Bindehautentzündung (Konjunktivitis), wenn sich die Bindehaut am Auge aufgrund unterschiedlicher Auslöser entzündet.


Die Bindehaut ist eine Schleimhaut, die sich an der Innenseite der Augenlider befindet und diese mit dem Augapfel verbindet. Sie ist sehr empfindlich und kann sich entzünden. Eine Bindehautentzündung (lat. Konjunktivitis) wird am häufigsten durch Erreger oder durch eine allergische Substanz ausgelöst. Sie führt zu einer Rötung und einem Brennen und Jucken des Auges. Die Behandlung erfolgt je nach Auslöser. Die Entzündung der Bindehaut ist ein häufiges Krankheitsbild. Sie kann sowohl im Kindesalter, als auch im Erwachsenenalter auftreten. Meist wird die Bindehautentzündung als besonders unangenehm wahrgenommen, stellt allerdings kein bedrohliches Krankheitsbild dar.
In den meisten Fällen ist eine Bindehautentzündung zwar unangenehm für den Betroffenen, aber nicht gefährlich.
Es existieren jedoch einige gefährliche Augenerkrankungen, die ähnliche Anzeichen wie die Bindehautentzündung verursachen.
Bindehautentzündungen heilen oft auch ohne Behandlung (Antibiotika) von alleine wieder ab.
Einen Arzt solltest Du jedoch aufsuchen, wenn das Sehen beeinträchtigt ist, die Augen stark schmerzen oder die Bindehautentzündung nach wenigen Tagen nicht von alleine wieder abklingt.
Die Bindehaut (Konjunktiva) überzieht die Innenfläche der Augenlider. Die Bindehaut verläuft vom Lidrand bis zur Hornhaut.
Die Ursachen einer Bindehautentzündung sind verschieden.
Die Ursachen sind abhängig von dem Auslöser der Erkrankung.
1. Ursache infektiöse Bindehautentzündung
Eine infektiöse Bindehautentzündung kann durch bakterielle und virale Erreger hervorgerufen werden.
Die häufigsten bakteriellen Erreger sind Chlamydien und Gonokokken.
Aber auch andere bakterielle Erreger wie Haemophilus influenza und Staphylokokken sind mögliche Auslöser.
Risikofaktoren sind Infektionen der oberen Atemwege, Verengung der Tränengänge und das Tragen von Kontaktlinsen.
Die häufigsten viralen Erreger sind Adenoviren, Herpesviren und Varizella-Zoster-Viren.
Risikofaktor ist eine mangelnde Hygiene, die zur Übertragung dieser Viren führt.
2. Ursache nicht – infektiöse Bindehautentzündung
Eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung kann durch die unterschiedlichsten Erkrankungen ausgelöst werden.
Hierzu gehören Erkrankungen des Auges, wie eine Drüsen-Dysfunktion, Störung der Lidstellung und Allergien.
Aber auch hormonelle Störungen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsendysfunktion oder metabolische Erkrankungen, wie Diabetes mellitus, sind Risikofaktoren.
Des Weiteren sind Autoimmunerkrankungen, wie das Sjögren-Syndrom und Rheumatologische Erkrankungen als potentielle Auslöser zu nennen.
Auch einige entzündliche Hauterkrankungen sind als Risikofaktoren zu berücksichtigen.
Die Symptome einer Bindehautentzündung (lat. Konjunktivitis) können je nach Ursache etwas variieren.
Allerdings treten folgende Symptome bei allen Arten der Bindehautentzündung auf:
Zur Diagnostik einer Bindehautentzündung gehört die Anamnese – also das gezielte Befragen des Patienten, um mögliche Auslöser zu finden.
Anschließend folgt die Untersuchung.
Hierfür stülpt der Augenarzt das Augenlid um und betrachtet die Innenseite des Auges.
Manchmal wird ein Abstrich aus der Innenseite entnommen, um den Erreger bestimmen zu können.
Falls die Vermutung vorliegt, dass die Hornhaut mitbetroffen sein könnte, wird eine Untersuchung mit der Spaltlampe, einer speziellen Lupe, durchgeführt.
Zusätzlich sollte ggf. die Sehschärfe bestimmt werden.
