Hautpilz (Sammelbegriff), wenn es zu einer Pilzinfektion der Haut (meist Fuß) oder Schleimhaut kommt.

Erfahrungs Berichte
Ein Hautpilz, auch Dermatomykose genannt, kann durch zahlreiche Pilzarten verursacht werden. Neben der Haut und Schleimhäuten, können auch Hautanhangsgebilde wie Haare und Nägel betroffen sein. Die am häufigsten vorkommenden Formen sind: Fußpilz (Tinea pedis), Nagelpilz (Tinea unguium oder Onychomykose), Ringelflechte (Tinea corporis), Kopfpilz (Tinea capitis), Handpilz (Tinea manuum), Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor), Leistenpilz (Tinea inguinalis), Gesichtspilz (Tinea faciei) und Hautinfektionen durch Hefepilze (Kutane Candidose, kutane Candidiasis).
Die Haut (Cutis) ist mit ca. 1,8m2 das größte Organ des Menschen und bedeckt die gesamte äußere Oberfläche und dient u. a. als Schutzbarriere für den Körper.
Der Aufbau der Haut besteht aus 3 Schichten:
Hautpilz lässt sich nach dem Erreger und dem befallenen Hautbereich einteilen.
Man unterscheidet vor allem:
Die Bezeichnung richtet sich oft nach der betroffenen Körperregion, etwa Tinea pedis (Fußpilz), Tinea corporis (Körperpilz) oder Tinea capitis (Kopfpilz).
Die überwiegende Anzahl der Hautpilze entsteht durch sog. Fadenpilze (Dermatophyten).
In unseren Breitengraden ist der Fadenpilz Trichphyton rubrum am weitesten verbreitet. Neben dem Trichphyton rubrum können auch folgende Arten vorkommen:
einen Hautpilz verursachen.
Neben diesen Auslösern können auch Hefepilze einen Hautpilz verursachen.
In seltenen Fällen können auch Schimmelpilze Hautpilze verursachen. Schimmelpilze spielen eher bei systemischen (den ganzen Körper betreffend) Pilzinfektionen eine Rolle.
Zu den Risikofaktoren für die Entstehung eines Hautpilzes gehören beispielsweise:
Die Symptome eines Hautpilzbefalls können generell sehr vielfältig sein und sollten durch einen Arzt, eine Ärztin oder im besten Fall durch einen Dermatologen oder eine Dermatologin (Arzt/Ärztin für Hauterkrankungen) beurteilt werden.
Auch asymptomatische (ohne erkennbare Symptome) Verläufe eines Pilzbefalls können vorkommen.
Ein Hautpilz kann an vielen verschiedenen Körperstellen auftreten.
Generell fallen die betroffenen Hautareale meistens durch eine Rötung und einen unangenehmen Juckreiz auf.
Die Haut ist meistens trocken, es können sich Schuppen bilden und mit der Zeit können kleinste Hautrisse entstehen, die besonders bei Kontakt mit Flüssigkeiten brennen und schmerzen können.
Im Verlauf können sich schuppende Plaques und flüssigkeitsgefüllte Bläschen bilden.
Diese können sich entleeren und beinhalten infektiöse, meist seröse Flüssigkeit.
Zusätzlich kann es je nach Schweregrad der Infektion zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Müdigkeit, Erschöpfung, Fieber, Krankheitsgefühl und Anschwellen benachbarter Lymphknoten kommen.
Je nach Lokalisation können Hautpilze zu starken Einschränkungen führen.
Ein Fußpilzbefall kann beispielsweise zu Schmerzen beim Laufen führen.
Je nach Schädigungsgrad der Haut kann es auch zu einer bakteriellen Superinfektion kommen.
Nachfolgend sind typische Symptome je nach Lokalisation und Arten von Hautpilzen näher erläutert.
Fußpilz wird durch Fadenpilze ausgelöst und gehört zu denen am häufigsten vorkommenden Pilzinfektionen.
Die Pilze befallen bevorzugt enge Zehenzwischenräume (meist zwischen dem vierten und fünften Zeh) und vermehren sich noch schneller, wenn diese feucht sind.
Die betroffenen Hautstellen können trocken, gerötet, schuppig, weißlich oder verquollen aussehen.
Die Haut kann kleine Fissuren (Risse) und/oder Bläschen aufweisen.
Auch an den Fußsohlen kann Fußpilz auftreten, der sich bis zu den seitlichen Fußrändern ausdehnen kann.
Bei Nagelpilz handelt es sich in den meisten Fällen ebenfalls um die Gattung der Fadenpilze.
