Definition -
Die Behandlung einer Achillessehnenentzündung umfasst in der Mehrzahl der Fälle eine Kombination aus mehreren Therapieoptionen. Eine der „ergänzenden“ Maßnahmen sind verschiedene Hausmittel. Die Wirkung ist oftmals individuell verschieden. Du kannst uns auch gerne Deine Erfahrung mit den verschiedenen Hausmitteln mitteilen.
Wenn es um akute Verletzungen und Schmerzen geht, findet in der Orthopädie oftmals die sog. PECH – Regel (engl. RICE protocol) Anwendung.
Für eine Achillessehnenentzündung gilt die Regel, wenn Du aufgrund der Achillessehnenentzündung starke Schmerzen hast, und die Achillessehne kaum mehr belasten kannst.
Die Abkürzung steht für:
Hinweis! Bei der Achillessehnenentzündung handelt es sich nicht um eine akute Verletzung sondern um eine Überbelastungserscheinung.
Gezielte Übungen sind das beste Mittel zur aktiven Behandlung der Achillessehnenentzündung.
Generell kann man bei den Übungen unterscheiden zwischen:
Achtung! Übungen sind jedoch immer abhängig von der individuellen Phase (Regenerationsphase, Aufbauphase).
Je nach Phase kommen Übungen ohne Belastungen, mit Teilbelastung oder Vollbelastung infrage.
Mit Dehnung der Wade und Achillessehne setzt Du einen Reiz. Der Heilungsprozess kann dadurch beschleunigt werden.
Bestehen jedoch akute Schmerzen bereits bei Alltagsbelastungen, solltest Du auf eine Dehnung der Sehne zunächst verzichten.
Die Dehnung der Achillessehne solltest Du mehrmals täglich für etwa 30 - 45 Sekunden halten.
Dehne auch immer die schmerzfreie Seite mit.
Warnung! Die Dehnung sollte keine „starken“ Schmerzen verursachen, bzw. den Schmerz auf keinen Fall verschlimmern.
Während Kälte den Stoffwechsel bremst (siehe Kältebehandlung) und bei akuten, starken Schmerzen hilft, sollte Wärme angewandt werden, wenn die akute Schmerzphase langsam abklingt (siehe Wärmebehandlung).
Wäre wirkt durchblutungsfördernd und regt den Stoffwechsel an. Auf die Wadenmuskulatur wirkt Wärme entspannend.
Capsaicin (Wirkstoff des Cayenne-Pfeffers) sorgt für eine Weitstellung der Blutgefäße und somit zu einer Erwärmung und Rötung des Gewebes. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Muskelverhärtungen und Schmezen eingesetzt.
Auch bei einer Achillessehnenentzündung wirkt Capsaicin durchblutungsfördernd.
Beachte! Ist Deine Achillessehne akut entzündet, mit Schmerzen in Ruhe, Erwärmung und ggf. Rötung, solltest Du nicht mit Wärme an die Sehne!
Oftmals ist bei einer Achillessehnenentzündung der gesamte Bereich der Achillessehne und Wadenmuskulatur verhärtet.
Du kannst selbst mit lockeren, kreisende (punktuell) Bewegungen die Sehne und Muskulatur massieren.
Nimm die Sehne und den Muskel dabei zwischen den Daumen und den Zeigefinger und übe lockeren Druck mit dem Daumen aus.
Es sollte dabei kein Schmerz entstehen.
Ca, 10 Minuten täglich.
Der Quarkwickel ist eines der bewerteten Hausmittel überhaupt.
Das liegt zum einen an der kühlenden Wirkung, zum anderen scheint Quark entzündungshemmend zu wirken.
Der Quark ist phosphorsäurehaltig und soll bei einer Achillessehnenentzündung den veränderten Stoffwechsel wieder in Schwung bringen.
Wickel dafür einfach Speisequark in ein sauberes Tuch (Alternative eine Windel) und umwickel für etwa 10 - 15 Minuten die schmerzhafte Achillessehne. Die Anwendung kannst Du mehrfach täglich wiederholen.
Randnotiz! Der Quarkwickel ist bereits seit Jahrhunderten ein altbewährtes Hausmittel.
Auch Rizinusöl, bzw. dem im Öl enthaltenen Rhizinolsäure wird eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung zugesprochen.
Bei regelmäßiger Anwendung soll dadurch die Entzündung allmählich abklingen.
Reibe dazu das Öl auf die entzündete Stelle und massieren es langsam mit kreisenden Bewegungen in die Sehne. Dadurch kann das Öl besser in die Haut einziehen.
Da Rizinusöl kann gut mit der Massage der Achillessehne kombiniert werden.
Das Rizinusöl kannst Du ebenfalls mehrfach täglich anwenden.
Hinweis! Rizinusöl gibt es auch in Salbenform.
Ziel einer Fersenerhöhung mittels Fersenkeil ist die Entlastung der Achillessehne.
In der „normale“ Stellung im Schuh ist die Achillessehne leicht gespannt, was zu Beschwerden selbst im Alltag führen kann. Erhöht man die Ferse auf der betroffenen Seite, kommt es zu einer Entlastung der Achillessehne.
Zur Erhöhung der Ferse wird ein kleiner, weicher, wenige Millimeter hoher Keil verwendet. Alternativ dazu ist eine orthopädische Einlage mit Fersenerhöhung.
Achtung! Eine Fersenerhöhung solltest Du nicht über einen längeren Zeitraum tragen, da sich die Achillessehne an diese Stellung gewöhnen kann und somit zu einer Verkürzung der Sehne führt.
Hinweis! Viele betroffene Frauen berichten daher beim Tragen von hochhackigen Schuhen von einer Verbesserung der Beschwerden.