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pfeilWas ist das?

Feigwarzen, auch als „Condylomata accuminata“ bezeichnet, sind Wucherungen der Haut im Genitalbereich. Diese Wucherungen (Warzen) sind gutartig und werden durch Viren ausgelöst. Sie gehören zu den Geschlechtskrankheiten.

pfeilIst das gefährlich?

Feigwarzen sind nicht gefährlich und stellen gutartige Veränderungen dar.

Feigwarzen können aber neben kosmetischen Belastungen auch zu unangenehmen Symptomen führen. 

Gefährlichkeit - 3.1 /10
pfeilWann zum Arzt?

Die Feigwarzen sind meist sehr auffällig, sodass sich Betroffene mit Hautwucherungen vorstellen.

Wenn es zu unerklärlichen Juckreiz oder Brennen im Anogenitalbereich (Anus und Genitalien) kommt, besonders wenn auch Hautveränderungen auftreten, sollte man zum Arzt (Gynäkologe, Urologe) gehen und die Ursache abklären lassen, woher die Symptome kommen.

Wenn solche Symptome auftreten, sollte man darüber hinaus erst einmal auf Geschlechtsverkehr bis zur Abklärung verzichten oder Kondome zur Verhütung verwenden.

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Ursachen Feigwarzen

  • Virus (HP-Virus) Auslöser dieser Hautwucherungen ist das HP-Virus.
    Das humane Papillomvirus – genauer gesagt die Serotypen 6 und 11.
    • Die Viren dringen in die Haut ein und können sich vermehren.
  • Übertragung – Die Übertragung erfolgt durch direkten Schleimhautkontakt bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Wenn schon kleine Schleimhautverletzungen oder gar Entzündungen bestehen, begünstigt das die Übertragung.
    Auch enger Körperkontakt und „verunreinigte“ (kontaminierte) Gegenstände, können zu einer Übertragung und Ansteckung mit Feigwarzen führen.
  • Risikofaktoren – Es gibt einige Risikofaktoren, die das Auftreten begünstigen, hierzu zählen:
    • Drogenabusus (Drogenmissbrauch)
    • wechselnde Sexualpartner
    • Immunsuppression
    • Einnahme von Immunsuppressiva
    • gleichzeitiges bestehen anderer Geschlechtskrankheiten: HIV, Herpes genitalis
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Symptome Feigwarzen

  • Gutartige Hautwucherungen (Leitsymptom) – sichtbare und tastbare blumenkohlartige, weiche Wucherungen im Anogenitalbereich (Genitalbereich und ggf. Analbereich)
    • Der Durchmesser ist zwischen 1 und 5 Millimeter.
    • Sie sind flach oder befinden sich an einem Stil.
    • Die Farbe ist ähnlich wie die umgebene Haut.
    • Die Feigwarzen können einzelnen oder in Gruppen auftreten.
  • Kein Druckschmerz – außer bei ausgeprägtem Befall
  • Juckreiz
  • Brennen

Wenn eine Immunsuppression (Immunschwäche) vorliegt, ist der Befall meist stärker ausgeprägt.

Die Feigwarzen breiten sich schneller aus und betreffen mehr Stellen. Die Feigwarzen können in diesem Fall auch zu einem großen Konglomerat (Condylomata gigantea) zusammenwachsen, das wie ein Tumor aussehen kann.

Diese großen Wucherungen können dann durch einen unangenehmen Geruch auffallen, da Bakterien sich "darauf setzen" können und anfangen, das Gewebe zu zersetzen.

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Diagnose Feigwarzen

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome?
    • Seit wann?
    • Ungeschützter Geschlechtsverkehr, um?
    • Wechselnde Partner? 
    • Immunsuppression?
    • Geimpft gegen HPV?
    • Andere Risikofaktoren?
  • Körperliche Untersuchung
    • Betrachten der Genitalregion
    • Untersuchung der Analregion, auch endoskopisch von innen, damit ein möglicher Befall frühzeitig therapiert werden kann 
    • Untersuchung der Harnröhre, auch endoskopisch möglich um einen Befall zu erkennen 
  • Essigsäuretest
    • vor allem bei Frauen angewendet
    • Zusammen mit einer „Spiegelung“ des Gebärmutterhalses (Kolposkopie)
    • Auftragen einer Essiglösung → weißliche Verfärbung betroffener Areale 
  • Abstrich - an betroffenen Stellen 
  • Biopsie - Probenentnahme, vor allem bei Verdacht auf Malignität (Bösartigkeit) 
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Differenzialdiagnose

  • Tumore im Genitalbereich
    • gutartig (Fibrom)
    • bösartig (Plattenepithelkarzinom)
  • Vorstufen von Krebserkrankungen
  • Condylomata lata (nässende Hautveränderungen bei Syphilis)
  • Vergrößerte Talgdrüse 
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Behandlung Feigwarzen

Die Behandlung der Feigwarzen erfolgt individuell und wird dem Ausmaß der Feigwarzen angepasst.

