X-Beine, wenn es zu einem verringertem Knieabstand im Stand kommt (vergrößerter Intermellleolenabstand).


Erfahrungs Berichte
X-Beine werden in der Fachsprache auch als Genu valgum bezeichnet. Aufgrund verschiedener Faktoren kommt es zu einer Fehlstellung und Verschiebung der Beinachse, bei der sich die Knie einander annähern, während die Knöchel weiter auseinanderliegen (vergrößerter Intermellleolenabstand).
X-Beine per se sind nicht gefährlich, können jedoch mit Einschränkungen und Schmerzen einhergehen.
Außerdem entwickeln sich aufgrund der Fehlbelastung im Knie früher degenerative Veränderungen und Arthrose (siehe Kniearthrose).
Das Hüft- und Sprunggelenk sind aufgrund der Anatomie des Beines mitbetroffen.
Bei X-Beinen können beide Beine gleichermaßen betroffen sein oder ein Bein stärker.
Die Therapie bei X-Beinen richtet sich nach der Grunderkrankung.
Je nach Ursache kann eine konservative Therapie ausprobiert werden, oder aber auch eine Operation nötig sein.
Liegt eine Mangelerscheinung zugrunde, muss diese ausgeglichen werden. Es können beide Beine oder nur eins betroffen sein.
Wenn es zu keiner Besserung unter den oben genannten Methoden kommt, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Auch wenn die Fehlstellung sehr ausgeprägt ist oder das Wachstum schon abgeschlossen ist (bei Erwachsenen), wird operiert. Siehe hierfür Absatz Operation.
Wichtig vor einer operativen Therapie ist bei Kindern die Bestimmung des Skelettalters.
Man muss wissen, wie viel ein Kind noch wachsen könnte, weil je nachdem verschiedene Therapien infrage kommen.
Wenn die Wachstumsfuge schon geschlossen ist, hat man andere Optionen als bei offenen Wachstumsfugen.
Eine Option ist die sogenannte temporäre Epiphysiodese.
Hierbei wird eine kleine Platte oder Klammer an die Wachstumsfuge geschraubt, die sich innen am Knochen befindet.
Zum besseren Verständnis noch eine kurze anatomische Erklärung:
Wachstumsfugen erlauben unseren Knochen das Wachstum. Wenn sie geschlossen sind, ist auch unser Wachstum beendet.
Man kann sie sich als Lücke zwischen dem „langen Anteil“ unseres Knochens und dem Ende des Knochens (also in der Regel dem Teil, dem ein Gelenk angeschlossen) ist vorstellen.
Normalerweise ist sie also auf beiden Seiten gleich groß. Bei X-Beinen sind nun die seitlichen Anteile der Gelenkpartner näher beieinander und somit ist auch die Wachstumsfuge auf der Seite etwas kleiner als sie in der Mitte des Knies ist.
Wenn man nun also eine Platte vor die mittlere Seite schraubt, wird das Wachstum dort behindert, während die andere Seite (also außen) aber noch regelrecht wachsen kann. Durch das Wachstum wird dann letztendlich die Fehlstellung ausgeglichen, weil die Wachstumsfuge dann wieder gleich groß ist und der Knochen gleichmäßig wachsen kann.
Diese Methode ist sehr schonend und die OP-Dauer an sich nur sehr kurz. Kinder können danach sofort wieder voll belasten und tolerieren diese Methode in aller Regel sehr gut.
Ist die Fehlstellung korrigiert, wird die Platte entfernt und das Kind kann auch danach (wenn die Wachstumsfugen noch nicht verknöchert sind) weiter wachsen.
Wenn das Wachstum abgeschlossen ist, wird eine sogenannte Umstellungsosteotomie durchgeführt.
Bei diesem Eingriff wird der Knochen ein Stück angefräst und aufgeklappt und dann mit einer Platte und Schraube in der korrekten Position befestigt. Der entstandene Spalt wächst mit der Zeit zu und das Bein steht wieder in korrekter Position.
Die Patienten können das Bein unmittelbar nach dem Eingriff wieder voll belasten.
Bei X-Beinen wird die Außenseite des Ober-oder Unterschenkelknochens abgefräst und aufgeklappt, um so die korrekte Achse wiederherzustellen.
Auch wenn das Bein nach einer Operation belastet werden darf, sollte man es zunächst „ruhig“ halten und nicht zu stark belasten.
Für vier bis sechs Wochen sollte eine Schiene (oder ein Gips) getragen werden. Schmerzmittel können nach Bedarf eingenommen werden und die OP Wunde sollte trocken und sauber gehalten werden.
Im Anschluss an eine OP wird auch physiotherapeutisch therapiert, um die muskuläre Balance zu fördern.
Wenn X-Beine rechtzeitig behandelt werden, ist die Prognose gut.
Mögliche Folgen richten sich selbstverständlich nach dem Ausmaß der X-Beine (Fehsltellung).