Bei einer Bindehautentzündung sollte man einen Augenarzt, also einen Ophthalmologen, aufsuchen.
Dieser kann die geeignete Therapie einleiten.
Eine Bindehautentzündung äußert sich durch eine charakteristische Rötung des Auges. Morgens ist das betroffene Auge zudem oftmals verklebt und sondert eine gelbliche Flüssigkeit ab.

Du möchtest wissen, wie eine Bindehautentzündung aussieht?
Hier klicken!Für die Behandlung einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) muss man zwischen der infektiösen und nicht-infektiösen Form unterscheiden.
Folgende Möglichkeiten sind für die Behandlung von infektiösen Konjunktivitiden zugelassen:
Ob, und welche Medikamente bei einer Bindehautentzündung eingesetzt werden, hängt vom Auslöser der Bindehautentzündung ab.
Gegen die trockenen Augen können generell Tränenersatzmittel angewandt werden.
Bei einer Bindehautentzündung kommen verschiedene therapeutische Maßnahmen in Betracht.
Eine davon ist die medikamentöse Therapie.
Eine Bindehautentzündung ist eine äußerst unangenehme Erkrankung.
Um die Symptome etwas zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen sind, kann man einige Hausmittel verwenden:
Allgemein lässt sich sagen, dass die Prognose einer infektiösen Bindehautentzündung gut ist.
Bei erfolgreicher Therapie heilt sie innerhalb von ein paar Tagen aus.
Die Prognose einer nicht-infektiösen Therapie hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab.
In der Regel lässt sie sich aber gut behandeln.
Der Verlauf einer Bindehautentzündung ist variabel.
Sie hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab.
Allgemein lässt sich allerdings sagen, dass eine infektiöse Bindehautentzündung bei erfolgreicher Therapie rasch abheilt.
In ausgeprägten Fällen kann es allerdings vorkommen, dass die Hornhaut (Keratokonjunktivitis) mitbetroffen ist.
Hierbei kann es zu einer Sehverschlechterung kommen.
Eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung verläuft recht unterschiedlich.
Wie bereits angesprochen, hängt sie von der Grunderkrankung ab und auch der Verlauf richtet sich danach.
Die Therapie gestaltet sich meist etwas schwierig und die Bindehautentzündung kann oftmals wiederauftreten.
Falls die Entzündung weiter fortschreitet, kann die Hornhaut betroffen sein, sogenannte Keratokonjunktivitis.
Dies kann bei ausbleibender Therapie zu einer Sehverschlechterung führen.
Falls die Hornhaut dauerhaft beschädigt wird, kann dieser Sehverlust bleiben.
Die Heilung einer Bindehautentzündung dauert ein paar Tage.
In vielen Fällen kann sie auch von alleine ausheilen, allerdings sollte man nicht zu lange warten einen Arzt aufzusuchen, da die Hornhaut bei Fortschreiten der Entzündung zerstört werden kann.
Die Heilung einer nicht-infektiösen Bindehautentzündung kann sich in einigen Fällen ziehen.
Bei der Behandlung sollte man auch die Grunderkrankung mitbehandeln.
Eine Bindehautentzündung kann durch ein paar einfache Maßnahmen vorgebeugt werden.
Regelmäßiges Händewaschen
Hierzu gehören insbesondere hygienische Maßnahmen, wie zum Beispiel das regelmäßige Händewaschen und die Vermeidung von Augen-Hand-Kontakt.
Kontaktvermeidung mit Betroffenen
Falls man in einer größeren Familie lebt, sollte man darauf achten, dass jedes Familienmitglied eigene Handtücher und Hygieneartikel besitzt.
Impfung
Zudem gibt es noch die Möglichkeit, sich gegen das Varizella-Zoster-Virus zu impfen.
Das Virus ist der klassische Auslöser einer Windpocken Infektion und kann im Verlauf zu Komplikationen führen.
Vorbeugung bei nicht-infektiöser Bindehautentzündung
Die Vorbeugung der nicht-infektiösen Bindehautentzündung gestaltet sich etwas schwieriger. Besonders wichtig ist, dass die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wird und Folgekomplikationen, wie eine Bindehautentzündung, vermieden werden.
Darüber hinaus wird empfohlen, auf die hygienischen Maßnahmen zu achten (s.o.).