Sehr selten handelt es sich um eine Infektion durch Schimmel- oder Hefepilze.
Die häufigste Lokalisation des Nagelpilzbefalls sind die Fußnägel, Fingernägel können aber generell auch betroffen sein.
Die Pilzinfektion breitet sich meistens von der Oberfläche des Nagels aus, sie kann aber auch unter des Nagels vorkommen.
Die Symptome eines Nagelpilzes sind: glanzlose, matt erscheinende Nageloberfläche, verdickte Nagelplatte, gelblich/weißlich verfärbter Nagelrand.
In einigen Fällen kann es auch zu Schmerzen und/oder zu weißlich, gelblich oder bräunlichen Flecken auf der Nageloberfläche kommen.
Auch bei Ringelflechte, oder Tinea corporis genannt, ist die verursachende Pilzart meistens ein Fadenpilz.
Am häufigsten sind Brust, Rücken, Bauch, Hände und Füße betroffen.
Die befallenen Hautareale sind oftmals gerötet, trocken, schuppig und juckend.
Über Haare kann der Pilz tiefer in die Haut eindringen, was die Symptomatik und den Entzündungsvorgang verschlimmern kann.
Die häufigsten Auslöser einer Pilzinfektion der Kopfhaut (Tinea capitis) sind ebenfalls Fadenpilze.
Meistens ist die behaarte Kopfhaut betroffen. Nur in wenigen Fällen kann es auch zu Pilzinfektionen der Haare an Augenbrauen oder Bart kommen.
Ein Kopfpilzbefall kann sich durch vielfältige Symptome bemerkbar machen.
In den meisten Fällen steht auch hier die gerötete und juckende Kopfhaut im Vordergrund.
Es kann zu kreisrunden, scharf begrenzten, weißlich schuppenden und haarlosen Bezirken auf der Kopfhaut kommen oder zu stoppelartigen Arealen durch Abbruch der Haare durch den Pilzbefall.
Asymptomatische Verläufe sind aber ebenfalls möglich.
Auch Pilzbefall an den Händen (Tinea manuum) wird vorwiegend durch Fadenpilze verursacht.
Meistens tritt Tinea manus einhändig auf.
Überwiegend ist die „Arbeitshand“ betroffen, da sie die meisten Kontakte mit der Umwelt hat.
Oft kann ein Handpilz auch in Kombination mit einem Fuß- und/oder Nagelpilz auftreten.
Rötung, Ausschlag, Schuppung und Juckreiz sind auch hier die vorherrschenden Symptome.
Es werden generell zwei Formen von Handpilz unterschieden.
Die dyshidrosiforme Tinea manus manifestiert sich durch schmerzende und unangenehm juckende Bläsche am Handteller und an den Fingerkuppen.
Bei der hyperkeratotisch rhagadiformen Handpilzform kommt es zu rötlicher Schuppung und zu Rhagaden (Einrisse der Haut) an den Handinnenflächen.
Durch die Rhagaden kann es vermehrt zu bakteriellen Superinfektionen der Haut kommen.
Die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) wird durch Hefepilze der Spezies Malassezia verursacht.
Die am häufigsten betroffenen Körperregionen sind: Brust, Rücken, Bauch, Schulter, Hals und Arme.
Die Kleienpilzflechte ist nur leicht entzündlich.
Sie äußert sich durch kleine schuppende, scharf begrenzte gelblich bis bräunlich verfärbte Flecken, die kaum jucken.
Die kleinen linsen- bis centgroßen Areale können sich zu konfluierenden (zusammenlaufenden) größeren Herden ausbreiten.
Den Namen verdankt die Kleienpilzflechte den Hautschuppen, die sich wie „Kleieflocken“ von der Haut ablösen.
Von Pilzinfektionen in der Leistenregion (Tinea inguinalis) sind meistens Personen betroffen, die sehr stark schwitzen oder sich kaum bewegen und adipös sind.
Zu den typischen Symptomen gehören scharf begrenzte Hautrötung, starkes Jucken bis Brennen und Schuppung der Haut.
Wird die Pilzinfektion nicht rechtzeitig erkannt und adäquat behandelt, so kann sie sich bis zum Intimbereich ausbreiten.
So können Anus und bei der Frau die Vulva und beim Mann der Penis und/oder der Hodensack mitbetroffen sein.
Meistens wird ein Gesichtspilz (Tinea faciei) durch Fadenpilze verursacht.
Die betroffenen Hautstellen sind gerötet, jucken und sind schuppig.
