Mukoviszidose als angeborene Stoffwechselerkrankung, wenn zäher Schleim in den Zellen allmählich lebenswichtige Organe verstopft.

Erfahrungs Berichte
Mukoviszidose ist eine angeborene Erkrankung des Stoffwechsels, infolge derer der Patient in mehreren Organen zu zähen Schleim produziert. Dadurch kommt es immer wieder zu schweren Lungenentzündungen, Verdauungsproblemen und Verstopfungen in Gängen von Galle und Bauchspeicheldrüse. (mucus = Schleim, viscidus= zäh) Es handelt sich bei der Mukoviszidose (zystische Fibrose) um eine rezessive Erbkrankheit, bei der die Chloridkanäle in einigen Düsen des Körpers einen Defekt aufweisen. Es sind die exokrinen Drüsen des Körpers betroffen, die das Pankreas, das Bronchialsystem, die Gallenwege, die Schweißdrüsen, den Dünndarm und die Keimdrüsen umfassen. Diese Drüsen bewirken durch den Defekt die Bildung eines zähen, schleimigen Sekrets, das zu Beschwerden führt. Zu einer rezessiven Erbkrankheit kann es erst kommen, wenn sowohl vom Vater, als auch von der Mutter entsprechendes Erbmaterial weitergegeben wird. Vererbt nur ein Elternteil das Gen, kann das Kind diesen zwar auch weitervererben, erkrankt aber nicht an der Krankheit. Man nennt dies auch „stumme Träger“.
Die Anzeichen einer Mukoviszidose lassen sich in der Regel gut in den Griff bekommen.
Jedoch können die Symptome teils gefährliche Ausmaße annehmen.
Eine besondere Gefahr geht von dem Schleim in den Bronchien aus, bei der eine potenzielle Erstickungsgefahr drohen kann.
Eine Mukoviszidose wird heutzutage bereits im Rahmen der Neugeborenen – Untersuchung diagnostiziert.
In einigen Fällen bleibt eine Mukoviszidose jedoch jahrelang unentdeckt.
Bei der Mukoviszidose handelt es sich um eine angeborene/ genetisch bedingte chronische Erkrankung.
Die Ursache der Mukoviszidose ist eine Mutation im CFTR-Gen auf Chromosom 7, das über defekte CFTR-Proteine zu defekten Chloridkanälen führt.
Diese Produzieren dann in den exokrinen Drüsen zähen Schleim.
Das Risiko, dass ein Kind an Mukoviszidose zu erkranken, kann durch eine Genanalyse der Eltern ermittelt werden, wenn ein Kinderwunsch besteht.
Die Symptome bei einer Mukoviszidose können alle Organe betreffen, in denen exokrine Drüsen mit defekten Chloridkanälen vorkommen.
Am häufigsten sind Beschwerden in den Atemwegen, wobei es zu chronischem Husten durch den zähen Schleim kommt.
Auch ist die Wahrscheinlichkeit stets erhöht, an bronchialen Infekten (Bronchitis) zu erkranken.
Im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) macht sich die Mukoviszidose durch anhaltende Durchfälle und Verdauungsstörungen mit eventuellem Gewichtsverlust bemerkbar.
Durch den zähen Schleim haben Patienten eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einem Gallensteinleiden zu erkranken.
Kindern merkt man die Krankheit dadurch an, dass sie sich körperlich eher langsam entwickeln und eine mangelhafte Gewichtszunahme aufweisen können.
Frauen, die an Mukoviszidose erkrankt sind, weisen eine verminderte Fertilität auf, Männer sind komplett infertil (Unfruchtbarkeit beim Mann).
Beim Neugeborenenscreening, das in der Regel bei jeder Geburt durchgeführt wird, wird auch auf das Vorliegen einer Mukoviszidose getestet.
Liegt bei Erwachsenen der Verdacht auf eine Mukoviszidose vor, kann mit der Bestimmung des immunreaktiven Trypsins und des pankreas-assoziierten Proteins eine Diagnose gestellt werden.
Bei unklaren Fällen stehen noch weitere Spezialuntersuchungen zur Verfügung und auch eine CFTR-Genanalyse ist möglich.
Um auf Mukoviszidose zu testen, kann der Pilocarpin-Schweißtest durchgeführt werden.
Dabei wird in zwei unabhängigen Messungen der Chloridgehalt im Schweiß bestimmt.
Liegt dieser über 60 mmol/l (der Graubereich liegt bei 30–60 mmol/l) kann dies das Vorliegen einer Mukoviszidose bestätigen.
Die Therapie der Mukoviszidose besteht darin, die Symptome zu lindern und Betroffene durch Sprechstunden mit Ärzten und ebenfalls Erkrankten zu unterstützen.
Bei der Behandlung der Symptome wird auf die ausreichende Zufuhr von Kochsalz und Flüssigkeit geachtet und das zähe Bronchialsekret muss täglich drainiert werden.
Medikamente zur Verflüssigung des Schleims und Antibiotika, um bronchiale Infekte zu verhindern, kommen auch zum Einsatz.