Über die Inkubationszeit (Zeitraum von Ansteckung bis Ausbruch der Erkrankung) einer Bindehautentzündung lässt sich keine pauschale Aussage treffen.
Die Inkubationszeit ist abhängig von dem Erreger.
Die Inkubationszeit für die häufigsten Erreger ist im Folgenden aufgelistet:
Bei infektiösen Bindehautentzündungen sollte man strikte Hygienemaßnahmen einhalten, bis die Erkrankung abgeheilt ist.
Über die Dauer der Ansteckungsgefahr lässt sich allgemein sagen, dass sie vorhanden ist, bis die Entzündung abheilt.
Während dieser Periode sollte man hygienische Maßnahmen strikt einhalten.
Eine nicht-infektiöse Bindehautentzündung ist nicht ansteckend.
In diesem Fall braucht man sich keine Sorgen über eine mögliche Ansteckung zu machen.
Im Normalfall tritt eine Bindehautentzündung nur einseitig (unilateral) auf.
Nur in seltene Fällen sind beide Augen betroffen.
Die Bindehaut zieht vom Lidrand bis zum Hornhautrand.
Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) im Kindesalter ist recht häufig und meist auch hochansteckend.
Die Behandlung bei Kindern variiert etwas.
Man versucht die Konjunktivitis zuerst symptomatisch zu behandeln. Mit der Gabe von Antibiotika wartet man zunächst ab.
In der Regel handelt es sich hierbei um virale Erreger, die nach einigen Tagen von alleine ausheilen.
Eltern sollten in diesem Fall besonders auf die Hygiene achten, da virale Erreger hochansteckend sind.
Es empfiehlt sich, die Hände regelmäßig und gründlich zu waschen.
Die Hände sollten nicht die Augen berühren.
Die Behandlung bei Neugeborenen unterscheidet sich von der bei Kindern.
Hier handelt es sich größtenteils um bakterielle Erreger, die antibiotisch behandelt werden müssen.
In diesem Fall sollte schnellstmöglich eine Therapie eingeleitet werden.
Eine Bindehautentzündung ist weder für das ungeborene Kind, noch für die werdende Mutter gefährlich.
Notwendige Augentropfen oder Augensalben können auch während einer Schwangerschaft nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt problemlos angewandt werden.
Da einige Wirkstoffe jedoch dem Ungeborenen schaden können, wird eine ärztliche Beratung dringend empfohlen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Bindehaut, Lidinnenseite, Tränenfilm |
| Differentialdiagnose | trockene Augen, allergische Konjunktivitis, Keratitis, Uveitis, Blepharitis, Fremdkörper, Glaukomanfall |
| Medikamente | antibiotische Augentropfen, antivirale Medikamente, Antihistaminika, befeuchtende Tropfen, entzündungshemmende Mittel |
| Epidemiologie | sehr häufig, alle Altersgruppen, viral und bakteriell besonders ansteckend |
| Prognose | in der Regel gut, virale Formen können länger dauern |
| Verlauf | akuter Beginn, Dauer abhängig vom Erreger zwischen Tagen und Wochen |
| Pathophysiologie | Entzündung der Bindehaut durch Viren, Bakterien, Allergene oder Reizstoffe |
| Komplikation | Hornhautbeteiligung, chronische Reizungen, Narbenbildung bei schweren Infektionen |
| Behandlung | antimikrobielle Therapie nach Erreger, Hygiene, künstliche Tränen, Allergenkarenz bei allergischer Form |
| Primärvorbeugung | Händehygiene, Vermeidung von Kontakt mit infizierten Personen, saubere Kontaktlinsen |
| Sekundärvorbeugung | rasche Behandlung erster Symptome, keine gemeinsame Nutzung von Augenprodukten oder Handtüchern |
| Risikofaktoren | Kontaktlinsen, Infekte, Allergien, schlechte Hygiene, Immunschwäche |
| Anzeichen | Rötung, Brennen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, vermehrter Tränenfluss, eitriges Sekret, Lichtempfindlichkeit |
| Stadien | akute Konjunktivitis, subakute Phase, Ausheilungsphase |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, Spaltlampe, Abstrich bei unklaren Fällen oder schweren Verläufen |