Thrombose, wenn sich Blutgerinnsel in den Blutgefäßen oder im Gehirn selbst entwickeln.
Erfahrungs Berichte
Eine Thrombose beschreibt ein lokales Blutgerinnsel, welches sich innerhalb des Herz-Kreislaufsystems gebildet hat. Dieses Blutgerinnsel, auch Thrombus genannt, ist hierbei ein krankhaftes Ereignis, bei dem die Blutgerinnung innerhalb des Gefäßsystems abseits der Norm geschieht. Die Thrombose kann, je nach Größe und Lage, den Blutfluss des betroffenen Gefäßes verringern oder sogar ganz unterbinden und somit die Blutversorgung des Körpers beeinträchtigen. Dieses Ereignis kann verschiedene Ursachen haben, die drei wichtigsten sind Veränderungen der Gefäßwand, der Blutzusammensetzung und eine Verlangsamung des Blutflusses (auch als Virchow-Trias bezeichnet). Löst sich das lokale Blutgerinnsel von der Gefäßwand und wandert innerhalb der Blutbahn, wird dies als Thrombembolie bezeichnet. Dieser wandernde Thrombus kann je nach Größe und Areal weitere Komplikationen, beispielweise eine Lungenembolie, verursachen. Verschiedene Faktoren können das Entstehen einer Thrombose begünstigen, darunter Übergewicht, Bettlägerigkeit oder geringe körperliche Bewegung, bösartige Krebserkrankungen, ein fortgeschrittenes Lebensalter (über 60 Jahre), Schwangerschaft, bestimmte Hormontherapien sowie Blutgerinnungserkrankungen. Bestimmte Medikamente und chronische oder genetische Erkrankungen können ebenfalls das Thromboserisiko erhöhen.
Unbehandelt kann es bei einer Thrombose zu dauerhaften Problemen in den Beinvenen kommen. In sehr seltenen Fällen kann es durch eine Thrombose im Oberschenkel zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie kommen.
In etwa 100.000 Menschen sterben jährlich an einer Lungenembolie. Oft ist eine Thrombose die Ursache. Wer die Anzeichen kennt, kann schnell handeln und Leben retten!
Wenn Du ziehende Schmerzen im Bein hast, Dein Bein anschwellt, oder Du das Gefühl eines Muskelkaters ohne vorher Sport getrieben zu haben, kann dies an Anzeichen einer Thrombose sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Besteht der Verdacht einer Thrombose oder zeigen sich einige der oben beschriebenen Symptome, sollten ein/e Phlebolog:in aufgesucht werden.
Als erste Anlaufstelle kann ebenfalls der Hausarzt/Hausärztin kontaktiert werden.
Hier wird man bei Bedarf und Unsicherheit richtig vermittelt.
Bei Beinschmerzen in Kombination mit akuter Luftnot oder genereller plötzlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollten jedoch sofort der Notruf gewählt und das nächste Krankenhaus aufgesucht werden.
Es gibt drei Faktoren, die zur Entstehung einer Thrombose führen können (Virchow-Trias).
Eine Thrombose kann sich auf verschiedene Arten äußern.
Es gibt unterschiedliche Einteilungsmöglichkeiten der Thrombose. Wenn man die Thrombose nach Gefäß einteilt gibt es:
Am häufigsten tritt die venöse Thrombose auf, da der Blutfluss in den Venen generell langsamer erfolgt als in den Arterien und damit das Blut dort leichter gerinnen kann.
Bei der klassischen tiefen Beinvenenthrombose kann sich auch ein Spannungsgefühl des Beines einstellen und es können außerdem Schmerzen in Wade und Fußsohle auftreten.
Möglicherweise zeigt sich auch eine einseitige Schwellung oder Zunahme des Beinumfangs im Vergleich zur nicht betroffenen Seite.
Im Gegensatz dazu kann sich eine oberflächliche Venenthrombose, meist nach einer vorangehenden Venenentzündung, durch Ausbildung einer länglichen Verhärtung im Verlauf der Vene zeigen.
Die hier beschriebenen Symptome sind jedoch nur in knapp der Hälfte der Thrombosefälle auch vorhanden.
