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pfeilWas ist das?

Ein Schwangerschaftsdiabetes oder auch „Gestationsdiabetes“ (GDM) ist ein erstmals in der Schwangerschaft aufgetretener Diabetes mellitus, also eine Störung der Blutzuckertoleranz. Die erhöhten Blutzucker werden über die Nabelschnur direkt an das Baby weitergegeben und belasten dessen Bauchspeicheldrüse. Glücklicherweise ist die Behandlung oft ohne Medikamente möglich und die Prognose ist nach der Geburt gut.

pfeilIst das gefährlich?
  • Die meisten Verläufe des Schwangerschaftsdiabetes sind dank frühzeitiger Diagnose und engmaschiger Kontrolle komplikationslos für Mutter und Baby.
  • Es besteht ein gewisses erhöhtes Risiko für das Auftreten mancher Komplikationen bei Mutter und Baby (s. Komplikationen)
  • Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes entwickeln gelegentlich im Verlauf des Lebens auch einen manifesten (schwangerschaftsunabhängigen) Diabetes mellitus Typ 2
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pfeilWann zum Arzt?
  • Während der regelhaften Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt und bereits bei Feststellung der Schwangerschaft wird auf Risikofaktoren für eine Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) geachtet.
  • Eine Screening-Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes wird bei allen schwangeren Frauen durchgeführt.
  • Normalerweise sind darüber hinaus zur Detektion des Schwangerschaftsdiabetes keine weiteren Arzttermine notwendig.
  • Sollten Sie sich komisch/unsicher fühlen oder Symptome bei sich bemerken, sprechen Sie dies bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung offen an!
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Ursachen Schwangerschafts- Diabetes

  • Hormone – Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft sorgen für veränderten Insulinbedarf (Insulin = Hormon, das Blutzucker regelt)
  • Insulinbedarf – Ab dem 2. Trimester besteht (bei allen Frauen) eine höhere Insulinresistenz, das heißt, der Blutzucker steigt und bleibt höher als zuvor.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Schwangerschaftsdiabetes

  • Positive Familienanamnese – Diabetes mellitus Typ 2 bei Eltern/Geschwistern
  • Positive Eigenanamnese – In vergangener Schwangerschaft bereits Schwangerschaftsdiabetes gehabt oder ein Kind mit mehr als 4500 g geboren.
  • Übergewicht – BMI > 27 (vor der Schwangerschaft)
  • Alter – höheres Alter bei Schwangerschaft (besonders älter als 45 Jahre)
  • Fehlgeburten – wiederholte Fehlgeburten in der Vergangenheit.
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Symptome Schwangerschafts- Diabetes

  • Asymptomatisch – Häufig verläuft ein Schwangerschaftsdiabetes symptomlos! (ohne Anzeichen).
  • Polyurie & Polydipsie – Stark erhöhte Trinkmenge/Durst und dadurch vermehrter Harndrang.
  • Infektanfälligkeit – Häufige Harnwegsinfekte/Entzündungen im Intimbereich während der Schwangerschaft.
  • Erhöhte Fruchtwassermenge
  • Makrosomie – starke Gewichts-/Größenzunahme des Babys im Mutterleib.
  • Bluthochdruck

Beachte! Die typischen Anzeichen vermehrter Durst & häufiges Wasserlassen sind meist milder ausgeprägt, als bei einem Diabetes mellitus unabhängig der Schwangerschaft.

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Diagnose Schwangerschafts- Diabetes

  • Nüchternblutzucker bestimmen – bei Risikofaktoren schon im ersten Trimester sinnvoll) → sollte < 92 mg/dl liegen
  • 50g-Suchtest (kleiner Zuckerbelastungstest) – zwischen SSW 24+0 und 27+6 bei allen Schwangeren empfohlen
    • Ablauf: 50g Glucose werden in Wasser aufgelöst und auf einmal getrunken.
    • Schwangere verbleibt in Praxis für 1h → dann Blutzuckerkontrolle.
    • Test kann unabhängig von letzter Mahlzeit und Tageszeit durchgeführt werden.
    • Bei auffälligem Ergebnis muss der „große Zuckerbelastungstest“ angeschlossen werden.
  • Großer Belastungstest – Alternativ kann bei entsprechendem Risikoprofil direkt der orale Glucosetoleranztest (oGTT) (großer Belastungstest) durchgeführt werden.
    • Ablauf analog zum kleinen Zuckerbelastungstest, dieser muss allerdings nüchtern durchgeführt werden und es erfolgen zwei Messungen: nach 1h und 2h
    • Nur ein auffälliges Ergebnis im großen Zuckerbelastungstest erlaubt die Diagnose Gestationsdiabetes
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Behandlung Schwangerschafts- Diabetes

Bei Schwangerschaftsdiabetes erfolgt die Einstufung als Risikoschwangerschaft. Es erfolgt eine Betreuung in einer Diabetes-Schwerpunkteinrichtung mit Spezialisierung auf Schwangerschaftsdiabetes.

