Erblindung (Amaurosis), wenn es zu einer angeborenen oder erworbenen Erblindung eines oder beider Augen kommt. Amaurosis fugax = vorübergehende Erblindung.

Der Begriff Amaurosis bedeutet aus dem lateinischen übersetzt Blindheit. Die Blindheit kann beide Augen oder auch nur eines betreffen. Der Sehverlust kann als Folge von Erkrankungen entstehen oder auch angeboren sein. Eine Sonderform der Amaurosis ist die Amaurosis fugax. Hierbei kommt es zu einem plötzlich einsetzenden Sehverlust, der nur einige Sekunden bis Minuten anhält.

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!
Sehverlust, ein plötzlich eintretender Sehverlust ist immer ein Notfall und muss sofort notfallmedizinisch versorgt werden.
Eine Amaurosis fugax ist eine plötzliche Blindheit und stellt eine akute Gefahr dar.
Eine schnelle Behandlung mit Kortison ist notwendig, da ansonsten eine Erblindung drohen kann.
Tritt bei Dir oder einem Angehörigen eine plötzliche Blindheit (Amaurosis fugax) auf, handelt es sich dabei um einen medizinischen Notfall, der sofort medizinisch von einem Neurologen abgeklärt werden muss. Auch wenn sich die Symptome nach kurzer Zeit bessern.
Bei einer Erblindung kann zwischen einer gesetzlichen Erblindung (<2% der Sehstärke im Vergleich zur Norm) und Erblindung im medizinisch-wissenschaftlichen Sinn (vollständige Erblindung) unterschieden werden.
Es gibt viele verschiedene Erkrankungen, die einer Erblindung (Amaurosis) zugrunde liegen.
Zu den häufigsten zählen:
Eine Amaurosis kann angeboren sein oder durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden.
Angeborene Erkrankungen haben meist eine genetische Komponente und können durch eine humangenetische Beratung meist herausgefunden werden.
Grunderkrankungen, die eine Amaurosis hervorrufen, sind recht unterschiedlich.
Die häufigsten Erkrankungen sind die altersbedingte Makuladegeneration, das Glaukom und die diabetische Retinopathie.
Die Makula ist der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut.
Mit fortschreitendem Alter kommt es zur Degeneration der Makula und es kommt zur Abnahme der Sehschärfe und des Kontrastempfindens.
Risikofaktoren sind:
Ein Glaukom, auch bekannt unter dem Begriff grüner Star, entsteht durch einen erhöhten Druck im Inneren des Auges.
Dieser Druck kann den Sehnerv schädigen, sodass es zu Ausfällen im Bereich des Gesichtsfeldes kommen kann.
Risikofaktoren sind:
Eine diabetische Retinopathie ist eine pathologische Veränderung der Gefäße, welche die Netzhaut versorgen.
Ursächlich hierfür ist ein lang bestehender Diabetes mellitus.
Multiple Sklerose als Ursache einer Erblindung
Eine weitere Grunderkrankung, welche vor allem bei jungen Menschen zur Amaurosis führen kann, ist die Multiple Sklerose.
Hier kommt es durch eine Zerstörung des eigenen Nervengewebes, zu einer Schädigung des Sehnervs und anderer Hirnareale. Es kann eine einseitige, in ausgeprägte Fällen auch eine zweiseitige Blindheit resultieren.
Risikofaktoren, die eine Entstehung der Multiplen Sklerose begünstigen, sind nicht eindeutig geklärt. In diesem Zusammenhang werden virale Infektionen und Nikotinkonsum diskutiert.
Erblindung durch Netzhautablösung
Des Weiteren kann eine Amaurosis durch eine Netzhautablösung (Amotio retinae) entstehen.
Die häufigste Form der Netzhautablösung ist die rissbedingte Form.
Risikofaktoren hierfür sind eine Glaskörperabhebung, Traumata, Myopie (Kurzsichtigkeit) und eine Operation des Grauen Stars.
Hygiene als Ursache der Erblindung
In Entwicklungsländern kommt es durch mangelnde Hygiene häufiger zu Infektionen des Auges.
Insbesondere das Bakterium Chlamydia trachomatis kann schwerwiegende Infektionen verursachen. Mit der Zeit kommt es zur Verklebung des Augapfels mit der entzündeten Bindehaut und somit zu einem Sehverlust.
Weltweit ist dies sogar die häufigste Ursache der Erblindung.
Die Erblindung ist im eigentlichen selbst das Symptom.
Das Hauptsymptom einer Amaurosis ist daher die Blindheit.
Die Blindheit kann ein oder auch beide Augen betreffen.
Sie kann angeboren sein, über einen bestimmten Zeitraum entstehen oder auch kurzfristig durch eine arterielle Minderperfusion hervorgerufen werden.
Zudem fällt auf, dass die Pupille dieser Patienten nicht lichtreagibel ist.
Normalerweise verkleinern sich die Pupillen bei Lichteinfall. Dieser Mechanismus ist bei betroffenen Patienten bei einer Erblindung allerdings nicht mehr vorhanden.
