Trachom, wenn es zu einer zeitlich andauernden bakteriellen Infektion der Bindehaut kommt. Die Erkrankung tritt vor allem bei Kindern in Entwicklungsländern auf.
Ein Trachom beschreibt eine chronische Entzündung der Bindehaut. Diese wird durch das Bakterium „Chlamydia trachomatis“ hervorgerufen. In Industrieländern ist diese Erkrankung äußert selten, trotzdem ist es die wohl häufigste Augenerkrankung weltweit. Theoretisch kann sich jeder mit einem Trachom anstecken. Es sind vor allem Kinder und Mütter in Entwicklungsländern betroffen, aber auch die Männer stecken sich an. Armut, schlechte hygienische Verhältnisse und trockenheißes Klima ermöglichen dem Erreger die Ausbreitung. In Industriestaaten kommt ein Trachom meist bei Reiserückkehrern aus Endemiegebieten vor, ist alles in allem aber sehr selten.
Ein Trachom ist nicht lebensbedrohlich und gefährlich im klassischen Sinn, führt aber ohne Behandlung zur Erblindung und birgt somit ein hohes Gefahrenpotential.
Ärztliches Personal sollte man aufsuchen, wenn es zu Veränderungen am Auge kommt (Rötung) und ein Fremdkörpergefühl besteht.
Auch vermehrtes Tränenlaufen und Absonderung von wässrigem Sekret aus dem Auge können auf ein Trachom hinweisen.
Alles in allem sind diese Symptome besonders nach einer Reise in ein Risikogebiet mit Kontakt zu Einheimischen relevant.
Zu den Risikogebieten zählen zum Beispiel: Indien, Teile Afrikas, Südwestasien, Australien, Teile von Mittel- und Südamerika.
Die Symptome bei einem Trachom beginnen meist im Kindesalter. Es sind meistens beide Augen betroffen.
Die Inkubationszeit beträgt ca. 5 bis 10 Tage. Man kann die Erkrankung anhand der Symptome in vier bzw. fünf Stadien einteilen.
Die Einteilung erfolgt nach McCallen und zeigt die folgenden Stadien:

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Je nach Krankheitsstadium sehen die Augen etwas anders aus.
Die Prognose bei einem Trachom ist abhängig vom Krankheitsstadium.
Je früher die Krankheit behandelt wird, desto besser ist die Prognose.
Besonders in den Anfangsstadien ist die Prognose sehr gut.
Die Infektion kann vor dem Stadium der Narbenbildung ohne Folgen abheilen.
Lange Verläufe und häufige Reinfektionen wirken sich allerdings negativ auf die Prognose aus.
Der Verlauf eines Trachoms richtet sich tatsächlich nach dem Vorhandensein der medizinischen Versorgung.
Wenn man Zugang zu Antibiotika und anderen Therapiemöglichkeiten hat, lässt sich das Trachom gut behandeln, besonders in den Anfangsstadien.
Fehlt jedoch dieser Zugang, schreitet die Erkrankung fort, bis sie letztendlich in einer vollständigen Erblindung endet.
Antibiotisch behandelt wird für ca. 7 Tage – je nach Verlauf ist manchmal auch eine längere Therapie nötig.
Die genaue Dauer hängt jedoch von dem Stadium und dem Einhalten der Hygienemaßnahmen ab.
Die effektivste Vorbeugung eines Trachoms sind gute hygienische Verhältnisse.
Sauberes Wasser, ausreichend Aufklärung und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung sind ebenfalls wichtig.
Die Erreger, die das Trachom auslösen, verbreiten sich über Schmierinfektionen – es ist also ansteckend.
Meist kommt es zu einer Verbreitung durch das Teilen von Handtüchern.
Mütter haben ein höheres Risiko sich anzustecken als Väter, da sie im Schnitt eher die Care-Arbeit übernehmen und so engen Kontakt zu den Kindern haben.
Eine Übertragung durch Fliegen ist wohl auch beschrieben.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Bindehaut, Hornhaut, Augenlider, Tränenapparat |
| Differentialdiagnose | Bakterielle Bindehautentzündung, virale Konjunktivitis, allergische Konjunktivitis, Keratitis, Trockene Augen |
| Medikamente | Antibiotika (z. B. Azithromycin), topische Antibiotika, entzündungshemmende Mittel |
| Epidemiologie | weltweit häufig in Entwicklungsregionen, führende Ursache vermeidbarer Blindheit, vor allem Kinder betroffen |
| Prognose | gut bei früher Behandlung, unbehandelt Gefahr von Vernarbung und Erblindung |
| Verlauf | wiederkehrende Infektionen → chronische Entzündung → Vernarbung → Einwärtsdrehen der Lider → Hornhautschäden |
| Pathophysiologie | Infektion durch Chlamydia trachomatis → chronische Entzündung → Vernarbung der Bindehaut |
| Komplikation | Trichiasis, Hornhautvernarbung, Blindheit, Lidfehlstellungen |
| Behandlung | Antibiotikatherapie, chirurgische Korrektur bei Trichiasis, Hygienemaßnahmen |
| Primärvorbeugung | Hygiene, sauberes Wasser, verbesserte sanitäre Bedingungen, Aufklärung |
| Sekundärvorbeugung | frühe Behandlung von Infektionen, Kontaktvermeidung, regelmäßige Kontrollen in Endemiegebieten |
| Risikofaktoren | Armut, schlechte Hygiene, beengte Wohnverhältnisse, Fliegenkontakt, mangelnde Wasserversorgung |
| Anzeichen | Rötung, Fremdkörpergefühl, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit, Schleimabsonderung, Lidfehlstellung, verschlechtertes Sehen |
| Stadien | WHO-System: Follikelstadium, Entzündungsstadium, Narbenstadium, Trichiasis, Hornhautschäden |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, PCR-Abstrich, Spaltlampenuntersuchung, WHO-Trachomstaging |