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pfeilWas ist das?

Bei einem Neurinom, auch Schwannom genannt, handelt es sich um einen langsam wachsenden, gutartigen Tumor der Nervenscheiden. Sie gehen von den „Schwann-Zellen“ aus, das sind die Zellen, die die Myelinscheiden im peripheren Nervensystem bilden.

pfeilIst das gefährlich?

Ja und nein.
In der Regel ist ein Neurinom nicht gefährlich.
Es kann jedoch zu unangenehmen Symptomen oder Schmerzen kommen.

Je nach Lokalisation des Neurinoms können durch den wachsenden Tumor andere Strukturen be- oder verdrängt werden, was besonders im Rücken bei Spinalnerven gefährlich werden kann.
Wenn der Tumor sehr groß wird, kann er auf das Rückenmark drücken und so zu Lähmungen und anderen Ausfallserscheinungen führen.

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer malignen (bösartigen) Transformation kommen.

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pfeilWann zum Arzt?

Man sollte vor allem dann zum Arzt gehen, wenn es zu neurologischen Ausfallserscheinungen, wie Gefühlsstörungen oder sogar Lähmungen kommt.

Auch wenn man größer werdende Schwellungen oder Tumore unter der Haut bemerkt, lohnt sich der Gang zum Arzt.

Oftmals bleiben Neurinome aber lange Zeit asymptomatisch (ohne Anzeichen).

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Ursachen Neurinom

  • Spontane Entstehung – Die meisten Neurinome entstehen sporadisch.
    Das bedeutet, dass es keine erkennbare Ursache gibt und sie aus spontanen Mutationen in den Schwannzellen entstehen.
    Sie entstehen somit zufällig im Laufe des Lebens.
    • Diskussion – Man vermutet aber auch, dass Faktoren, wie lokaler Druck oder Verletzungen bzw. Operationen am Nerv zu einer Entstehung von Neurinomen beitragen.
  • Bestrahlung – Selten kommt es nach einer Bestrahlung, vor allem im Kopf-Halsbereich zur Entstehung von Neurinomen.
  • Genetische Faktoren – Einige Schwannome haben genetische Ursachen.
    Hier ist besonders die Neurofibromatose Typ 2, seltener Typ 1 zu nennen.
    Es kommt zu einer Mutation im NF2 Gen, das auch als Merlin-Gen bezeichnet wird.
    Durch die Mutation kommt es zu einem ungehinderten Zellwachstum, da das Merlin-Gen normalerweise ein Tumorsuppressorgen kodiert und somit überschießendes Zellwachstum verhindert.
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Symptome Neurinom

  • Asymptomatisch (ohne Anzeichen) – In der Regel verursachen Neurinome nicht viele Symptome.
    Zudem wachsen sie langsam und es kann Jahre dauern, bis überhaupt Symptome verursacht werden.
  • Neurologische Anzeichen – Besonders durch eine mögliche Größenzunahme können andere gesunde Gewebe verdrängt werden und es kann zu Schmerzen oder neurologischen Ausfallerscheinungen, wie Lähmungen kommen.
  • Schwellungen - Je nach Lokalisation sind auch Schwellung von außen unter der Haut sichtbar.
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Diagnose Neurinom

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome bestehen?
    • Seit wann?
    • Neurofibromatose bekannt?
    • Alter
    • Vorerkrankungen
    • Medikamenteneinnahme
  • Körperliche Untersuchung
    • Absuchen der Haut nach Schwellungen
    • Neurologische Untersuchung mit Augenmerk auf mögliche Lähmungen oder sensiblen Ausfällen
  • Bildgebung
  • Biopsie – zur Diagnosesicherung (oft auch operative Entfernung in einem)
  • Genetische Untersuchung – um abzuklären, ob eine Neurofibromatose vorliegt.
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Bilder

Neurinome sind scharf begrenzte, in der Regel abgekapselte derbe Tumore, die aber auch zystische Anteile haben, also flüssige Teile haben können.

In der Regel sieht man sie nicht von außen.

Neurinome können jedoch bis zu mehrere Zentimeter groß werden und je nach genauer Lokalisation kann man sie manchmal eben doch als Schwellung von außen sehen.

