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pfeilWas ist das?

Unter einem Gelenkerguss versteht man eine Flüssigkeitsansammlung innerhalb eines Gelenks. Theoretisch kann davon jedes Gelenk betroffen sein. Der Erguss kann verschiedene Gründe haben und auch auf verschiedene Krankheiten hinweisen. Ein Gelenkerguss kann in jedem Alter auftreten.

pfeilIst das gefährlich?

An sich ist ein Gelenkerguss nicht gefährlich, führt aber teils zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und einem unangenehmen Gefühl bis hin zu Schmerzen.

Je nach Ursache kann ein Gelenkerguss in seltenen Fällen auf Krebserkrankungen hinweisen beziehungsweise ein Symptom davon sein.

In der Regel muss man sich aber bei einem Erguss keine Gedanken machen.

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pfeilWann zum Arzt?

Wenn ein Gelenk dick (geschwollen) und schmerzhaft wird, dazu noch gerötet, sollte man ärztliches Personal aufsuchen.

Besonders wenn zusätzlich Fieber und allgemeines Unwohlsein bestehen, kann das ein Hinweis auf eine seltene „septische Gelenkentzündung“ (septische Arthritis) sein, die dringender Behandlung bedarf.
Hierbei handelt es sich um eine Gelenkentzündung, die durch Bakterien ausgelöst wird.
Die Bakterien können sich im Körper ausbreiten und im seltenen Fall zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Da es so viele Gründe für einen Gelenkerguss gibt, muss auch immer die Vorgeschichte mit Vorerkrankungen erfragt werden.

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Einteilung & Formen

Ein Gelenkerguss kann eingeteilt werden in:

  • Benigner Gelenkerguss → „gutartiger“ Erguss, nicht direkt auf eine Krankheit hinweisend.
  • Maligner Glenkerguss → Auftreten im Rahmen einer bösartigen Grunderkrankung.
  • Entzündlicher Gelenkerguss
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Ursachen Gelenkerguss

Es gibt viele verschiedene Gründe für die Entstehung eines Gelenkergusses. Folgende sind möglich:

  • Überbelastung – aufgrund der zu starken Beanspruchung können sehr kleine Verletzungen (Mikrotrauma) entstehen, die dann durch die Reizung zu einem Gelenkerguss führen → heilt meist von alleine aus.
  • Gelenkentzündungen 
    • Durch Bakterien („Arthritis“)
    • Reaktive Arthritis – eine Reaktion des Körpers auf eine bakterielle Erkrankung (z. B. Magen-Darm-Infekt (Salmonellen, Yersinien, …) oder Chlamydien, bei der es nach dem Infekt zu einer Entzündung der großen Gelenke, meist des Knies als „Immunreaktion“ kommt).
    • Aufgrund einer Grunderkrankung – hier vor allem rheumatische Erkrankungen, wie die Rheumatoide Arthritis (autoimmun oder autoinflammatorische Prozesse, bei denen das körpereigene Immunsystem „überreagiert“ und es zu Entzündungen in verschiedenen Gelenken kommt).
    • Gicht – Gelenkentzündung durch das Ausfallen von Harnsäurekristallen, die aufgrund des erhöhten Harnsäurespiegels entstehen.
    • Andere „Kristallarthopathien“ – Erkrankungen der Gelenke, bei denen es aufgrund von Kristallbildung im Gelenk zu einer Entzündung kommt (z.B: CPPD - auch Pseudogicht genannt)
  • Maligner Erguss – aufgrund einer Tumorerkrankung des Knochens oder Knorpels.
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Symptome Gelenkerguss

  • Schwellung des Gelenks (Leitsymptom) – der Gelenkerguss an sich ist eine Schwellung des Gelenks.
  • Weitere mögliche Anzeichen
    • Rötung möglich
    • Schmerzen
    • Bewegungseinschränkungen
    • Spannungsgefühl

Vorsicht! Wenn zusätzlich Fieber, Unwohlsein und Abgeschlagenheit bestehen, sollte man schnellstmöglich ärztliches Personal aufsuchen – besonders bei Kindern.  Besonders eine zusätzliche Rötung zu der Schwellung spricht für eine Entzündung im Gelenk.

