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pfeilWas ist das?

Hinter HPV versteckt sich das humane Papillomavirus. Das Virus verursacht unter anderem sexuell übertragbare Infektionen und sorgt für eine Reihe neuer Krebserkrankungen jedes Jahr (deswegen zählt es zu den „Onkoviren“). Weltweit zählen sie zu den häufigsten Erregern von STDs (sexuell übertragbare Erkrankungen).

pfeilIst das gefährlich?

Die Erstinfektion mit dem humanen Papillomavirus wird in der Regel nicht bemerkt.

Die Folgeerkrankungen sind, je nach auslösendem Typ, sehr schwer und lebensverändernd.

pfeilWann zum Arzt?

Oftmals stellen sich die Betroffenen bei HPV erst mit Symptomen der Folgeerkrankungen beim Arzt vor.

Da die durch HPV ausgelösten Erkrankungen sehr vielfältig sind, gibt es nicht „das eine Symptom", was für eine HPV Infektion oder Folgeerkrankung typisch ist.

Es kann zu verschiedenen Krebserkrankungen im Genital- und Oralbereich kommen, sodass dann die jeweilig typischen Symptome der Krebserkrankungen im Vordergrund stehen.

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Einteilung & Formen

Bei den humanen Papillomaviren (HPV) unterscheidet man 2 Typen.

Einerseits die sogenannten „Low-Risk“ und andererseits die „High-Risk“ Typen.
Man teilt sie nach ihrem Risiko ein, Krebserkrankungen auszulösen (sogenanntes onkogenes Potential).

  • Low-Risk Typen – geringes Potential, Krebs zu entwickeln
    • zu ihnen zahlen die Typen 6, 11, 42 bis 44, 54, 61, 70, 72 und 81
  • High-Risk Typen – hohes Potential, Krebs zu entwickeln
    • zu ihnen gehören die Typen 16 und 18 mit sehr hohem Potential Krebs auszulösen 
    • weiterhin die Typen 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73
      und 82

Des Weiteren kann man die schon ca. 170 bekannten humanen Papillomaviren in 5 Klassen (Genera) einteilen:

  1. Alpha
  2. Beta
  3. Gamma
  4. Nu
  5. Mu

Über 200 weitere warten aktuell noch auf ihre Analyse.
Die Einteilung anhand des „krebsauslösenden Potentials“ ist aber relevanter.

 

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Ursachen HPV - Humanen Papillomvirus

  • Viren – Humane Papillomaviren sind DNA-Viren, die über ein doppelsträngiges Erbgut verfügen.
    Sie sind unbehüllt und der Mensch ist das einzige Erregerreservoir. 
    • Wenn das Virus den Körper infiziert hat, kommt es erst nach Monaten oder gar Jahren zu Symptomen.
  • Infektion – Die Erreger dringen dabei durch kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut in diese ein und befallen die „Epithelzellen“ in der untersten Schicht (der „Basalzellschicht“). Das sind die Zellen, die unsere Haut oder die Schleimhaut bilden.   

Die Erkrankungen

Da es verschiedene HPV Typen gibt, bilden sich dann auch verschiedene Erkrankungen aus.
Bei den Low-Risk Typen kommt es meistens zur Ausbildung von Genitalwarzen (Feigwarzen).

Den High-Risk Typen hingegen gelingt es, ihre DNA in die Wirtszelle zu integrieren. Es kommt zu einer vermehrten Aktivierung von Genen, die Tumorwachstum begünstigen („Onkogene“) und zu einem Abschalten derer, die es verhindern („Tumorsuppressorgene“).

Dieses Prinzip sorgt für eine abnormale Zellvermehrung, die erst zu Präkanzerosen („Dysplasien“) und letztendlich bei fehlender Therapie über Jahre zur Entwicklung von Krebs führt.

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Symptome HPV - Humanen Papillomvirus

Die Erstinfektion mit dem humanen Papillomavirus bleibt oft unbemerkt, da ein funktionierendes Immunsystem den Erreger bekämpft und es so zu keinen Symptomen kommt.
Meist dauert es ca. 1 Jahr, bis die Infektion ausgeheilt ist.

Das Problem an der Sache: Betroffene wissen nicht, dass sie infiziert sind, können aber andere anstecken. 