Bei Lichteinwirkung zeigt sich häufig eine Verschlechterung der Symptomatik.
Gesichtspilz kann auch oftmals in Kombination mit einer Pilzinfektion der Haut am ganzen Körper auftreten und kann Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem sein.
Bei der Hautpilzinfektion durch Hefepilze, auch Kutane Candidiasis genannt, handelt es sich um eine Infektion der Haut durch Hefepilze (besonders durch die Gattung: Candida albicans).
Die bevorzugten Infektionsstellen sind ähnlich wie beim Leistenpilz, feucht-warme Körperregionen, an denen zwei Hautareale sich direkt gegenüber- und anliegen.
Hierzu zählen beispielsweise
Eine Hefepilzinfektion der Haut zeigt sich anfangs meistens durch knotige Bläschen, sogenannte Papulopusteln.
Diese entwickeln sich im Verlauf häufig zu großflächig, geröteten und nässenden Hautarealen mit Plaques und schuppiger Randbildung mit kleinen Pusteln und Bläschen.
Allgemein können auch Schleimhäute von einer Hefepilzinfektion betroffen sein.
Ist der Intimbereich betroffen, so spricht man von einer genitalen Candidiasis, bei Frauen auch als klassischer Scheidenpilz bezeichnet.
Typische Symptome sind hier ebenfalls starker Juckreiz, Rötung, weißliche Beläge auf der Schleimhaut eventuell begleitet von geruchlosem, weißlichen Ausfluss.
Männer sind eher selten von einem genitalen Hefepilzbefall (Penispilz) betroffen.
Die Diagnose von Hautpilz kann durch die Anamnese, die Blickdiagnose und mittels eines Abstrichs und eines Schnelltestes erfolgen.
Bei unklaren Hautrötungen kann zuerst der Hausarzt, die Hausärztin oder der Allgemeinmediziner, die Allgemeinmedizinerin kontaktiert werden.
Dieser oder diese entscheiden dann, ob und wie behandelt werden muss und ob eine Überweisung zum Dermatologen sinnvoll ist.
Bei Pilzinfektionen im Intimbereich kann eine Überweisung zum Gynäkologen oder zum Urologen notwendig sein.
Etwa jeder Dritte infiziert sich im Laufe seines Lebens irgendwann mit Fußpilz, denn Fußpilzsporen lauern vielerorts.
Besonders in feuchten, öffentlichen Räumen wie Sauna und Schwimmbädern ist das Infektionsrisiko hoch.
Aber andere Pilzinfektionen sind keine Seltenheit.
Ein erhöhtes Risiko an Hautpilzen zu erkranken haben besonders ältere Menschen, Patienten mit Diabetes mellitus, Personen mit Übergewicht, Durchblutungsstörungen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Erkrankungen des Immunsystems.
Auch besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Pilzerkrankungen bei trockener und strapazierter Haut, Läsionen der Haut oder chronischen Hautdefekten, da die Haut eine natürliche Schutzbarriere für Pilze und Erreger darstellt.
Ist diese Schutzbarriere gestört, so können Pilze und Erreger leichter in die Haut eindringen.
Einen Hautpilz erkennt man an den scharf begrenzten, geröteten Hautstellen. Es bilden sich kleine Schuppen, auch Bläschen können entstehen.
Mögliche Differentialdiagnosen von Hautpilzbefall können sein:
Die Behandlung eines Hautpilzes richtet sich nach Art und Lokalisation der Infektion.
Generell ist es ratsam, einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren, um die Diagnose einer Hautpilzerkrankung sicherzustellen.
Nur dann kann auch eine adäquate Therapie mit geeigneten Medikamenten erfolgen.
Bei sehr langwierigen und schweren Pilzerkrankungen kann zusätzlich das Aufsuchen eines Facharztes für Hauterkrankungen (Dermatologe) notwendig sein.
Hier schreibt dann der Hausarzt eine Überweisung.
Bei sehr starkem Juckreiz können zusätzlich cortisonhaltige Cremes oder Salben angewandt werden.
Diese wirken antientzündlich und können dadurch den Juckreiz lindern.
Der Arzt oder Apotheker wird die richtige Anwendung und Dosierung verordnen.
In sehr seltenen Fällen kann es zu einem systemischen Pilzbefall der Organe und des Blutsystems kommen, dann werden oftmals Präparate wie Amphotericin B, Itraconazol, Ketoconazol oder Flucytosin innerlich (systemisch) angewendet.