Eine normale Beinachse kann meist hergestellt werden, sodass Betroffene kein erhöhtes Risiko mehr für frühzeitige Kniearthrose haben.
Wenn die Fehlstellung jedoch nicht korrigiert wird, bleiben die Beschwerden bestehen und verschlimmern sich meist mit der Zeit.
Neben Schmerzen kommt es zur Einsteifung des Gelenks aufgrund von Knorpel und Bandschäden innerhalb des Kniegelenks.
Je nachdem kann ein kompletter Gelenkersatz nach Korrektur der Beinachse nötig sein. Die Achse muss zuerst korrigiert werden, da sonst weiterhin eine Fehlbelastung besteht.
Wenn man die Fehlstellung nicht therapiert (und es keine physiologischen X-Beine während des Wachstums sind) wird die Fehlstellung in der Regel bestehen bleiben und sich vermutlich verschlimmern.
Wenn man die Fehlstellung anfänglich vielleicht nur sieht und nicht unbedingt merkt, werden irgendwann Beschwerden auftreten, die mit zunehmendem Alter schlimmer werden.
Aufgrund einer Fehlbelastung im Knie kann es zu Kniebinnenschäden kommen.
Davon sind neben Bändern und Menisken auch der Gelenkknorpel, besonders auf der Außenseite, betroffen.
Durch die Verlagerung der Beinachse stehen sich die seitlichen Gelenkpartner (Oberschenkel- und Unterschenkelknochen) näher als gewöhnlich und pressen bzw. reiben so stärker aufeinander.
Es kommt zu einer vermehrten Abnutzung.
Dies kann bei einer starken X-Beinstellung schon in „jungen Jahren“ einen Gelenkersatz nötig machen.
Da die Fehlstellung das gesamte Bein betrifft, werden immer auch Hüft- und Sprunggelenk mit angegriffen.
Durch die Verlagerung nach innen stellt sich auch der Femurkopf anders im Hüftgelenk ein als normal.
Auch hier führt es zu einer Mehrbelastung, welche letztendlich in frühzeitiger Arthrose enden kann.
Für das Sprunggelenk gilt das gleiche, auch hier kann es durch die Fehlbelastung zu frühzeitigen Schäden kommen.
Neben bestehenden Schmerzen kann es zu Bewegungseinschränkungen und Schonhaltungen kommen.
Über eine Dauer lässt sich pauschal keine Aussage treffen. Je nach Ursache dauert die Korrektur verschieden lang.
Wenn im Kindesalter ein Vitamin-D-Mangel besteht, wird je nach Schwere substituiert und abgewartet.
Es ist unterschiedlich, wie lange es dauert, bis sich eine Fehlstellung korrigiert.
Auch konservative Maßnahmen nehmen mehr Zeit in Anspruch als eine Operation, nach der die Achse sofort wiederhergestellt ist.
Aber auch hier muss im Anschluss physiotherapeutische Behandlung stattfinden, um die Muskeln zu stärken.
X-Beinen vorzubeugen ist schwierig. Einige Dinge sollte man jedoch beachten.
Unser Kniegelenk verbindet den Ober- mit dem Unterschenkel und ermöglicht uns sämtliche Beinbewegungen.
Mithilfe der Mikulicz-Linie lässt sich die Stellung des Knies im Vergleich zur Beinachse beurteilen.
Die Mikulicz-Linie ist eine gedachte Linie durch das Zentrum des Femurkopfs (Oberschenkelknochen, auch Caput femoris genannt) und den Mittelpunkt des oberen Sprunggelenks (durch den Mittelpunkt der Malleolengabel der Tibia (Schienbein)).
Das Knie sollte hier normalerweise annähernd mittig erfasst sein. Beim Genu valgum (X-Bein) liegt diese Linie seitlicher (lateral) des Knies bzw. das Knie liegt mittiger (medial) dieser Linie.
Manche Kinder bekommen während des Wachstums (leichte) X-Beine.
Teilweise verwachsen sie sich von alleine oder man muss intervenieren (eingreifen).
Je nach Ursache kann diese Fehlstellung während des gesamten Lebens auftreten bzw. bei fehlender Therapie im Kindesalter ein Leben lang bestehen.
Wenn z.B. Traumata oder auch Mangelerscheinungen die Ursache sind, können X-Beine auch während des Erwachsenenalters auftreten.
Auch Kinder bzw. gerade Kinder können X-Beine bekommen.
Während des Wachstums im Kleinkindalter sind leichte X-Beine physiologisch, also normal.
Sie verwachsen sich in aller Regel wieder.
Bleiben die X-Beine jedoch bestehen, ist eine weitere Abklärung und anschließend eine Therapie nötig.
Es können auch Mangelerscheinungen auslösende Ursache sein oder angeborene Fehlstellungen (Siehe Behandlung und Operation)
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