Ösophagusatresie, wenn es zu einer Fehlbildung der Speiseröhre kommt. (Ösophagus = Speiseröhre, Atresie = Fehlbildung)
Die Ösophagusatresie beschreibt eine Fehlbildung der Speiseröhre, bei der diese in ihrer Länge unterbrochen wird. Wie viel der Speiseröhre „fehlt“ ist unterschiedlich. Meist liegt zudem eine Verbindung zur Luftröhre vor.
Beim Neugeborenen:
Eine Ösophagusatresie ist gefährlich und gehört zu den Fehlbildungen, die definitiv behandelt werden müssen.
Die Ösophagusatresie ist eine ernst zu nehmen Erkrankung, die zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.
Bleibt die Fehlbildung unbehandelt, sind die Betroffenen nicht lebensfähig, da einerseits keine Nahrungsaufnahme möglich ist, es aber andererseits zu ständigen Infektionen der Lunge kommen wird, die tödlich verlaufen können.
Da die Symptome einer Ösophagusatresiemeist direkt nach der Geburt bestehen und auch schon bei der Vorsorgeuntersuchung im Krankenhaus auffallen, muss man nicht extra zum Arzt.
Eine besondere Form stellt der Typ IV dar.
Hierbei kommt es immer wieder zu Lungenentzündungen der Kinder, ohne dass Symptome direkt bei der Geburt auftraten. Wenn das Kind also immer wieder Infekte der Atemwege und Lungenentzündungen hat, muss an eine Ösophagusatresie gedacht werden.
→ siehe auch Lungenentzündung bei Kindern.
Die Ösophagusatresie wird anhand der Klassifikation nach Vogt in 4 Typen eingeteilt:
Die Symptome treten direkt nach der Geburt auf und betreffen vor allem Frühgeborene.
Niemals sollten die Kinder gefüttert werden. Das führt zum Verschlucken mit Einatmung der Nahrung.
Eine besondere Gruppe stellt Typ IV nach Vogt dar.
Häufig zeigen die Kinder oben genannte Symptome bei der Geburt nämlich nicht, sondern fallen „nur“ durch ständige Lungenentzündungen aufgrund der verschluckten Nahrung auf (sogenannte Aspirationspneumonien).
Häufig geht eine Ösophagusatresie noch mit anderen Fehlbildungen einher, sodass sich die sogenannte VACTERL - Assoziation ergibt. Hierzu zählen:
Die Behandlung einer Ösophagusatresie erfolgt so früh wie möglich, im Idealfall 12–36 Stunden nach der Diagnosestellung.
Eine Ösophagusatresie muss immer operiert werden, da man anders keine Kontinuität zwischen den Speiseröhrenanteilen herstellen kann.
Vor der OP wird die Diagnostik zu weiteren möglichen Fehlbildungen, sowie Blutbild und Blutgruppe vervollständigt. Außerdem werden Blutkonserven bereitgestellt.
Die OP erfolgt unter Vollnarkose über einen Zugang in der rechten Brustkorbhälfte, während das Neugeborene auf der linken Seite gelagert wird.
Je nach Größe der jeweiligen Anteile kann man diese direkt verbinden (bei nur sehr kurzstreckigen Lücken) oder man muss teilweise andere Organe verwenden, um eine Durchgängigkeit herstellen zu können (zum Beispiel den Magen hochziehen).
Die Anteile der Speiseröhre oder die Verbindung zu anderen Organen wird über eine sogenannte „End-zu-End-Anastomose“ hergestellt. Dabei werden die Enden aufeinander genäht. Außerdem wird die Verbindung zur Luftröhre verschlossen, damit keine Nahrung mehr aus der Speiseröhre hineingelangen kann.
Man versucht beides in einer Operation durchzuführen.
Eine notfallmäßige operative Versorgung ist nötig, wenn das Kind nicht ausreichend Sauerstoff bekommt (respiratorische Insuffizienz) und wenn dann durch die notwendige Beatmung eine Magenruptur droht.
Die Prognose der Ösophagusatresie ist abhängig vom Typ der Atresie und möglichen Begleitfehlbildungen.
Weiterhin spielen der Reifegrad des Neugeborenen und das Geburtsgewicht sowie der Zeitpunkt der Therapie eine Rolle.
Insgesamt ist die Prognose aber gut und die Überlebenschance liegt bei 90 %.
Je mehr Begleitfehlbildungen bestehen, desto komplikativer wird der Verlauf.
Nach der OP erfolgt eine intensive Überwachung, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Auch die Nachbehandlung wird streng durchgeführt und erstreckt sich meist über Jahre.
Besonders in den Kinderjahren muss das Wachstum engmaschig kontrolliert werden.
Alles in allem haben die Kinder aber eine gute Lebenserwartung und können ein normales Leben ohne große Einschränkungen führen.