  • Erstlinie – Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität. Diese Maßnahme reicht bei ⅔ der Frauen als Therapie bereits aus.
    • Wenig einfache Kohlenhydrate (handelsüblicher Zucker), stattdessen eher Ballaststoffe und komplexe Kohlenhydrate.
    • Eiweißreiche Ernährung.
    • Bewegung vor allem nach den Mahlzeiten (z. B. Spaziergang)
    • Besser 5 kleine, als 3 große Mahlzeiten am Tag.
  • Insulintherapie (Spritzen) – Bei Versagen der Erstlinientherapie. 
    • Hinweis! Eine alternative medikamentöse Therapie in Form von Tabletten gibt es nicht!
  • Kontrolluntersuchungen – Kontrollen bei der Schwangeren
    • Regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen: z. B. Blutzuckertagesprofil
    • Strengere Überwachung der Gewichtszunahme bis zur Geburt
  • Kontrollen beim Baby
    • Regelmäßige Wachstumsuntersuchungen per Ultraschall (alle 2–4 Wochen)
    • Bei Erstlinientherapie - wöchentliche CTG-Kontrollen ab SSW 36.
    • Bei Insulintherapie: (mindestens) wöchentliche CTG-Kontrollen ab SSW 32.
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Medikamente

  • Insulin in Form von Subkutanspritzen (werden in den Bauch gespritzt) - Bei Versagen der Erstlinientherapie

Hinweis! Eine medikamentöse Therapie in Form von Tabletten gibt es nicht!

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Schwangerschafts- Diabetes

  • Gesunde Ernährung
    • Zuckerarm
    • Ballaststoffreich
    • Eiweißhaltig
  • Bewegungstherapie – ausreichend Bewegung, vor allem nach den Mahlzeiten, z. B. Spazieren, Schwimmen, Rad fahren. Wähle Sportarten, die den Körper ausreichend, aber nicht übermäßig strapazieren.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

  • Die Prognose einer Schwangerschaftsdiabetes ist gut! Bei den meisten Frauen verschwindet der Diabetes nach der Entbindung wieder.
  • Erhöhtes Risiko für wiederholten Gestationsdiabetes während einer weiteren Schwangerschaft (Das Risiko beträgt etwa 40%).
  • Erhöhtes Risiko für das Auftreten eines manifesten Diabetes mellitus Typ 2 im späteren Verlauf des Lebens.
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Verlauf

  • Ernährungsumstellung – Strikte Ernährungsregeln für verbleibende Schwangerschaft, hohe Eigenmotivation und Selbstkontrolle notwendig.
  • Kontrollen – Häufigere Kontrolltermine beim Frauenarzt
  • Mitbehandlung in einer Diabetesambulanz
  • Geburtsplanung
    • Empfehlung zur Entbindung in einer Klinik mit angeschlossener Kinderklinik
    • Außerklinische Geburt nicht möglich
    • Frühere Einleitung der Geburt als bei gesunden Schwangeren. Bei Insulinbehandlung sollte spätestens ab SSW 40+0 (ab ET) eingeleitet werden.
  • Nach der Geburt – erfolgen bei der Mutter und beim Neugeborenen mehrere Blutzuckerkontrollen.
    • Mutter – Blutzuckertagesprofil am 2.Tag und oGTT („großer Zuckerbelastungstest“) 6-12 Wochen nach der Geburt.
    • Baby – Blutzuckerkontrolle nach 2, 6 und 12 Stunden nach Geburt.
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Komplikationen

Komplikationen für die Mutter

  • Schwangerschaftsvergiftung – Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsvergiftung (Erkrankungen mit Bluthochdruck während der Schwangerschaft)
  • Harnwegsinfekte
  • Makrosomie (zu großes Kind) – Birgt wiederum eigene Risiken wie Geburtskomplikationen, -verletzungen oder einen notwendigen Kaiserschnitt.
  • Zu viel Fruchtwasser 
  • Vorzeitige Wehen – Risiko für Frühgeburt dadurch erhöht.

Komplikationen für das Baby

  • Zu dickes Blut (Polyglobulie)
  • Schlechte Adaptation (Anpassung) – nach der Geburt
    • Atemnotsyndrom
    • Unterzuckerung
    • Elektrolytstörungen
    • Neugeborenenikterus (Gelbsucht)
  • Probleme am Herzen (Kardiomyopathie)
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Vorbeugung

Es gibt einige Maßnahmen, die Du beachten solltest, um einer Schwangerschaftsdiabetes bestmöglich vorzubeugen.

  • Ausgewogene Ernährung
    • Vollkornprodukte, Gemüse, ausreichend Protein, frisches Obst.
    • Vermeidung von stark zuckerhaltigen Produkten, v.a. zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks.
  • Bewegung – ausreichende und regelmäßige Bewegung.
  • Normalgewicht – Vermeide ein Übergewicht (natürlich ist damit nicht die Gewichtszunahme des Kindes gemeint)
aktualisiert: 04.12.2024
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