Es gibt nicht wirklich Symptome, die typisch für HPV Infektionen sind. Folgende Erkrankungen werden durch HPV ausgelöst.

Low-Risk Typen

  • Feigwarzen (Condylomata accuminata
  • Condylomata gigantea (besonders große Warzen, bzw. Zusammenschluss mehrerer zu einem großen Konglomerat)
  • Larynxpapillome (gutartige Veränderungen des Kehlkopfes) 
  • Verruca vulgaris
  • Verruca plantaris 

High-Risk Typen

Ausbildung verschiedener Krebserkrankungen möglich 

  • Gebärmutterhalskrebs
    • Vorstufe des Gebärmutterhalskrebs (Zervikale intraepitheliale Neoplasie)
  • Mund- Rachenkrebs (Oropharynxkarzinom)
  • Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)
  • Analkarzinom
  • Peniskrebs
  • Schamlippenkrebs (Vulvakarzinom
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Diagnose HPV - Humanen Papillomvirus

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Schilderung der Symptome
    • Impfung?
    • Alter?
    • Regelmäßige Vorsorgen wahrgenommen? 
  • HPV-Test – Bei Frauen ab 35 Jahren im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung empfohlen.
  • Abstrich / Biopsie – Abstrich und/ oder Probeentnahme der betroffenen Stelle 
    • PCR → Bestimmung des genauen Virustyps 
  • Essigsäuretest (bei Frauen) – während gynäkologischer Untersuchung bestreichen des Gebärmutterhalses mit Essigsäure → Beurteilung des Gebärmutterhalses anhand der Färbung (weißliche Verfärbung der betroffenen Areale)
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Differenzialdiagnose

  • Andere Geschlechtskrankheiten
  • Hämorrhoiden - bei Veränderungen im Analbereich 
  • Fibrome
  • Pigmentmäler (Naevi
  • Dellwarzen (Mollusca contagiosa - durch Pocken ausgelöste Warzen, selten bei Erwachsenen, gutartig
  • Melanom (schwarzer Hautkrebs
  • Veränderte Talgdrüsen 
  • Bei den verschiedenen Krebserkrankungen die dafür geltenden Differentialdiagnosen.
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Behandlung HPV - Humanen Papillomvirus

  • Keine kausale (ursächliche) Therapie – Es gibt aktuell noch keine gezielte Therapie gegen HPV.
  • Symptomtherapie – Man therapiert symptomatisch und versucht Folgeerkrankungen zu verhindern.
    Hierfür nutzt man lokal Stoffe, die das Immunsystem anregen.
    • Kältetherapie oder Verätzungen kommen vor allem bei Warzen zum Einsatz.
    • Wenn eine Krebserkrankung auftritt wird diese entsprechend therapiert.
      Man hat hier verschiedene Möglichkeiten, wie Chemotherapie, Bestrahlung oder mehrere Operationsverfahren
       Auch radiochirurgische Verfahren (ein Mix aus Strahlung und Operationen) sind möglich und teils prognoseverbessernd.
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Prognose

Die Prognose ist von der ausgelösten Erkrankung abhängig.
Weiterhin spielen individuelle Faktoren eine Rolle.

Es lässt sich keine pauschale Aussage über die Prognose treffen.

  • Low-Risk – Die Low-Risk-Typen haben eher eine gute Prognose, da die ausgelösten Erkrankungen eher gutartig sind.
  • High-Risk – Besonders die High-Risk-Typen 16 und 18 sorgen aber für teils aggressive Krebsarten.
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Komplikationen

  • Sämtliche durch HPV ausgelöst Krebserkrankung – je nach Entität kann es zum Tod des Betroffenen kommen.
  • Starke psychische Belastung
  • Ansteckung weiterer Personen
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Dauer

Es dauert meist Monate oder Jahre zwischen der Infektion und dem Auftreten der Symptome der Folgeerkrankungen – falls überhaupt welche auftreten (besonders bei Gebärmutterhalskrebs treten eher spät Symptome auf).

