Blinddarmentzündung (Appendizitis), wenn sich der Wurmfortsatz des Blinddarms entzündet. (Eigentlich Wurmfortsatzentzündung). Eine OP-Indikation!

Erfahrungs Berichte
Die Blinddarmentzündung wird fachsprachlich auch als Appendizitis bezeichnet und beschreibt die Entzündung des sogenannten Wurmfortsatzes des Darmes, der Appendix vermiformis. Im Volksmund wird dieser Teil des Dünndarmes auch Blinddarm genannt, obwohl der Blinddarm genaugenommen das ganze Zökum, einen Teil des Dünndarmes, bezeichnet. Eine Blinddarmentzündung ist eine häufige Ursache für ein akutes Abdomen und ist als Notfall zu behandeln.
Eine Blinddarmentzündung ist sehr gefährlich.
Kommt es nicht zu einer sofortigen Therapie, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen wie z. B. einer Bauchfellentzündung, oder einem Blinddarmdurchbruch, Kreislaufstörungen oder einer Blutvergiftung kommen.
Wenn Du bei Dir oder einem Angehörigen die typischen Anzeichen einer Blinddarmentzündung wie starke Schmerzen im rechten Unterbauch oder auch in Kombination mit Übelkeit, Erbrechen und Unfähigkeit des Stuhlgangs bemerkst, muss Du sofort einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen.
Der Blinddarm [1] (caecum) befindet sich im rechten unteren Mittelbauch und ist der Anfangsteil des Dickdarmes. Im Blinddarm befinden sich unzählige Bakterien, welche Bestandteile aus der Nahrung zersetzen.
Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Ursachen haben.
Eine Blinddarmentzündung kann durch verschiedene Ursachen entstehen.
Es kann zu einer Verstopfung des Wurmfortsatzes kommen durch Narbenstränge, Abknicken des Wurmfortsatzes oder Kotsteine kommen, die eine Entzündung hervorrufen.
Ein anderer häufiger Grund sind intestinale Infekte (zum Darmkanal gehörende Infekt), die sich ausbreiten.
Unter die Risikofaktoren fallen auch beispielsweise verschluckte Kirschkerne und andere Fremdkörper.
Selten kann die Blinddarmentzündung auch oder einem Wurmbefall geschuldet sein.
Typische Symptome einer Blinddarmentzündung sind Schmerzen im rechten Unterbauch.
Auch vegetative Symptome wie Stuhlverhalt (Unfähigkeit des Stuhlgangs) und Windverhalt, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber können auftreten.
In Sonderfällen können auch folgende Symptome auftreten.
Bei Perforation (Durchstoßen des Gewebes) kommt es zu vorübergehendes Nachlassen der Schmerzen mit anschließenden diffusen Schmerzen bei Peritonitis (Bauchfellentzündung).
Bei älteren Patienten oder bei Kindern können die Symptome schwächer oder atypisch ausgeprägt und eine Krankheit dadurch nicht so einfach zu erkennen sein.
Typisch für die Blinddarmentzündung ist die sogenannte Schmerzwanderung.
Zunächst verspürt die betroffene Person einen diffusen und dumpfen Schmerz in der Nabel- und Magengegend.
Dieser fängt nach 4 bis 24 Stunden zu wandern an und manifestiert sich schlussendlich als stechender und gut lokalisierbarer Schmerz im rechten Unterbauch.
Manchmal liegt aber die Appendix anders, beispielsweise retrozökal, also hinter dem Blinddarm.
In diesen Fällen kann der Ort des Schmerzes von der typischen Lage abweichen.
Eine ungewöhnliche Lokalisation des Schmerzes ist auch bei Schwangeren üblich.
Hier kann der Schmerz höher gelegen sein.
Die Diagnose einer Blinddarmentzündung kann komplett durch die körperliche Untersuchung (klinische Untersuchung) gestellt werden.
Eine rasche Diagnosefindung ist besonders bei schweren Verläufen wichtig.
Eine gute Ergänzung ist die Anamnese, eine Laboruntersuchung, um eine Entzündung im Blut nachzuweisen, oder eine Sonografie des Unterbauches.
Durch diese Zusatzuntersuchungen lässt sich eine Diagnose eventuell erhärten, sie sind aber nicht zwingend notwendig.
