Chondropathia patellae, wenn es zu rückseitigen Schmerzen der Kniescheibe mit einem „Aufweichen“ des Knorpels kommt.


Erfahrungs Berichte
Eine Chondropathia patellae, auch peripatellares Schmerzsyndrom oder Chondromalacia patellae genannt, beschreibt ein Schmerzsyndrom im Knie. Es kommt zu Schmerzen hinter der Kniescheibe (lateinisch: Patella). Es kommt zu einer Veränderung des Knorpels hinter der Kniescheibe. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind betroffen.
Gefährlich ist die Erkrankung nicht im Sinne von lebensbedrohlich.
Oftmals verschwinden die Beschwerden auch von alleine wieder bzw. sie lassen sich gut mit Physiotherapie behandeln.
Es kann allerdings zu anhaltenden Beschwerden und Schmerzen kommen. Wenn der Knorpel geschädigt ist und eine starke Belastung anhält, ohne dass man therapiert, können weitere Schäden entstehen.
Nur in seltenen Fällen kommt es zu frühzeitiger Arthrose.
Bei anhaltenden Knieschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht und die Ursache abgeklärt werden.
Falls die Schmerzen nach akutem Trauma (Unfall) auftreten, sollte man direkt zum Arzt, wenn die Beschwerden „ohne erkennbare“ Ursache auftreten, sollte man nach 3 Tagen anhaltende Schmerzen zum Arzt.
Es ist nicht eindeutig ersichtlich, ob der Knorpel an der Hinterseite der Patella geschädigt ist oder nicht.
Knorpel hat an sich keine Schmerzrezeptoren, die Schmerzen können aber aufgrund einer Kapselreizung oder durch Reizung umliegender Strukturen auftreten (zum Beispiel durch einen Erguss, weil das Gelenk anschwillt und es zu einer Dehnung der Kapsel kommt oder bei einer Beinfehlstellung, weil das ganze Gelenk auf einmal anders als normal belastet wird).
Letztendlich wird es aber irgendwann durch chronische Belastung (welche Art der Belastung, ob zu viel belastender Sport oder Übergewicht z. B. spielt erstmal eine untergeordnete Rolle) zu einem Knorpelschaden kommen.
Die Symptome einer Chondropathia patellae sind eher unspezifisch und Schmerzen stehen im Vordergrund. Die Beschwerden können auch schon bei geringer Belastung auftreten.
Oftmals kann die Diagnose anhand der geschilderten Beschwerden und einer Untersuchung gestellt werden. Vor allem, wenn junge Patientinnen oder Patienten vor einem sitzen, wird die Chondropathie wahrscheinlicher.
Unter einer Bursitis versteht man eine Schleimbeutelentzündung. (siehe Schleimbeutelentzündung im Kniegelenk)
Unser Knie hat mehrere dieser Schleimbeutel und sie alle können entzündet sein. Es kommt dann zu einer Schwellung im Knie sowie Schmerzen. Wenn der Entzündung eine Infektion vorausgeht, kann das Knie gerötet und überwärmt sein.
Je nach Ausprägung kann auch die Bewegung eingeschränkt sein.
Mithilfe eines Ultraschalls oder MRTs lässt sie sich diagnostizieren. Häufig tritt eine Bursitis durch Überbelastung auf, Therapie wäre hier eine Entlastung des Knies und Schmerzmittel.
Wenn eine Infektion vermutet wird, sollte Material gewonnen werden, um den Erreger nachzuweisen und zu wissen, welches Antibiotikum am besten wirkt. Eine Bursitis kann theoretisch in jedem Alter, eher jedoch bei Erwachsenen.
Bei einem Morbus Osgood-Schlatter kann es zu einer Nekrose (Absterben) der Tibia (Schienbein) im Kniegelenk kommen, ohne dass vorher eine Infektion bestand (aseptisch).
Es sind vor allem Jugendliche/ junge Männer und Sportler betroffen. Letztendlich kommt es durch eine Überlastung im Knie zu einer Störung des Knochenwachstums an der Tibia, da die Patellasehne an ihr etwas unterhalb des Knies ansetzt.
Symptome sind vor allem Schmerzen unterhalb des Knies, die aber auch ins Kniegelenk ausstrahlen können.
