Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), wenn es zu Unregelmäßigkeiten im Herzschlag kommt. Die Schläge können dabei schneller oder langsamer sein.

Erfahrungs Berichte
Als Herzrhythmusstörungen bezeichnet man eine zu schnelle, zu langsame oder unregelmäßige Frequenz des Herzens. Man teilt die Herzrhythmusstörung nach dem Ursprung der Rhythmusstörung ein. Diese können supraventrikulär, also etwa im Bereich des Vorhofes sein, als auch intraventrikulär, im Bereich des Ventrikels. Herzrhythmusstörungen beeinträchtigen die Pumpfunktion des Herzens, sodass Patienten an einer Minderdurchblutung anderer Organe leiden können.
Die Ursachen einer Herzrhythmusstörung sind sehr variabel.
Sie hängen stark von der Genese (Entstehung und Entwicklung) der Erkrankung ab.
Zu den häufigsten Ursachen der Herzrhythmusstörung zählen die koronare Herzkrankheit, Erkrankung der Herzklappen, eine Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Elektrolytstörungen, Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion sowie Nebenwirkungen von Medikamenten, aber auch psychische Ursachen.
Die Risikofaktoren eine Herzrhythmusstörung zu entwickeln sind angeborene Herzfehler.
Diese führen zu einer Störung der physiologischen Funktion des Herzens.
Daneben gilt ein ungesunder Lebensstil und Adipositas (starkes Übergewicht) als Risikofaktor.
Diese können nämlich eine Koronare Herzkrankheit oder ein Bluthochdruck hervorrufen, was dann sekundär zu einer Herzrhythmusstörung führen kann.
Die Symptome einer Herzrhythmusstörung sind variabel.
Meistens äußern sie sich durch Herzrasen und ein Herzstolpern.
Falls das Herz nicht mehr in der Lage ist, richtig zu pumpen, sinkt das Herzzeitvolumen (dabei handelt es sich um die Menge an Blut, die das Herz in einer Minute in den Kreislauf pumpt).
Das bedeutet, dass das Herz sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann.
Dementsprechend erhalten die anderen Organe zu wenig Sauerstoff.
Schwindel, Synkopen (Ohnmacht) und eine chronische Minderperfusion (Minderdurchblutung) des Gehirns sind Folgen.
Des Weiteren können eine Angina pectoris – dies äußert sich durch Schmerzen in der Brust durch verengte Herzkranzgefäße – und ein Herzinfarkt auftreten.
Zudem begünstigt eine Herzrhythmusstörung die Entstehung von Embolien.
Embolien sind Blutgerinnsel, die eine Art Pfropf bilden und so Gefäße verschließen.
Diese Embolien können zu Infarkten von anderen Organen führen, wie zum Beispiel die Nieren oder im Darm.
Es gibt verschiedene diagnostische Mittel, um eine Herzrhythmusstörung zu detektieren.
Hierzu gehören das Anamnesegespräch und eine klinische (körperliche) Untersuchung.
Zur bildgebenden Diagnostik zählen das Elektrokardiogramm (EKG) und Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens).
Zur weiteren Diagnostik können medikamentöse Tests durchgeführt werden.
Auch ein Röntgen des Brustbereichs oder eine elektrophysiologische Untersuchung des Herzens können bei einer Diagnose der Herzrhythmusstörung eingesetzt werden.
Ein sog. Event- Rekorder zeichnet den Herzrhythmus über einen längeren Zeitraum auf.
Bei einer Herzrhythmusstörung sollte man einen Kardiologen - einen Facharzt für Erkrankungen des Herzens - aufsuchen.
Bei unspezifischen Symptomen solltest Du zunächst Deinen Hausarzt aufsuchen, dieser kann Dich ggf. an eine weitere Fachrichtung überweisen.
Die wichtigste Differentialdiagnose einer Herzrhythmusstörung ist das hyperkinetische Herzsyndrom.
Hierbei handelt es sich um eine psychosomatische Erkrankung, die sich durch Herzbeschwerden äußert.
