Genitalherpes (Herpes genitalis), wenn es zu einer Herpesinfektion (meist Herpes-Simplex-Virus Typ2) im Genitalbereich kommt.

Genitalherpes werden durch den Virus Herpes Simplex, vor allem Typ 2, ausgelöst. Es zählt zu den Geschlechtskrankheiten, betrifft dementsprechend auch die Geschlechtsorgane.
An sich ist ein genitaler Herpes ungefährlich.
Ein Genitalherpes führt jedoch zu Schmerzen und erheblichen Einschränkungen.
Bei Schwangeren muss die Krankheit etwas strikter betrachtet werden.
Das Virus kann sich auf das Kind übertragen und dort zu schweren Infektionen führen.
→ siehe Abschnitt In der Schwangerschaft.
Wenn Bläschen oder offene Stellen im Genitalbereich oder Analbereich auftreten, sollte man immer einen Arzt aufsuchen.
Meist verursachen diese Bläschen Schmerzen.
Es kann darüber hinaus zu Beschwerden während der Miktion (Wasserlassen) oder des Stuhlgangs kommen.
Besonders, wenn diese Symptome nach dem Geschlechtsverkehr auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Hier gilt es dann nämlich nicht nur die Betroffenen zu behandeln, sondern auch den Partner.
Der richtige Ansprechpartner ist der Gynäkologe / Urologe oder Dermatologe Zusatzqualifikation Venerologie (Lehre der sexuell übertragbaren Krankheiten).
Ein Genitalherpes kann eingeteilt werden in:
Stadienabhängige Symptome
Die Symptome bei einem Genitalherpes richten sich nach dem Stadium.
Es kommt nämlich nach der Erstinfektion zu einer Latenz der Viren im Körper. Das bedeutet, dass sobald die Erstinfektion überstanden ist, die Viren im Körper „schlummern“ und durch verschiedene Faktoren wieder aktiviert werden können. Hierzu zählen:
Aus diesem Grund wird auch zwischen einem primären Herpes genitalis Infektion und einer sekundären, durch Reaktivierung entstanden Infektion unterschieden.
Bei einer primären Infektion kommt es tatsächlich selten zu Symptomen. Die meisten merken es nicht einmal. Es kann in seltenen Fällen zu folgenden Symptomen kommen:
Nach einem eher unspezifischen Stadium ohne definierende Symptome (auch Prodromalstadium genannt) treten akute Symptome auf:
Bei der sekundären Infektion treten häufig weniger Symptome auf und die Erkrankung verläuft milder.
Die typischen Bläschen treten zwar auch auf und können sich auch weiter ausbreiten (z. B. auf die Oberschenkel, Finger, Gesäß, Hautareale bis zur Symphyse und am Perineum - der Haut zwischen Scheide/ Penis und After), meist bestehen aber nicht so ausgeprägte Begleitsymptome wie bei einer Primärinfektion.
Es kommt in vielen Fällen trotzdem zu einer Schwellung, Rötung der Haut und Entzündung der Haarfollikel.
Tatsächlich kommt es bei Infektion mit HSV Typ 2 zu häufigeren Rezidiven (wiederauftreten bzw. Reaktivierung der Infektion).
Bis zu 5 mal häufiger als bei einer Infektion mit HSV Typ 1 (Lippenherpes).
Meist zeigen Männer mehr Symptome und die meisten Rezidive treten im 1. Jahr nach der Primärinfektion auf.
Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass Infizierte auch ohne Symptome Viren ausscheiden können.

Hast Du ein passenden Bild für uns?
Die Bläschen bei einem Genitalherpes sind eher klein, mit Flüssigkeit gefüllt und meist rund, treten auf roter Haut auf und verursachen eine Schwellung.
Im Verlauf öffnen sich die Bläschen und die Flüssigkeit tritt aus.
Anschließend verkrusten die Stellen und es dauert ca. 8-10 Tage, bis die Krusten abgeheilt sind.
Es bleiben keine Narben zurück.
Der Verlauf von Genitalherpes richtet sich danach, ob es sich um eine Erstinfektion oder Rezidivinfektion handelt.
Meist verläuft die erste Infektion ohne Symptome, sodass Betroffene den Genitalherpes gar nicht merken und nicht wissen, dass sie sich angesteckt haben.
Bei einem Genitalherpes dauert es in etwa 8-10 Tage, bis die Bläschen vollständig abgeheilt sind.
Genitalherpes ist sehr ansteckend.
Hat ein Geschlechtspartner Genitalherpes, besteht laut Studien eine Wahrscheinlichkeit von 5 bis 10 %, sich im Laufe des Jahres bei seinem Partner anzustecken.
Besonders die Flüssigkeit der Bläschen dient der Übertragung der Viren.
Auch kleine Schleimhautläsionen (Verletzungen der Schleimhaut), meist so klein, dass man sie gar nicht sieht oder merkt, führt zu einer Übertragung.
Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.
In der Schwangerschaft ist vor allem eine Erstinfektion mit dem Genitalherpes problematisch.
Bis zu 20% der Frauen sind allerdings vor der Schwangerschaft schon seropositiv, das bedeutet, dass die Erstinfektion schon stattgefunden hat.
Wenn das der Fall ist, kommt es nicht zu Symptomen bei dem Fetus.
Auch hierbei hat HSV 1 eine höhere Rezidiv- und auch Komplikationsrate.
Generell muss nicht jede Frau, die unter Genitalherpes leidet, per Kaiserschnitt entbinden. Wenn allerdings zum Zeitpunkt der Geburt akute Symptome bestehen, also Bläschen auf der Schleimhaut zu sehen sind, wird das Kind per Schnittentbindung auf die Welt geholt.
Frauen, die nicht an Genitalherpes erkrankt sind, wird in dem letzten Trimenon geraten, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, falls der Partner an Genitalherpes leidet.
Falls Frauen eine Erstinfektion mit dem Herpesvirus durchmachen, wird ihnen ab der 36. Schwangerschaftswoche Aciclovir für ca. 7-10 gegeben.
In der Zeit lassen die Symptome nach und eine vaginale Entbindung ist meist möglich.
Letztendlich reduzieren die Virostatika die Häufigkeit des Kaiserschnitts, ob sie allerdings die Übertragung auf das Neugeborene verhindern, ist noch unklar.
Besonders wenn das Virus im letzten Trimenon übertragen wird, kommt es zu einer Frühgeburt oder einem Wachstumsstopp im Mutterleib.
Selten kommt es zu Fehlgeburten.
In ca. 30-50 % der Fälle findet eine Übertragung des Virus auf das Ungeborene statt, wenn die Frau kurz vor der Geburt die Erstinfektion erleidet. Es kann sich dann ein sogenannter „Herpes neonatorum“ entwickeln.
Hierbei kommt es zu folgenden Symptomen:
Therapiert wird auch hier mit Aciclovir, allerdings intravenös.
Mit adäquater Therapie liegt die Letalität bei 15%, unbehandelt bei 65%. Wenn es allerdings zu einer neurologischen Manifestation kommt, weisen ⅔ der Betroffenen irreversible Hirnschäden auf. Alles in allem ist die Erkrankung sehr ernst zu nehmen und sollte rechtzeitig behandelt werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.