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pfeilEinleitung

Unter dem Begriff Taubheit (Gehörlosigkeit, Surditas, Anakusis) versteht man den Verlust der Wahrnehmung von Geräuschen und Tönen. Das wichtigste ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, um vor allem bei Kindern Entwicklungsverzögerungen vorzubeugen.

ArrowDownIst das gefährlich?

Die Gehörlosigkeit selbst ist keine lebensbedrohliche Erkrankung.

Die Taubheit kann jedoch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken.

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Ursachen

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Wann zum Arzt?

Bemerkst Du bei Dir einen zunehmenden Verlust Deiner Hörfähigkeit, solltest Du diesen immer ärztlich abklären lassen.

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind oft die Behandlungsaussichten.

Vor allem bei Kindern sollte man sehr früh reagieren, damit es nicht zu Entwicklungsverzögerungen vor allem hinsichtlich der Sprache kommt.

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    Einteilung & Formen

    Je nach Ausmaß und Zeitpunkt des Auftretens der Taubheit kann diese eingeteilt werden in:

    • Praktische und absolute Taubheit
      • Praktisch – einzelne Töne oder Geräusche können noch wahrgenommen werden.
      • Absolut – keine Wahrnehmung jeglicher Töne bzw. Geräusche möglich.
    • Zeitpunkt des Auftretens
      • Prälinguale Taubheit – vor der Sprachentwicklung.
      • Postlinguale Taubheit – nach Sprachentwicklung.
    pfeilLokalisation des Symptoms

    Eine Taubheit kann unterschiedlich lokalisiert werden.

    • Einseitige Taubheit
    • Bilaterale (beidseitige) Taubheit
    • sensorineurale Taubheit – Probleme im Innenohr (Cochlea) oder im Hörnerv.
    • Konduktive Taubheit – Schallwellen können nicht effektiv vom äußeren Ohr oder Mittelohr auf das Innenohr übertragen werden.
    • Gemischte Taubheit – Kombination aus sensorineural und konduktiv.
    • Zentralnervöse Taubheit – Probleme im Zentralnervensystem, vor allem im Gehirn und Hörzentrum.
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    Verlauf des Symptoms

    Der Verlauf einer Taubheit ist abhängig von unterschiedlichen Faktoren.
    Denkbar sind folgende Verläufe:

    • Progressive Taubheit (fortschreitend) – In einigen Fällen kann sich die Taubheit im Laufe der Zeit verschlechtern, vor allem wenn die zugrunde liegende Ursache fortschreitend ist oder keine angemessene Behandlung erfolgt ist.
    • Stabile Taubheit – Bei manchen Betroffenen bleibt der Hörverlust stabil, insbesondere wenn die Ursache bekannt ist und angemessen mit Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten behandelt wird.
    • Plötzliche Taubheit – Kann spontan ohne erkennbare Ursache auftreten und sich auch in relativ kurzer Zeit wieder stabilisieren (v.a. bei frühzeitiger Behandlung)
    • Angeborene Taubheit – von Geburt an vorhanden und kann sich stabilisieren
    • Altersbedingte Taubheit
    arrow downBegleitende Symptome

    Neben der Taubheit kann es zu weiteren Symptomen kommen.

    • Bei einseitiger Taubheit
      • Keine oder verspätete Reaktion auf laute, plötzliche Geräusche
      • Häufig Rückfragen: „Was?“, „Wie bitte?“
      • Die Betroffenen sprechen in der Regel lauter
      • Schwierigkeiten die Richtung der Schallquelle zu bestimmen
    • Bei beidseitiger Taubheit
      • Vollständiger Hörverlust
      • Kommunikation über Sprache nicht möglich
      • gestörte Sprachentwicklung bei Kindern (v.a. bei angeborener Taubheit)
      • keine Reaktion auf Geräusche
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    Diagnose Taubheit

    • Anamnese (ärztliches Untersuchungsgespräch) mit einem Facharzt (HNO-Arzt)
    • Ohrspiegelung (Otoskopie)
    • Weber- und Rinne-Test – geben Auskunft über Ort und Art der Schädigung
    • Audiologische Tests – z. B. Tonaudiometrie, Sprachaudiometrie und Tympanometrie.
    • Bildgebende Verfahren – wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
    • Genetische Tests
    • Neugeborenen-Screening
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    Behandlung Taubheit

    • Cochlea-Implantat – wenn keine Schädigung des Hörnerven vorliegt.
    • Hörgeräte
    • Gebärdensprache und Kommunikationstraining
    • Hör- und Sprechtraining – vor allem bei Kindern
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    Prognose

    Die Prognose der Taubheit kann je nach Ursache und Umständen des Betroffenen stark variieren.

