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Die häufigsten Auslöser

Lebensmittelunverträglichkeiten

  • Durchfall – der Durchfall tritt akut nach der Aufnahme des Auslösers auf.
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwellung der Mundschleimhaut
  • Juckreiz, gerötete Haut
  • Ggf. Husten, Heiserkeit
  • Ggf. Juckende Augen
  • Ggf. laufende Nase

Magen-Darm-Virus (Gastroenteritis)

  • Durchfall (wässrig, schleimig) – mehrmals täglich, meist nicht länger als 24 - 48 Stunden.
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen (Unwohlsein)
  • Erbrechen
  • Starkes Krankheitsgefühl (Abgeschlagenheit)
  • Ggf. Fieber
  • Oft weitere Erkrankte im Umfeld (Ansteckungsgefahr)

Magen-Darm-Virus

Lebensmittelvergiftung

  • Durchfall – teils blutig, wässrig, mit starken Schmerzen im Bauch verbunden.
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Magenkrämpfe
  • Ggf. Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Gliederschmerzen, Kopfschmerzen
  • Nach der Aufnahme verdorbener, unreiner Lebensmittel (z. B. Bakterien wie Salmonellenvergiftung oder Campylobacter)

Lebensmittelvergiftung

Stress und emotionale Faktoren

  • Psychische Anzeichen – Psychische Anspannung, innere Unruhe, Reizbarkeit, Nervosität, Angst
  • Körperliche Anzeichen – flaues Gefühl im Magen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannung, vermehrtes Schwitzen

Chronische Erkrankungen

Anhaltenden Durchfall über mehrere Wochen musst Du immer ärztlich abklären lassen.
Ansprechpartner ist Dein Hausarzt oder der Gastroenterologe. 

Medikamenteneinnahme

  • Abführmittel
  • NSAR (z.B. Ibuprofen, Dicolfenac)
  • Magnesiumhaltige Antazida
  • Cholesterinsenker
  • Antidepressiva
  • Chemotherapeutika

Einnahme darmanregender Mittel

  • Milch, Eiscreme, Joghurt
  • Kaffee
  • Apfelsaft, Birnensaft, Traubensaft
  • Pflaumen, Datteln, Feigen
  • Nüsse
  • Zuckerfreie Kaugummis
  • Minze
  • Ungewohnte Lebensmittel (v.a. bei Auslandsreisen)
pfeilEinleitung

Durchfall ist eine gehäufte Stuhlentleerung mit flüssiger Konsistenz, die sowohl akut als auch chronisch auftreten kann.

ArrowDownIst das gefährlich?

An sich ist Durchfall erst einmal nicht gefährlich und ein sehr häufiges Symptom.

Anhaltender Durchfall kann jedoch zu einer sog. Dehydration (Flüssigkeitsverlust, Austrocknung) führen, besonders bei kleinen Kindern und älteren Personen.
Diese Risikogruppen sollten daher gut überwacht werden und ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden.

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Wann zum Arzt?

Normalerweise muss man mit Durchfall nicht sofort zum Arzt.
Anzeichen, die jedoch für einen Arztbesuch sprechen, sind:

  • starke Schmerzen
  • Anhaltender Durchfall über mehr als 2 Tage.
  • gleichzeitig starke Bauchschmerzen.
  • gleichzeitig Fieber über 39 °C.

Der erste Ansprechpartner ist dabei Dein Hausarzt.

Wann einen Notarzt verständigen?
Bei starkem Erbrechen, Anzeichen von Dehydration (extremer Durst, Schwindel), Blut im Stuhl oder Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen sollte ein Notarzt aufgesucht werden.

arrow downBegleitende Symptome

Je nach Ursache des Durchfalls kann es zu einer speziellen Charakteristik kommen.