Die sogenannte Tuberositas tibiae (der Ansatz der Sehne) ist verdickt und schmerzhaft bei Berührung. Im Röntgenbild kann die Tuberositas dargestellt werden. Behandelt wird durch Entlastung des Kniegelenks (Sportbefreiung, Gehstützen), wenn dies nicht eingehalten wird oder die Nekrose fortgeschritten ist, kann eine Operation nötig sein.
Zunächst verfolgt man bei einer Chondropathia patellae immer einer konservativen (nicht-operativen) Ansatz.
Wenn durch konservative Therapie keine Besserung erreicht wird, kann eine Operation erwogen werden. Siehe hierfür Abschnitt Operation. Oftmals lassen die Beschwerden aber von selbst nach, sodass nur selten eine Operation nötig ist.
Oftmals kann durch Physiotherapie eine Besserung der Symptome erreicht werden, oder sie verschwinden irgendwann von selbst wieder.
Bei anhaltenden Problemen kann aber eine Operation günstig sein.
Bei einer Chondropathie kann eine Arthroskopie durchgeführt werden.
Es ist eine minimalinvasive Methode, bei der mithilfe kleiner Schnitte ums Knie verschiedene Instrumente und eine Kamera eingeführt werden. Man kann sich den Knorpel und die Gelenkstrukturen zunächst begutachten, jedoch gleichzeitig therapieren, falls nötig. Falls sich der Knorpel geschädigt darstellt und sehr ausgefranst ist, kann man ihn mit einem Shaver (wie Rasierer) etwas abschälen und begradigen.
Wenn eine Fehlstellung des Beines Auslöser ist, kann diese je nach Fehlstellung korrigiert werden.
Ist ein zu starkes seitliches Abkippen (Lateralisation der Patella) ursächlich, kann man versuchen, den Ansatz des M. vastus medialis (Teil des Quadriceps) etwas nach unten zu verlagern.
Weiterhin kann man bei sehr ausgeprägteren Schäden (vor allem, wenn der Knochen unterhalb des Knorpels schon freiliegt) bewusst einen kleinen Bruch im Knochen erzeugen, damit auch der Knorpel angeregt wird, sich zu erholen.
Durch den kleinen Bruch gelangt Blut mit in das Gelenk, welches Stammzellen mit sich trägt, die den Knorpel neu bilden können.
Die Prognose ist in aller Regel gut.
Oftmals verschwinden die Beschwerden von selbst und die Schmerzen lassen nach.
Bei guter physiotherapeutischer Behandlung und anschließendem gezielten Training wird die muskuläre Dysbalance ausgeglichen.
Bei einem Anhalten der Schmerzen kann es allerdings nötig sein, den Sport zu wechseln beziehungsweise die Sportart weniger intensiv auszuüben.
Dies muss jedoch immer im Einzelfall entschieden werden.
Der Verlauf einer Chondropathia patellae ist oftmals selbstlimitierend.
Irgendwann schmerzt das Kniegelenk nicht mehr und die Beschwerden sind weg.
Wenn der Knorpel allerdings schon geschädigt ist und weiterhin auf hohem Niveau belastet wird, können die Schäden fortschreiten.
Alles in allem kann man sagen, dass Komplikationen eher selten auftreten.
Bei zu starker Belastung kann es jedoch zu Knorpelschäden hinter der Kniescheibe kommen.
Eine pauschale Angabe über die Dauer einer Chondropathia patellae lässt sich leider nicht machen, da diese von individuellen Faktoren und dem Ausmaß der Schädigung abhängt.
Die Schmerzen können nach wenigen Wochen sistieren, es kann aber auch Monate dauern.
Manchmal gibt es schmerzfreie Phasen, gefolgt von erneuten Beschwerden.
Oftmals „verwächst“ sich eine Chondropathie.
Wenn die in aller Regel betroffenen Jugendlichen älter werden, lassen die Beschwerden meist nach.
Wenn der Knorpel der Kniescheibe geschädigt ist, lässt sich die Schwere des Knorpelschadens wie folgt anhand der Klassifikation der ICRS (International Cartilage Research Society) einteilen:
In der Regel geht eine Chondropathia patellae jedoch nicht mit einer Veränderung des Knorpels einher.
Hinweis! Es gibt verschiedene Klassifikationen anhand derer man den Knorpelschaden einteilen kann, weitere: Outerbridge Klassifikation, Bauer und Jackson Klassifikation, die ICRS Klassifikation ist die aktuellste und wird am häufigsten genutzt.
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