    Es existieren einige Faktoren, die die Prognose beeinflussen:

    • Ursache der Taubheit
    • Frühzeitige Intervention
    • Behandlungsmöglichkeiten
    • Begleitende Bedingungen - z.B. andere Hörstörungen oder Gleichgewichtsstörungen
    • Individuelle Anpassungsfähigkeit
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    Komplikationen

    • Entwicklungsprobleme
    • Psychosoziale Auswirkungen
    • Sicherheitsrisiko (akustische Alarm- oder Warnsignale können nicht wahrgenommen werden)
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    Dauer

    Die Dauer einer Taubheit hängt von mehreren Faktoren ab.

    Die Zeitspanne einer Taubheit kann man einteilen in:

    • Temporäre Taubheit – Die Taubheit kann in manchen Fällen nur vorübergehend bestehen und sich spontan oder durch Behandlung verbessern. Faktoren wie Exposition gegenüber lauten Geräuschen, Mittelohrentzündungen oder Ohrenschmalzansammlungen können dazu beitragen.
    • Chronische Taubheit – Bei einigen Betroffenen kann die Gehörlosigkeit dauerhaft bestehen bleiben. Verursacht wird diese durch irreversible strukturelle Schäden im Innenohr, Hörnerv oder Gehirn.
    • Schubweise Taubheit – Einige Erkrankungen wie z. B. die Menière-Krankheit zeichnen sich dadurch aus, dass die Taubheit episodisch auftritt und von Phasen mit normalem Hörvermögen abgelöst wird.
    • Progressive Taubheit – Bei einigen Betroffenen kann die Taubheit im Laufe der Zeit fortschreiten und sich verschlechtern. Dies kann durch degenerative Erkrankungen des Innenohrs, Autoimmunerkrankungen oder andere progressive Hörverluste verursacht werden.
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    Vorbeugung

    Nicht allen Formen der Taubheit kann man vorbeugen.
    Es existieren jedoch einige Maßnahmen, die Dein Ohr bestmöglich vor Hörschäden schützt.

    • Schutz vor Lärm – Schütze Deine Ohren vor Lärmbelastungen mithilfe von Ohrstöpseln oder Gehörschutz und achte beim Tragen von Kopfhörern auf die Lautstärke.
    • Schutz vor Verletzungen – Trage beispielsweise beim Radfahren einen Helm.
    • Medikamenteneinnahme – Vermeiden von ototoxischen Medikamenten.
    • Gesunder Lebensstil – Achte auf einen gesunden Lebensstil.
      • Bewege Dich ausreichend
      • Ernähre Dich gesund
      • Vermeide den Konsum von Alkohol und Nikotin
    • Diagnostik – Frühzeitige Diagnose und Behandlung von möglichen Ursachen, die zu einer Taubheit führen.
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    Bei Kindern

    Vor allem bei Kindern ist es wichtig, auf Anzeichen einer Taubheit, z. B. keine Reaktion beim Rufen des Namens, so schnell wie möglich zu reagieren und sich ärztlichen Rat einzuholen.

    Es sollte direkt mit einer Therapie begonnen werden, um die Lebensqualität und Entwicklung des Kindes zu fördern.

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    Zahlen & Fakten

    • Häufigkeit – etwa 80.000 Menschen in Deutschland sind taub.
    aktualisiert: 23.04.2025
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    Rebecca Sell
    Medizinstudentin im PJ
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    Rebecca ist Medizinstudentin Frankfurt am Main und befindet sich derzeit im Praktischen Jahr (PJ).

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