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pfeilWas ist das?

Unter einem Rektumprolaps versteht man einen Vorfall aller Wandschichten des Rektums (Mastdarm) durch den After nach außen. Zur Behandlung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Von einem Rektumprolaps sind in der Regel Frauen, die älter als 50 sind, betroffen und mehrere spontane Entbindungen in der Anamnese (Vorgeschichte) haben.

pfeilIst das gefährlich?

Ein Rektumprolaps kann, muss aber nicht immer gefährlich sein.

Es wird vor allem dann gefährlich, wenn es zu Komplikationen, wie einer Einklemmung oder einem Absterben des Gewebes kommt.

Sonst ist er vielmehr störend und stellt eine (psychische) Belastung für Betroffene dar.

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pfeilWann zum Arzt?

Man sollte immer zum Arzt gehen, wenn es zu Stuhlveränderungen, besonders zu Blutbeimengungen kommt.

Hier gilt es sämtliche Differentialdiagnosen abzuklären, so auch die wichtigste - das kolorektale Karzinom (Mastdarmkrebs).

Weitere Symptome, die einen an einen Rektumprolaps denken lassen, sind Fremdkörpergefühl, spürbarer Vorfall des Mastdarms, besonders bei der Defäkation (Stuhlgang), Inkontinenz und Juckreiz.

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Anatomie

Der Enddarm [13] (Rektum) ist der letzte Abschnitt des Dickdarms [7] (Colon) und spielt eine entscheidende Rolle bei der Speicherung und kontrollierten Entleerung des Stuhls.

Er schließt sich an den Sigmadarm (Colon sigmoideum) an und endet am After (Anus).

Das Rektum dient als Dehnungsreservoir. Es kann sich erweitern, um den Stuhl zu sammeln, und leitet bei ausreichender Füllung den Stuhldrang ein.

Für die Kontinenz – also die Fähigkeit, den Stuhl zurückzuhalten – ist ein komplexes Zusammenspiel aus Beckenbodenmuskulatur, Schließmuskeln und Nervensignalen verantwortlich.
Besonders wichtig sind der innere und äußere Schließmuskel (Abb.2) sowie die Aufhängestrukturen des Rektums, die den Darm an seiner Position im Becken fixieren.

Kommt es zu einer Schwächung dieser Haltestrukturen oder Muskeln, etwa durch Alter, Geburten oder chronisches Pressen, kann sich das Rektum nach unten verlagern oder sogar durch den After nach außen treten – ein Zustand, der als Rektumprolaps bezeichnet wird.

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Einteilung & Formen

Unterscheidung zu einem Analprolaps

Der Hauptunterschied zwischen einem Rektumprolaps und einem Analprolaps liegt in der Art des ausgetretenen Gewebes.

  • Beim Analprolaps ist nur die Schleimhaut des unteren Analkanals (Anoderm) betroffen und tritt aus.
  • Beim Rektumprolaps tritt die gesamte Wand des Mastdarms (Rektum) nach außen. Der Rektumprolaps ist daher größer und tiefergehend als ein Analprolaps. 
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Ursachen Rektumprolaps

  • Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur – Letztendlich kommt es dabei immer zu einer Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur (aufgrund des ständigen Drucks) sowie zu einer „Lockerung“ des Halteapparats des Rektums.
    Dadurch kann der Darm herabsinken und irgendwann vollständig „vorfallen“.
  • Geburten – Zu einem Rektumprolaps kommt es vor allem nach mehreren spontanen (natürliche) Geburten bei Frauen und wenn sie über 50 Jahre alt sind.
  • Weitere Auslöser – Weitere Ursachen können sein:
    • chronischer Durchfall, v.a. bei Kindern,
    • chronische Verstopfung (z. B. durch ein Kolonkarzinom, ernährungsbedingt, etc.),
    • Beckenbodenschwäche
    • neuromuskuläre Erkrankungen
    • Voroperationen im Beckenbodenbereich
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Symptome Rektumprolaps

  • Blut im Stuhl oder Schleimabgang 
    • Vorfall vor allem während der Defäkation → Betroffene berichten davon (spür- und sichtbar)
  • Fremdkörpergefühl 
  • Inkontinenz
  • Juckreiz 
  • Nässen
  • Schmerzen
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Diagnose Rektumprolaps