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Diagnose Gelenkerguss

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch
    • Welche Symptome bestehen seit wann?
    • Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein?
    • Infekt in kürzerer Vergangenheit, besonders Magen-Darm oder Chlamydien?
    • Verletzung?
    • Vorerkrankungen?
  • Körperliche Untersuchung
    • Blickdiagnose – Gelenk betrachten (auch im Vergleich zur Gegenseite)
    • Überwärmung (Gelenke anfassen)
    • Gelenk abtasten – Druckschmerz? Phänomen der tanzenden Patella? → bei Druck auf die Kniescheibe „springt“ diese = Hinweis auf Erguss, Gelenkspalt tastbar oder eher verstrichen, teigig? → spricht für eine Entzündung.
    • vorsichtig Bewegungsumfang der Gelenke testen
  • Ultraschall – einfachste Methode, den Erguss sicher nachzuweisen.
  • Punktion (Gewebeuntersuchung) – wenn viel Flüssigkeit im Gelenk ist, kann dieses punktiert werden → Flüssigkeit kann unter dem Mikroskop betrachtet werden und Aufschluss über die Ursache geben, hierfür sind Farbe, Zellzahl und das mögliche Vorhandensein von Kristallen relevant.
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Differenzialdiagnose

  • Septische Arthritis (zwar tritt hier auch ein Erguss auf, es gilt aber immer diese Art der Gelenkentzündung schnellstmöglich auszuschließen, da es sich um einen Notfall handelt) 
  • Knochentumor oder Knorpeltumor 
  • Weichteilschwellung – z. B. nach einem Unfall, mit Schädigung des Knies.
  • Baker-Zyste – flüssigkeitsgefüllte Zyste im Knie.
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Behandlung Gelenkerguss

  • Ursachenabhängig – Die Behandlung eines Gelenkergusses richtet sich nach der Ursache.
  • Selbstlimitierend – Nicht jeder Erguss muss behandelt werden. Die meisten bilden sich von alleine zurück.
  • Punktieren – Was man aber meistens machen kann, ist das Gelenk zu punktieren.
    Hierbei geht man mit einer dünnen Nadel in den Gelenkspalt und zieht die Flüssigkeit ab. Die Betroffenen verspüren eine sofortige Beschwerdeverbesserung. Je nach Ursache und Bedarf kann man auch etwas in das Gelenk reinspritzen (zum Beispiel Cortison gegen eine Entzündung), um die Heilung zu fördern.
    Diese Punktion dient aber nicht nur der Behandlung, sondern oft auch der Diagnose oder Diagnosesicherung.
    • Diagnostik – Nachdem man die Flüssigkeit „abgesaugt“ hat, kann man sie unter dem Mikroskop betrachten und in ein Labor einschicken, um herauszubekommen, was die Ursache für den Erguss war.
      Dies gelingt zwar nicht immer, ist aber je nach Ursache sehr aufschlussreich. Besonders, wenn der Erguss durch Kristallablagerungen (wie bei Gicht oder Pseudogicht) ausgelöst wird, sieht man dann diese Kristalle unter dem Mikroskop.
      Anhand der Eigenschaften der Kristalle (Größe, Form, Färbeverhalten) lässt sich eingrenzen, um welche Grunderkrankung es sich handelt. 
  • Kältebehandlung – Weiterhin kann man mit kühlenden Maßnahmen, zum Beispiel durch kalte Wickel oder Kühlakkus (diese jedoch niemals direkt auf die Haut legen, sondern nur mit Tuch und maximal für 20 Minuten auf einmal).
  • Schonen – Gelenk schonen und hochlegen.
  • Schmerzmittel – Schmerzmitteln, aber auch Salben, besonders, wenn er durch einen “Sportunfall” entstanden ist, den Erguss behandeln.

