Blinddarmreizung, wenn es als Vorstufe der Blinddarmentzündung zu einer Reizung des Blinddarms kommt.

Erfahrungs Berichte
Wie der Name der Erkrankung schon vermuten lässt, betrifft eine Blinddarmreizung den Blinddarm. Mit dem Ausdruck Blinddarm ist eigentlich der Wurmfortsatz des Zökums, des letzten Teiles des Dünndarms, gemeint. Diesen Wurmfortsatz bezeichnet man in der Fachsprache auch als Appendix vermiformis. Aus einer Reizung des Blinddarms kann auch eine Entzündung des Blinddarms entstehen, die im Allgemeinen bekannter ist. Demnach ist eine Blinddarmentzündung zwar eine eigenständige Erkrankung, kann aber auch gelegentlich der Vorbote einer Blinddarmentzündung sein, die einer operativen Therapie bedarf und gefährlich ist. So ist bei einer Blinddarmreizung der Verlauf immer genau zu beobachten, damit so eine Entwicklung nicht unentdeckt bleibt.
Eine Blinddarmreizung ist gefährlich, da es zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie z. B. einer Bauchfellentzündung kommen kann.
Aus der Blinddarmreizung entwickelt sich oft eine Blinddarmentzündung.
Bemerkst Du bei Dir oder einem Angehörigen die typischen Anzeichen einer Blinddarmreizung wie starke Schmerzen im rechten Unterbauch (siehe Anzeichen), solltest Du sofort einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen. Es könnten sich lebensbedrohliche Komplikationen entwickeln.
Der Blinddarm (caecum) [1] befindet sich im rechten Mittelbauch und ist der Anfangsteil des Dickdarmes. Im Blinddarm befinden sich unzählige Bakterien, welche Bestandteile aus der Nahrung zersetzen.
Am Ende des Blinddarmes befindet sich der Wurmfortsatz Appendix vermiformis[2].
Kommt es zu einer Reizung oder Entzündung, ist der Wurmfortsatz betroffen.
Korrekter wäre daher eigentlich die Bezeichnung Wurmfortsatzreizung oder Wurmfortsatzentzündung.
Die Sack-Form des Wurmfortsatzes führt zu leichter Einnistung von Erregern
Dadurch, dass sich im Blinddarm besonders viele Lymphfollikel befinden, können sich Erreger einfacher festsetzen und zu einer Entzündung führen.
Durch das Abknicken des Wurmfortsatzes kann eine Entzündung entstehen.
Selten, aber doch möglich ist auch die Reizung aufgrund eines Fremdkörpers wie beispielsweise eines Kirschkerns oder anderes Fruchtkernes.
Auch ein Wurmbefall kann ein seltener Grund sein.
Die Symptome einer Blinddarmreizung ähneln jenen einer Blinddarmentzündung zwar in gewisser Weise, jedoch sind beide Krankheiten nicht gleichzusetzen.
Medikamente gegen eine Blinddarmreizung gibt es nicht, da das Problem sich entweder wieder zurückbildet oder chirurgisch behoben werden muss.
Die Hausmittel, die bei einer Blinddarmreizung zum Einsatz kommen, ähneln jenen, die bei einer Magen-Darm-Infektion verwendet werden.
Eine Blinddarmreizung kann von selbst abklingen, dann ist die Prognose gut.
In der Zeit sollte auf die Ernährung geachtet und der Körper geschont werden.
Entwickelt sich eine Blinddarmentzündung daraus, ist die Prognose immer noch gut, solange die Entzündung früh erkannt und behandelt wird.
Wird rechtzeitig operiert, bevor es zu Komplikationen wie einer Perforation (Blinddarmdurchbruch) kommen kann, ist Prognose auch sehr gut.
Es dauert dann einige Zeit, bis sich der Patient von der Operation erholt.
Ist dies aber geschafft, hat der Patient eine Ruhe, denn ohne Blinddarm kann es auch zu keiner Blinddarmreizung oder -entzündung mehr kommen.
Eine Blinddarmreizung kann von selber wieder abklingen und gut verlaufen.
In dem Falle sollte eine Schonung des Körpers und eine Umstellung auf Schonkost den Patienten dabei unterstützen.
Eine Blinddarmreizung kann jedoch auch oft der Vorbote einer Blinddarmentzündung sein, sodass auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden sollte.
Stellt sich heraus, dass es eine Blinddarmentzündung ist, muss operiert werden und der Patient ist nach der Operation zwar geheilt, braucht aber Wochen, um sich von der Operation zu erholen.
Das Positive: Es ist eine einmalige Sache, denn ist der Blinddarm mal entfernt, kann er keine Probleme mehr machen.
Die Heilung einer Blinddarmreizung dauert in der Regel einige Tage, wenn sie von selbst abheilt.
Heilt sie nicht ab und wird zur Blinddarmentzündung, dauert es zwar nur bis nach der Operation, dass die Ursache entfernt ist.
Die Erholung von dem Eingriff kann aber einige Wochen in Anspruch nehmen.