  • Gelber Durchfall – Ein gelber Durchfall spricht stark für eine Überproduktion der Gallenflüssigkeit, die bei einem Gallensäureverlustsyndrom vorkommt. Auch ein Enzymmangel für die Spaltung von Fetten kann als Auslöser infrage kommen.
  • Entfärbter Stuhl – Ist der Stuhl entfärbt, liegt die Ursache oft im Bereich der Leber. (Leberentzündung, Gallensteinleiden).
  • Grüner Durchfall – wird oft durch den übermäßigen Verzehr grüner Lebensmittel ausgelöst. Auch die Einnahme von Eisentabletten kann zu einer Verfärbung kommen, wobei in diesem Fall eher eine schwarz-grüne Farbe entsteht.
  • Erbsenbreiartiger Durchfall – kann ein Hinweis auf Cholera sein. Dies tritt vor allem im Zusammenhang mit einer Reise in tropische Länder auf. Hier kommt es bis zu 20 Durchfällen pro Tag und das erbsbreiartiges Aussehen ist wegweisend für die Verdachtsdiagnose.
  • Paradoxe Diarrhoe – Eine spezielle Form des Durchfalls, die paradoxe Diarrhoe, äußert sich durch häufige, kleine, verflüssigte und übel riechende Stuhlmengen.
    Diese entsteht durch Verengungen (Stenosen) im Dickdarm, die den normalen Stuhltransport behindern. Nur geringe Mengen können an der Verengung vorbeigelangen, was häufig bei Dickdarmtumoren vorkommt.
  • Blut im Stuhl – Blut im Stuhl kann im Prinzip mehrere Ursachen haben. Neben den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) gehören auch bösartige Erkrankungen (z. B. Darmkrebs) zu den ernsteren Ursachen.
    • Liegt die Blutungsquelle im Magen, erscheint der Stuhl schwarz (Teerstuhl), da Magensäure mit frischem Blut reagiert.
    • Bei Blutungen im mittleren oder unteren Magendarmtrakt, etwa durch ein Karzinom, kann der Stuhl rötlich sein. Besonders alarmierend sind blutige Durchfälle in Kombination mit Verstopfungen.
      Hellrote Blutauflagerungen auf Stuhl oder Toilettenpapier deuten auf Hämorrhoiden hin und sollten ärztlich abgeklärt werden. Aber auch infektiöse Durchfallerreger können die Darmschleimhaut verletzen und blutigen, dünnflüssigen Stuhl verursachen.
  • Zusätzliches Erbrechen weist in der Regel auf eine Infektion oder Lebensmittelvergiftung hin
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Diagnose Durchfall

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Behandlung Durchfall

  • Ausgleich des Verlustes – Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes (z. B. Wasser, Tee, Elektrolytlösungen)
  • Ernährung anpassen
    • Leichte Kost – Zwieback, Banane, Reis, Kartoffeln.
    • Vermeidung schwer verdaulicher und fettiger Speisen.
    • Schonkost bis zur Besserung der Symptome.
  • Medikemante gegen Durchfall → siehe Abschnitt Medikamente
  • Antibiotika – Bei bakteriellen Infektionen ggf. Antibiotika (nur nach ärztlicher Verordnung)
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Medikamente

  • Elektrolytlösungen (z. B. Oralpädon®) – zur Rehydrierung
  • Loperamid (Imodium®) – hemmt die Darmbewegung (nicht bei Infektionen empfohlen).
  • Probiotika – zur Unterstützung der Darmflora.
  • Medikamente gegen Übelkeit (z. B. Dimenhydrinat®)
  • Antibiotika – nur bei spezifischen bakteriellen Infektionen und nach ärztlicher Anweisung.
arrow downHausmittel Durchfall
  • Schwarzer Tee – wirkt stopfend
  • Geriebener Apfel – Pektine binden Flüssigkeit.
  • Ernährung - Leicht verdauliche Lebensmittel wie Reis, Bananen, Toast oder Haferbrei können dabei helfen, den Darm zu beruhigen und den Stuhl zu festigen.
    Darüber hinaus enthalten geriebene Äpfel besipielsweise auch Pektine, die flüssigkeitsbindend wirken. Vermieden werden sollten fettige, scharfe oder stark gewürzte Speisen, Hülsenfrüchte und Zitrusfrüchte.
  • Flüssigkeitszufuhr - Besonders wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr beispielsweise durch Kräutertees (z.B. Kamille, Fenchel, Schwarztee) oder stilles Wasser oder bestenfalls isotones Wasser.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

In den allermeisten Fällen ist Durchfall harmlos und selbstlimitierend (selbstheilend).
Die Prognose ist daher fast immer sehr gut.

Es ist aber wichtig, den durchfallbedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen, um eine Dehydrierung zu vermeiden.
Vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen ist daher besondere Vorsicht geboten, im besonderen Maße bei hohen Außentemperaturen.

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Komplikationen

  • Dehydration – Bei andauerndem Durchfall kann es zu einer Dehydration (Austrocknung) kommen, besonders gefährlich ist dies bei Kindern und älteren Menschen.
  • Elektrolytstörungen (z. B. Kaliummangel)
  • Kreislaufprobleme – bis hin zum Schock bei schwerem Flüssigkeitsverlust.
  • Nierenversagen – bei schwerer Dehydration.
  • Mangelernährung – Chronischer Durchfall kann zu Mangelernährung führen. Das entsteht, da der Körper die Nährstoffe schnell im Magen-Darm-Trakt verliert. Die Nährstoffe können nicht wie normal im Dünndarm an den Körper abgegeben werden, sondern laufen förmlich durch.
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Dauer

  • Akuter Durchfall – plötzliches Einsetzen des Durchfalls, meist innerhalb weniger Tage selbstlimitierend.
  • Chronischer Durchfall – der Durchfall dauert länger als 2–4 Wochen, häufig Zeichen einer Grunderkrankung.
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Vorbeugung

Je nach Ursache lässt sich Durchfall nicht vorbeugen.
Es existieren jedoch einige allgemeine Maßnahmen zur bestmöglichen Vorbeugung.

