Distale Radiusfraktur, wenn es zu einem Bruch der Speiche (Radius) im Bereich des Handgelenks kommt.


Bei einer distalen Radiusfraktur bricht der handgelenksnahe Teil der Speiche. Der Knochen (Speiche/Radius) befindet sich bei Betrachtung der Handinnenfläche außen über dem Handgelenk (dort lässt sich auch der Puls tasten).
Eine distale Radiusfraktur ist nicht gefährlich, führt aber zu Schmerzen und kann je nach Art und Ausprägung des Knochenbruchs verschiedene Komplikationen nach sich ziehen.
Bei einer distalen (vom Rumpf entfernt) Radiusfraktur handelt es sich um einen Unfall.
Wenn nach einem Unfall/Trauma Schmerzen im Bereich des Armes und Handgelenks auftreten, sollte man immer einen Arzt (Orthopäde oder Notaufnahme) aufsuchen.
Grundsätzlich ist ein Besuch bei Orthopäden indiziert, wenn …
Es gibt verschiedene Klassifikationen, anhand derer man die distale Radiusfraktur einteilen kann.
Zum Beispiel nach Unfallhergang:
Weiterhin lassen sich alle Frakturen nach der AO Klassifikation einteilen.
Hier wird zum Beispiel zwischen Gelenkbeteiligung oder Komplexität des Bruches unterschieden.

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Bei einer distalen Radiusfraktur kann man in einigen Fällen von außen eine Fehlstellung der Hand im Vergleich zum Unterarm sehen.
Außerdem kommt es oftmals zu einer Schwellung und einem Bluterguss am und ums Handgelenk.
Eine operative Therapie ist nötig, wenn …
Eine OP sollte ebenfalls erfolgen, wenn der Bruch verschoben war und erst einmal „von außen“ wieder in die richtige Achse gerückt wurde.
Dies erfolgt entweder noch am Unfall- oder Folgetag oder ca. 5 - 7 Tage später (je nach Begleitverletzungen und Dringlichkeit).
Auch bei einem Versagen der konservativen Therapie wird eine Operation nötig.
Operationverfahren
Es gibt verschiedene Verfahren, wie man den Knochenbruch letztendlich operativ behandeln.
Die Prognose hängt von der Art und dem Ausmaß des Knochenbruchs ab.
Je „einfacher“ der Bruch ist, desto unkomplizierter ist wahrscheinlich auch der Verlauf.
Besonders eine Gelenkbeteiligung oder ein komplizierter Bruch können Komplikationen nach sich ziehen.
Es kann in diesem Fall zu Funktionseinschränkungen kommen.
Besonders die adäquate Schmerztherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung einer distalen Radiusfraktur, da ca. 3 % nach solch einem Bruch ein CRPS (Morbus Sudeck) entwickeln (siehe Komplikationen).
Es kann nach einer distalen Radiusfraktur zu verschiedenen Komplikationen kommen.
Hierzu zählen unter anderem:
Die Dauer der Heilung richtet sich immer nach Ausmaß des Bruches und ob das Gelenk beteiligt war oder nicht.
Die Knochenheilung an sich ist nach ca. 6 Wochen abgeschlossen.
Aber auch bei einem Bruch im Bereich des Handgelenks ist eine frühzeitige Trainingstherapie (Mobilisation) wichtig, da dieses sonst bei längerer Immobilität einsteift.
Man kann also auch schon früher wieder anfangen, den Arm und das Gelenk zu bewegen (jedoch nur vorsichtig!).
Die Heilung des Bruchs bis hin zur vollständigen Belastbarkeit braucht ca. 3 Monate.
Der distale Radius befindet sich in gelenkiger Verbindung mit dem Handgelenk bzw. bildet einen Teil des Handgelenks.
Die Speiche (lat. Radius) befindet sich neben der Elle (lat. Ulna).
Wenn man die Handinnenfläche der linken Hand betrachtet, befindet sich die Speiche auf der Außenseite am Handgelenk (links) und die Elle innen (rechts).
Über dem Radius lässt sich der Puls fühlen.