Cluster-Kopfschmerzen, wenn es zu anfallsartigen, einseitig, starken Kopfschmerzen kommt.

Dauer der Attacken meist 15–180 Minuten, oft nachts in Clustern (Serien)
Selbsttest
Cluster-Kopfschmerz zählt zu den Primären Kopfschmerzen. Darunter versteht man, dass der Schmerz die Erkrankung selbst ist, ihre Ursache ist aber heutzutage noch nicht genau geklärt und kann dementsprechend auch nicht immer austherapiert werden. Der Begriff “cluster” kommt aus dem Englischen und steht für “Gruppe” bzw. “Häufung”. Der Cluster-Kopfschmerz äußert sich in stärksten und vor allem streng einseitig auftretenden Kopfschmerzattacken im Bereich von Schläfe und Auge. “Cluster” beschreibt das periodische gehäufte Auftreten mit komplett beschwerdefreien Intervallen, die teilweise Monate bis Jahre dauern können. Cluster-Kopfschmerzen sind eine relativ seltene Erkrankung, die in der Regel Männer befällt, im Verhältnis von ca. 3:1 zu Frauen. Der Häufigkeitsgipfel liegt dabei zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Cluster-Kopfschmerz ist zwar sehr unangenehm und kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen, die Erkrankung ist aber nicht gefährlich.
Die genauen Ursachen sind, wie bei den meisten primären Kopfschmerzen, unbekannt. Eine Theorie ist, dass es zu lokalen Entzündungsreaktionen im Gefäßsystem kommt, welche die umliegenden Nerven mit irritiert.
Die Attacken selbst werden durch unterschiedliche tages- und jahreszeitliche Einflüsse getriggert.
Auslöser sind sehr individuell, bekannt ist allerdings, dass Nikotin, Alkohol und Nitroglycerin einen Anfall provozieren.
Der Kopfschmerz entsteht durch Irritation/Entzündung von Nervenfasern des Nervus trigeminus (großer Hirnnerv)
Die Ursache für die Entzündung ist nicht bekannt.
Mögliche Trigger für Attacken sind:
Bei Verdacht auf Cluster-Kopfschmerzen sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
Der erste Ansprechpartner bei Cluster-Kopfschmerzen ist der Hausarzt.
Durch den typischen Verlauf in Episoden, das nächtliche Einsetzen, die strenge Einseitigkeit und die Begleitsymptomatik ergibt sich für Betroffene rasch der Wunsch nach ärztlicher Abklärung.
Bis zur Diagnosefindung und medikamentösen Einstellung sollten Arztbesuche erfolgen.
Je nach Verlauf der Cluster-Kopfschmerzen erfolgt eine Einteilung in:
Neben den starken, streng einseitigen Kopfschmerzen, vornehmlich in der Augen-/Schläfenregion kann es zu weiteren Symptome kommen.
Das charakteristische Leitsymptom sind die sehr starken, streng einseitig auftretenden Kopfschmerzen.
Diese ziehen sich um eine Augenregion herum, also auf einer Seite im Augen- und Schläfenbereich. Betroffene beschreiben die Schmerzen als brennend, bohrend und stechend,
„als wäre ein glühendes Messer in meinem Auge“.
Die Attacken können bis zu achtmal am Tag auftreten.
Häufig erwachen die Erkrankten nachts oder in den frühen Morgenstunden mit quälenden Schmerzen, die sie charakteristischerweise dazu bringen, aufzustehen und sich zu bewegen.
Dabei spricht man von einem „Bewegungsdrang“, der jedoch dabei hilft, mit der Schmerzattacke besser umzugehen.
Eine Attacke kann zwischen 15 und 180 Minuten dauern. Im Mittel wird eine Zeit von 30 bis 40 Minuten angegeben.
Neben den typischen Kopfschmerzen können auf der betroffenen Seite noch weitere, sogenannte autonome bzw. vegetative Symptome auftreten.
Diese sind diagnostisch wegweisend und mindestens eines davon tritt im Zusammenhang immer auf. Zu diesen Beschwerden zählen:
Kopfschmerzen können durch eine Vielzahl an Ursachen auftreten, sodass es mitunter schwierig ist, eine passende Diagnose zu stellen.
Bei Cluster-Kopfschmerzen kommen sowohl andere Kopfschmerzarten, als auch Migräne als Grunderkrankung in Betracht.
Zu den Kopfschmerzen zählen z. B. das sogenannte „SUNCT-Syndrom“ (Short-lasting Unilateral Neuralgiform headache with Conjunctival injection and Tearing).
Dabei kommt es ebenfalls zu Begleitsymptomen wie Augenrötung und Tränenfluss, die eigentlichen Schmerzattacken sind jedoch deutlich kürzer (Sekunden bis Minuten) und treten mit bis zu 60 mal am Tag deutlich häufiger im Vergleich zu Cluster-Kopfschmerzen auf.
Weitere Kopfschmerzeformen sind die “Hemicrania continua” oder die „Paroxysmale Hemikranie“.
