Coxa valga, wenn der Oberschenkelhals und Oberschenkelkopf steiler als 140° (Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel/ CCD-Winkel) stehen.


Unter einer Coxa valga versteht man eine Fehlstellung der Hüfte, bei der der Oberschenkelhals in einem steileren Winkel als normal in der Hüfte steht (CCD Winkel > 140°). Letztendlich ist die Coxa valga eine Fehlhaltung des Oberschenkelknochens. Steht der Winkel hingegen zu flach (< 120°) spricht man von einer Coxa vara,
Eine Fehlstellung im Gelenk (hier: Coxa valga) ist per se nicht gefährlich.
Die Fehlstellung führt allerdings zu Problemen, weil im Bein nie nur ein Gelenk betroffen ist, sondern automatisch das gesamte Bein mit Kniegelenk und Knöchel (Sprunggelenk).
Diese Achsfehlstellung führt neben Schmerzen zu Bewegungseinschränkungen und sollte daher therapiert werden.
Bestehen Hüftschmerzen oder auch Knieschmerzen über längere Zeit, sollten diese immer abgeklärt werden.
Am besten frühzeitig.
Nach einem Unfall/Sturz sollte man direkt zum Arzt, wenn Beschwerden bestehen.
In jedem Fall sollte bei einer Rötung, Schwellung und Überwärmung des Gelenks ein Arzt aufgesucht werden.
Besonders, wenn zusätzlich Fieber oder ein Krankheitsgefühl bestehen.
Ein Arztbesuch ist generell bei folgenden Anzeichen angesagt:
Der richtige Ansprechpartner bei einer Coxa valga ist der Orthopäde.
Unser Hüftgelenk besteht aus der Hüftpfanne, im Becken, und dem Oberschenkelkopf (Femurkopf), welche über Bänder stabilisiert werden.
Für eine optimale Funktion ist es wichtig, dass der Femurkopf in einem bestimmten Winkel zur Pfanne steht. Da eine Coxa valga letztendlich eine Oberschenkelfehlstellung ist, betrachten wir uns diesen etwas genauer.
Wichtig hierfür ist der Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel, der sogenannte CCD-Winkel.
Dieser erlaubt uns eine Beurteilung der Stellung des Oberschenkelhalses zum Oberschenkelschaft.
Dort, wo sich beide Geraden treffen, entsteht ein Winkel und das ist unser CCD Winkel.
Normalerweise beträgt er ca. 126° (126-130° bei jüngeren Menschen, im Alter ist eine Verkleinerung auf 115 - 120° normal), bei einer Coxa valga ist er aber vergrößert (> 140°). Das bedeutet, dass der Oberschenkelkopf und Hals weiter weg vom bzw. steiler zum Oberschenkelschaft stehen.
Dementsprechend kann man sich vorstellen, dass auch der Femurkopf, der ja ein Teil unseres Hüftgelenks ist, nun nicht mehr zentral im Gelenk steht, sondern etwas höher, als er sollte.
Das führt zu letztlich genannten Problemen.
Oftmals fällt der Begriff Coxa valga et antetorta.
Oftmals ist eine Coxa valga nur ein Symptom einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung.
Gleichzeitig können aber auch andere Erkrankungen wie z. B. Arthrose oder Kniebeschwerden als Folge entstehen.

Hast Du ein passenden Bild für uns?
Oftmals ist ein Bein kürzer als das andere.
Viel mehr kann man jedoch von außen nicht erkennen.
Letztendlich beschreibt eine Coxa valga „nur“ eine Fehlstellung eher als Symptom und nicht als eigenes Krankheitsbild.
Wenn diese Fehlstellung diagnostiziert wird, sollte weiterführende Diagnostik angeschlossen werden, um herauszufinden, warum es zu dieser Fehlstellung kam.
Letztendlich ist die häufigste Ursache für eine Coxa valga eine Hüftgelenksdysplasie im Kindesalter.
Trotzdem ist sie hier mit aufgeführt, da vor allem Säuglinge nicht spezifisch sagen können, was das Problem ist, sondern sie in den Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden müssen.
In Deutschland ist eine Hüftgelenkssonographie (eine Ultraschalluntersuchung) Teil dieser Vorsorgen, um eben frühzeitig eine Fehlstellung zu erkennen und behandeln zu können, damit eine Coxa Valga als Spätfolge vermieden werden kann.
Auch hier ist eine Arthrose letztendlich eher eine Folge einer lange unerkannten oder nicht behandelten Coxa Valga.
Je nachdem kann es aber sein, dass man quasi erst den Verdacht auf Arthrose stellt und dabei merkt, dass sie aufgrund dieser Fehlstellung entstanden ist.
Je nach auslösender Ursache unterscheidet sich die Behandlung.
Auch das Alter und Ausmaß der Fehlstellung spielen bei der Behandlung der Coxa valga eine wichtige Rolle.
Ziel ist aber in jedem Fall die Wiederherstellung der anatomisch korrekten Stellung des Femurs (Oberschenkelknochen).