Es gibt typische Zeichen, die man bei Vermutung auf eine Blinddarmentzündung auf Schmerzen testet:
Der beste Ansprechpartner, bzw. Experte bei einer Blinddarmentzündung ist der Allgemeinchirurg bzw. Viszeralchirurg.
Eine erste Anlaufstation bei einer Blinddarmentzündung ist jedoch Dein Hausarzt.
Die Differenzialdiagnosen einer Bliddarmentzündung sind sehr komplex.
Alle Erkrankungen, die Schmerzen im rechten Unterbauch auslösen können, kommen als Differenzialdiagnose infrage:
Eine Blinddarmentzündung ist in jedem Fall operativ zu behandeln.
Wenn zu lange gewartet wird, kann es zur Perforation und anschließend zur Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen, die ein lebensgefährliches Krankheitsbild darstellt.
Es gibt die Möglichkeit laparoskopisch, also mithilfe einer Kamera, oder konventionell offen zu operieren.
Eine Blinddarmentzündung sollte immer operiert werden.
Meistens wird eine zeitnahe Operation am selben Tag der Diagnosestellung geplant.
In einigen Fällen kann aber auch zugewartet werden, beispielsweise bis der Patient nüchtern ist, sollte er kurz davor etwas gegessen haben, oder die Befunde nicht klar sein.
Wichtig ist es dabei den Patienten beim Zuwarten gut zu überwachen, da bei einer akuten Verschlechterung direkt eine Operation durchgeführt werden muss
Eine rasche operative Therapie ist auch deshalb so wichtig, damit die Appendix (Wurmfortsatz) nicht perforiert (durch das Gewebe durchstoßt) und es im Zuge dessen zur gefürchteten Komplikation der Peritonitis kommt.
Die Wahl der Operationsmethode obliegt dem Operateur und ist abhängig von dem intraoperativen Befund.
Beiden Varianten ist gleich, dass eine richtige Aufklärung im Vorfeld erfolgen sollte und der Patient vor dem Eingriff nüchtern sein sollte.
Bei der laparoskopische Operation werden durch einige kleine Schnitte sogenannte Trokare eingesetzt, durch die Kameras und Operationswerkzeuge geführt werden.
Bei der offenen Operation wird ein Schnitt im rechten Unterbauch, der sogenannte Wechselschnitt, durchgeführt und das Gebiet eröffnet.
Anschließend wird die Appendix (Wurmfortsatz) aufgesucht, abgetrennt und entfernt.
Hierzu müssen zuerst die Blutgefäße aufgesucht und der Blutfluss in das zu entfernende Gebiet unterbunden werden.
Die durchschnittliche Dauer der Operation beträgt etwa 45 Minuten.
Bei Komplikationen oder kompliziert gelegenen Appendix kann es auch länger dauern.
Anschließend bleibt der frisch Operierte noch einige Tage im Krankenhaus, bis die Schmerzen nachlassen und die Nahrungsaufnahme wieder beschwerdefrei funktioniert.
Auch wird überprüft, ob die Wundränder gut verheilen. Anschließend wird der Patient entlassen.
Es folgen daraufhin Nachsorge-Kontrollen beim Hausarzt oder niedergelassenen Arzt, eine anschließende Rehabilitationsbehandlung ist in der Regel nicht nötig.
Die Kosten für eine Blinddarmoperation werden komplett von der Krankenkasse übernommen.
Bei unkomplizierter Blinddarmentzündung und rechtzeitiger Operation ist die Prognose sehr gut.
Handelt es sich um eine komplizierte Blinddarmentzündung mit Perforation (Blinddarmdurchbruch) und Peritonitis (Bauchfellentzündung), liegt die Wahrscheinlichkeit daran zu versterben bei 1%.
Nicht nur die Komplikationen der Blinddarmentzündung entscheiden über die Prognose.
Ältere Menschen ab 60 Jahren weisen generell eine schlechtere Prognose auf.
Eine Blinddarmentzündung verläuft meist sehr schmerzhaft für den Betroffenen, bis die Entzündung behoben wird.
Dennoch verläuft sie bei schneller Diagnosefindung und Therapie in der Regel unkompliziert.
Zu komplizierten Verläufen kommt es häufiger, wenn ältere Patienten betroffen sind oder die Erkrankung lange unentdeckt bleibt.
Bei komplizierten Fällen kann es zur Abszessbildung, Perforationen (Durchbruch) bis hin zur Peritonitis (Bauchfellentzündung) kommen.