Eitriger Gelenkerguss

Wenn ein eitriger oder bakteriell bedingter Erguss vorliegt, handelt es sich um einen orthopädischen Notfall.

  • Gelenkspülung – Therapie der Wahl hier ist eine Gelenkspülung, bei der man über ein „kleines Loch“ mit Instrumenten in das Gelenk, meist das Kniegelenk geht, um den Eiter auszuspülen. Man spült so oft, bis man sicher ist, dass kein Eiter mehr im Gelenk verblieben ist. Würde man das nicht tun, würde das Gelenk schwere Schäden davontragen und es bestünde die Gefahr, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
  • Antibiotika – Weiterhin behandelt man die Infektion mit Antibiotika, die meist über die Vene gegeben werden.

Bei einem Tumor

Wenn in seltenen Fällen eine Tumorerkrankung den Erguss ausgelöst hat, richtet sich die Behandlung nach der Art des Tumors.

  • Operation – Meist muss dieser operativ entfernt werden und anschließend bestrahlt oder mit Chemotherapie behandelt werden.
    Der Erguss ist hier ein Symptom und kann aber auch mittels Punktion oder „konservativen“ Maßnahmen wie Kühlung und Schonung behandelt werden. Es besteht die „Gefahr“, dass der Erguss öfter wieder kommt.
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Prognose

Die Prognose ist zwar abhängig von der Ursache, in der Regel ist sie aber gut.
Der Erguss lässt sich gut behandeln und verschwindet wieder.

Wenn allerdings ein Tumor Auslöser des Ergusses ist, hängt die Prognose von der Art des Tumors und individuellen Faktoren ab, sodass sich die Prognose nicht pauschalisieren lässt.  

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Verlauf

Der Verlauf eines Gelenkergusses richtet sich nach der Ursache.

Es kann sein, dass der Erguss von allein auch ohne Behandlung verschwindet, oder dass er behandelt werden muss

In einigen Fällen ist er Ausdruck einer unzureichend eingestellten Grunderkrankung und ist Anlass zur Medikamentenumstellung oder zum Neuanfang mit einem Medikament, besonders bei rheumatischen Erkrankungen.
Ist die Grunderkrankung gut behandelt, geht der Erguss zurück und sollte auch nicht wieder auftreten, wenn die Grunderkrankung der Auslöser war. 

Ein Gelenkerguss kann mehrfach auftreten.

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Komplikationen

  • Schädigung des Gelenks – besonders bei rheumatischen Erkrankungen kommt es bei häufigeren Gelenkentzündungen bei jeder Entzündung zu Schäden im Gelenk – diese betreffen die Gelenkschleimhaut, aber auch den Knorpel und in ausgeprägten Fällen auch den Knochen.
  • Ausbreitung (bei Infektionen) – Verbreitung von Bakterien, wenn Bakterien Auslöser sind.
    Diese können entlang der Blutbahn in den Körper gelangen.
  • Bei jeder Gelenkpunktion besteht das Risiko, dass man Bakterien in das Gelenk einbringt.
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Dauer

Je nach Ansatz der Behandlung kann es ein paar Tage oder sogar Wochen dauern, bis der Erguss vollständig zurückgebildet ist.

Wenn das Gelenk punktiert wird, geht der Erguss schnell zurück, da die Flüssigkeit „abgesaugt“ wird.
Man entfernt auch hier nicht alles, aber es geht schneller mit dem Punktieren als ohne.
Allerdings besteht die Gefahr, dass sich nach kurzer Zeit erneut Flüssigkeit im Gelenk ansammelt.

Besonders wenn man ein entzündungshemmendes Medikament in das Gelenk gespritzt wird, geht es schneller bei auslösenden Entzündungen.

aktualisiert: 31.03.2025
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