Flachrücken, wenn die Krümmung der (Lenden)Wirbelsäule zu gering ausfällt. Sozusagen das Gegenteil eines Hohlkreuzes.


Betrachtet man eine gesunde Wirbelsäule von der Seite, fällt einem eine doppelte S-Krümmung auf. Eine Lordose im Bereich der Halswirbelsäule, eine Kyphose der Brustwirbelsäule und eine Lordose in der Lendenwirbelsäule. Unter einem Flachrücken, auch Flatback-Syndrom genannt, versteht man die Abflachung dieser normalerweise vorhandenen S-Krümmung der Wirbelsäule (seitlich betrachtet). Der Flachrücken fällt besonders im Lendenwirbelbereich auf.
Gefährlich an sich ist ein Flachrücken nicht, er bringt aber verschiedene Folgen mit sich, die unter anderem die Bewegung einschränken oder zu Rückenschmerzen führen können.
Die Krümmung der Wirbelsäule dient in erster Linie als eine Art Stoßdämpfer.
Zur Veranschaulichung:
Wirft man einen geraden Stock der Länge nach auf den Boden, entstehen höhere Stauchungskräfte als bei einem S-förmigen Stock.
Aufgrund eines Flachrückens geht man normalerweise nicht zum Arzt, sondern erhält dies als Diagnose.
Wenn Rückenschmerzen ohne Trauma länger bestehen, sollte unabhängig der Ursache immer ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders wenn die Schmerzen plötzlich auftreten, ausstrahlen (z. B. in die Beine) oder zusätzlich Gefühlsstörungen oder Ausfälle (Lähmungen, Stuhl- oder Harninkontinenz) auftreten, sollte man sich umgehend in einer Klinik vorstellen.
Hier gilt es eine zunehmende Verengung des Spinalkanals auszuschließen (der Raum in der Wirbelsäule, wo unser Rückenmark durchgeht).
Auch bei Allgemeinsymptomen wie zusätzlichem Fieber oder Krankheitsgefühl sollte man zum Arzt.
Generell sollte man zum Arzt, wenn …
Ein Flachrücken kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden.
Einerseits durch Fehlhaltung oder muskuläre Dysbalancen.
Dadurch kommt es zu einer Verformung der Wirbelsäule.
Andererseits kann es durch einen Mangel an Vitamin D, z. B. bei einer Rachitis, zu einer Verkrümmung kommen.
Hierbei werden die Knochen weicher und können sich nicht gesund entwickeln.
Bewegungsmangel verhindert die korrekte Ausbildung der Muskulatur und führt im Laufe der Zeit zu einer Veränderung der sonst physiologischen S-Form.

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Einen Flachrücken kann man sehr gut durch das Betrachten der Wirbelsäule in Seitenansicht erkennen.
Man sieht bei einem Flachrücken die „abgeflachte Wirbelsäule“. Sie sieht nicht S-förmig aus, wie normal, sondern gerader, ähnlicher einem „I“.
Zusätzlich fällt in stark ausgeprägten Fällen eine kompensatorische, gebeugte Haltung auf.
Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß und der Ursache des Flachrückens.
Ziel der Operation ist es, weitergehende Schäden der Wirbelsäule zu verhindern.
Hierfür können erkrankte Bandscheiben entfernt und ersetzt werden.
Ebenso kann die Wirbelsäule so in eine „bessere Form“ gebracht und dann anschließend mit Schrauben und Platten versteift werden.
So kann dem Fortschreiten des Flachrückens und den Folgen vorgebeugt werden.
Eine Operation des Flachrückens ist jedoch sehr selten und nur in schweren Fällen mit verbundenen starken Symptomen angeraten.
Die Prognose eines Flachrückens richtet sich nach der Ursache.
Auch schon bestehende Schäden, z. B. an den Bandscheiben, sind für die Prognose entscheidend.
Alles in allem kann ein Flachrücken in der Regel gut mittels Trainingstherapie therapiert werden und ist dann vorübergehend – wenn man die Übungen regelmäßig ausführt.