Häufig wird die Thrombose an sich gar nicht sofort bemerkt, sondern es äußern sich später Beschwerden, die durch Komplikationen der Thrombose eintreten.
Die Lungenembolie als Komplikation einer Thrombembolie kann sich durch akutes Einsetzen von Schmerzen in der Brust, Schwindel, Schwäche, Luftnot und bläulichen Lippen äußern.
Bettlägerige PatientInnen spüren häufig wenig bis keine Anzeichen einer Thrombose, daher ist hier eine regelmäßige Inspektion und bei Bedarf eine vorbeugende Behandlung angezeigt.
Um eine Thrombose zu diagnostizieren, sollte der/die Patient/In zunächst körperlich untersucht werden.
Zusätzlich wird eine Blutentnahme zur Kontrolle wichtiger Laborparamater (D-Dimere, Blutsenkung, Leukozyten) durchgeführt.
In jedem Fall hat eine Bildgebung des betroffenen Bereiches zu erfolgen.
Klassischerweise wird ein Kompressions-Ultraschall des Gefäßes durchgeführt und somit ein mögliches Blutgerinnsel dargestellt.
Dies ist eine strahlungsfreie und schmerzlose Untersuchungstechnik, mit der man akut die Durchblutungssituation beurteilen kann. Ist die Diagnose einer Thrombose gestellt, gilt es, neben dem Beginn der Therapie, mögliche Auslöser und Risikofaktoren für das Ereignis zu finden.
Bei weiterhin unklarer Ursache für die Thrombose können zusätzliche Untersuchungen anfallen.
Es sollte im Verlauf eine ausführliche Gerinnungsdiagnostik erfolgen.
Detailliertere Bildgebung, wie ein MRT, oder ein Röntgen und der Ausschluss eines Tumors können ebenfalls notwendig werden.
Durch die vielen möglichen unterschiedlichen Symptome, die bei einer Thrombose auftreten können, ergeben sich einige Differentialdiagnosen.
Folgende Erkrankungen können sich ähnlich einer Thrombose äußern:
Die Therapie einer Thrombose lässt sich in akute und erhaltende Maßnahmen einteilen.
Akute Therapie einer Thrombose → Kompression und Blutgerinnungshemmung
Bei Auftreten einer Thrombose wird der betroffene Körperteil (z. B. das Bein), wenn möglich, mit einem Kompressionsverband versorgt.
Es erfolgt zudem eine hochdosierte gerinnungshemmende Medikation (Antikoagulation) für einige Tage, anschließend wird die Medikation niedriger dosiert für längere Zeit eingenommen.
In der akuten Phase einer Thrombose werden Sie medizinisch regelmäßig überwacht und untersucht um Komplikationen auszuschließen oder frühzeitig zu behandeln.
Erhaltende Therapie → Langzeit Gerinnungshemmung
Die Gerinnungshemmung und der Kompressionsverband sollten für mindestens 3 Monate durchgeführt werden.
Bei ausgeprägten Fällen der Thrombose kann eine chirurgische Entfernung des Blutgerinnsels notwendig sein.
Um das Auftreten einer Thrombose vorzubeugen, erhalten Patienten während Operationen oder bei Bettlägerigkeit, sowie eingeschränkter Mobilität eine Thromboseprophylaxe.
Die sogenannten „Bauchspritzen“ beschreiben die medikamentöse Therapie, welche zur Vorbeugung einer Thrombose angewendet wird. Dabei wird ein blutverdünnendes Medikament mit einer sehr feinen Nadel in das Unterhautfettgewebe injiziert. Dies können Patienten mit richtiger Anleitung häufig auch selbst ausführen.
Indikationen für diese Thromboseprophylaxe können beispielweise:
Die Anordnung der Thrombosespritzen sollte dann individuell nach Risikobewertung durch den/die behandelnde/n Arzt/Ärztin erfolgen.
Ist bereits eine Thrombose eingetreten, nennt man die daraufhin angeordnete gerinnungshemmende Therapie auch „Sekundärprophylaxe“.