Zusätzlich können weitere Symptome auftreten – diese sind abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung.
Die Diagnose einer Amaurosis wird meist klinisch gestellt.
Das heißt, man stellt sich zunächst bei einem Augenarzt vor, der gezielte Fragen bezüglich der Symptomatik erfragt.
Anschließend können weiter augenärztliche Untersuchungen und ergänzend bildgebenden Verfahren, wie ein MRT erfolgen.
Im Falle einer Amaurosis fugax (plötzliche Blindheit) sollte ein Ophthalmologe, also ein Augenarzt, aufgesucht werden.
Er kann entscheiden, ob zusätzlich ein Neurologe (Nervenarzt) hinzugezogen werden sollte.
Falls ein Kind an einer Blindheit oder einem stark eingeschränkten Sehvermögen leidet, kann auch zunächst der Kinderarzt aufgesucht werden.
Die Behandlung einer Amaurosis ist meist kaum mehr möglich.
Eine Erblindung ist in vielen Fällen irreversibel.
Allerdings gibt es eine Reihe von Hilfsmitteln, welche den Alltag für erblindete Menschen erleichtern können:
Die Sonderform der Amaurosis, die sogenannte Amaurosis fugax, kann allerdings noch behandelt werden.
Hierbei handelt es sich um einen kurzzeitigen Sehverlust, der durch eine arterielle Minderperfusion entsteht.
Es kommt zu einem Verschluss der A. centralis retinae, welche die Netzhaut mit sauerstoffreichem Blut versorgt.
Meist ist dieser Arterienverschluss bedingt durch eine Arteriosklerose, Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder eine Entzündung der A. temporali (Arteriitis temporalis).
Behandelt werden kann die Amaurosis fugax durch eine optimale Einstellung des Bluthochdruckes und des Diabetes.
Zusätzlich kann das Medikament ASS verabreicht werden.
Darüber hinaus sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden und auf Alkohol und Nikotin sollte verzichtet werden.
Die Arteriitis temporalis kann durch eine hohe Dosis an Glukokortikoiden behandelt werden.
Eine allgemeingültige Aussage über die Prognose einer Amaurosis fugax (plötzliche Erblindung) lässt sich nicht treffen.
Sie hängt von der Grunderkrankung, dem Zeitpunkt der Therapieeinleitung und der erfolgreichen Behandlung ab.
Allerdings kann man sagen, dass die Amaurosis das Endstadium ist und man zu diesem Zeitpunkt therapeutisch nur noch wenig machen kann.
Aus diesem Grund spielt die Prävention eine essenzielle Rolle.
Bei einer Einschränkung des Sehvermögens oder Infektionen im Bereich des Auges sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden.
Auch der Verlauf einer Amaurosis ist abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung.
Es gibt angeborene Erkrankungen, bei denen Kinder von Geburt an blind sind oder erst im Verlauf ihr Sehvermögen verlieren.
Eine Amaurosis, die durch Grunderkrankungen, wie eine altersbedingte Makuladegeneration oder eine diabetische Retinopathie ausgelöst wird, ist meist schleichend.
Über die Jahre kommt es zu einer zunehmenden Einschränkung des Sehvermögens, bis der Patient irgendwann nichts mehr sehen kann.
Eine beginnende Netzhautablösung kann durch eine sofortige Behandlung verhindert werden.
Falls die Behandlung ausbleibt, kommt es zu einer progredienten Netzhautablösung, die zur Amaurosis führt.
Eine Infektion der Augen führt zunächst zur lokalen Entzündungsreaktion.
Allerdings kann diese Reaktion zur Destruktion der umliegenden Strukturen führen.
Eine Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis kann bei Nichtbehandlung zur Verklebung des Augapfels und der Bindehäute führen.
In diesem Fall würde das Sehvermögen kontinuierlich schlechter werden, bis der Patienten irgendwann vollständig erblindet.
Während die Amaurosis/ Erblindung einen bleibenden Zustand darstellt, handelt es sich bei der Amaurosis fugax um eine nur für wenige Minuten anhaltende Erblindung.
Ob eine Amaurosis vorgebeugt werden kann, ist abhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung.
Eine Amaurosis an sich gefährdet die Schwangere, aber nicht die Schwangerschaft.
Gefährdend ist aber sehr wohl die Ursache der Amaurosis, da sich sehr schwerwiegende Erkrankungen dahinter verbergen können.
Eine Amaurosis sollte daher zwingend rasch abgeklärt und eine etwaige Therapie immer aufgrund der Schwangerschaft noch zusätzlich mit einem Gynäkologen besprochen werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Weltweit sind etwa 37 Millionen Menschen von einer Amaurosis betroffen.
Der Großteil dieser Betroffenen lebt in Entwicklungsländern – die Amaurosis hätte bei diesen Patienten durch eine rechtzeitige Therapie verhindert werden können, da dies meist durch Infektionen bedingt ist.
Die Zahl der blinden Patienten in Deutschland beträgt etwa 145.000.
Mehr als die Hälfte dieser Patienten ist über 60 Jahre alt.