Wenn der Flachrücken allerdings im Rahmen von vor allem rheumatischen Erkrankungen besteht, ist es oft ein Endzustand, der aber auch durch Physiotherapie hinausgezögert werden kann.
Auch bei schon bestehenden Schäden an der Wirbelsäule die Prognose schlechter.
Je nach Ursache dauert es unterschiedlich lang, bis sich ein Flachrücken zurückbildet, bzw. bis mittels Muskelaufbau die Statik der Wirbelsäule günstig beeinflusst wird.
Auch persönliche Faktoren, wie Gesundheitszustand und Compliance (Einhaltung der Therapieempfehlung) spielen eine wichtige Rolle.
Mittels Physiotherapie lässt sich häufig innerhalb von Wochen bis Monaten eine deutliche Verbesserung erzielen.
Vor allem während des Wachstums geschieht dies schneller.
Wenn allerdings bereits Vorschäden an der Wirbelsäule bestehen, lässt sich häufig keine vollständige Besserung erzielen.
Oftmals lassen sich die Schmerzen jedoch eingrenzen.
Wenn der Flachrücken sehr ausgeprägt ist oder die Therapie nicht anschlägt, bzw. nicht eingehalten wird, dann kann es zu bleibenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule (vor allem der Lendenwirbelsäule) kommen.
Vor allem die Bandscheiben und Wirbelkörper selbst können schneller degenerativ verändert erscheinen.
Bandscheibenvorfälle können sich häufen.
Dadurch, dass der Rücken zentraler Punkt unseres Bewegungsapparates ist, wirkt sich eine Fehlhaltung auf sämtliche Gelenke und Gliedmaßen aus – es entsteht eine Mehrbelastung der Gelenke.
Es ist daher wichtig, rechtzeitige mit Übungen (Muskelaufbau, Dehnung) für die Wirbelsäule der anatomischen Fehlstellung entgegenzuwirken.
Je nach Ursache lässt sich ein Flachrücken vorbeugen.
Es ist wichtig, in jedem Alter auf ein ganzjähriges ausreichendes Vitamin D Zufuhr zu achten.
Besonders Kinder und Frauen sind öfters von Mangelerscheinungen betroffen.
Es empfiehlt sich, bei bestehendem Mangel Vitamin D einzunehmen.
Auch eine gute Haltung ist wichtig, besonders bei viel Schreibtischarbeit. Ergonomische Stühle, Stehtische und regelmäßige Bewegungspausen sind förderlich.
Ein Flachrücken betrifft die Wirbelsäule.
Normalerweise ist diese doppelt-S-förmig gekrümmt.
Seitlich betrachtet sind die Hals- und die Lendenwirbelsäule dabei nach „vorn“ gekrümmt, auch als Lordose bezeichnet, während die Brustwirbelsäule leicht „nach hinten“ gekrümmt ist, auch als Kyphose bezeichnet.
Diese Form ist wichtig für die physiologische Funktionsweise unserer Wirbelsäule, aber auch von allen angrenzenden Bändern und Muskeln.
Dieses physiologische Zusammenspiel ermöglicht uns den aufrechten Gang sowie einen ausgeprägten Bewegungsumfang.
Nicht nur die Form der Wirbelsäule an sich ändert sich, sondern auch die Form der Wirbelkörper. Sie werden keilförmiger und können die normale Funktion nicht mehr ausüben.
Durch die gerade Form der Wirbelsäule stehen die Segmente nun nicht mehr so zueinander, wie sie sollten.
Daraus folgen Schmerzen und eine eingeschränkte Bewegung.
Ein Flachrücken kann bereits im Kindesalter im Wachstum entstehen oder sich erst im Laufe des Lebens entwickeln.
Auch Kinder können im Laufe der Zeit einen Flachrücken entwickeln.
Entweder im Rahmen von Mangelzuständen (Vitamin D – Rachitis) oder durch Fehlhaltung.
Bei Kindern ist dies aber oftmals ein vorübergehender Zustand, der nach Ausgleich des Mangels und Physiotherapie wieder verschwindet.