Syphilis (Lues), wenn es zu einer Infektion mit dem Bakterium Treponema pallidum. Symphilis ist eine geschlechtskrankheit.

Syphilis, auch als Lues bezeichnet, ist eine durch ein Bakterium ausgelöste Geschlechtskrankheit. Syphilis wird von Mensch zu Mensch übertragen und verläuft in verschiedenen Stadien. Nicht jede Infektion mit Syphilis führt auch automatisch zu Symptomen – nur etwa 50 % der Betroffenen entwickeln Symptome. Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage bis 3 Monate. Bei etwa 30 % der Betroffenen würde es innerhalb von Jahren zu einer Spontanheilung kommen, wenn man nicht therapiert.
Syphilis zeigt sehr viele verschiedene Symptome, die teils nicht richtig erkannt werden.
Die Folgen und mögliche Komplikationen von Syphilis sind ernst zu nehmen.
Je nachdem, kann die Infektion sehr gefährlich werden.
Eine schnelle und richtige Behandlung ist ausschlaggebend für eine gute Prognose.
Syphilis verursacht sehr viele verschiedene Symptome.
Wenn man jedoch eine kleine rote Papel (Hauterhebung) entdeckt oder eine offene Wunde, besonders nachdem man ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem (neuen) Partner hatte, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Auch wenn Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Hautausschlag und eine Schwellung der Lymphknoten bestehen, sollte man immer unabhängig der Ursache einen Arzt aufsuchen.
Der erste Ansprechpartner bei Syphilis ist der Hautarzt, bzw. Urologe oder Gynäkologie.
Die Symptome von Syphilis variieren je nach Stadium:
Das Stadium heilt meist innerhalb von 3 Wochen auch ohne Therapie ab.
Letztendlich sollte man aber aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr immer therapieren.
Dieses Stadium kann in eine „Latenzphase“ übergehen.
Hierbei bleibt der Erreger im Körper, macht aber keine Symptome. Nach der Abheilung des Ulcus durum (Stadium 1) kann man 2 Latenzstadien unterscheiden.
Bei Menschen, die immunsupprimiert (immungeschwächt) sind, ist mit schweren Verläufen im Stadium 2 zu rechnen. Hierbei ist vor allem die Haut schwer betroffen. Es kommt zu großflächigen Ulzerationen (offenen Wunden) und auch ein Absterben der Haut ist möglich.
Das Stadium 3 der Syphilis beginnt mit dem Durchbruch der Latenzphase. Hierbei kommt es dann zu verschiedenen Symptomen:
Das letzte Stadium stellt die Neurosyphilis dar.
Hierbei treten die Gummen nun auch im ZNS (Gehirn und Rückenmark) auf.
Es kommt zu Lähmungen und sogenannten „Tabes dorsalis“. Es handelt sich um verschiedene Symptome, die aufgrund der Demyelinisierung der Nerven auftreten.
Es kommt zu lanzenstichartigen Schmerzen, Sehstörungen bis zur Erblindung, Gelenkverformungen der Knie- und Sprunggelenke ohne Schmerzen, Gangstörungen und Störungen des Lage-, Bewegungs- und Vibrationssinns.
Manchmal kann es auch zu einem Notfall, dem sogenannten „akuten Abdomen“ kommen.
Hier stellen sich Betroffene mit einem schmerzhaften, Brett hartem Bauch vor und es gilt schnell herauszufinden, warum.
Weiterhin ist von den genannten Stadien eine angeborene Syphilis, auch Lues connata genannt, zu unterscheiden.
Es kann eine Übertragung des Erregers ab der 12. Schwangerschaftswoche stattfinden. Wenn die Schwangere vor der 12. Woche behandelt wird, kann eine Übertragung meist verhindert werden.
Kommt es jedoch zu einer Ansteckung, endet die Schwangerschaft meist in einer Fehl- oder Totgeburt. Wenn das Kind aber überlebt, sieht man meist Symptome innerhalb des ersten Lebensjahres. Hierzu zählen:
Syphilis ist für viele Erkrankung differentialdiagnostisch in Erwägung zu ziehen.
Da es so viele verschiedene Symptome verursachen kann und ein buntes klinisches Bild verursacht, sollte man besonders, wenn keine andere Ursache gefunden werden kann oder die Therapien nicht wirken, an eine Syphilis denken.
Auch die Behandlung einer Syphilis richtet sich nach den Stadien.
Eine Sache, die aber vor der Behandlung beachtet werden muss, ist, dass die zerfallenden Erreger eine sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion auslösen können.
Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche immunologische Reaktion des Körpers auf die durch das Antibiotikum zerstörten Erreger, genauer gesagt, auf die aus dem Bakterieninneren freigesetzten Endotoxine.
Das sind Giftstoffe, die die Bakterien ausschütten, die für sämtliche Krankheitssymptome verantwortlich sind.
Kommt es jetzt aber durch die Bekämpfung des Erregers durch die Therapie zu einer massiven, auf einmal erfolgenden Freisetzung dieser Giftstoffe, ist der Körper damit „überfordert“ und es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.
Symptome sind zum Beispiel Blutdruckanstieg, Fieber, Schmerzen am ganzen Körper und Übelkeit.
Um dem vorzubeugen, gibt man ein hochdosiertes Glukokortikoid ca. 30 bis 60 Minuten vor der Gabe des Antibiotikums, was eine solche Reaktion verhindern soll.
Allgemein gilt, dass die entsprechende Dosis und Dauer dem Stadium angepasst wird.
