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pfeilWas ist das?

Bei der Polymyositis handelt es sich um eine Erkrankung der Skelettmuskulatur, bei der sich diese chronisch entzündet. Um die Gefäße herum setzen sich Lymphozyten, also weiße Blutkörperchen ab. Zusätzlich kann von der Erkrankung auch die Haut betroffen sein, dann spricht man von einer Dermatomyositis.

pfeilIst das gefährlich?

Eine normale, bzw. unkomplizierte Polymyositis heilt häufig aus, oder es bleibt nur eine geringe muskuläre Schwäche, sodass die Erkrankung im Normalfall nicht gefährlich ist.

Besonders bei älteren Menschen, oder bei Menschen, bei denen im Rahmen der Erkrankung auch Lunge und/oder Herz betroffen sind, ist die Polymyositis jedoch gefährlich und kann die Lebenserwartung verringern.

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pfeilWann zum Arzt?

Direkt, wenn bei dir typische Symptome einer Polymyositis auffallen, solltest du deinem Hausarzt Bescheid geben, welcher dich an einen Rheumatologen überweist.

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Einteilung & Formen

Die Polymyositis gehört wie Dermatomyositis zu autoimmune Myositiden (Muskelentzündungen).

Es existieren 5 Gruppen der Polymyositis:

  • ⅓ primär idiopathische Polymyositis (ohne bekannten Grund)
  • ⅓ Dermatomyositis (mit Hautbeteiligung)
  • Polymyositis im Rahmen von Krebserkrankungen.
  • Kindliche Dermatomyositis mit begleitender Gefäßentzündung.
  • Myositis im Rahmen einer Kollagenose.

Sonderform Einschlusskörper-Myositis – eine Form, von der eher Männer rund um das 50. Lebensjahr betroffen sind. Es kommt nicht zu Muskelschmerzen und in der Regel zu keinem Befall der Organe.

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Ursachen Polymyositis

  • Unklar – Die genaue Ursache der Polymyositis ist noch ungeklärt.
  • Entzündungsreaktion – auf eine noch unbekannte körpereigene Struktur.
    • Als mögliche Auslöser kommen Viren und autoimmune Faktoren infrage.
  • Bösartige Tumoren – können durch Immunreaktion auch eine Polymyositis auslösen.
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Symptome Polymyositis

Bei einer Polymyositis kommt es zur Entwicklung der Beschwerden innerhalb von 3-6 Monaten.

  • Schwächegefühl
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen – zunächst nur bei Belastung.
    • Vor allem Oberschenkelmuskeln und Schultergürtelmuskeln.
    • Schmerzen beim Treppen steigen oder Haare kämmen.
  • Muskelschwund – Es kommt zu einem sichtbaren Muskelschwund bei Fortschritt der Polymyositis.
  • Gelenkbeschwerden sind möglich
  • Herzbeteiligung – mit Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen sind möglich.
  • Lungenbeteiligung – bei ca. 10% meist Lungenfibrose, also Umbau des Lungengewebes.
  • Hautbeteiligung bei Dermatomyositis
    • Rötliche Schuppungen im Gesicht, Dekollté und an Armen
    • Schwellung an Oberlidern
    • Rote Veränderungen über Fingergelenken

Hinweis! Der Verlauf und die Symptome sind bei einer Polymyositis von Person zu Person sehr unterschiedlich.

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Diagnose Polymyositis

  • Anamnese – In einem Gespräch zwischen Arzt und Patient erhebt der Arzt die Krankengeschichte und erhebt bereits eine erste Verdachtsdiagnose.
  • Blutabnahme
    • Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit)
    • Erhöhung der Muskelenzyme (Kreatinkinase)
    • Kernantikörper (ANA) nicht immer erhöht
  • Ultraschalluntersuchung – der Muskulatur.
  • MRT (Magnetresonanztomografie) der befallenen Muskeln zeigt schon früh Zeichen.
  • Elektromyographie – zeigt auffällige elektrische Aktivität im Muskel.
  • Muskelbiopsie (Muskelprobe) – zur Diagnosesicherung.
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Behandlung Polymyositis

  • Kortison – Hoch dosierte Kortisontherapie zu Beginn der Therapie.
  • Immunsuppressiva – Im weiteren Verlauf Immunsuppressiva wie Cyclophosphamid oder Azathioprin zur Eindämmung der Autoimmunreaktion.
    • Rituximab als spezieller Antikörper bei sehr schweren Fällen.
  • Symptomatische Behandlung – von Herz- oder Lungenbefall.
  • Krankengymnastik – im Anschluss an die erste Akutphase.
  • Tumorsuche – da die Polymyositis manchmal in Verbindung mit einer Tumorerkrankung auftritt.
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Medikamente

  • Kortison im Akutfall
  • Synthetische DMARDs wie Methotrexat
  • Immunglobuline über die Vene
  • Cyclophosphamid
  • Rituximab
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

  • Durch Therapie der Polymyositis kommt es bei ¾ der Betroffenen zu Beschwerdeabnahme, bei 40%  kommt es zur Beschwerdefreiheit.
  • Ältere, männliche Patienten haben schlechtere Prognose.
  • Bei Beteiligung von Herz- und Lungen ist die Prognose ebenfalls ungünstiger.
  • Wenn eine Tumorerkrankung zugrunde liegt, ist diese prognosebestimmend.
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Verlauf

  1. Zunächst kommt es im Anfangsstadium zu allgemeinen Krankheitszeichen wie Abgeschlagenheit (Schwäche), Fieber, Gewichtsverlust und Müdigkeit mit Muskelschmerzen.
  2. Im Verlauf überwiegt die Muskelschwäche und es kommt zu einem Abbau der Muskulatur.
  3. Im weiteren Verlauf kann es zur Beteiligung von Herz und Lunge (5-10% der Betroffen) kommen. Ist die Speiseröhrenmuskulatur betroffen, treten zusätzlich Schluckbeschwerden auf.
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Dauer

  • Die Beschwerden entwickeln sich über 3-6 Monate.
  • Zeit bis Heilung oder Verschwinden der Beschwerden kann schnell vorbeigehen oder sehr lange dauern (manchmal mehrere Jahre oder gar nicht)
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Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung vor einer Polymyositis ist nicht möglich.

  • Manche Medikamente kommen bei Prädisposition (Anfälligkeit für die Erkrankung) als Auslöser infrage und sollten vermieden werden.
    • Allopurinol
    • Chloroquin (Antimalariamittel)
    • Simvastatin (Cholesterinsenker)
    • D-Penicillamin (Antibiotikum)
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Bei Kindern

Kinder erkranken selten, wenn sie erkranken, dann im Rahmen einer Dermatomyositis

pfeilIn der Schwangerschaft

Viele Medikamente der Polymyositis dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Ein Wechsel der Medikamente ist möglich.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

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Zahlen & Statistiken

  • Häufigkeit – Bei der Polymyositis handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung.
    5-10 Neuerkrankungen auf 1.000.000 Einwohner pro Jahr.
    6-7 von 100.000 Menschen sind an Polymyositis erkrankt.
  • Alter – Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.
  • Geschlecht – Frauen sind in etwa doppelt bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1/100.000
Alters FaktenAlter~ 40 - 60
Geschlecht FaktenGeschlecht2(3) : 1
aktualisiert: 22.03.2025
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