Grüner Star (Glaukom), wenn es aufgrund dauerhaft oder wiederholt erhöhten Augeninnendruck oder eine Durchblutungsstörung des Sehnervs zu einer irreparablen Schädigung des Sehnervs kommt.
Der grüne Star wird auch als Glaukom bezeichnet und fasst als Oberbegriff jene Krankheiten zusammen, die durch die Schädigung des Nervus opticus zu Sehstörungen und strukturellen Veränderungen führen können. Der Nervus opticus, ist der Nerv, der für das Sehen verantwortlich ist, und somit macht sich jegliche Schädigung in unseren Sehfähigkeiten bemerkbar.
Der grüne Star (Glaukom) ist eine der gefährlichsten Augenerkrankungen.
Das Heimtückische ist der oftmals schleichende, symptomfreie Verlauf.
Bei ausbleibender Therapie kann der grüne Star zur Erblindung führen.
Ziel ist es, einen grünen Star frühzeitig zu diagnostizieren.
Dies kann jedoch nur im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung geschehen.
Ab dem 40. Lebensjahr wird eine Vorsorgeuntersuchung alle 3 Jahre empfohlen.
Bei Risikopatienten empfiehlt sich eine jährliche Vorsorgeuntersuchung.
Bei einem grünen Star ist folgende Einteilung möglich
Bei einem primären grünen Star (primärer Glaukom) handelt es sich um ein eigenständiges Erkrankungsbild ohne erkennbare Ursache.
Warum es zur Entstehung eines primären grünen Stars ist bisher noch nicht geklärt.
Ein sekundärer grüner Star entsteht aufgrund einer anderen Grunderkrankung oder eines anderen bekannten Auslösers. Dazu zählen:
Bei ca. jedem 2. Patienten mit einem grünen Star kann ein erhöhter Augeninnendruck nachgewiesen werden.
Diese Druckerhöhung entsteht, wenn sich das Kammerwasser in der Augenkammer staut.
Entscheidend bei der Entstehung des grünen Stars ist der Perfusionsdruck.
Dabei handelt es sich um die Druckdifferenz zwischen dem Augeninnendruck und dem Druck in den Blutgefäßen der Netzhaut.
Es existieren einige Risikofaktoren, die für die Entstehung eines grünen Stars mitverantwortlich sind.
Zu den häufigsten Risikofaktoren eines grünen Stars zählen:
Es liegen noch nicht genügend wissenschaftliche Beweise vor, um zu behaupten, dass Stress eine Ursache des grünen Stars sein kann.
Es ist aber nicht ausgeschlossen, da Stress nachweislich an der Entstehung vieler anderer Krankheiten beteiligt ist und vermieden werden sollte.
Bei einem akuten Glaukomanfall entstehen die Symptome nicht allmählich schleichend, sondern es kommt binnen weniger Stunden durch das Ansteigen des Augeninndrucks zu folgenden Anzeichen:
Es handelt sich dabei um einen augenärztlichen Notfall, da Erblindung droht. Ein Arzt sollte sofort aufgesucht werden.
Beim kongenitales Glaukom handelt es sich um eine angeborene Form.
Wenn beim Säugling folgende Anzeichen auftreten, muss ein Kinderarzt zur Abklärung aufgesucht werden.
Bei dem Anamnesegespräch handelt es sich um ein Gespräch zwischen Arzt und Patient, bei dem der behandelnde Arzt die Krankengeschichte erhebt.
Folgende Fragen wird Dein Arzt bei der Diagnose grüner Star erfragen:
Bei der Spaltlampenuntersuchung kann der Augenarzt das Auge mittels Mikroskop vergrößert darstellen. Einzelne Bereiche des Auges werden somit sichtbar und können auf Veränderungen untersucht werden.
Bei Verdacht auf grünen Star begutachtet der Arzt insbesondere den Kammerwinkel und die vordere Augenkammer.
Die Untersuchung findet in einem abgedunkeltem Raum statt.