Bei der weit verbreiteten Fußpilzinfektion sind noch ein paar weitere Tipps sinnvoll:
Nach Rücksprache mit ihrem Arzt oder Ärztin können auch ätherische Öle wie beispielsweise das Teebaumöl, Fußbäder oder eingeweichte, saubere! Socken mit Essig über Nacht (sechs Esslöffel in ca. 200 ml Wasser einrühren) unterstützend angewandt werden.
Pilzinfektionen der Haut werden überwiegen mit Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen) behandelt.
Handelt es sich um einen lokal begrenzten Befall der Hautoberfläche, so werden meistens Salben, Cremes oder Tinkturen verwendet.
Antimykotika hemmen und verlangsamen das Wachsen der Pilze.
Viele Salben und Cremes beinhalten gleichzeitig noch pflegende Substanzen wie z. B. Zink, die den Reparaturmechanismus der Haut unterstützen sollen.
Häufig verschriebene Salben sind beispielsweise:
Bei jeder Erkrankung ist es immer sinnvoll, zuerst einen Arzt auf die betroffene Stelle schauen zu lassen und fachlichen Rat einzuholen.
Dadurch kann frühzeitig eine angemessene Behandlung mit den richtigen Medikamenten sichergestellt werden.
Als Patient/in können Sie jedoch durch das Beachten einiger Tipps und Hinweise zu einer beschleunigten Heilung und Unterstützung der medikamentösen Therapie beitragen.
Grundsätzlich ist es wichtig, betroffene Hautstellen vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen.
Die betroffenen Areale sollten trocken gehalten werden, dies gilt besonders für Pilzinfektionen in Hautfalten wie z. B. Achselhöhle, Leiste, Genitalbereich oder unter der weiblichen Brust.
Zum Abtrocknen sollte immer ein frisches und separates Handtuch verwendet werden, welches in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad gekocht wird (dadurch werden Erreger und Pilzsporen abgetötet und nicht unnötig verbreitet).
Die generelle Stärkung des Immunsystems ist auch bei Pilzinfektionen wichtig.
Für ausreichend Schlaf, Bewegung an der frischen Luft, vitaminreiche Ernährung, ausreichende Trinkmenge und Vermeidung von Stress sollte gesorgt werden!
Bei sonst gesunden Personen heilt die Hautpilzerkrankung in der Regel bei angemessener und ausreichend lang angewandter Therapie in der Regel ohne Folgeschäden gut ab.
Die Haut erneuert sich und ausgefallene Haare wachsen meist wieder nach.
Nur in seltenen Fällen kann es zu Komplikationen wie einem Pilzbefall der inneren Organe oder des Blutes kommen.
Personen mit Erkrankungen des Immunsystems oder geschwächtem Immunsystem zum Beispiel nach einer Chemotherapie, Stammzel- oder Organtransplantation haben ein größeres Risiko an einer systemischen Pilzinfektion zu erkranken.
Eine Hautpilzerkrankung muss immer behandelt werden und heilt in der Regel nicht von selbst ab.
Die Heilung dauert meist mehrere Wochen bis Monate, da Pilzinfektionen der Haut und Hautanhangsgebilde sehr hartnäckig sein können.
Wichtig ist die korrekte und ausreichende Anwendung der verschriebenen Salben, Tinkturen oder Cremes.
Bricht man die Therapie zu früh ab, so kann die Pilzinfektion wieder aufflammen und der Pilz kann sich erneut ausbreiten.
Bei sonst gesunden Personen heilt die Hautpilzerkrankung aber in der Regel bei angemessener und ausreichend lang angewandter Therapie aber in der Regel gut ab.
Die Heilungsdauer einer Hautpilzerkrankung kann pauschal nicht vorausgesagt werden.
Die Heilungsdauer durch zahlreiche Faktoren, wie beispielsweise Gattung und Art des Pilzes, Stärke des Befalls, Zeitpunkt des Behandlungsbeginns und der angewandten Therapie, verordneten Medikamente und der gesamten Lage des Immunsystems des Patienten abhängt.
Pilzerkrankungen können teilweise aber sehr hartnäckig sein und die Heilung kann mehrere Wochen bis sogar Monate dauern.
Hautpilze sind sehr ansteckend.
Sie können direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Häufig findet dies an Orten mit erhöhter Infektionsgefahr und in feuchtwarmer Umgebung, wie zum Beispiel in Sauna, Schwimmbäder und Sonnenstudios statt.
Aber auch Tiere können Pilzerkrankungen auf den Menschen übertragen.
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