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Vorbeugung

  • Geschützter Geschlechtsverkehr – wobei Kondome auch keinen 100%-igen Schutz vor HPV bieten
  • Impfung 
    • Seit 2007 in Deutschland möglich.
    • Fokus auf Hochrisikotypen
    • Alle zwischen 9 und 14 Jahren sollten geimpft werden → Abschluss der Grundimmunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein.
    • Aktuell 2 Impfstoffe verfügbar: einer gegen 2 der Subtypen und einer gegen 9 der Subtypen (Gardasil)
    • 2 Impfungen im Abstand von 5 Monaten – wenn die Grundimmunisierung nach dem 15. Lebensjahr erfolgt, sind 3 nötig.
    • Nachholung bis 17 empfohlen, allerdings profitieren eigentlich alle egal in welchem Alter von einer Impfung (Wirksamkeit zwar reduziert, wenn schon Kontakt zu HPV bestand, allerdings immer noch schützend
    • Je nach Studie, Senkung des Gebärmutterhalskrebsrisikos um 84–95 %! 
  • Vorsorgeuntersuchung – Regelmäßiges Wahrnehmen der Vorsorgeuntersuchung (z.B. PAP-Abstrich beim Frauenarzt zur frühzeitigen Erkennung von Gebärmutterhalskrebs)
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Ansteckung & Übertragung

Die Übertragung des Virus findet fast immer durch direkten Geschlechtsverkehr statt. Durch Haut- oder Schleimhautkontakt dringt der Virus in den Körper ein.
Im Normalfall bekämpft das Immunsystem den Erreger vollständig.
Man kann sich im Laufe des Lebens jedoch erneut anstecken.

Über Körperflüssigkeiten (Blut, Speichel, Sperma) wird das Virus hingegen nicht übertragen.

Selten kommt es zu einer Ansteckung durch „verschmutzte“ Gegenstände, wie gemeinsam genutzte Seifen, Handtücher oder Toiletten (Schmierinfektion).

Die Ansteckung mit dem Virus kann schon beim ersten Sexualkontakt erfolgen und dabei ist es egal, ob dieser über Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr erfolgt.
Der Virus ist nämlich bei jedem intimen Hautkontakt vorhanden.

Weiterhin kann sich das Virus während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen, allerdings passiert das eher selten. 

Es gibt einige Risikofaktoren, die die Ansteckung wahrscheinlicher machen. Hierzu zählen:

  • Immundefekt (z. B. durch HIV ausgelöst)
  • Häufig wechselnde Sexualpartner
pfeilIn der Schwangerschaft

In seltenen Fällen kann es zu einer Übertragung des Virus von Mutter auf das Kind während der Geburt kommen.

Oftmals bleibt diese Übertragung aber folgenlos.
Außerdem werden die Schwangeren im Rahmen der Vorsorge auf vaginalen HPV Befall getestet. 

Bei Frauen, die HPV positiv sind, steigt allerdings das Risiko einer Frühgeburt.

Auch eine aktive HPV Infektion in der Schwangerschaft kann therapiert werden. Hier ist die Entscheidung jedoch sehr individuell und abhängig von den klinischen Symptomen. 

Weiterhin kann die HPV Infektion Einfluss auf die Fertilität der Frau und des Mannes haben. 

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

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Zahlen & Statistiken

  • Mehr als 200 Arten des HPV – Virus sind bereits bekannt. Mindestens 14 davon haben eine krebsverursachende Wirkung.
  • Es besteht eine hohe Durchseuchungsrate (ca. 80 % der Frauen bis zum 50. Lebensjahr und 65 % der Männer zwischen 18 und 70).
  • Bei 90 % der infizierten Frauen kommt es im Verlauf zu einer vollständigen Heilung, auch ohne Therapie.
  • Je nach Zeitpunkt der Erstinfektion können schon junge Menschen (teils in den 20ern) von den Folgeerscheinungen betroffen sein.
  • Eine Impfung schützt gegen 90 % der high-risk-formen.
aktualisiert: 10.03.2025
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  • Es besteht eine hohe Durchseuchungsrate (ca. 80 % der Frauen bis zum 50. Lebensjahr und 65 % der Männer zwischen 18 und 70).
  • Bei 90 % der infizierten Frauen kommt es im Verlauf zu einer vollständigen Heilung, auch ohne Therapie.
  • Je nach Zeitpunkt der Erstinfektion können schon junge Menschen (teils in den 20ern) von den Folgeerscheinungen betroffen sein.
  • Eine Impfung schützt gegen 90 % der high-risk-formen.
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