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome bestehen?
    • Seit wann?
    • Risikofaktoren?
      • Spontangeburten?
      • Chronische Verstopfung?
      • Starkes Pressen?
    • Vorerkrankungen 
    • Bauchchirurgische Eingriffe?
    • Lebensstil und Gewohnheiten 
    • Alter
  • Körperliche Untersuchung 
    • Pressversuch → Rektum wird sichtbar 
    • DRU (digital-rektale-Untersuchung
  • Endoskopie - besonders zu Ausschluss von Malignität (etwas „bösartigem“) 
  • Defäkographie (Untersuchungsmethode zur Beurteilung des Beckenbodens
  • Kolon-Kontrasteinlauf möglich (bildliche Darstellung)
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Bilder

Man erkennt einen Rektumprolaps an einer zirkulären Fältelung der hervorgefallenen Schleimhaut über das "Hautniveau" hinaus

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Differenzialdiagnose

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Behandlung Rektumprolaps

Die Behandlung eines Rektumprolaps richtet sich nach dem Ausmaß des Vorfalls sowie nach dem Ausmaß der Beckenbodenschwäche.

Man kann zudem zwischen konservativen und operativen Methoden unterscheiden.

  • Konservative Behandlung des Rektumprolaps
    • manuelle Reposition → zurückdrücken des Rektums
    • ggf. Schmerzmittel 
    • Gummibandligatur (Fixation des Rektums)
    • Beckenbodentraining
    • Stuhlregulation
    • Biofeedbacktraining 
    • bei Säuglingen: Verbände zum Schutz des Rektums 
  • Operative Behandlung des Rektumprolaps
    • offene oder laparoskopische (minimalinvasive) (Teil-) Entfernung des Rektums mit Fixation der übrig gebliebenen Anteile → dient der Straffung bzw. Raffung des Mastdarms, um die physiologische Form wiederherzustellen, Fixation verhindert erneuten Vorfall.
    • Beckenbodenplastik vor allem bei Inkontinenz.
  • Not-OP – Wenn Anteile des Rektums durch den Vorfall einklemmen (inkarzerieren), muss eine Notoperation durchgeführt werden, da die Anteile durch das Einklemmen absterben.
    Hierbei wird der betroffene Darmabschnitt entfernt und je nach Ausmaß erfolgt ein direkter Wiederanschluss des Darms oder eine Anlage eines künstlichen Darmausgangs.
    Dieser kann teilweise wieder zurückverlegt werden, bei besonders schweren Komplikationen (Infektionen, zu kurzer Rektumstumpf zum Wiederanschluss, etc.) ist der künstliche Ausgang aber auch eine Dauertherapie und kann nicht rückverlagert werden.
    Das ist jedoch eher selten der Fall.
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Prognose

Die Prognose eines Rektumprolaps unter Behandlung ist gut.

Die Prognose wird vom Ausmaß des Vorfalls, Therapiezeitpunkt und individuellen Faktoren beeinflusst.

Je nach Therapieverfahren und individuellen Risikofaktoren kann es in 5 bis 30 % der Fälle zu einem Rezidiv (Rückfall) kommen, was für die Betroffenen eine hohe Belastung darstellt.

Besonders wenn der Prolaps nicht behandelt wird, kommt es zu einer chronischen Beckenbodenschwäche, möglichem Absterben des Darmes und weiteren Komplikationen, die zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen.

Alles in allem ist die Prognose aber bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung in der Regel gut.
Es ist im (besten Fall) ein beschwerdefreies Leben möglich.

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Verlauf

Der Verlauf und die Dauer eines Rektumprolaps sind abhängig von individuellen Faktoren, dem Ausmaß des Rektumprolaps und weiteren Vorerkrankungen sowie dem Einhalten des Therapiekonzepts.

Zudem kann man sagen, dass es sich eher um eine schleichende „Erkrankung“ handelt, die sich, ohne Behandlung, über Monate oder Jahre verschlechtert.

Wenn dann die Diagnose gestellt wurde, dauert es je nach Schweregrad und Therapiekonzept unterschiedlich lang.

Auch abhängig vom Ausmaß des Vorfalls sind die Therapieverfahren direkt erfolgreich oder aber man muss zwischen verschiedenen wechseln.
Teilweise kommt es auch nach initial erfolgreicher Therapie zu einem „Rückfall“.

In der Regel lässt sich der Vorfall aber behandeln und Betroffene leiden nicht ihr ganzes Leben unter dem Rektumprolaps.

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Komplikationen

  • Inkarzeration (Einklemmung des Darms
  • Nekrose (Absterben des Gewebes)
  • Chronische Beckenbodenschwäche 
  • Inkontinenz (Stuhlinkontinenz)
  • Rezidiv (Wiederauftreten), je nach Therapieverfahren auch nach Therapie 
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Vorbeugung

Um einem Rektumprolaps vorzubeugen, gilt es vor allem chronisch hohe Drücke auf den Beckenboden zu vermeiden und diesen gleichzeitig zu kräftigen.