Neben der medikamentösen Behandlung gibt es weitere vorbeugende Maßnahmen, um das Risiko einer Thrombose zu verringern. Zu diesen Optionen zählen eine frühzeitige Mobilisation von Patienten nach einer Operation, unterstützende Physiotherapie zur Gewährleistung der Mobilität, sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen.
Komprimierende Strümpfe dienen dazu, den Blutfluss in den Beinen zu unterstützen.
Durch den Druck auf das Gewebe kann das Blut in den Venen schneller und besser zum Herzen zurücktransportiert werden.
Der verbesserte Blutfluss verringert das Risiko des Entstehens einer Thrombose und das erneute Auftreten einer Thrombose.
Es gibt verschiedene Arten:
Je nach Fitness und Mobilität kann eine geeignete Wahl getroffen werde.
Sanitätshäuser nehmen meist individuell Maß für eine optimale Größenwahl, da es verschiedenen Kompressionsklassen gibt.
Wenn Patienten unter einer erhöhten Thromboseneigung leiden oder bereits eine Thrombose durchgemacht haben, wird Ihnen der/die Arzt/Ärztin die passenden Strümpfe verordnen.
Wie lange die Strümpfe getragen werden, richtet sich nach der persönlichen Krankheitsgeschichte und den eigenen Risikofaktoren.
Nach längerer beschwerdefreier Tragezeit, kann erneut ärztlich beurteilt werden, ob die Kompressionstherapie weiterhin von Nöten sind.
Wird eine Thrombose frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, kann sie häufig folgenlos abheilen. Bei verzögerter Diagnose und Therapie kann es jedoch zu Komplikationen und Folgeerkrankungen kommen. → Siehe Abschnitt Komplikationen
Das Auftreten einer Thrombose beschreibt ein Blutgerinnsel, welches sich in einem Blutgefäß gebildet hat.
Dies kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden (→ siehe Abschnitt Ursachen).
Der Thrombus (Blutgerinnsel) besteht aus verschiedenen Bestandteilen:
Dieser Thrombus hat ursprünglich die Funktion, Blutungen zu stillen und Wunden zu verschließen.
Die vorgesehene Funktion ist beispielsweise als Schorf- oder Krustenbildung bei einer äußerlichen Verletzung bekannt.
Je nach Ort der Thrombose kann die Durchblutungsminderung dramatische Folgen haben.
Ist der Thrombus im Bereich einer Venenklappe lokalisiert, kann er diese schädigen und die Venenfunktion langfristig reduzieren.
Bleibt die Thrombose unerkannt und unbehandelt, kann sich das Gerinnsel von der Gefäßwand lösen und in den Blutkreislauf gelangen (Thrombembolie).
Es kann aus den Venen über das Herz bis in die Lunge wandern und eine Lungenembolie auslösen.
Bildet sich das Gerinnsel innerhalb des Herzens, kann es in die Hirngefäße wandern und einen Schlaganfall auslösen.
Je nach Lokalisation können die unterschiedlichsten Organe durch einen losgelösten Thrombus geschädigt werden.
Zu den möglichen Komplikationen / Folgen einer Thrombose zählen unter anderem:
Lungenembolie → das Blutgerinnsel löst sich von seinem Ursprungsort und wandert innerhalb des Gefäßsystems in eine oder mehrere Lungenarterien.
Diese Lungengefäße können durch die Thrombose verschlossen und die Durchblutung der Lunge somit unterbunden werden. Bei verminderter Durchblutung der Lunge kann der Körper nicht genügend Sauerstoff in das Blut aufnehmen.
Äußern kann sich die Lungenembolie unter anderem durch Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, bläuliche Lippen, Husten sowie Fieber.
Die Lungenembolie ist sehr häufig lebensbedrohlich und sollte daher sofort therapiert werden.
Postthrombotisches-Syndrom → dies ist die häufigste Spätkomplikation einer Thrombose.
Durch den Blutstau während der Thrombose werden das Gefäß und die Venenklappen langfristig geschädigt. Das Blut kann dann nicht mehr ordnungsgemäß zum Herzen rücktransportiert werden und es kommt zum Rückstau.