Patienten berichten über:
Die Behandlung einer Herzrhythmusstörung ist abhängig von der Art und Ursache der Herzrhythmusstörungen (Tachykardie, Bradykardie)
Die Behandlung einer Herzrhythmusstörung ist abhängig von der Ursache der Rhythmusstörung.
Aus diesem Grund lässt sich keine pauschale Aussage treffen.
Im Folgenden werden die Therapiemöglichkeiten der häufigsten Herzrhythmusstörungen kurz erläutert.
Bradykardie
Bradykarde Herzrhythmusstörungen – also Rhythmusstörungen, bei denen das Herz zu langsam schlägt – können in der Akutsituation durch Medikamente behandelt werden, welche die Herzfrequenz beschleunigen.
Zur langfristigen Therapie kann eine Schrittmacherimplantation erfolgen.
Tachykarde
Tachykarde Herzrhythmusstörungen – also Rhythmusstörungen, bei denen das Herz zu schnell schlägt - können mit sogenannten Antiarrhythmika behandelt werden.
Hierbei handelt es sich um Medikamente, welche spezielle Kanäle in den Muskelzellen hemmen und so zu einer Reduzierung der Herzfrequenz führen.
In einigen Fällen ist die Implantation eines Schrittmachers indiziert.
Ferner sollte immer die Grunderkrankungen behandelt werden.
Beispielsweise kann eine Schilddrüsenüberfunktion zu einer tachykarden Herzrhythmusstörungen führen.
Diese kann aber durch verschiedene Verfahren erfolgreich therapiert werden.
Die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und AV-Reentry-Tachykardie kann erfolgreich durch eine Katheterbehandlung geheilt werden.
Arrhythmien, wie zum Beispiel das Vorhofflimmern, bedürfen einer speziellen Therapie, die sich aus mehreren Stufen zusammensetzt.
Die Ernährung kann durchaus positiven Einfluss auf die Erkrankung nehmen.
Ein nicht unerheblicher Teil der Herzrhythmusstörungen werden durch die koronare Herzerkrankung ausgelöst.
Diese entsteht meist durch einen ungesunden Lebensstil.
Aus diesem Grund sollte auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung viel Wert gelegt werden.
Hierzu sollte man ausreichend Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Fisch verzehren.
Der Konsum von Alkohol und Nikotin sollten reduziert, am besten sogar gänzlich vermieden werden.
Zudem sollte man sich regelmäßig körperlich betätigen.
Es sind verschiedene Medikamente vorhanden, die man bei einer Herzrhythmusstörung verabreichen kann.
Die häufigste Klasse sind die Antiarrhythmika:
Die oben genannten Medikamenten werden hauptsächlich bei einer Tachykardie - also bei einer erhöhten Herzfrequenz - verabreicht.
Bei einer Bradykardie, einer verringerten Herzfrequenz, werden Medikamente gegeben, welche das Herz stimulieren.
Hierzu zählen die sogenannten Sympathomimetika und Parasympatholytika.
Ein Hausmittel, das speziell für Herzrhythmusstörungen verwendet wird, gibt es nicht.
Allerdings kann man bei einer Tachykardie versuchen, Substanzen wie Kaffee und Nikotin zu vermeiden, da diese die Herzfrequenz steigern.
Zusätzlich kann man versuchen, Stress zu reduzieren.
Hierfür gibt es verschiedene Verfahren, wie regelmäßiges Yoga-Training oder spezielle Atemtechniken.
Darüber hinaus kann eine ausgewogene Ernährung und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme nachweislich bei einer Herzrhythmusstörung helfen.
Eine Herzrhythmusstörung kann durch verschiedene interventionelle Verfahren (gezielte Eingriffe) therapiert werden.
Auch diese hängen von der Form der Rhythmusstörung ab.
Herzschrittmacher
Es können Herzschrittmacher implantiert werden oder Katheterablationen durchgeführt werden.