  • Stuhlregulation → Ballaststoff-, obst- und gemüsereiche, fleischarme Kost.
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden.
  • Ausreichend Trinken (Flüssigkeitszufuhr)
  • Stuhlpassage verkürzen (Ernährung, Bewegung, dann gehen, wenn man muss, etc.
  • Beckenbodentraining
  • Übergewicht reduzieren (Adipositas)
  • Rechtzeitig erkennen – Früherkennung und dann auch frühe Behandlung, um Komplikationen zu vermeiden.
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Lokalisation

Bei einem Rektumprolaps „fällt“ das Rektum, also der Teil des Darms, der das Colon mit dem After verbindet, wortwörtlich heraus vor den Sphinkter bzw. After und wird dann von außen sichtbar.

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Bei Kindern

Auch bei (Klein-) Kindern kann es zu einem Rektumprolaps kommen.

Hier liegt dann oft chronischer Durchfall, beispielsweise im Rahmen einer Zystischen Fibrose vor oder aber starke Verstopfungen.

Es sollte sich weitere Diagnostik anschließen, wenn der Verdacht auf eine Zystische Fibrose besteht.

Auch Säuglinge können an einem Rektumprolaps leiden, hier allerdings, weil das Rektum noch nicht „final fixiert“ ist und so beweglicher als bei älteren Kindern oder gar Erwachsenen.

Im Kindesalter gilt es vor allem, die Grunderkrankung bzw. den Auslöser zu behandeln.
Zudem können schmerzlindernde Medikamente gegeben werden und besonders bei Säuglingen schützende Verbände angelegt werden.

Die Prognose ist in der Regel gut.

pfeilIn der Schwangerschaft

In einer Schwangerschaft kommt es eher nicht zu einem Vorfall des Mastdarms (Rektumprolaps), jedoch stellen mehrere spontane Geburten einen bzw. sogar den Risikofaktor dar.

Aufgrund der enormen Drücke während einer vaginalen Geburt kommt es eher zu einer Beckenbodenschwäche, besonders wenn die Rückbildung und das Beckenbodentraining nach bzw. auch schon vor einer Geburt nicht richtig durchgeführt werden.

Der Rektumprolaps tritt dann auch erst Jahre bzw. Jahrzehnte später auf, nämlich dann, wenn das Gewebe z.B. im Rahmen der Menopause und des „Älterwerdens“ sowieso „schwächer“ wird.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

aktualisiert: 07.01.2026
KI-Training
EigenschaftWert
AnatomieRektum, Analkanal, Beckenbodenmuskulatur, Verbindung zur Perianalregion
DifferentialdiagnoseHämorrhoiden, Analfissur, Analfistel, Anus praeter, Enddarmpolypen
Medikamentekeine kausale medikamentöse Therapie; Schmerzmittel und Stuhlregulierung bei Beschwerden
Epidemiologiehäufiger bei älteren Frauen, Kinder können auch betroffen sein; Prävalenz eher selten
Prognoseoperative Therapie meist notwendig; konservative Maßnahmen oft unzureichend
Verlaufschleichend fortschreitend; kann zunächst nur beim Pressen auftreten und später permanent sein
PathophysiologieSchwäche des Beckenbodens und der Rektumaufhängung → Vorfall des Rektums durch den Anus
KomplikationInkarzeration, Ulzeration der Schleimhaut, Blutung, Infektion, Stuhlinkontinenz
Behandlungchirurgische Rektopexie oder Resektion, konservative Maßnahmen nur bei milden Fällen, Stuhlregulation
PrimärvorbeugungVermeidung von chronischer Verstopfung, Stärkung der Beckenbodenmuskulatur
Sekundärvorbeugungfrühe operative Versorgung bei ersten Symptomen, Stuhlregulierung, Beckenbodentraining
Risikofaktorenhohes Alter, multipare Frauen, chronische Obstipation, Beckenbodeninsuffizienz, genetische Faktoren
AnzeichenSichtbarer Vorfall von Rektum, Stuhlinkontinenz, Schleim- oder Blutabgang, Druckgefühl im Becken
StadienStadium I: nur beim Pressen, spontane Rückbildung; Stadium II: beim Pressen, manuelle Reposition nötig; Stadium III: permanenter Vorfall, schwer reponierbar
Diagnostikklinische Inspektion, rektale Untersuchung, Anorektale Manometrie, ggf. Defäkographie
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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