Dies führt dazu, dass Flüssigkeit ins Gewebe tritt und es anschwillt (Ödeme).
Ebenfalls können sich durch diese chronische „venöse Insuffizienz“ auch Wundheilungsstörungen und Hautveränderungen im betroffenen Bereich entstehen.
Nach einer Thrombose kann sich bis zu 50% der Betroffenen das postthrombotische Syndrom entwickeln, jedoch können die frühe Erkennung und Therapie das Risiko dieser Komplikation verringern.
Um einer Thrombose entgegenzuwirken, gibt es einige Dinge, die beachtet werden können.
Zuallererst sollten allgemeine Lebensstiländerungen vorgenommen werden.
Ausreichend Bewegung, Verzicht auf Tabak- und Nikotinkonsum, Gewichtsreduktion bei Übergewicht, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Laborkontrollen bei Ihrem Hausarzt bilden eine gute Basis.
Insbesondere in Situationen, bei denen die Mobilität eingeschränkt ist, sollte eine zwischenzeitliche Bewegung erfolgen (Bspw.: auf langen Flugreisen aufstehen und ein paar Schritte gehen, Physiotherapie bei Bettlägerigkeit)
Wenn Patienten zu Thrombosen neigen oder Grund zur Annahme eines erhöhten Risikos besteht, kann mit dem/der Arzt/Ärztin über Kompressionsstrümpfe und vorbeugende medikamentöse Therapie gesprochen werden. Dies wird individuell nach dem persönlichen Risiko entschieden.
Man kann die Thrombose auch nach Lokalisation im Körper einteilen.
Es gibt beispielsweise Beinvenen-, Armvenen-, Hirnvenen-, Milzvenen-, Lebervenen-, Nierenvenenthrombose und einige Weitere. Die Symptome können sich demnach, je nach Lokalisation des Thrombus, unterschiedlich äußern.
Häufig zeigen sich allgemeine Entzündungszeichen wie Schwellung, Schmerzen, Überwärmung und rötliche bis bläuliche Verfärbung im betroffenen Bereich.
Eine Thrombose kann für die Schwangere und das Baby sehr gefährlich werden.
Vor allem, wenn sich das Gerinnsel loslöst und beispielsweise in die Lungen- oder Hirngefäße kommt und dort zu einem Verschluss führt.
Durch die zunehmende Bewegungslosigkeit in der Schwangerschaft erhöht sich das Thromboserisiko, sodass jeder Verdacht immer ärztlich abgeklärt werden und bei Neigung zur Gerinnselbildung eine Prophylaxe erfolgen sollte.
Durch eine Schwangerschaft verändert sich einiges im Körper.
Diese Wandlung beeinflusst und erhöht auf verschiedenen Wegen das Thromboserisiko. Durch die veränderten Hormonkonzentrationen bei einer Schwangerschaft wird die Blutgerinnungsneigung verstärkt.
Die Blutgefäße sind weiter gestellt, was wiederum den Blutfluss verlangsamt. Im Verlauf der Schwangerschaft sind werdende Mütter häufig auch weniger mobil und schonen sich, diese Ruhigstellung erhöht ebenfalls das Thromboserisiko.
Wenn es zusätzlich bereits vorbekannte Risikofaktoren für eine Thrombose gibt oder schon eine Thrombose vorgekommen ist, sollten mit dem/der behandelnden Frauenarzt:in gesprochen werden.
Möglicherweise sind eine gerinnungshemmende Therapie und eine Kompressionstherapie angezeigt, dies kann auch nach ärztlicher Abklärung während der Schwangerschaft und nach der Geburt notwendig werden.
Da Thrombosen und andere Blutgerinnungsstörungen Ursache für Fehlgeburten und Komplikationen im Wochenbett sein können, ist bei Verdacht eine dringliche Untersuchung und gegebenenfalls Therapie angezeigt.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Deine Erfahrung zählt!
Du kannst Anderen helfen, indem Du Deine Erfahrung zum Thema Thrombose mit anderen Menschen teilst.
Völlig anonym.
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen zum Thema Thrombose teilen?
Hilf uns, unsere Qualität stetig zu verbessern.