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Differenzialdiagnose

  • Neurofibrome
  • Fibrome
  • maligner peripherer Nervenscheidentumor 
  • Lipome
  • im Kopf: Meningeom, Gliom
  • Hämangiome
  • Zysten
  • Narben
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Behandlung Neurinom

  • Operation – Die Behandlung von Neurinomen erfolgt operativ.
    Die Resektion (chirurgische Entfernung) und anschließende histopathologische Untersuchung sichern zudem die Diagnose und schließen aus, dass der Tumor doch bösartig ist.
  • Bestrahlung – alternativ kann eine Bestrahlung in Betracht gezogen werden.
  • Eine Nachsorge empfiehlt sich immer.
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Prognose

Die Prognose von Neurinomen ist gut.

In ganz seltenen Fällen (unter 1%) kommt es zu einer malignen, also bösartigen Transformation des Tumors mit Umwandlung in einen malignen peripheren Nervenscheidentumor (MPNST).

Wenn diese seltene Transformation stattfindet, ist die Prognose allerdings nicht so gut.
Es besteht eine 5-Jahres-Überlebensrate von 50%, da es häufig zu Rezidiven (Wiederauftreten) und auch einer frühen hämatogenen Metastasierung (Metastasen, die sich über die Blutbahn ausbreiten) kommt.

Bei den gutartigen Tumoren ist aber eine vollständige Heilung möglich.

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Verlauf

Generell sind Neurinome gutartige Tumore und das Wachstum schreitet nur langsam voran.

Oft besteht jahrelange Symptomfreiheit.

Nach der operativen Entfernung ist der Tumor weg, allerdings kann es durch die OP zu möglichen Schäden am Nerv kommen, so dass ähnliche Symptome wie mit dem Neurinom selbst entstehen können.

Eine komplette Heilung ist jedoch auch möglich.

Unbehandelt bestehen die Neurinome lebenslang.

Eine regelmäßige Nachsorge mit MRT-Kontrollen empfiehlt sich auf jeden Fall.

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Komplikationen

  • Kompression umliegender Gewebe 
    • Lähmungen 
    • Sensibilitätsausfälle 
    • Querschnittssyndrome 
  • Funktionsausfall des Nervs selbst 
    • Hörverlust (besonders bei einem Akustikusneurinom → Neurinom des Nervus vestibulocochlearis - dem Hör- und Gleichgewichtsnerv)  
    • Schwindel
    • Tinnitus
  • Wiederauftreten (Rezidiv
  • Bösartigkeit - unter 1% maligne Transformation
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Vorbeugung

Man kann Neurinomen nicht vorbeugen.

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Lokalisation

Oftmals befinden sich die Neurinome im Kopfbereich oder Halsbereich.

Eine weitere häufige Lokalisation ist die Streckseite der Extremitäten.

In seltenen Fällen gehen sie von Hirn- oder Spinalnerven aus und wachsen entlang dieser.

Zudem sind am häufigsten sensible Nerven, also die, die für unser Empfinden zuständig sind, betroffen. Seltener motorische (für die Bewegung) oder autonome (steuern unsere Stoffwechselprozesse und die Organe) Nerven.

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Zeiltiches Auftreten

Prinzipiell kann jedes Alter von einem Neurinom betroffen sein.

In der Regel treten sie aber zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.

Bei Neurofibromatose Typ 1 und 2 treten sie häufiger auf, als bei Menschen, die diese Erkrankungen nicht haben.

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Bei Kindern

Auch Kinder können Neurinome entwickeln. Symptome, Diagnostik und Therapie sind wie bei Erwachsenen.

pfeilIn der Schwangerschaft

Einer Schwangerschaft stehen Neurinome in der Regel nicht im Weg.
Es gibt keine Auswirkungen auf das Kind, wenn die Mutter Neurinome hat.

Man sollte aber wissen, dass die Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Veränderungen die Neurinome beeinflussen kann.
Teils werden sie stärker durchblutet und können so schneller wachsen. Symptome und Diagnostik sind weitestgehend gleich.

Im MRT wird auf das Kontrastmittel verzichtet und je nach Alter der Schwangerschaft und vermuteter Lokalisation wird ein Ultraschall bevorzugt.

In der Regel werden die Symptome engmaschig kontrolliert und eine Therapie, wenn möglich, bis auf nach der Entbindung “verschoben”.
Die Prognose ist ebenfalls gut. 

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

aktualisiert: 11.02.2026
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