Neurinom (Schwannom), wenn es zu einer meist gutartigen, tumorösen Veränderung an den Schwann-Zellen der Nervenhüllen im peripheren Nervensystem kommt.

Erfahrungs Berichte
Bei einem Neurinom, auch Schwannom genannt, handelt es sich um einen langsam wachsenden, gutartigen Tumor der Nervenscheiden. Sie gehen von den „Schwann-Zellen“ aus, das sind die Zellen, die die Myelinscheiden im peripheren Nervensystem bilden.
Ja und nein.
In der Regel ist ein Neurinom nicht gefährlich.
Es kann jedoch zu unangenehmen Symptomen oder Schmerzen kommen.
Je nach Lokalisation des Neurinoms können durch den wachsenden Tumor andere Strukturen be- oder verdrängt werden, was besonders im Rücken bei Spinalnerven gefährlich werden kann.
Wenn der Tumor sehr groß wird, kann er auf das Rückenmark drücken und so zu Lähmungen und anderen Ausfallserscheinungen führen.
In sehr seltenen Fällen kann es zu einer malignen (bösartigen) Transformation kommen.
Man sollte vor allem dann zum Arzt gehen, wenn es zu neurologischen Ausfallserscheinungen, wie Gefühlsstörungen oder sogar Lähmungen kommt.
Auch wenn man größer werdende Schwellungen oder Tumore unter der Haut bemerkt, lohnt sich der Gang zum Arzt.
Oftmals bleiben Neurinome aber lange Zeit asymptomatisch (ohne Anzeichen).

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Neurinome sind scharf begrenzte, in der Regel abgekapselte derbe Tumore, die aber auch zystische Anteile haben, also flüssige Teile haben können.
In der Regel sieht man sie nicht von außen.
Neurinome können jedoch bis zu mehrere Zentimeter groß werden und je nach genauer Lokalisation kann man sie manchmal eben doch als Schwellung von außen sehen.
Die Prognose von Neurinomen ist gut.
In ganz seltenen Fällen (unter 1%) kommt es zu einer malignen, also bösartigen Transformation des Tumors mit Umwandlung in einen malignen peripheren Nervenscheidentumor (MPNST).
Wenn diese seltene Transformation stattfindet, ist die Prognose allerdings nicht so gut.
Es besteht eine 5-Jahres-Überlebensrate von 50%, da es häufig zu Rezidiven (Wiederauftreten) und auch einer frühen hämatogenen Metastasierung (Metastasen, die sich über die Blutbahn ausbreiten) kommt.
Bei den gutartigen Tumoren ist aber eine vollständige Heilung möglich.
Generell sind Neurinome gutartige Tumore und das Wachstum schreitet nur langsam voran.
Oft besteht jahrelange Symptomfreiheit.
Nach der operativen Entfernung ist der Tumor weg, allerdings kann es durch die OP zu möglichen Schäden am Nerv kommen, so dass ähnliche Symptome wie mit dem Neurinom selbst entstehen können.
Eine komplette Heilung ist jedoch auch möglich.
Unbehandelt bestehen die Neurinome lebenslang.
Eine regelmäßige Nachsorge mit MRT-Kontrollen empfiehlt sich auf jeden Fall.
Man kann Neurinomen nicht vorbeugen.
Oftmals befinden sich die Neurinome im Kopfbereich oder Halsbereich.
Eine weitere häufige Lokalisation ist die Streckseite der Extremitäten.
In seltenen Fällen gehen sie von Hirn- oder Spinalnerven aus und wachsen entlang dieser.
Zudem sind am häufigsten sensible Nerven, also die, die für unser Empfinden zuständig sind, betroffen. Seltener motorische (für die Bewegung) oder autonome (steuern unsere Stoffwechselprozesse und die Organe) Nerven.
Prinzipiell kann jedes Alter von einem Neurinom betroffen sein.
In der Regel treten sie aber zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.
Bei Neurofibromatose Typ 1 und 2 treten sie häufiger auf, als bei Menschen, die diese Erkrankungen nicht haben.
Auch Kinder können Neurinome entwickeln. Symptome, Diagnostik und Therapie sind wie bei Erwachsenen.
Einer Schwangerschaft stehen Neurinome in der Regel nicht im Weg.
Es gibt keine Auswirkungen auf das Kind, wenn die Mutter Neurinome hat.
Man sollte aber wissen, dass die Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Veränderungen die Neurinome beeinflussen kann.
Teils werden sie stärker durchblutet und können so schneller wachsen. Symptome und Diagnostik sind weitestgehend gleich.
Im MRT wird auf das Kontrastmittel verzichtet und je nach Alter der Schwangerschaft und vermuteter Lokalisation wird ein Ultraschall bevorzugt.
In der Regel werden die Symptome engmaschig kontrolliert und eine Therapie, wenn möglich, bis auf nach der Entbindung “verschoben”.
Die Prognose ist ebenfalls gut.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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