Milzbrand (Anthrax), als eine seltene, durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die je nach Infektionsart zu schweren Schädigungen von Haut und Weichteilgewebe, Darm oder Lunge führt.

Erfahrungs Berichte
Milzbrand bzw. Anthrax ist eine seltene, durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die je nach Infektionsart zu schweren Schädigungen von Haut und Weichteilgewebe, Darm oder Lunge führt. Die Erkrankung wird antibiotisch behandelt, dennoch führt sie (abgesehen vom Hautmilzbrand) häufig zum Tod. Der Name „Milzbrand“ stammt von der bräunlich-schwarz verfärbten Milz ab, weshalb die Krankheit auch „Anthrax“ (griechisch für Kohle) genannt wird.
Als sogenannte Zoonose befällt Milzbrand Tiere (vor allem Paarhufer, z. B. Rinder und Schafe) und kann von diesen auf Menschen übertragen werden.
Die Übertragung geschieht durch die äußerst resistenten Sporen des Erregers Bacillus anthracis, welche Jahrzehnte überdauern können.
Die Sporen können z. B. bei Bauarbeiten aus längst vergrabenen Tierkadavern wieder die Oberfläche erreichen und zu Ansteckungen führen.
Vor allem grasende Tiere nehmen diese Sporen auf und erkranken anschließend an Milzbrand.
Gefährlich ist vor allem das Gift, welches das Bakterium bildet.
Besonders gefährdet sind (waren) Berufsgruppen, die mit Nutztieren arbeiten
Die Symptome entwickeln sich innerhalb von Stunden bis 6 Tagen nach Infektion und hängen davon ab, wie der Milzbranderreger in den Körper gelangt.
Bei Eintritt des Erregers über die Haut
Bei direktem Hautkontakt, also wenn der Erreger über eine kleine Wunde durch Hautkontakt in den Körper gelangt, bildet sich ein schmerzloses, bläschengefülltes, schwarzes Geschwür, das sich ausbreiten und zu einer Blutvergiftung führen kann.
Der Hautmilzbrand ist mit 95 % die häufigste Form des Milzbrandes.
Bei Verzehr infizierten Fleisches
Werden die Milzbrandsporen über die Nahrung z. B. von infiziertem Fleisch aufgenommen, entwickelt sich ein Darmmilzbrand, die seltenste Form des Milzbrandes. Gekennzeichnet ist er durch blutigen Durchfall und blutiges Erbrechen.
Bei Einatmung des Erregers
Werden die Sporen hingegen eingeatmet, bildet sich ein Lungenmilzbrand aus.
Zu den typischen Symptomen hierbei zählen Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost und Schweißausbrüche.
Im weiteren Verlauf kommt es zu Husten und Atemnot.
Bei Injektionsmilzbrand
Ein sogenannter Injektionsmilzbrand durch die Benutzung verunreinigter Nadeln etwa beim Heroinkonsum führt zu einer schweren Infektion der Haut an der Einstichstelle und dem darunterliegenden Weichgewebe.
Es kommt zu einer starken Schwellung, sodass ein Kompartmentsyndrom entstehen kann.
Zunächst grippeähnlich, verschlimmern sich die Symptome wie hohe Fieber, Luftnot und Brustschmerzen immer weiter, eine Blutvergiftung führt häufig zum Tod.
Bei allen Formen kann es zudem zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen.
Im Arztgespräch werden die vorangegangenen Tage auf Kontakt zu möglichen Milzbranderregern erforscht, z. B. bei beruflichem Risiko oder Kontakt zu Tieren.
Im Anschluss an die körperliche Untersuchung werden Abstriche von Hautschäden genommen bzw. der Auswurf bei Verdacht auf Lungenmilzbrand untersucht, um den Erreger nachzuweisen.
Milzbrand ist eine lebensgefährliche Krankheit, die intensivmedizinsche Behandlung erfordert.
Der Patient muss bei Verdacht auf Milzbrand schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht werden.
Je nach Milzbrandart gibt es verschiedene Differentialdiagnosen.
Gegen Milzbrand werden Antibiotika eingesetzt:
Lokaler Hautmilzbrand wird mit oral mit Ciprofloxacin oder Doxycyclin behandelt.
Bei einer systemischen Ausbreitung werden Ciprofloxacin, Clindamycin und Penicillin G intravenös verabreicht.
Bei einer schweren Hautschädigung oder wenn sich ein sogenanntes Kompartmentsyndrom ausbildet, kann ein chirurgischer Eingriff nötig werden.
Daneben werden bei schweren Verläufen intensivmedizinische Maßnahmen zur Beatmung und Kreislaufstabilisierung eingesetzt.
Die Prognose von Milzbrand hängt davon ab, wie schnell mit der Therapie begonnen wird.
Bei Hautmilzbrand, der mildesten Form, versterben etwa 2 % der Erkrankten, bei Darm- und Lungenmilzbrand fast 50 %, also jeder zweite Patient.
Sind die Hirnhäute befallen, verläuft der Milzbrand nahezu immer tödlich.
Auch wenn das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch als gering angesehen wird, sollten besondere Sicherheitsvorschriften im Umgang mit dem Patienten im Krankenhaus gewahrt werden.
Der Kontakt mit Milzbrand infizierten Tieren muss vermieden werden bzw. darf nur mit Schutzausrüstung erfolgen.
Bei Milzbrand kommen 4 Ansteckungswege infrage:
Ein Impfstoff gegen Milzbrand existiert, wird aber nur als Präexpositionsprophylaxe für Erwachsene mit großem Risiko, sich anzustecken, empfohlen.
Da der Milzbranderreger in der Vergangenheit immer wieder als biologische Waffe getestet und bereits für Anschläge genutzt wurde, sind sowohl seine Herstellung als auch Lagerung verboten.
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