Zur Diagnose von Netzhautschäden oder Nervenschäden am Auge.
Die Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) wird für jedes Auge einzeln durchgeführt.
Bei der Gesichtsfeldmessung werden dem Patient nacheinander visuelle Reize an unterschiedlichen Orten im Raum gegeben. Der Blick des Patienten bleibt stets gerade nach vorne gerichtet.
Wenn der optische Reiz wahrgenommen wurde, löst der Patient einen Knopfdruck aus.
Mithilfe der sog. Gonioskopie wird bei Verdacht auf grünen Star der Kammerwinkel untersucht.
Das Gonioskop besitzt eine spezielle Linse zum Begutachten des Kammerwinkels.
Die Dicke der Hornhaut beträgt bei einem gesunden menschen in etwa 450 - 650 Mikrometer.
Mittels Pachymetrie wird die Dicke der Hornhaut ermittelt.
Ein Computerprogramm errechnet aus einem hochauflösenden Bild die Dicke der Hornhaut.
Der normale Augeninnendruck liegt bei etwa 10 und 21 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).
Da jedoch nicht bei jedem Patienten der Augeninnendruck bei einem grünen Star erhöht ist, ist der Nutzen dieser Methode zur Diagnose eines grünen Stars in der Medizin umstritten.
Die Hornhaut wird bei der Augeninnendruckmessung zunächst betäubt.
Mittels Applanationstonometer wird von vorne gegen die Hornhaut gedrückt und gemessen, welcher Druck notwendig ist, um einen definierten Bereich des Auges zu verformen.
Bei einem Glaukomanfall können die Werte weit oberhalb von 21 mmHg liegen.
Beim Vorliegen dieser Symptome kann es sich auch um eine Erhöhung des Augeninnendrucks handeln, ohne dass ein Glaukom der Grund ist.
Die Druckerhöhung muss dann trotzdem dringend behandelt werden, da daraus leicht ein Glaukom entstehen kann.
Das Ziel der Behandlung eines grünen Stars ist die Senkung des Augeninnendrucks.
Der Zielwert des Augeninnendrucks wird individuell bestimmt.
Es gibt verschiedene Ansätze, den Augeninnendruck zu reduzieren.
Medikamente (Augentropfen) – die Verwendung von speziellen Augentropfen ist oft die erste Behandlungsoption. Diese Tropfen helfen dabei, den Augeninnendruck zu senken, indem sie entweder die Produktion von Kammerwasser verringern oder den Abfluss verbessern.
Lasertherapie – bei bestimmten Formen des Grünen Stars kann eine Laserbehandlung durchgeführt werden, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern. Der Laser wird verwendet, um kleine Drainageöffnungen in der Augenwand zu schaffen, durch die überschüssige Flüssigkeit abfließen kann.
Mikrochirurgische Eingriffe – In fortgeschrittenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Augeninnendruck zu senken. Es gibt verschiedene Arten von Operationen, die durchgeführt werden können, einschließlich Trabekulektomie (Schaffung einer künstlichen Abflussöffnung), Glaukom-Implantate oder minimalinvasive Glaukomchirurgie (MIGS).
Ein Einfluss der Ernährung auf das Auftreten eines grünen Stars ist noch nicht geklärt.
Es wird aber vermutet, dass sich die Vitamine A/C/E, Zink, Magnesium und Omega-3 positiv auswirken.
Gemieden werden sollte hingegen übermäßiger Koffeinkonsum durch Cola, Kaffee und Energydrinks.
Handelt es sich bei dem grünen Star um ein primären Offenwinkelglaukom, ist meist eine Behandlung mit Medikamenten ausreichend.
Der behandelnde Arzt entscheidet über den Einsatz oder die Kombination der Wirkstoffe.
Ob ein grüner Star operiert werden muss, hängt von der Schwere der Erkrankung ab
Ist es absehbar, dass eine medikamentöse Therapie nicht ausreichen wird, sollte eine Operation angedacht werden.