  • Nahrungsmittel – Es wird empfohlen, auf den Verzehr von Speisen mit rohen Eiern, Rohmilch, Rohmilchkäse, rohem Fleisch und Wurstwaren sowie rohem Fisch und Räucherfisch zu verzichten.
  • Gründlich waschen – Zudem ist es wichtig, Obst und Gemüse gründlich zu waschen, um mögliche Rückstände zu entfernen.
  • Abkochen – Beim Kochen sollten Gerichte vor dem Verzehr auf mindestens 70 Grad erhitzt werden, um sicherzustellen, dass sie hygienisch einwandfrei sind.
  • Auf frische Lebensmittel achten – Frische und leicht verderbliche Lebensmittel wie Käse oder Wurst sollten zügig verzehrt werden, insbesondere wenn sie nicht erhitzt werden.
    • Darüber hinaus ist es ratsam, küchenfertige Salatmischungen, angebrochene Mayonnaise oder Konserven zu meiden, da diese potenziell gesundheitliche Risiken bergen können.
  • Hygiene – Ein hohes Maß an Hygiene in der Küche spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle; daher sollten Schneidbrettchen und Küchengeräte vor und nach der Nutzung immer gründlich heiß abgewaschen werden.
  • Kontaktvermeidung – Kommt es zu Fällen von Magen-Darm-Infekten im Umfeld, sollte bestmöglich der Kontakt vermieden werden und auf eine gründliche Hygiene (immer Hände waschen) geachtet werden.
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In der Schwangerschaft

Besonders zu Beginn einer Schwangerschaft leiden manche Frauen unter temporären Verdauungsstörungen, die meist harmlos sind.

Bei einer Infektion mit Salmonellen oder Listerien ist jedoch Vorsicht geboten, da diese für Mutter und Kind gefährlich sein können.

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Zahlen & Fakten

  • Fast alle Deutschen leiden mindestens einmal pro Jahr an Durchfall.
  • Kinder sind öfter betroffen.
  • Weltweit sind etwa 4 Milliarden betroffen, wovon etwa 7,5 Millionen Menschen, insbesondere Kinder, sterben.
aktualisiert: 02.06.2025
Quellenangabe
  • Gottlieb T, Heather CS (2011)  - Diarrhoea in adults (acute).
  • Robert Koch-Institut (RKI) (2021). Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2020
  • Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes – Informationen für Beschäftigte und Reisende: Cholera.  Merkblatt für Beschäftigte und Reisende: Durchfall (Diarrhoe).
  • Dalby-Payne JR, Elliott EJ. (2011) - Gastroenteritis in children.
  • World Health Organization (WHO) (2005) - The treatment of diarrhoea. A manual for physicians and other senior health workers.
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Dr. Margarete Hönnscheidt
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Margarete hat bereits zur Studienzeit medizinische Texte für das Informationsportal von Dr. Gumpert verfasst. Zu Ihren Schwerpunkten zählten Themen aus dem Bereich der inneren Medizin und Pharmakologie.

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Durchfall
Patienteninformation
  • Achte darauf, den Flüssigkeitsverlust und Elektrolytverlust auszugleichen, um eine Dehydration zu vermeiden. (V.a. bei Kleinkindern und Älteren)
  • Es empfiehlt sich gezuckerten Tee, Salzgebäck, Zwieback, Banane (gematscht) bei Durchfall zu sich zu nehmen.
  • Vermeide kohlensäurehaltige Getränke und scharfe sowie fettige Speisen.
  • Bei Abgeschlagenheit solltest Du Dich ausreichend schonen.
  • In den meisten Fällen verschwindet der Durchfall nach ca. 2 Tagen von alleine.
  • Bleibt der Durchfall über mehrere Wochen bestehen, musst Du einen Arzt (Hausarzt) zur Klärung aufsuchen.
  • Ältere Menschen und kleine Kinder sollten bei Durchfall zur Rehydratation (Elektrolyte / Glukoselösungen) zu sich nehmen.
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Beachte bitte: Dieser Selbsttest ersetzt niemals einen Arztbesuch.
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