Eine Blinddarmentzündung aktiv vorbeugen ist kaum möglich.
Man kann versuchen die Risikofaktoren zu minimieren und darauf achten keine Fremdkörper zu verschlucken.
Auch kann es vor allem bei älteren Menschen zu einer Blinddarmentzündung durch Kotsteine kommen.
Diese lassen sich am besten vorbeugen, indem der Stuhl weich gehalten wird und Verstopfungen vermieden werden.
Die Blinddarmentzündung ist im rechten Unterbauch (am Blinddarm) lokalisiert.
Die Blinddarmentzündung wird operativ behandelt. Im Anschluss an die Operation gibt es einige Maßnahmen, die beachtet werden sollten.
Je nach Art der Entfernung.
Besonders im Kindes- und Jugendalter sind Blinddarmentzündungen häufig und sollten immer bei Schmerzen im Bauchbereich als Differenzialdiagnose in Betracht gezogen und abgeklärt werden.
Die Blinddarmentzündung ist die häufigste chirurgisch relevante Erkrankung im Bauchraum im Kindesalter.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass bei Kindern die Symptome atypisch ausfallen können und der Schmerz etwa anders lokalisiert sein kann.
Das Procedere verläuft gleich:
Kommt aber nachts ein Kind mit Appendizitis in die Notaufnahme, zählt es zu den Erkrankungen mit verzögerter Dringlichkeit.
Das bedeutet, es kann auch am nächsten Tag in der Frühe operiert werden.
Eine Blinddarmentzündung stellt eigentlich immer einen Grund zu einer Operation dar.
Sollte die Operation verzögert werden, kann es zu einem Durchbruch des Blinddarmes kommen und sich die Entzündung im ganzen Körper verbreiten, was tödlich enden kann.
Aus diesem Grund ist auch während der Schwangerschaft eine Blinddarmentzündung zu operieren.
Eine Narkose ist vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen mit gewissen Risiken verbunden und muss fachärztlich abgeklärt werden.
Es sollte ein erfahrener Anästhesist in diesem Feld hinzugezogen werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
In Deutschland liegt die Inzidenz der Blinddarmentzündung bei etwa 100 pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
Am häufigsten erkranken Menschen zwischen dem 10. und dem 30. Lebensjahr an einer Appendizitis.
Besonders im Kindes- und Jugendalter ist sie häufig.
Die Blinddarmentzündung kann aber in jedem Lebensjahr vorkommen und sollte immer als Differentialdiagnose bei passenden Symptomen in Betracht gezogen werden.
Das Risiko irgendwann während des gesamten Lebens an einer Appendizitis zu erkranken liegt bei etwa 8 %.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Appendix vermiformis, rechter Unterbauch, Verbindung zum Zökum |
| Differentialdiagnose | Gastroenteritis, Nierenkolik, Divertikulitis, gynäkologische Erkrankungen, Morbus Crohn, Harnwegsinfekt |
| Medikamente | Schmerzmittel, Antibiotika (z. B. perioperativ), Infusionen |
| Epidemiologie | häufigste Ursache für akute Bauchschmerzen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter |
| Prognose | sehr gut bei frühzeitiger Behandlung, unbehandelt Risiko für Durchbruch und Peritonitis |
| Verlauf | beginnend mit unspezifischen Schmerzen, später lokalisiert im rechten Unterbauch, mögliche Komplikationen bei Verzögerung |
| Pathophysiologie | Verstopfung des Appendixlumens → bakterielle Vermehrung → Entzündung und Schwellung → Risiko der Perforation |
| Komplikation | Blinddarmdurchbruch, Peritonitis, Abszesse, Sepsis |
| Behandlung | Operation (laparoskopische Appendektomie), Antibiotika, Schmerztherapie |
| Primärvorbeugung | keine bekannte Prävention |
| Sekundärvorbeugung | frühe Abklärung von Bauchschmerzen, rasche Behandlung im Verdachtsfall |
| Risikofaktoren | fäkale Obstruktion, Infektionen, Vergrößerung der Lymphfollikel, genetische Faktoren |
| Anzeichen | Schmerzen im rechten Unterbauch, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, verminderter Appetit, Druckschmerz McBurney/Punkt |
| Stadien | katarrhalisch, eitrig (phlegmonös), gangränös, perforiert |
| Diagnostik | körperliche Untersuchung, Ultraschall, Blutwerte (Leukozyten, CRP), ggf. CT |
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