Vor allem bei einer akuten Infektion kann es schnell zu einer Operation kommen.
Wird entschieden, dass bei der Therapie des grünen Stars ein operatives Verfahren zum Einsatz kommt, folgen ausführliche Gespräche mit dem Patienten.
Die Wahl des Verfahrens und auch um die Betäubung während der Operation sowie die Nachsorge werden im Vorfeld ausführlich besprochen.
Zumeist wird das Laserverfahren bevorzugt, bei dem der Abfluss des Kammerwassers verbessert wird.
Auch kann dies durch das Anlegen einer Ausflussöffnung erreicht werden.
Eine weitere Methode spezialisiert sich darauf, die Kammerwasser-bildenden Strukturen so zu präparieren, dass sie in Zukunft weniger produzieren und der Druck nicht mehr steigt.
Nach der Operation erfolgen Kontrolluntersuchungen in regelmäßigen Abständen.
Die Kosten für die Operation übernimmt die Krankenkasse, da es sich um einen notwendigen Eingriff handelt.
Der grüne Star kann akut oder chronisch entstehen und unterscheidet sich daher im Verlauf.
Beide Formen haben gemein, dass sie ohne die Senkung des Augeninnendruckes stetig fortschreiten.
Der grüne Star ist eine sehr langsam fortschreitende Erkrankung der Augen. Es vergehen häufig mehrere Jahrzehnte bis zur völligen Erblindung.
Der grüne Star ist heilbar.
Er entsteht durch die Erhöhung des Augeninnendrucks.
Wenn die Ursache für diese Erhöhung aus dem Weg geräumt ist, sollte sich der grüne Star zurückbilden.
Beim akuten grünen Star ist das Zeitfenster, in dem die Krankheit heilbar ist, kleiner als beim chronischen und die Heilbarkeit stark vom Zeitpunkt des Therapiebeginns abhängig.
Ein Glaukom muss immer medikamentös oder operativ behandelt werden.
Diese Behandlung sollte immer mit einem Facharzt besprochen werden, da gewisse Substanzen in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden sollten. Das Glaukom an sich beeinflusst die Entwicklung des Kindes jedoch nicht.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Sehnerv, Kammerwinkel, Kammerwasser, Trabekelwerk |
| Differentialdiagnose | Makuladegeneration, Katarakt, Uveitis, neurologische Sehstörungen, Migräne-Aura |
| Medikamente | Drucksenkende Augentropfen, Betablocker, Prostaglandin-Analoga, Carboanhydrasehemmer, Alpha-Agonisten |
| Epidemiologie | ca. 2% der Bevölkerung über 40 Jahre, steigende Häufigkeit mit Alter |
| Prognose | gut bei früher Behandlung, unbehandelt fortschreitender Sehnervschaden |
| Verlauf | langsam progredient, zunächst asymptomatisch, später Gesichtsfeldausfälle |
| Pathophysiologie | geschädigter Sehnerv durch erhöhten Augeninnendruck oder Durchblutungsstörungen |
| Komplikation | irreversible Erblindung, starke Gesichtsfeldeinengung, akutes Glaukom |
| Behandlung | Augentropfen, Lasertrabekuloplastik, minimalinvasive Glaukomchirurgie, Trabekulektomie |
| Primärvorbeugung | keine spezifische Prävention, allgemeine Gefäßgesundheit |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige Augeninnendruckkontrollen, frühzeitige Diagnose |
| Risikofaktoren | Alter, familiäre Belastung, Myopie, Diabetes, Bluthochdruck, Kortisoneinnahme |
| Anzeichen | anfangs symptomlos, später Gesichtsfeldausfälle, unscharfes Sehen, Halos, Kopfschmerzen |
| Stadien | präperimetrisch → frühes Glaukom → moderates Glaukom → fortgeschrittenes Glaukom |
| Diagnostik | Augeninnendruckmessung, OCT, Gesichtsfeldmessung, Papillenbeurteilung, Kammerwinkelanalyse |