Lipödem an den Beinen, wenn es zu einer Vermehrung des Unterhautfettgewebes an den Beinen kommt.
Unter einem Lipödem versteht man eine angeborene Fettverteilungsstörung, bei der es zu einer Vermehrung und einer Vergrößerung der Fettzellen kommt. Man spricht von einer „pathologischen Fettvermehrung“. Die Erkrankung betrifft fast ausschließlich Frauen.
Ein Lipödem ist nicht gefährlich.
Neben den kosmetischen Problemen kann es aber auch zu Schmerzen in den Beinen kommen.
Auch eine mögliche psychische Belastung der Betroffenen darf nicht außer Acht gelassen werden.
Wenn sich die Beine dick und geschwollen anfühlen und man sich nicht erklären kann, warum es zu dieser Schwellung gekommen ist, sollte man unabhängig der Ursache immer zum Arzt, um ein Lipödem auszuschließen.
Wenn zusätzlich Druckschmerzhaftigkeit und ein Kalibersprung zwischen (symmetrisch) betroffenen Extremitäten und Rumpf sowie Händen und Füßen besteht, ist ein Lipödem wahrscheinlich.
Ein Lipödem kann man aufgrund dessen Lokalisation einteilen.
Man unterscheidet verschiedene Typen innerhalb der Arm- und Beinbeteiligung.
Es ist keine weitere Diagnostik nötig. Mittels Anamnese und körperlicher Untersuchung lässt sich die Diagnose stellen.

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Je nach Stadium des Lipödems sieht man wenig bis gar nichts von außen oder „nur“ eine Fettgewebevermehrung, die unförmig wirkt und teils nicht zum Rest des Körpers passt.
Teilweise sieht man aber eine wellige, knotige Haut und eine Fettgewebevermehrung.
Die Therapie eines Lipödems gestaltet sich teilweise als schwierig.
Es gibt keine kausale Therapie, das bedeutet, dass die Ursache nicht „bekämpft“ werden kann.
Als Therapiemöglichkeiten kommen infrage:
Liposuktion
Als Operation beim Lipödem kommt die Liposuktion in Frage.
Bei der Fettabsaugung saugen die Chirurgen die Fettzellen unter der Haut ab.
Es gibt verschiedene Verfahren, die angewendet werden können, um das Fett zu entfernen, z. B.
Das jeweils richtige wird dann individuell besprochen.
Ablauf
Die Operation findet in Vollnarkose statt.
Mittels kleinen Hautschnitten wird das Unterhautfettgewebe eröffnet und dann ein Flüssigkeitsgemisch, das auch Adrenalin und ein „Betäubungsmittel“ (Lokalanästhetikum) enthält, um Blutungen und Schmerzen vorzubeugen eingespritzt.
Anschließend wird eine Kanüle eingeführt, mit der dann die Fettzellen abgetrennt und aufgesaugt werden.
Das Gerät funktioniert mittels Vakuum und kann so das Fett ansaugen. Es wird immer überwacht, wie viel abgesaugt wird, einerseits damit das Ergebnis seitengleich wird, andererseits um frühzeitig auf Komplikationen zu reagieren, wie zum Beispiel eine Blutung (das Fettgemisch würde sich stärker rot färben).
Nachsorge
Im Anschluss an die Operation muss eine spezielle Kompressionskleidung angelegt werden, um zu verhindern, dass sich Wundflüssigkeit in dem Gebiet ansammelt und das Gewebe anschwillt.
Je nach Ausmaß dauert die Operation eine bis wenige Stunden.
Die OP kann auch bei kleineren Eingriffen ambulant durchgeführt werden. In manchen Fällen werden große Mengen abgesaugt (2-3 Liter), hier empfiehlt sich ein anschließender Krankenhausaufenthalt, um die Überwachung und Betreuung zu sichern.
Kostenübernahme
Im Stadium 3 eines Lipödems wird die OP von der Krankenkasse gezahlt, in anderen Fällen müssen die Kosten selbst getragen werden.
Die Liposuktion kann mehrere tausend Euro kosten.
Komplikationen
Wie nach jeder Operation können auch bei einer Liposuktion Komplikationen auftreten. Dazu zählen:
Nach dem Eingriff muss die Kompressionskleidung für einige Wochen getragen werden.
Auch einer Thrombose (Blutgerinnsel) muss medikamentös vorgebeugt werden, sodass hier für einen gewissen Zeitraum Spritzen notwendig sind.
Die Schwellungen und die blauen Flecken, die nach einer solchen Operation normal sind, bilden sich innerhalb weniger Wochen zurück.
Lymphdrainage kann eingesetzt werden, um die Heilung zu fördern.
Sportliche Aktivitäten oder schweres Arbeiten sollten für eine längere Zeit nicht stattfinden.
Die Diagnose Lipödem ist für viele Betroffene zunächst ein Schock, da die Erkrankung nicht heilbar ist.
Es gibt jedoch Therapiemöglichkeiten, mit denen man die Symptome kontrollieren und die Beschwerden lindern kann.
Teilweise werden die Therapien allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt, was zusätzlich zu der eh schon psychisch belastenden Situation das ganze erschweren kann.
Wenn das Lipödem frühzeitig erkrankt und behandelt wird, kann man gut damit leben und die Symptome kontrollieren.
Es kann zu verschiedenen Komplikationen durch ein Lipödem können.
Vor allem, wenn die Erkrankung lange unerkannt und unbehandelt bleibt.
Da die genaue Ursache eines Lipödems nicht bekannt ist, ist es auch schwierig zu sagen, ob und wie man der Erkrankung vorbeugen kann.
Vom Lipödem sind nahezu immer die Beine symmetrisch betroffen.
Die Arme können, müssen aber nicht betroffen sein und ein isolierter Armbefall ist äußerst selten.
Je nach Befallstyp können die ganzen Beine oder nur z. B. das Gesäß betroffen sein. Siehe Einteilung.
Es werden 3 verschiedene Stadien bzw. Grade eingeteilt.
Während der Pubertät kommt es erstmalig zu einem großen hormonellen Umschwung.
Die hormonellen Änderungen haben auch Einfluss auf die Erkrankung, sodass ein Lipödem häufig erstmals während der Pubertät auftritt.
In der Schwangerschaft findet ein hormoneller Umschwung statt.
Da Hormone auch für die Erkrankung Lipödem eine Rolle spielen, kann es vor allem während der Schwangerschaft auftreten.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.