ertastete er die Hoden und dann versuchte er vorsichtig die Vorhaut zurückzuziehen. Als der Rüssel glattgezogen war und es nicht weiter ging, sagte er etwas und dann zog er fester an der Vorhaut.
Es fing an weh zu tun, aber sie ließ sich nicht weiter zurückstreifen. Mein Penis wurde langsam steif und er zog immer fester an der Vorhaut. Es tat sehr weh und die enge Haut schnürte die langsam hervorkommende Eichel sehr stark ein.

Er schob die Vorhaut mehrmals wieder nach vorne und dann wieder kräftig zurück, jedes Mal ein kleines Stückchen weiter.
Das Ablösen der Verklebungen tat sehr weh. Die Engstelle schnürte die Eichel sehr stark ein. Erst als die Eichel fast komplett frei war, hörte er endlich auf und schob die Vorhaut wieder ganz nach vorne.

Er sagte, ich solle das regelmäßig weiterhin zu Hause üben, am besten im warmen Badewasser, um noch die restlichen Verklebungen zu lösen und die Verengung langsam weiter zu dehnen, bis sich die Vorhaut bis hinter die Eichel zurückziehen lassen würde.

Wie lange war der Heilungsprozess?

 Nach dieser groben und sehr schmerzhaften „Behandlung“ taten Vorhaut und Eichel noch ein paar Tage weh.

In den folgenden Tagen und Wochen zog ich meine Vorhaut mehrmals täglich soweit es ging zurück; mit der Zeit ging es leichter und einmal beim Baden löste sich ein größeres Stück der noch verbliebenen Verklebung.

Irgendwann konnte ich dann die Vorhaut komplett bis hinter die Eichel zurückziehen und die Verengung dehnte sich immer mehr, bis sich die Vorhaut dann ganz leicht zurückziehen ließ.

Danach fand keine Vorhautuntersuchung mehr statt, nicht einmal bei der Musterung viele Jahre später.

Hast Du Tipps für den Alltag für weitere Betroffene?

Wenn Vorhautprobleme bei Kindern auftreten, sollten die Eltern darüber offen sprechen und den Kindern die Problematik genau erklären, um ihnen die Angst vor einer Untersuchung oder evtl. notwendigen Behandlung oder auch Beschneidung zu nehmen.

Bis zum Alter von 14 Jahren rief alleine das Wort „Vorhaut“ oder auch „Beschneidung“ bei mir ein großes Angstgefühl hervor, weil damals nur wenig darüber gesprochen und erklärt wurde.

Heutzutage geht man ganz anders mit dem Thema und den Problemen um und diese ruppigen und schmerzhaften Methoden von früher werden zum Glück schon lange nicht mehr angewendet.

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