Es gibt konservative Methoden, aber je nach Anschlagen der Therapie bzw. Fortschreiten der Schäden kann auch eine Operation nötig sein.
Wenn konservative Methoden nicht ausreichen oder bereits Schäden aufgrund der Coxa valga entstanden sind, die sich konservativ nicht beherrschen lassen, muss operiert werden. Für mehr Infossiehe Operation.
Eine Operationsmöglichkeit ist die sogenannte varisierende Korrektur- oder auch Umstellungsosteotomie.
Hierbei wird ein Stück des Knochens vom Oberschenkel entfernt und die beiden verbleibenden Knochenanteile durch Platten und Schrauben wieder miteinander verbunden. So wird die fehlgestellte Achse korrigiert.
Varisierung bedeutet, dass der CCD-Winkel, der ja vorher zu steil und zu groß war, reduziert wird, bis er wieder normal, also flacher ist (Varus bedeutet grob stumpf oder flacher).
Die Operation erfolgt mit stationärem Aufenthalt.
Eine frühe Mobilisierung ist angebracht, aber das Bein darf für ca. drei Wochen nicht voll belastet werden.
Unterarmstützen sind hier obligat (verpflichtend) und für diese Zeit muss eine Thromboseprophylaxe erfolgen.
Insgesamt sollte man mit einer Rehabilitationszeit von ca. zwölf Wochen rechnen.
Die Prognose der Coxa valga richtet sich nach der Ursache und einer frühzeitigen Therapie.
Wenn rechtzeitig therapiert wird, können Folgeschäden vermieden werden. Wenn die Beschwerden allerdings sehr lange (Jahrzehnte) bestehen, ohne dass man etwas dagegen macht, kann das Gelenk nachhaltig geschädigt werden, sodass neben einer Korrektur der Achse vielleicht auch im späteren Verlauf ein Gelenkersatz nötig wird.
Wenn aber zum Beispiel ein Tumor die Ursache ist (in sehr seltenen Fällen), hängt die Prognose von der Entität (Art des Tumors) und dem Anschlagen der Therapie ab.
Der zeitliche Verlauf einer Coxa valga ist sehr individuell.
Einige Betroffene haben lange Zeit gar keine Probleme, obwohl eine Fehlstellung besteht, andere bekommen bereits früh Beschwerden.
Wenn eine Fehlstellung bei Kindern nicht erkannt wird, kommt es früh zu Verschleißerscheinungen im Hüftgelenk und Kniegelenk.
Es fängt mit Humpeln an, geht über Schmerzen bis hin zu einer möglichen Bewegungsverweigerung.
Die Beschwerden können in diesem Fall auch über Jahre/ Jahrzehnte bestehen bleiben.
Nicht jede Ursache einer Coxa valga kann vorgebeugt werden.
Besonders angeborene Störungen oder aber neuromuskuläre Erkrankungen sind nicht/ nur sehr schwer vorzubeugen.
Menschen jedes Alters können von einer Coxa valga betroffen sein.
Säuglinge können auch schon eine Coxa Valga entwickeln, da sie aber keine Schmerzen oder ähnliches spezifisch äußern können, sind Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt umso wichtiger.
Wenn das Problem nicht erkannt wird, kann es zu Verknöcherungsstörungen kommen bzw. zu Knorpelläsionen.
Bei älteren Kindern fällt häufig ein Humpeln als erstes Anzeichen auf.
Bei Erwachsenen kommt es dann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Verkürzungen des Beines.
Auch Kinder können von einer Coxa valga betroffen sein.
Der häufigste Grund hierfür ist eine Hüftgelenksdysplasie, die in Deutschland regulär während der Vorsorgeuntersuchungen mittels Ultraschall diagnostiziert werden kann.
Kinder bzw. Säuglinge können oft nicht genau sagen, was ihnen fehlt.
Es ist wichtig, auf das Gangbild zu achten, wenn Kinder Laufen lernen.
Gleichzeitig kann eine Coxa valga aber auch aufgrund von muskulärer Imbalance entstehen und somit verschlimmert sich das ganze weiter.
Der Femur kann nur richtig wachsen, wenn er auch richtig belastet wird.
Gleichzeitig ist ein vergrößerter CCD-Winkel bei Kindern bis zu einem gewissen Alter normal (ca. 3. Lebensjahr).
In jedem Fall sollte eine kinderärztliche Vorstellung erfolgen, da vor Ort besser eingeschätzt werden kann, welche Ursachen wahrscheinlich sind und dann auch spezifisch getestet werden kann.
Letztendlich kommt es auch auf die Stellung des Femurkopfes im Gelenk an: wenn diese in Ordnung ist, reicht es, regelmäßige Verlaufskontrollen durchzuführen und abzuwarten. Je nach Alter muss auch gar nicht therapiert werden.
Falls der Femurkopf dezentriert ist (also nicht mittig, wie er sein sollte) muss therapiert werden. (Siehe Behandlung)