Coxa vara, wenn es zu einer angeborenen oder erworbenen Fehlstellung des Oberschenkelhalses kommt, CCD-Winkel liegt unter 126°. (coxa = Hüfte, varus = Auswärtsbiegung)


Unter einer Coxa vara versteht man eine Fehlstellung der Hüfte, bei der der Oberschenkelhals in einem flacheren (stumpferem) Winkel als normal in der Hüfte steht (CCD Winkel < 120°). Letztendlich ist es eine Fehlhaltung des Oberschenkelknochens. Bei einer sog. Coxa valga hingegen handelt es sich um genau das Gegenteil, bei dem der Oberschenkelhals zu steil in der Hüfte steht.
Eine Fehlstellung (so auch die Coxa vara) ist per se nicht gefährlich.
Die Fehlstellung führt allerdings zu Problemen, weil im Bein nicht nur ein Gelenk betroffen ist, sondern automatisch das gesamte Bein mit Kniegelenk und Sprunggelenk (Knöchel).
Diese Achsfehlstellung führt neben Schmerzen zu Bewegungseinschränkungen und im Verlauf zu einer erhöhten Abnutzung des Gelenks (Gelenke) und sollte daher immer therapiert werden.
Bestehen Hüftschmerzen oder auch Knieschmerzen über längere Zeit, sollten diese immer unabhängig der Ursache abgeklärt werden.
Am besten frühzeitig.
Nach einem Unfall/Sturz sollte man direkt zum Arzt, wenn Beschwerden bestehen.
In jedem Fall sollte bei einer Rötung, Schwellung und Überwärmung des Gelenks ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders, wenn zusätzlich Fieber oder ein Krankheitsgefühl bestehen.
Generell gelten folgende Indikationen für einen Arztbesuch:
Das Hüftgelenk besteht aus der Hüftpfanne (Acetabulum) [6], im Becken, und dem Oberschenkelkopf (Caput femoris) [5] (Femurkopf), welche über Bänder stabilisiert werden.
Für eine optimale Funktion ist es wichtig, dass der Kopf des Oberschenkels [5] in einem bestimmten Winkel zur Hüftpfanne steht.
Da eine Coxa vara letztendlich eine Oberschenkelfehlstellung ist, schauen wir uns diesen etwas genauer an.
Wichtig hierfür ist der Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel, der sogenannte CCD-Winkel.
Dieser Winkel erlaubt uns eine Beurteilung der Stellung des Oberschenkelhalses [5] zum Oberschenkelschaft (femur) [9].
Dort, wo sich beide Geraden treffen, entsteht ein Winkel und das ist unser CCD-Winkel.
Normalerweise beträgt dieser Winkel ca. 126° (126° - 130° bei jüngeren Menschen, im Alter ist eine Verkleinerung auf 115° - 120° normal), bei einer Coxa vara ist er aber verkleinert (< 120°).
Das bedeutet, dass der Oberschenkelkopf und Hals näher am bzw. flacher zum Oberschenkelschaft stehen. Dementsprechend kann man sich vorstellen, dass auch der Femurkopf, der ja ein Teil unseres Hüftgelenks ist, nun nicht mehr zentral im Gelenk steht, sondern etwas „nach unten gerichtet ist“.
Das führt zu letztlich entsprechenden Problemen. (siehe Symptome)
Bei einer Coxa vara kann zwischen einer angeborenen und einer erworbenen Form unterschieden werden.
Ursachen einer erworbenen Coxa vara:

Hast Du ein passenden Bild für uns?
In der Regel kann man eine Coxa vara von außen nicht erkennen.
Ein Bein kann kürzer als das andere sein (vor allem wenn nur eine Seite betroffen ist).
Letztendlich beschreibt eine Coxa vara „nur“ eine Fehlstellung eher als Symptom und nicht als eigenes Krankheitsbild.
Wenn diese Fehlstellung diagnostiziert wird, sollte weiterführende Diagnostik angeschlossen werden, um herauszufinden, warum es dazu kam.
Die Therapie der Coxa vara richtet sich nach der Grunderkrankung.