Wirklich vorbeugen kann man eine Blinddarmreizung nicht.
Allgemeine Risikofaktoren wie körperliche Bewegungsarmut, Rauchen, ungesunde Ernährung können zu einer Entstehung einer Blinddarmreizung beitragen.
Auch kommt eine Blinddarmreizung öfter bei Patienten vor, deren Blinddarm retrozökal, also hinter dem Zökum liegt, da diese Lage auch die Chance auf eine Blinddarmentzündung bekanntlich erhöht.
Die Reizung des Blinddarms, bzw. der Blinddarm selbst befinden sich im rechten Unterbauch.
Sollten Sie eine Blinddarmreizung bei Ihrem Kind vermuten, suchen Sie auf jeden Fall einen Arzt auf, denn es könnte ein Vorbote zu einer Blinddarminfektion sein, die auf jeden Fall operiert werden muss.
In der Zwischenzeit sollte das Kind Schonkost zu sich nehmen und sich ausruhen.
In schmerzhaften Fällen wird es sowieso keinen Appetit verspüren und der kleine Appetit kann mit Tee und Zwieback gesättigt werden.
Eine Blinddarmreizung ist an sich nicht dringend lebensgefährlich und muss nicht sofort operiert werden.
Die Entzündungsreaktion sorgt jedoch dafür, dass der Körper eine Stressreaktion durchlebt.
Besonders während einer Schwangerschaft sollten zusätzliche Stressphasen vermieden werden. Aus einer Blinddarmreizung kann sich aber im schlimmsten Fall eine Blinddarmentzündung entwickeln, die dann operationspflichtig wird.
Aus diesem Grund sollte eine Blinddarmreizung während der Schwangerschaft immer engmaschig ärztlich kontrolliert werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Kühlen hilft bei einer Blinddarmreizung nicht.
Im Gegenteil kann es diese sogar verschlechtern, da die Kälte unserem Immunsystem, das dort arbeitet, nicht gut tut.
Eine Kühlung ist bei Prellungen und Umknicken gut, hier aber nicht bei einer Reizung des Blinddarms und sollte daher nicht zum Einsatz kommen.
Wärme hingegen kann die Schmerzen lindern und bei der Abheilung helfen.
Daher sollte eine nicht zu heiße Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen verwendet werden.
Es ist wichtig bei einer Blinddarmreizung den Darm zu entlasten.
Hierzu eignet sich am besten fettarme und säurereduzierte Schonkost.
Sie sollte nicht zu stark gewürzt und vor allem nicht scharf sein. Am besten sind weiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse.
Wenn man die Möglichkeit hat, kann man diese auch einkochen oder dünsten und damit nochmal die Verdauung erleichtern.
Bekannte Lebensmittel, die bei Magen-Darm-Beschwerden gerne empfohlen werden, wie Zwieback oder bestimmte Kräuterteemischungen, können auch zu einer Besserung der Blinddarmreizung führen.
Ein Beispiel für solche Kräutertees wäre ein Anis-Fenchel-Kümmel-Tee.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Appendix vermiformis, rechter Unterbauch, Umgebung des Zökums |
| Differentialdiagnose | Gastroenteritis, Reizdarmsyndrom, Obstipation, Harnwegsinfekt, gynäkologische Erkrankungen, Lymphknotenschwellung |
| Medikamente | Schmerzmittel, krampflösende Mittel, Flüssigkeitsgabe, ggf. Antibiotika, wenn bakterieller Verdacht besteht |
| Epidemiologie | häufig bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen; kann Vorstufe einer Appendizitis sein |
| Prognose | meist gut; Beschwerden klingen häufig spontan ab; Übergang zur echten Appendizitis möglich |
| Verlauf | leichte bis mäßige Bauchschmerzen, oft wechselnd, ohne typische Verschlimmerung wie bei Appendizitis |
| Pathophysiologie | Reizung der Appendix-Schleimhaut durch Infekte, leichte Entzündung, Lymphknotenschwellung oder Verdauungsstörungen |
| Komplikation | selten, möglich: Übergang in akute Appendizitis |
| Behandlung | Beobachtung, Schonung, leichte Kost, Flüssigkeit, Schmerz- und Krampflöser; Operation nur bei Verschlechterung |
| Primärvorbeugung | keine spezifische Prävention bekannt |
| Sekundärvorbeugung | frühe Abklärung bei anhaltenden Bauchschmerzen, Beobachtung möglicher Appendizitis-Symptome |
| Risikofaktoren | Infektionen, Verdauungsstörungen, Lymphknotenschwellung, vorherige Bauchinfekte |
| Anzeichen | leichte bis mäßige Schmerzen im rechten Unterbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit, diffuse Bauchbeschwerden |
| Stadien | funktionelle Reizung → leichte Entzündung möglich → potenzieller Übergang in Appendizitis |
| Diagnostik | körperliche Untersuchung, Ultraschall, Blutwerte (meist unauffällig), Beobachtung des Verlaufs |
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