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pfeilWas ist das?

Eine akute Mandelentzündung (Tonsillitis) ist eine schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln. Sie kann durch Viren oder durch Bakterien ausgelöst werden. Meist sind Kinder und Jugendliche betroffen.

Zusammenfassung Mandelentzündung

  • Auslöser einer Mandelentzündung sind meist Viren oder Bakterien.
  • Der Beginn ist sehr plötzlich.
  • Es kommt zu Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden.
  • Bei bakterieller Ursache wird ein Antibiotikum notwendig.
  • In einigen Fällen müssen die Mandeln entfernt werden.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1,5 - 2,5%
Alters FaktenAlter~ 5 - 15
Geschlecht FaktenGeschlecht~ 1 : 1
pfeilIst das gefährlich?

In der Regel ist eine Mandelentzündung harmlos. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Ausbreitung der Entzündung in umliegendes Gewebe kommen. Im schlimmste, jedoch sehr seltenen Fall kann es aufgrund einer Mandelentzündung zu einer Blutvergiftung kommen.

pfeilWann zum Arzt?

Eine viral bedingte Mandelentzündung verläuft oft harmlos und heilt innerhalb von ca. 3 Tagen von alleine ab und muss nicht ärztlich behandelt werden. Zu einem HNO-Arzt solltest Du wenn:

  • Die Beschwerden länger als 3 Tage anhalten
  • Zusätzlich Fieber auftritt
  • Die Mandeln vereitert sind
  • Starke Schmerzen auftreten
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Anatomie

Die Mandeln (Tonsillen) befinden sich im Rachen/ Gaumen und übernehmen eine Abwehrfunktion gegenüber eindringenden Erreger aus Mund und Nase. Die Mandeln enthalten weiße Blutkörperchen zur Bekämpfung der Krankheitserreger.
Insgesamt besitzt der Mensch 4 Mandeln:

  • 2 Gaumenmandeln
  • 1 Zungenmandel
  • 1 Rachenmandel
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Einteilung & Formen

Eine Mandelentzündung (Tonsillitis) kann anhand des zeitlichen Verlaufs eingeteilt werden:

  • Akute Mandelentzündung
  • Chronische Mandelentzündung
  • Wiederkehrende Mandelentzündung

Zudem kann die Mandelentzündung eingeteilt werden in:

  • Einseitige Mandelentzündung
  • Beidseitige Mandelentzündung
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Ursachen Mandelentzündung

  • Viren oder Bakterien – diese sammeln sich in den Geweben des lymphatischen Rachenrings und vermehrensich (Erkältungs- und Grippeviren, Streptokokken, Pneumokokken, Hämophilus influenzae)
  • Pfeiffersches Drüsenfieber – eine Mandelentzündung kann auch im Rahmen eines Pfeifferschen Drüsenfiebers entstehen.
  • Diphtherie – als Zeichen einer Diphtherie, tritt hierzulande jedoch nur sehr selten auf.
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Symptome Mandelentzündung

  • Halsschmerzen – die Halsschmerzen werden zunehmend schlimmer.
  • Geschwollene Mandeln – die Mandeln sind vergrößert, gerötete und haben einen gelblichen Belag.
  • Schluckbeschwerden – Es tritt Schmerzen beim Schlucken auf.
  • Lymphknotenschwellung – die Halslymphknoten sind geschwollen und schmerzhaft.
  • Fieber – oft tritt Fieber auf.
  • Mundgeruch
  • Allgemeines Krankheitsgefühl – im Rahmen einer Mandelentzündung kommt es oft zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit.
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Diagnose Mandelentzündung

Die Beschwerden sind bei einer Mandelentzündung sehr typisch, daher ist die Diagnose oft schnell und einfach gestellt.

  • Anamnese – der HNO-Arzt erfragt die typischen Anzeichen einer Mandelentzündung
  • Körperliche Untersuchung – der Arzt wird den Mund-Rachenraum inspizieren
  • Viren oder Bakterien – Schwierig ist die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Infektion
    • Streptokokken-Schnelltest
    • Rachenabstrich für mikrobiologische Kultur
    • Laboruntersuchung des Blutes
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Bilder

Bei einer Mandelentzündung erkennt man die Mandeln als rötlich, geschwollen. Sind Bakterien die Ursache, kommt es zu weißlich-gelben Belägen (Stippchen) auf den Mandeln.
Auch die Lymphknoten sind meist geschwollen und druckempfindlich.

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Behandlung Mandelentzündung

  • Antibiotikum – (Penicillin) bei bakterieller Mandelentzündung
  • Schmerzmittel – gegen die Halsschmerzen können Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden.
  • Lokalanästhetika – in Form von Halstabletten gegen die Halsschmerzen.
  • Operative Mandelentfernung – bei rezidivierender Tonsillitis (immer wiederkehrender Mandelentzündung) wird meist eine Operation durchgeführt
    • Tonsillotomie (operative Teilentfernung der Gaumenmandel) bei Kindern und Jugendlichen
    • Tonsillektomie (operative Entfernung der Gaumenmandel) bei Erwachsenen
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Medikamente

Je nach Auslöser der Mandelentzündung kommen unterschiedliche Medikamente infrage:

  • Antibiotika – bei bakterieller Ursache wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben.
  • Schmerzmittel – gegen die Schmerzen können Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Mandelentzündung

Verschiedene Hausmittel können die Heilung bei einer Mandelentzündung unterstützen.

  • Halswickel – feuchte Halswickel (kalt oder warm) wirken wohltuend für den Hals.
  • Gurgeln – Gurgeln mit Salbei oder Kamille wirken entzündungshemmend.
  • Flüssigkeit – es sollte ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden.
  • Lutschpastillen – schmerzlindernde Bonbons aus der Apotheke helfen gegen die Schluckbeschwerden.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Die Prognose ist bei einer Mandelentzündung fast immer sehr gut.