Bei der Hemicrania continua werden die Schmerzen in Attackenphasen zunehmend schlimmer, diagnostisch wegweisend ist hier ein Ansprechen auf eine Therapie mit Indometacin (NSAR) unter Magenschutz (PPI).
Bei der Paroxysmalen Hemikranie, welche sehr selten auftritt, wird in der Regel prophylaktisch mit Indometacin den Attacken vorgebeugt, die Symptome sind wiederum ähnlich und die Attacken mit ca. 30 pro Tag zwischen den anderen beiden anzusiedeln.
Die Schmerzen können auch vom Auge selbst ausgehen, man sollte gegebenenfalls auch einen Augenarzt in Bezug auf einen grünen Star (Glaukom) aufsuchen.
Letzten Endes kann auch eine Erkältung mit verstopften Nebenhöhlen ähnliche Symptomatiken auslösen.
Jedoch sollten die Kopfschmerzen nicht so stark sein, wie bei Cluster-Kopfschmerzen.
Bei der Behandlung des Cluster-Kopfschmerzes wird zwischen einer Behandlung der akuten Schmerzattacke und der Vorbeugung unterschieden.
Entspannungstechniken, Physiotherapie, alternativmedizinische Ansätze, sowie herkömmliche Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol, Aspirinetc.) sind leider allesamt nicht wirksam.
Man unterscheidet eine Akuttherapie während eines Anfalls von einer prophylaktischen Therapie, damit diese möglichst nicht auftreten.
Allgemein gilt sogenannte Triggerfaktoren zu meiden, darunter fallen z. B. eine strikte Nikotinabstinenz und der Verzicht auf Alkohol.
Kommt es dennoch zu einer Attacke, empfiehlt sich eine Inhalation von 100%igem Sauerstoff sowie die Gabe von Sumatriptan subkutan (unter die Haut gespritzt), einem Triptan, das in der Migränebehandlung zum Einsatz kommt. Alternativ kann die nasale Gabe (über die Nase) von Zolmitriptan erfolgen.
Bei der prophylaktischen Therapie von Cluster-Kopfschmerzen werden kurzzeitig Corticosteroide oder Triptane eingesetzt. Mittel der Wahl auf längere Sicht ist Verapamil, ein Calciumantagonist.
Die Inhalation muss mit 100%igem Sauerstoff und mit einer sehr hohen Durchflussrate zwischen 7 und 15 Litern pro Minute erfolgen.
Angewendet über 15 bis 20 Minuten beendet die Inhalation von reinem Sauerstoff die Attacke zu ca. 78 % und das nebenwirkungsfrei.
Bei der Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen kommen erfolgreich Triptane zum Einsatz, die hauptsächlich in der Behandlung von Migräne Einsatz finden.
Wichtig bei Betroffenen ist, dass die herkömmlichen Schmerzmittel wie NSAR (z. B. Ibuprofen) oder auch Opioide nichts helfen.
Deren Wirksamkeit wird fälschlicherweise oft angenommen, wenn sie mit dem Ende einer Attacke zusammenfallen.
Leider haben sich bisher keine Hausmittel als wirksamer Helfer im Einsatz gegen den Cluster-Kopfschmerz gefunden.
Die Ausprägung der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich.
Zusätzlich sind die genauen Ursachen weiterhin nicht genau verstanden bzw. geklärt. Zwischen den Attacke-Episoden können individuell mehrere komplett beschwerdefreie Jahre liegen.
Da das medikamentöse Ansprechen stellenweise auch sehr unterschiedlich ausfällt, werden aktuell Behandlungsversuche mit sogenannten monoklonalen Antikörpern versucht.
Bei Patienten, die schwer betroffen sind und die bisherigen Behandlungen nicht gut wirksam erscheinen, kann ein Versuch unternommen werden, der auch bei Morbus Parkinson eingesetzt wird.
Dabei handelt es sich um eine Tiefenhirnstimulation über eine implantierte Elektrode, welche im Gehirn, im Hypothalamus, gestörte Strukturen beeinflusst. Eine weitere, ebenfalls noch neue und experimentelle Methode ist eine okzipitale, also im Nackenbereich implantierte Elektrode.
Den Cluster-Kopfschmerzen vorbeugen kann man dadurch, dass man die bekannten Auslöser bzw. Triggerfaktoren wie Alkohol und Nikotin möglichst komplett meidet.
Des Weiteren steht mit Verapamil, einem Calciumantagonisten ein dauerhaftes medikamentöses Vorgehen zur Verfügung.
Corticosteroide, die antientzündlich und immunsuppressiv wirken, sollten aufgrund der ausgeprägten Langzeitnebenwirkungen möglichst nur kurzzeitig zum Einsatz kommen.
Clusterkopfschmerzen treten erst ab dem Erwachsenenalter auf.
Die Häufigkeit der Episoden bei vorliegenden Clusterkopfschmerzen ändert sich während der Schwangerschaft leider nicht.
Zur Medikation müssen unbedingt der Frauenarzt und der behandelnde Neurologe/Hausarzt konsultiert werden.