Analfisteln (Perianalfisteln), wenn es zu einem „entzündlichen“ Fistelgang im Analbereich kommt.

Unter einer Analfistel versteht man einen neu entstandenen, entzündeten Gang (Fistel) in der Analregion. Eine Analfistel ist die chronische Form des Analabszesses.
An sich ist eine Analfistel nicht gefährlich.
Die Fistel in der Analregion ist eher lästig und teilweise nicht so einfach zu therapieren.
In der Regel können aber mittels Operation sehr gute Ergebnisse erzielt werden.
Wenn jedoch erst spät therapiert wird, steigt das Risiko der Chronifizierung.
Das bedeutet, dass die Fistel über einen sehr langen Zeitraum besteht oder immer wieder auftritt.
Es kann auch zu Komplikationen, wie einem Analabszess kommen, der ernst zu nehmen ist und therapiert werden muss.
Oftmals ist dieser jedoch so schmerzhaft, dass die Betroffenen von alleine ärztlich vorstellig werden. Therapiert wird dieser meist ebenfalls operativ.
Bei immer wieder verschmutzter Unterwäsche (gelblich-blutige Flecken) sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders, wenn immer wieder Blut oder Eiter zu sehen sind.
Auch bei Schmerzen während der Defäkation (Stuhlgang), die lange anhalten und nicht erklärlich sind (z. B. nicht wegen besonders hartem Stuhlgang oder bei Verstopfung), sollte man ärztlich vorstellig werden.
Eine Analfistel muss therapiert werden, da sie selten von alleine verschwindet und es sonst zu Komplikationen kommen kann.
Analfisteln können nach Umfang und nach Verlauf eingeteilt werden.

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Bei einer Anafistel kann man teilweise eine Öffnung, wie ein Loch, an der Haut oder manchmal auch an der Schleimhaut des Analbereiches sehen.
Manchmal ist der Gang „versteckt“ und unter dem Hautniveau eingesunken und wird erst durch Spreizen der Analhaut sichtbar, bei anderen kann sich aber auch wie eine Erhebung (eine Art Warze) darstellen, auf der man einen Gang münden sieht.
Die Öffnung kann gerötet, druckschmerzhaft und leicht geschwollen sein oder aber einfach „wie ein Loch aussehen“.
Auf Druck können sich Blut oder Eiter entleeren.
Nicht immer sieht man jedoch die Öffnung bzw. einen Gang, da er teilweise auch im Inneren des Analkanals oder gar des Rektums enden kann.
Es stehen verschiedene operative Verfahren zur Option:
Hierbei handelt es sich oft um das Verfahren erster Wahl.
Die Operation kann in Lokalanästhesie oder unter Vollnarkose durchgeführt werden.
Man möchte meinen, dass es aufgrund der vermeintlich unsauberen Analregion zu Wundheilungsstörungen kommt, dies ist allerdings nur sehr selten der Fall.
Das Immunsystem in der Analregion ist sehr gut, sodass Wunden dort gut verheilen.
Die OP dauert ca. 20 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt.
Nach der Operation muss auf eine Stuhlregulierung (im Sinne der Konsistenz, um zu harten Stuhl und damit verbundenen starken Pressen und erschwerte Defäkation zu vermeiden) geachtet und die Wunde ausgeduscht werden.
Man wird für ca. 1 Woche krankgeschrieben.
Unter einer Fistulektomie versteht man eine vollständige, operative Entfernung der Fistel.
Im Gegensatz zur Fistulotomie, wo der Gang „nur aufgeschnitten“ wird, wird hier das ganze Fistelgewebe ausgeschnitten und der entstehende Gewebedefekt mittels Naht zugenäht.
Der Eingriff kann ebenfalls unter Lokalanästhesie erfolgen, oder unter Vollnarkose.
Wenn der Schließmuskel durchtrennt werden muss, wird dieser auch mittels Naht rekonstruiert und wieder zusammengenäht.
Die OP dauert ca. 60 Minuten und kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.
Nach der Operation muss ein Antibiotikum eingenommen, ebenfalls der Stuhl reguliert, sowie die Wunde ausgeduscht werden.
Man wird für ca. 1 Woche krankgeschrieben.
Dieses Verfahren erfolgt, wie der Name schon sagt, minimalinvasiv, ohne eine wirkliche Operation.
Der Fistelgang wird aufgesucht, dargestellt und dann mittels einem speziellen „Kleber“, nämlich dem Fibrinkleber, gefüllt und so „abgedichtet“.
Das Gewebe soll dann von alleine wieder zuheilen und den Fistelgang quasi auch von innen heraus schließen.
Der kurze Eingriff kann ambulant und unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.
Diese Methode der minimalinvasiven Fisteltherapie ist an sich sehr elegant.
Oftmals haben die Betroffenen wenig Probleme und Sorgen bei dieser Behandlungsmethode.
Man muss allerdings sagen, dass die Erfolge der Therapie sehr stark variieren und auch im Vergleich zu anderen Methoden die Wiederauftretensrate eher erhöht ist.
Die Behandlung ist eher für komplexe Fisteln, bei denen andere Therapien wenig Wirkung gezeigt haben und hohe Analfisteln, die sich im Schließmuskelapparat befinden und so ein hohes Risiko für eine Inkontinenz birgen, reserviert.
Sie ist also nicht Methode der ersten Wahl.
Das Gute ist aber, auch wenn die Behandlung beim ersten Mal nicht erfolgreich war, kann man so einen „Plug“ erneut einsetzen und hat auch immer noch die anderen Therapieverfahren zur Auswahl.
Bei dem „Analplug“ für den Fistelgang handelt es sich um einen dünnen Zylinder aus Kollagen des Schweines, an dem an einem Ende eine Art „Knopf“ bzw. Platte dran ist, um den Fistelgang von innen dicht zu verschließen.
Die Operation wird in der Regel in Vollnarkose, kann aber unter Regionalanästhesie durchgeführt werden.
Die OP dauert ca. 30 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.
Nach der Operation sollte man für ca. 7 Tage schweres Heben vermeiden und es ist eine kurze Antibiotikaeinnahme erforderlich.
Die meisten Patienten sind schnell beschwerdefrei und merken den Plug nicht.
Manchmal wird ein Ziehen in der Region beschrieben. Man wird für ca. 3 Tage krankgeschrieben.
Letztendlich bleibt die Methodenwahl eine individuelle Entscheidung, nach Abwägung der persönlichen Risikofaktoren und dem Angebot des Krankenhauses.
Die Prognose ist bei einer Analfistel in der Regel gut.
Besonders bei einfachen Fisteln, die vollständig gespalten werden können, heilen die Gänge folgenlos aus.
Bei inkompletter Spaltung oder verzweigten, komplizierten Fisteln können jedoch Rezidive auftreten. (Das bedeutet, dass die Fisteln erneut auftreten können).
Die Wundheilungsdauer nach einer operativen Behandlung (siehe Operation) beträgt in etwa zwischen 4 - 8 Wochen.