Galaktorrhoe, wenn es zu einem Abgang von Milch aus der Brust kommt, der nicht im Zusammenhang mit dem Stillen steht.

Erfahrungs Berichte
Unter Galaktorrhoe versteht man das Austreten von milchigem Sekret aus der Brustwarze bei Frauen und Männern (nur selten), die nicht stillen. In den meisten Fällen kommt es zu einem Milchfluss aus beiden Brüsten.
Ob und inwiefern eine Gefahr von einer Galaktorrhoe ausgeht, ist abhängig von der Ursache des Milchabgangs.
Die Galaktorrhoe an sich ist erst einmal nicht gefährlich, da sie aber als Symptom ernstzunehmender Erkrankung auftreten kann, empfiehlt sich in jedem Fall eine ärztliche Abklärung.
Generell sollte jeder Milchfluss, der nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt und länger anhält, abgeklärt werden.
Ist der Milchfluss anhaltend und einseitig, treten Schmerzen auf, riecht es komisch oder ist eitrig/ blutig können das Hinweise auf Brustkrebs sein.
Die Behandlung der Galaktorrhoe ist abhängig von der Ursache.
Die Prognose der Galaktorrhoe ist abhängig vom Grundleiden.
Je nach Menge der abgesonderten Milch lässt sich eine Galaktorrhoe in 4 Grade einteilen:
Bei Neugeborenen, insbesondere bei Mädchen, kann es physiologisch (natürlicherweise) zu Sekretausfluss über die Brustwarze kommen.
Das liegt an den sich ändernden Hormonspiegeln, die auch Neugborene nach der Geburt erfahren.
Diese Erscheinung wird jedoch nicht als Galaktorrhoe bezeichnet.
In der Schwangerschfat kann es physiologischerweise (also nicht krankhaft) zu Sekretabfluss über die Brustwarze kommen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Brustdrüse, Milchgänge, hormonelle Regulation über Hypothalamus-Hypophysen-Achse (Prolaktin) |
| Differentialdiagnose | Schwangerschaft, Stillzeit, Brustentzündung, Brusttumoren, Hyperprolaktinämie, Hypothyreose, Medikamentennebenwirkungen |
| Medikamente | Dopaminagonisten (z. B. Bromocriptin, Cabergolin), Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung |
| Epidemiologie | häufig bei Frauen im gebärfähigen Alter; selten bei Männern |
| Prognose | gut bei Behandlung der Ursache; meist vollständig reversibel |
| Verlauf | schleichender Beginn; persistierend bei hormonellen Störungen; variabel je nach Ursache |
| Pathophysiologie | erhöhte Prolaktinausschüttung, verminderte dopaminerge Hemmung, Stimulation der Brustdrüsen |
| Komplikation | Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit, Libidoverlust, psychische Belastung |
| Behandlung | Therapie der Ursache, Absetzen auslösender Medikamente, Dopaminagonisten, ggf. operative Therapie bei Tumoren |
| Primärvorbeugung | vermeiden prolaktinsteigernder Medikamente, Stressreduktion, Schilddrüsenerkrankungen früh behandeln |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige Kontrolle bei bekannten hormonellen Störungen, Überwachung der Medikamentennebenwirkungen |
| Risikofaktoren | Stress, Prolaktinom, Hypothyreose, Niereninsuffizienz, Antidepressiva, Neuroleptika, Antihypertensiva |
| Anzeichen | milchiges Sekret aus der Brust, ggf. beidseitig, Brustspannen, Zyklusunregelmäßigkeiten, Kopfschmerzen, Sehstörungen |
| Stadien | kein offizielles Staging; je nach Ausmaß und Ursache einteilbar |
| Diagnostik | Blutuntersuchung (Prolaktin, TSH), Schwangerschaftstest, MRT der Hypophyse, Brustuntersuchung, Medikamentenanamnese |
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