Es kann konservativ therapiert werden, häufig ist aber bei Erwachsenen eine Operation nötig.
Bei Kindern reicht oftmals eine Orthese aus, wenn die Fehlstellung früh erkannt wird. (Für mehr Infos siehe Operation)
Konservative Behandlung der Coxa vara
Bei der operativen Versorgung einer Coxa vara wendet man eine
Bei der valgisierenden Umstellungsosteotomie entfernt man ein kleines Stück des Knochens, fixiert anschließend die verbliebenen Knochen mittels Platte und Schrauben und korrigiert so direkt die fehlgestellte Achse.
Valgisierung bedeutet hier, dass der CCD-Winkel aus seinem vorherigen zu kleinen (stumpfen) Winkel etwas aufgerichtet und steiler wird (Valgus bedeutet grob steiler Winkel).
Die Operation findet mit anschließendem stationären Aufenthalt statt.
Das Bein darf für einige Zeit nicht voll belastet werden und es ist eine anschließende Rehabilitation nötig.
Oftmals ist ein operativer Eingriff (siehe Operation) nötig.
Mit der Operation lässt sich die Fehlstellung aber gut korrigieren, sodass meist kein weiterer Eingriff nötig ist und die Beschwerden nach abgeschlossener Rehabilitation verschwinden.
Ohne Therapie werden sich die Beschwerden allerdings oftmals verschlimmern.
Es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die letztendlich auch durch eine frühzeitige Arthrose verstärkt werden.
Hier kann im weiteren Verlauf ein Gelenkersatz nötig werden.
Ohne eine Therapie werden die Beschwerden einer Coxa vara oft fortschreiten bzw. schlimmer werden.
Das kann allerdings Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, je nach Ausprägung.
Der zeitliche Verlauf ist dabei sehr individuell. Einige Betroffene haben lange keine Probleme, obwohl eine Fehlstellung besteht, andere klagen eher früh über Beschwerden.
Wenn eine Fehlstellung bei Kindern nicht erkannt wird, kommt es früh zu Verschleißerscheinungen.
Mit einer Therapie lassen die Beschwerden nach und verschwinden häufig schließlich vollständig.
Über die Dauer der Coxa vara Fehlstellung lässt sich pauschal keine Aussage treffen.
Wenn keine Therapie statfindet, besteht die Fehlstellung ein Leben lang.
Mit Therapie wird sie ausgeglichen und besteht nach einer Operation sofort nicht mehr.
Mit Rehabilitation im Anschluss vergehen wenige Monate, bis das Bewegungsausmaß wiederhergestellt ist und es keine Einschränkungen mehr geben sollte.
Natürlich spielen hier aber individuelle Faktoren (wie z. B. Körpergewicht, Diabetes mellitus oder andere Vorerkrankungen) eine Rolle.
Einer Coxa vara kann man nicht vorbeugen.
Es gibt jedoch Faktoren, die den Verlauf günstig beeinflussen und die Beschwerden verbessern.
Das wichtigste ist aber eine Früherkennung, vor allem bei Kindern.
Wer rechtzeitig zum Arzt geht, kann Folgeerscheinungen verhindern.
Je nach Ursache können Menschen jeden Alters von einer Coxa vara betroffen sein.
Kinder sind dabei jedoch häufig betroffen.
Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt sind vor allem bei Säuglingen wichtig, um frühzeitig eine angeborene Form zu erkennen und behandeln zu können.
Wenn das Problem nicht erkannt wird, kann es zu Verknöcherungsstörungen kommen bzw. zu Knorpelläsionen, die sich auch später nur schwer beheben lassen.
Bei Kindern fällt eine Coxa vara Fehlstellung oft um das erste Lebensjahr auf, wenn sie anfangen zu laufen.
Es kommt auch hier zum Hinken und Absinken des Beckens, was letztendlich die Bewegung einschränkt.
Es ist daher wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen, um mögliche Gelenkschäden zu vermeiden.
Besonders bei Kleinkindern genügt oftmals eine konservative Therapie, weswegen eine rechtzeitige Vorstellung umso wichtiger ist, um eine Operation zu umgehen.