Herzschrittmacher kommen vor allem bei AV-Blöcken zum Einsatz. Bei diesem Krankheitsbild kann die Erregung vom Vorhof nicht adäquat zum Ventrikel weitergeleitet werden und kann zu einer Reduktion der Herzfrequenz führen.
Der Herzschrittmacher wird durch eine kleine OP im oberen Bereich der Brust implantiert. Aber auch bei einigen tachykarden Herzrhythmusstörungen - also im Falle einer erhöhten Herzfrequenz - kann ein Herzschrittmacher helfen.
Katheterablation
Eine Katheterablation wird vor allem bei AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und AV-Reentry-Tachykardie verwendet.
Hierbei werden die Areale, welche eine zusätzliche elektrische Aktivität des Herzens auslösen, verödet.
Diese Areale werden durch elektrophysiologische Verfahren ermittelt.
Des Weiteren kann ein Kathetereingriff bei einem Vorhofflimmern erfolgen.
Hierbei verödet man Strukturen im Bereich des Herzohres.
Dies kann helfen, die Anfälle des Vorhofflimmerns zu reduzieren.
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beurteilen, da sie stark abhängig von der Ursache der Erkrankung ist.
Bradykarde Herzrhythmusstörungen können langfristig gut mit Schrittmachern behandelt werden.
Bei tachykarden Herzrhythmusstörungen ist dies abhängig von der Genese der Rhythmusstörung.
Ein Vorhofflimmern kann mit Medikamenten therapiert werden und viele Patienten lernen, mit der Erkrankung zu leben.
Auch die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und AV-Reentry-Tachykardie haben eine gute Prognose.
Ein Kammerflimmern hingegen ist deutlich gefährlicher und kann im Extremfall lebensbedrohlich werden.
Falls Sie die genaue Prognose für Ihre Herzrhythmusstörungen erfahren möchten, sollten Sie Ihren behandelnden Kardiologen fragen.
Eine Herzrhythmusstörung kann man nicht zu einhundert Prozent vorbeugen.
Allerdings kann man das Risiko reduzieren, indem man sich ausgewogen ernährt und bei Übergewicht (Adipositas) abnimmt.
Zusätzlich sollte der Konsum von Nikotin und Alkohol vermieden werden.
Dies sind nämlich die häufigsten Risikofaktoren, die zu einer Koronaren Herzkrankheit und einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) führen.
Diese Krankheitsbilder können sekundär zu Herzrhythmusstörungen führen.
Ferner empfiehlt sich moderates Ausdauertraining zu betreiben, um die Funktion des Herzens zu verbessern.
Falls man an einer Herzrhythmusstörung leidet, sollte man diese Frage unbedingt mit einem Kardiologen, also einem Facharzt für Herzerkrankungen, besprechen.
Dieser sollte zur Beurteilung dieser Frage eine körperliche Untersuchung, ein 24h-EKG und eventuell eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchführen.
Anschließend kann dieser sagen, ob man überhaupt Sport betreiben kann und in welcher Intensität.
Die deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt ein moderates körperliches Training, falls der Gesundheitszustand dies zulässt.
Ob eine Herzrhythmusstörung vollständig heilbar ist, hängt von der Genese ab.
Wenn man die Ursache auffinden kann, ist die Erkrankung durchaus heilbar.
Hierzu gehört zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion.
Diese stimuliert die Herzmuskelzellen übermäßig. Durch verschiedene therapeutische Verfahren kann die Überfunktion erfolgreich behandelt werden.
Auch eine AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und AV-Reentry-Tachykardie kann durch einen Kathetereingriff geheilt werden.
Herzrhythmusstörungen können durchaus auch bei Kindern vorkommen und deuten auf einen Herzfehler.
Dies kann sich durch eine plötzliche Verhaltensänderung des Kindes äußern.
Ferner kann das Kind über einen starken Herzschlag, Husten und Atemnot klagen.
In diesem Fall sollte man das Kind unbedingt zum Kinderarzt bringen, damit eine Abklärung erfolgt.
Falls ein Herzfehler vorliegen sollte, müsste dieser zeitig behandelt werden, um Folgekomplikationen zu verhindern.
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