  • Lokale Behandlung – Wenn nur ein leichter Befall vorliegt, reicht es, lokal zu therapieren.
    • Salben – Zum Einsatz kommen Imiquimod Salben oder Salben, die „ätzende“ Stoffe enthalten, um die Feigwarzen zu behandeln.
      Die lokalen Salben sind in der Regel dann ausreichend. 
  • Chirurgische Maßnahmen – Bei sehr ausgedehnten Befall oder wenn die konservativen Methoden versagen, kommt die chirurgische Therapie zum Einsatz.
    Es gibt verschiedene Verfahren, die genutzt werden können.
    • Verfahren – Die Warzen können mittels einer elektrischen Schlinge, einem „scharfen Löffel“, mit Laser oder mit Kälte abgetragen werden.
      Bei allen Maßnahmen ist die möglichst vollständige Entfernung der Warzen ausschlaggebend.
      Durch die OP kann es aber zur Narbenbildung kommen, was besonders bei Warzen am After relevant ist, da dabei auch der Kontinenzapparat geschädigt werden kann.   

Weitere Maßnahmen, die man zusätzlich und unabhängig von der Art der Therapie durchführt:

  • Mitbehandlung des Sexualpartners – sonst besteht die Gefahr, dass man sich immer wieder gegenseitig ansteckt (Ping-Pong-Prinzip).
  • Geschützter Geschlechtsverkehr – für mindestens 3 Monate nach der Therapie.
  • Bei Schwangerschaft – wenn die Feigwarzen während der Schwangerschaft auftreten, muss unbedingt vor der Geburt behandelt werden, da sonst das Kind angesteckt werden kann (es kann dann zu Wucherungen am Kehlkopf kommen, dass das Kind während der Geburt schluckt → Larynxpapillome)
  • Bei Immunschwäche – wenn eine Immunsuppression vorliegt, sollte diese, wenn möglich beendet oder aber die auslösenden Faktoren (Diabetes, Alkoholmissbrauch, Nikotinmissbrauch) so gut wie möglich eingestellt werden.
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Prognose

Die Prognose bei Feigwarzen ist gut.

Die Therapien sind sehr wirksam und die Warzen entarten nicht.

Sie lösen auch nicht Gebärmutterhalskrebs aus - diese Krebsart wird durch andere Serotypen des HP-Virus ausgelöst.

Eine erneute Ansteckung ist möglich, wenn man nicht richtig oder nicht ausreichend therapiert.

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Komplikationen

  • Eine erneute Ansteckung bei ungeschütztem Verkehr möglich.
  • Verletzung des Kontinenzapparats bei der OP.
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Dauer

Es dauert teils unterschiedlich lang, bis die Feigwarzen geheilt sind.

Besonders wenn nicht konsequent und frühzeitig therapiert wird, kann es mehrere Monate dauern, bis die Hautveränderungen vollständig abgeheilt sind.

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Vorbeugung

Die effektivste Vorbeugung gegen Feigwarzen stellen Kondome und die Impfung gegen HPV dar.

  • Kondome – Durch die Kondome wird ein direkter Schleimhautkontakt verhindert.
  • Impfung – Die Impfung schützt bei vollständigem Impfstatus zuverlässig gegen die auslösenden Viren.
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Ansteckung & Übertragung

Feigwarzen sind hoch ansteckend.

Da die HP-Viren sehr weit verbreitet sind, infizieren sich fast alle sexuell aktiven Menschen mind. einmal im Leben mit dem HP-Virus.
In der deutlichen Mehrzahl der Fälle erkennt das Immunsystem den Erreger und bekämpft ihn erfolgreich, sodass die Ansteckung unbemerkt verläuft.
Nach durchgemachter Infektion besitzt mein keinen Schutz, man kann sich also mehrfach anstecken.

Da Feigwarzen vor allem durch Hautkontakt / Schleimhautkontakt übertragen werden, schützen Kondome nur in einem geringen Maße.
Die Übertragung erfolgt auch über engen Hautkontakt.

Nicht jeder, der sich mit dem Virus (HP-Viren vom Typ 6 und 11) infiziert hat, entwickelt infolgedessen Feigwarzen.
Dennoch kann ein Infizierter andere Menschen infizieren.

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Lokalisation

Bei Männern ist vor allem die Eichel (die Spitze des Penis - Glans penis) befallen.

Bei Frauen sind vor allem Vulva und die Vagina betroffen.
Wenn es ein sehr ausgeprägter Befall ist, kann auch der Gebärmutterhals (Cervix) betroffen sein. 

Weiterhin kann die Harnröhre befallen sein und die Feigwarzen können sich auf den Analbereich ausbreiten.

Es kann auch passieren, dass sie die Rektalschleimhaut befallen, also sich vom Analbereich nach innen ins Rektums ausbreiten können.

Auffällig ist außerdem die „Ausbreitungsart“ der Condylome - sie treten häufig „beetartig“ auf. 

aktualisiert: 22.03.2025
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