Angioödem, wenn es aufgrund einer Mastzellreaktion zu einer Schwellung der Haut kommt. Auslöser ist meist ein Trigger (Medikament, Nahrungsmittel, Gift ...)
Unter einem Angioödem, auch „Quincke-Ödem“ genannt, versteht man ein Anschwellen der Haut durch Wassereinlagerungen im Gewebe. Oftmals tritt diese Schwellung im Gesichtsbereich auf. Prinzipiell kann jeder von einem Angioödem betroffen sein. Bei der hereditären Form bestehen Symptome bereits ab der Kindheit, im Schnitt um das 11. Lebensjahr, auf jeden Fall aber bis zur 2. Dekade.
Ob ein Angioödem gefährlich ist, hängt von der Lokalisation ab.
Besonders, wenn es den Kehlkopf befällt, kann dies zu akuter Atemnot führen, die, heutzutage allerdings sehr selten, im schlimmsten Fall jedoch sogar zum Tod führen kann.
Auch ein Ödem im Bereich des Magen-Darm-Traktes kann zu Komplikationen führen.
Wenn es zu plötzlichen Schwellungen im Gesicht oder anderen Bereichen des Körpers kommt, kann an ein Angioödem gedacht werden.
Bei der hereditären Form gibt es oft Fälle in der Familie und es kann neben den Schwellungen zu Müdigkeit, depressiver Verstimmung oder Aggressivität kommen.
In jedem Fall sollte man bei Atemnot oder auch dem Gefühl, schlecht Luft zu bekommen, besonders nachdem man bei bekannten Allergien dem Allergen ausgesetzt war, schnellstmöglich zum Arzt oder ins Krankenhaus, bzw. einen Notarzt verständigen.
Man unterscheidet ein angeborenes und ein erworbenes Angioödem.
Weiterhin kann man zwischen einem Histamin- und einem Bradykinin-vermittelten Angioödem unterscheiden.
Dabei handelt es sich um zwei Botenstoffe, die zu solch einer Wassereinlagerung führen können.
Eine weitere Einteilungsmöglichkeit besteht in akute vs. chronisch
Etwas anders ist es bei der angeborenen bzw. hereditären Form.
Es handelt sich um eine autosomal-dominant vererbte Krankheit.
Diese Form zählt zu den Bradykinin-vermittelten Angioödemen.
Hierbei liegt ein angeborener Mangel an einem Enzym vor, das normalerweise Teil einer Kaskade ist, die Bradykinin eher abbaut.
Fehlt das Enzym, kommt es zu einer vermehrten Bildung von Bradykinin, was wiederum zu diesen Schwellungen führt.
Bradykinin ist ein Hormon, das vom Körper selbst gebildet wird und eine erhebliche Rolle bei Entzündungsreaktionen spielt.
Es wirkt auf die Gefäße unter anderem erweiternd.
Weitere Symptome bei der hereditären (angeborenen) Form, die den Schwellungen meist vorausgehen:
Besonders im Gesicht fällt ein Angioödem auf.
Es kommt zu starken Schwellungen der Augen, Lippen und Wangen.
Die Betroffenen sehen oft entstellt aus.
Bei einem Bradykinin-vermittelente oder »vererbbaren« (hereditären) Angioödem helfen weder Antihistaminika noch Glukokortikoide.
Hier müssen dann Medikamente gegen das Bradykinin gegeben werden.
Wenn die hereditäre Form diagnostiziert wurde, erfolgt erst einmal eine gute Aufklärung über die Krankheit bei Betroffenen und deren Familien.
Die Patienten müssen immer einen Notfallausweis bei sich tragen, damit im Notfall schnell und adäquat reagiert werden kann.
Die Prognose bei einem Angioödem ist gut.
Nur noch in sehr seltenen Fällen kommt es aufgrund von einer Atemverlegung zum Tod der Betroffenen.
Das Ödem schwillt entweder dank Medikamenten oder von allein nach einer gewissen Zeit wieder ab.
Die Wassereinlagerungen schwellen entweder mit oder ohne Medikamente, je nach Lokalisation und Ausprägung wieder ab.
Die hereditäre Form begleitet die Betroffenen ihr ganzes Leben, lässt sich aber gut behandeln.
Andere Angioödeme können einmalig oder öfter auftreten.
Prinzipiell können Angioödem überall am Körper auftreten.
Bevorzugt auftretende Körperstellen:
Es sind dabei oftmals die beiden Körperhälften nicht gleichzeitig betroffen.