Erysipel (Wundrose), wenn es zu einer bakteriellen Hautinfektion mit scharf begrenzter Rötung kommt, meist durch Streptokokken verursacht.

Unter einem Erysipel versteht man eine nicht eitrige Entzündung der Dermis (der von oben 2. Hautschicht, auch Lederhaut genannt) und den zugehörigen Lymphgefäßen. Es wird auch als Wundrose bezeichnet und ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt.
Ein Erysipel (Wundrose) kann gefährlich werden, als ja, ein Erysipel ist gefährlich.
Besonders, wenn sich die Infektion ausbreitet, kann es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.
In der Regel lässt es sich aber gut behandeln.
Man sollte dann zum Arzt, wenn es zu einer akuten, flachen Hautrötung, die scharf begrenzt ist, schnell wächst und teils flammenartige Ausläufer mit Überwärmung, brennenden Schmerzen und Spannungsgefühl kommt.
Wenn zudem Fieber und Unwohlsein sowie starke Abgeschlagenheit bestehen, sollte man sich schnellstmöglich vorstellen.
Oftmals sind der Unterschenkel oder der Unterarm oder aber das Gesicht meist mit Beteiligung der Wange(n) oder Ohrmuschel betroffen.
Unsere Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt eine zentrale Schutzfunktion gegenüber äußeren Einflüssen wie Keimen, chemischen Stoffen und mechanischer Belastung. Sie ist etwa 1,5 bis 2 Quadratmeter groß und besteht aus drei Schichten, die eng miteinander zusammenarbeiten:
1. Oberhaut [a] (Epidermis)
Die Oberhaut besteht überwiegend aus verhornenden Zellen (Keratinozyten) und bildet eine dichte Schutzbarriere gegen Krankheitserreger.
Ihre äußerste Schicht, die Hornschicht [1] (Stratum corneum), verhindert das Eindringen von Bakterien und das Austreten von Wasser.
Wird diese Barriere – etwa durch kleine Verletzungen, Risse oder Hauterkrankungen – beschädigt, können Bakterien (z. B. Streptokokken) in tiefere Hautschichten eindringen und eine akute Entzündung wie das Erysipel (Wundrose) verursachen.
2. Lederhaut [b] (Dermis)
Die Lederhaut liegt unter der Epidermis und enthält Blutgefäße, Lymphbahnen, Nerven sowie Bindegewebe mit Kollagen- und Elastinfasern.
Diese Strukturen sorgen für Ernährung, Elastizität und Temperaturregulation der Haut.
Beim Erysipel breiten sich Bakterien typischerweise in dieser Schicht aus – die Folge sind Rötung, Schwellung, Wärmegefühl und Schmerzen.
Über die Lymphbahnen kann sich die Infektion weiter ausdehnen, weshalb eine rasche Behandlung wichtig ist.
3. Unterhaut [c] (Subkutis)
Die Unterhaut besteht vorwiegend aus Fett- und Bindegewebe.
Sie dient als Polster, Energiespeicher und Isolationsschicht. Entzündungsprozesse wie beim Erysipel können sich bis in diese Schicht ausbreiten und dort Ödeme oder knotige Verhärtungen verursachen.
Eine unbehandelte Infektion kann im Extremfall zu Abszessen oder Lymphstau führen.
Funktionelle Bedeutung der Haut im Krankheitsgeschehen
Durch diese Läsionen gelangen die Bakterien in die Haut und breiten sich entlang der intradermalen Lymphgefäße, also denen, die sich in der Haut befinden, aus sowie auf direktem Wege in benachbarte Hautareale.
Das Bakterium hat dafür spezielle Enzyme, die ihm diese Ausbreitung ermöglichen. Als Reaktion des Körpers entsteht eine Entzündungsreaktion mit den oben genannten Symptomen.
Ein Erysipel ist eine Blickdiagnose.
Das geschulte Auge erkennt bei einer plötzlichen, starken Rötung, die schnell größer wird, flach ist und flammenartige Ausläufer hat, schnell die Ursache.
Zudem kann das betroffene Hautareal geschwollen sein und glänzen.
Ein Erysipel muss antibiotisch behandelt werden.
Oftmals ist die Prognose bei einem Erysipel gut.
Sie hängt aber auch von verschiedenen Faktoren, wie dem Diagnose- und Therapiezeitpunkt, individuellen Faktoren aber auch von der Ausprägung und Vorerkrankungen ab.
Wenn man schnell mit einem Antibiotikum behandelt, verbessern sich die Symptome oftmals innerhalb weniger Tage.
Die vollständige Rückbildung der Hautveränderungen dauert aber oftmals länger, nämlich wenige Wochen.
Vor allem Vorerkrankungen wie Diabetes, ein Lymphödem oder aber wiederholtes Auftreten eines Erysipels können die Prognose negativ beeinflussen.
Ein Erysipel (Wundrose) beginnt plötzlich.
Die Symptome treten auf einmal auf und verschlechtern sich zunächst einmal, besonders ohne Arztkontakt.
Die Rötung verbreitet sich innerhalb von Stunden bis Tagen.
Mit einem Antibiotikum lassen die Symptome in der Regel nach 2 bis 5 Tagen nach.
Trotz des guten Ansprechens des Keims auf das Antibiotikum bleibt die Rötung oft länger bestehen als die weiteren Symptome.
Es kann schon mal wenige Wochen dauern, bis sich die Haut wieder vollständig erholt hat.
Besonders wenn man zu spät oder vielleicht auch gar nicht zum Arzt geht, kann sich die Infektion ausbreiten und auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.
Tatsächlich kommt es relativ häufig zu einem Rückfall bzw. erneutem Auftreten eines Erysipels, wenn man einmal eins gehabt hat.
Einem Erysipel (Wundrose) vorzubeugen bedeutet, den Risikofaktoren vorzubeugen.
So gilt es zum Beispiel Fußpilzläsionen zu behandeln, besonders trockene Haut gut zu pflegen, aber auch regelmäßige Kontrollen der Füße bei bekanntem Diabetes helfen, Wunden und somit Eintrittsstellen für Erreger zu minimieren. Zudem sollte ein bestehendes Lymphödem mittels Kompression behandelt werden.
Kommt es zu gehäuften Rezidiven (also Rückfällen) von über 3 Erysipellen im Jahr, kann eine Langzeitantibiotikaprohylaxe in Erwägung gezogen werden.
Hierfür sollte man sich vom Facharzt beraten lassen und gemeinsam entscheiden, wie man weiter vorgeht.
Ein Erysipel ist nicht ansteckend.
Von einem Erysipel (Wundrose) sind vor allem der Unterschenkel oder der Unterarm betroffen, aber auch das Gesicht kann betroffen sein, hier dann meist unter Beteiligung der Wange oder Ohrmuschel.
Ein Erysipel bei Kindern ist grundsätzlich eher selten, aber nicht unmöglich.
Auch hier kommen die Bakterien (Streptokokken) durch Wunden in die Haut (Schürfwunden, Insektenstiche, Windpocken, etc.) und sorgen für eine Entzündungsreaktion.
Die Symptome wie auch die Behandlung sind aber grundsätzlich gleich.
Auch hier hilft ein Antibiotikum in der Regel sehr gut.
Auch in der Schwangerschaft ist ein Erysipel eher selten, grundsätzlich aber nicht unmöglich.
Die Symptome und die Behandlung sind gleich wie bei Nicht-Schwangeren.
Auch in der Schwangerschaft ist Penicillin Mittel der Wahl, weil es als besonders verträglich gilt und keinen negativen Effekt auf das Ungeborene hat.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.