Je nachdem, wie sich die aktiven Symptome darstellen, wird die Therapie ergänzt.
Reicht die Sauerstoffzufuhr beispielsweise nicht mehr aus, kann eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie bis hin zur Lungentransplantation notwendig werden.
Momentan ist eine Gentherapie in Erprobung.
Leider kann die Mukoviszidose nicht geheilt werden und schreitet trotz Therapie voran.
Die Therapie dient dazu, Symptome zu lindern und die Lebenszeit der Patienten soweit es geht zu verlängern.
Die Mukoviszidose ist eine progredient verlaufende, nicht heilbare Krankheit.
Das bedeutet, dass durch die Therapie versucht wird, die Beschwerden zu lindern und den Fortschritt der Krankheit zu verlangsamen; ganz gestoppt werden kann Mukoviszidose nämlich nicht.
Im Laufe der Jahre werden die Symptome immer stärker, bis die Patienten ihnen schlussendlich erliegen.
Da es sich bei der Mukoviszidose um eine Erbkrankheit handelt, kann man ihr nicht vorbeugen, wenn die Vererbung schon stattgefunden hat.
Während der Kinderplanung kann aber eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden, die das Risiko, dass die Krankheit beim Kind ausbricht, berechnen und abschätzen kann.
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im hinteren Teil der Bauchhöhle (quer hinter dem Magen) unterhalb des Zwerchfells zwischen Milz und Zwölffingerdarm.
Der Sport ist ein elementarer Bestandteil bei der Behandlung der Mukoviszidose.
Mit einer regelmäßigen sportlichen Betätigung verbessert sich die Leistungsfähigkeit der Lunge und somit die Lebenserwartung.
Auf einige Faktoren muss jedoch beim Sport geachtet werden.
Die Mukoviszidose ist eine – trotz richtiger Therapie – Lebenszeit-verkürzende Erkrankung.
Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa 67 Jahren, wobei Männer in der Regel etwas älter werden als Frauen.
Eine Mukoviszidose führt zu einer verringerten Fertilität.
Sollte es dennoch zu einer Schwangerschaft kommen, ist diese risikoreich, denn bei Sauerstoffbedarf der Schwangeren kann es gefährlich, für die werdende Mutter und das Baby werden.
Eine Schwangerschaftsplanung sollte bei Mukoviszidose genauestens überlegt sein.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Ja, die Mukoviszidose ist vererbbar und wird autosomal-rezessiv vererbt.
Das heißt, dass die Krankheit nur ausbricht, wenn die genetische Veranlagung dafür sowohl von Mutter, als auch vom Vater vererbt wird.
Das genaue Gen, das für die Entstehung der Mukoviszidose sorgt, ist die CFTR-Genmutation auf Chromosom 7.
Nein, die Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit und somit nicht ansteckend.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Lunge, Bronchien, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenwege, Darm, Schweißdrüsen |
| Differentialdiagnose | Chronische Bronchitis, Asthma, COPD, Pankreasinsuffizienz anderer Ursache, Zöliakie, primäre ziliäre Dyskinesie |
| Medikamente | Antibiotika, Schleimlöser, Inhalationstherapie, Pankreasenzyme, CFTR-Modulatoren, Vitamine |
| Epidemiologie | häufigste autosomal-rezessive Stoffwechselerkrankung bei Menschen europäischer Herkunft; ca. 1:2500 Neugeborene |
| Prognose | verbessert durch moderne Therapien; Lebenserwartung deutlich gestiegen, aber chronisch fortschreitend |
| Verlauf | chronisch-progredient, wiederkehrende Infektionen, zunehmende Organbeteiligung (v. a. Lunge und Pankreas) |
| Pathophysiologie | Mutation im CFTR-Gen führt zu gestörter Chloridkanalfunktion, zähflüssige Sekrete, Organfunktionsstörungen |
| Komplikation | Lungeninfektionen, Ateminsuffizienz, Pankreasinsuffizienz, Leberzirrhose, Diabetes, Unfruchtbarkeit |
| Behandlung | Atemtherapie, Inhalation, Antibiotika, Enzymsubstitution, Ernährungstherapie, CFTR-Modulatoren, ggf. Lungentransplantation |
| Primärvorbeugung | nicht möglich, da genetisch bedingt |
| Sekundärvorbeugung | Neugeborenenscreening, frühe Behandlung von Infektionen, regelmäßige Verlaufskontrollen |
| Risikofaktoren | genetische Veranlagung, autosomal-rezessive Vererbung, Mutation im CFTR-Gen |
| Anzeichen | chronischer Husten, Atemnot, zäher Schleim, Gedeihstörung, Fettstühle, häufige Infektionen, Salzverlust über Schweiß |
| Stadien | leichte Lungenerkrankung, moderate Lungenschädigung, schwere Lungenerkrankung mit Ateminsuffizienz |
| Diagnostik | Schweißtest, genetische Analyse, Lungenfunktion, Stuhltests, Bildgebung, Neugeborenenscreening |
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