Wenn das zentrale Nervensystem beteiligt ist, sind höhere Dosen nötig. Wenn die Betroffenen HIV positiv sind, muss stationär behandelt werden.
Auch die Behandlung der Partner spielt eine Rolle, solange der Betroffenen im 1. oder 2. Stadium oder aber in einer frühen Latenzphase diagnostiziert wurde.
Sexuelle Kontakte der letzten 90 Tage werden hierbei mitbehandelt.
Die Prognose von Syphilis richtet sich nach dem Krankheitsstadium und individuellen Faktoren.
Eine Immunschwäche, sowie das Vorliegen weiterer (Geschlechts-) Krankheiten wirkt sich eher negativ auf den Verlauf aus, wobei die Prognose insgesamt gut ist.
Dank der Antibiotikatherapien lässt sich Syphilis gut behandeln.
Unbehandelt erleidet jedoch jeder 4. Patient lebenslang anhaltende Schäden und jeder 10. stirbt tatsächlich an der Infektion.
Syphilis ist ansteckend – allerdings nicht in jedem Stadium gleich ansteckend.
In den Stadien I und II ist die Erkrankung deutlich ansteckender als in den anderen Stadien.
Es wird durch engen Körperkontakt, Geschlechtsverkehr, Oralverkehr und Küssen übertragen.
Dabei sucht sich der Erreger kleinste Verletzungen (Läsionen) in der Mund-, Vaginal- oder Analschleimhaut, um in den Körper zu gelangen.
Weiterhin kann der Erreger über kontaminierte Blutprodukte und benutzte Kanülen übertragen werden.
Eine Übertragung während der Schwangerschaft ist ab der 12. Schwangerschaftswoche möglich.
Allerdings ist das in Deutschland, dank der Vorsorgeuntersuchung, sehr selten.
Der Nachweis der Erkrankung ist meldepflichtig.
Letztendlich begünstigt jede Geschlechtskrankheit das Auftreten von und die Ansteckung mit weiteren Geschlechtskrankheiten.
Klinisch kann man Syphilis in 4 Stadien einteilen.
Hierbei wird auch nochmal zwischen Früh- und Spätsyphilis unterschieden.
Ohne eine Behandlung würden die Stadien ineinander übergehen.
Prinzipiell kann sich jeder mit Syphilis anstecken, der sexuell aktiv ist oder es kann während der Geburt und auch schon in der Schwangerschaft von Mutter auf Kind übertragen werden.
Am häufigsten sind aber MSM („men who have sex with men“) in Großstädten betroffen.
Wenn Kinder Syphilis bekommen, liegt das meist an einer Übertragung während der Geburt.
Die Syphilisinfektion kann dann auch angeboren sein, wenn die Ansteckung schon im Mutterleib passiert.
Wenn ältere Kinder aber eine Syphilis entwickeln, muss immer an einen sexuellen Missbrauch gedacht werden.
Syphilis kann entweder während bereits während der Geburt oder aber schon im Mutterleib, ab der 12. Schwangerschaftswoche, auf das Ungeborene übertragen werden.
Es kann zu Fehlgeburten und Totgeburten oder aber Frühgeburten kommen.
Man unterscheidet außerdem eine frühe angeborene Syphilis (Lues connata präcox) von einer späten angeborenen Syphilis (Lues connata tarda).
Diese Einteilung bezieht sich auf das Auftreten der Symptome.
Bei der frühen Syphilis treten diese innerhalb der ersten drei Lebensmonate auf, auf jeden Fall aber vor Vollendung des 1. Lebensjahres.
Es kommt zu Hautveränderungen der Handinnenflächen und Fußsohlen, Ausschlag (kupferfarben, mit großen Blasen), die Mundwinkel sind trocken und rissig, es kann zu eitrigem Sekretaustritt aus der Nase kommen und die Kinder können in ihrem Wachstum gestört sein.
Weiterhin sind Lebern, Milz und Lymphknoten vergrößert.
In eher seltenen Fällen kommt es zu einer Entzündung der Augen oder des Gehirns, was sich durch Krampfanfälle präsentieren kann. Durch eine Entzündung der Knochen wird das Längenwachstum eingeschränkt und Bewegungen erschwert.
Im Gegensatz dazu starten die Symptome der späten Syphilis nach ca. 2 bis 4 Jahren auf.
Es kommt dann zu Wachstumsstörungen, besonders der Nase (Sattelnase) und des Schienbeins (Säbelscheibentibia).
Außerdem treten Veränderungen der Mundwinkel auf, welche als Parrot-Fruchen bezeichnet werden.
Durch Schädigung der Nerven kann es zu Schmerzen, Lähmungen sowie Missempfindungen und Probleme bei der Orientierung im Raum bezogen auf die eigene Bewegung und Körperhaltung geben (Tabes dorsalis).
Eine in den Lehrbüchern für Lues typische Trias ist die sogenannte Hutchinson-Trias, die allerdings eher selten auftritt.
Hierbei kommt es zu Tonnenzähnen (Fehlbildung der Zähne), Innenohrschwerhörigkeit und einer sogenannten Keratitis parenchymatosa, bei der es durch Hornhautveränderungen zur Erblindung kommen kann.
Die Infektion wird durch einen Bluttest diagnostiziert und auch bei Neugeborenen mit Antibiotika behandelt. Auch hier wird mittels verschiedenen Tests der Therapieerfolg kontrolliert. Je früher behandelt wird, desto besser ist die Prognose.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.