  • Meist Ausheilung innerhalb von einer Woche.
  • Wenn Beschwerden nach 3 Tagen nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden
  • Mandelabszess (Peritonsillarabszess)  oder Mittelohrentzündung als Komplikation möglich (2%)
  • Rheumatisches Fieber (Entzündung Gelenke und Herzklappen) als Komplikation einer Streptokokken-Infektion sehr selten.
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Komplikationen

  • Mandelabszess – in seltenen Fällen kann sich aus einer Mandelentzündung ein Mandelabszess entwickeln.
  • Blutvergiftung – breitet sich die Entzündung über die Blutbahn aus, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis). Dies tritt jedoch nur in sehr seltenen Fällen auf.
  • Rheumatisches Fieber – als Folge einer Infektion mit Streptokokken (in ca. 1 von 100.000 Fällen)
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Dauer

Viral bedingte Mandelentzündungen klingen bereits nach wenigen Tagen von alleine ab. Bakterielle Mandelentzündungen heilen in der Regel bei entsprechender Behandlung innerhalb von spätestens 2 Wochen ab.

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Vorbeugung

  • Kontaktvermeidung – soweit möglich, den Kontakt zu erkrankten Personen vermeiden
  • Ernährung – achte auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung
  • Ausreichend Schlaf – Schlaf hilft dem Körper zu regenerieren und zu heilen
  • Stress vermeiden – stressige Situationen lösen zwar keinen Infekt aus, allerdings haben es Erreger einfacher
  • Sport – regelmäßige Bewegung, vor allem an der frischen Luft stärkt Dein Immunsystem und beugt somit Infektionskrankheiten vor.
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Ansteckung & Übertragung

  • Eine Mandelentzündung ist ansteckend. Auslöser sind Viren oder Bakterien.
  • Diese werden meist per Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) übertragen.

Wie ansteckend ist eine Mandelentzündung?

Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis) wird in den meisten Fällen durch Viren (ca. 70-95%), in seltenen Fällen durch Bakterien (Streptokokken) verursacht.

Daher ist eine Mandelentzündung hoch ansteckend.

Es kann jedoch vorkommen, dass es zunächst zu einem Befall mit Viren kommt, und anschließend zusätzlich zu einem bakteriellen Befall (meist Streptokokken).
In diesem Fall spricht man von einer Superinfektion mit einer eitrigen Mandelentzündung.

Betroffene sollten daher im Zeitraum der Ansteckung zuhause bleiben.

Wie wird die Mandelentzündung übertragen?

Die Übertragung bei einer Mandelentzündung erfolgt in den meisten Fällen per Tröpfcheninfektion.
Also beim:

  • Sprechen, Singen, Lachen
  • Husten, Niesen
  • Küssen

Die Erreger gelangen auf diesen Weg von den Betroffenen „ins Freie“.
Kommen die Erreger in den Kontakt mit Schleimhaut anderer Menschen, kann dort ebenfalls eine Infektion ausgelöst werden.

Es muss jedoch nicht immer zwingend nach dem Kontakt mit dem Erreger eine Mandelentzündung resultieren. Bei gutem Immunstatus kann das Immunsystem den Erreger bekämpfen und es kommt zu keinem Ausbruch der Krankheit.

Eine Übertragung geht im Normalfall von erkrankten Personen aus. Betroffene ohne Symptome sind in der Regel nicht ansteckend.

Neben der Übertragung per Tröpfcheninfektion kann auch eine Übertragung mittels Schmierinfektion stattfinden.
Dies ist der Fall, wenn Kontakt mit infizierten Gegenständen erfolgt.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit beschreibt den Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Erreger und dem Auftreten der ersten Anzeichen.

Bei der Mandelentzündung beträgt die Inkubationszeit ca. 2 - 4 Tage.

Dauer der Ansteckung

Wie lange genau Betroffene ansteckend sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich kann man sagen, solange die Symptome der Mandelentzündung anhalten, ist die betroffene Person noch ansteckend.
Wenn also eine Mandelentzündung ca. 1 - 2 Wochen anhält, besteht in diesem Zeitraum eine Ansteckungsgefahr.

  • Körperliche Verfassung – bei einem guten Immunsystem bekämpft der Körper schneller den Erreger. Somit ist die Dauer der Ansteckung dementsprechend kürzer.
  • Auslöser – während Bakterien mit Antibiotika behandelt werden können, wirken diese nicht bei Viren. Eine viral bedingte Mandelentzündung ist daher meist länger ansteckend.
  • Medikamente – eine bakteriell bedingte Mandelentzündung ist nach Antibiotaktgabe (meist Penicillin) bereits nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend.
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Stadien

Die akute Mandelentzündung kann in drei Stadien eingeteilt werden:

  1. Angina catarrhalis: Die Mandeln erscheinen tiefrot und sind angeschwollen
  2. Angina follicularis: Neben Rötung und Schwellung sind viele kleine weiße Punkte auf den Mandeln erkennbar.
  3. Angina lacunaris: Die Mandeln sind stark geschwollen und gerötet und der gesamte Rachenraum ist mit einem weißen Belag bedeckt.
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Bei Kindern

Die Mandelentzündung ist eine typische Erkrankung bei Kindern. Erfahren Sie mehr zum Thema: Mandelentzündung bei Kindern.

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Zahlen & Statistiken

  • Die akute Mandelentzündung zählt zu den 20. häufigsten Erkrankungen, mit der eine Arzt aufgesucht wird.
  • Oft sind Kinder betroffen.
  • In ca. 1–10 von 1000 Menschen entwickelt sich aufgrund der Mandelentzündung ein Mandelabszess.
aktualisiert: 20.10.2025
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