Ellenbogen ausgekugelt (Ellenbogenluxation), wenn die Knochen des Ellenbogens aus dem Gelenk springen.


Das Ellenbogengelenk (Humeroulnargelenk) verbindet den Oberarmknochen (Humerus) mit den beiden Unterarmknochen, der Elle (Ulna) und der Speiche (Radius). Das Gelenk ermöglicht eine Vielzahl von Bewegungen, wie Beugung und Streckung des Arms sowie die Rotation des Unterarms. Wenn das Ellenbogengelenk „ausgekugelt“ ist, bedeutet dies, dass die Gelenkflächen der Knochen nicht mehr richtig miteinander verbunden sind und sich voneinander gelöst haben. Dieser Zustand wird auch als Ellenbogenluxation bezeichnet. Der ausgekugelte Ellenbogen zählt zu einer der häufigsten Verletzungen des Ellenbogens.
Eine ausgekugelte Elle kann eine ernsthafte Verletzung und potenziell gefährlich sein, wenn sie nicht angemessen behandelt wird.
Hier sind einige Gründe, warum eine Ellenbogenluxation als gefährlich betrachtet werden kann:
Ein ausgekugelter Ellenbogen ist eine akute Verletzung, die sofortige Aufmerksamkeit und medizinische Versorgung erfordert.
Je früher das Gelenk wieder eingerenkt wird, desto besser sind in der Regel die Aussichten für eine erfolgreiche, komplikationslose Genesung.
Ggf. musst du mit einem ausgekugeltem Ellenbogen in die Notaufnahme.
Das Ellenbogengelenk (Articulatio cubiti) besteht aus 3 Teilen und stellt die Verbindung von Oberarmknochen [1] (Humerus) und den beiden Unterarmknochen Speiche [6] und Elle [9] (Radius und Ulna) dar.
Der Ellenbogen ermöglicht uns Menschen das Beugen und Strecken des Unterarms gegen den Oberarm, sowie die Drehung des Unterarms.
Bei einem ausgekugeltem Ellenbogen sind die Gelenkflächen der Knochen nicht mehr in einer optimalen Position zueinander.
Der Unterarmknochen (Speiche/ Radius) springt dabei aus dem Kugelgelenk heraus.
Die Einteilung von Ellenbogenluxationen erfolgt in der Regel auf der Grundlage der Richtung, in die das Ellenbogengelenk verlagert wurde. Die häufigsten Formen sind:
Ein ausgekugelter Ellenbogen entsteht oft als Folge eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm.

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Bei einem ausgekugelten Ellenbogen ist eine Verschiebung der Knochen im Gelenk von außen erkennbar.
Oftmals kommt es zusätzlich zu einer Schwellung im Ellenbogengelenk und der Bildung eines Hämatoms.
Die Behandlung einer Ellenbogenluxation sollte so schnell wie möglich erfolgen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Genesung zu fördern.
Die Behandlung kann je nach Schwere der Verletzung variieren, kann aber im Allgemeinen folgende Schritte umfassen:
Du solltest niemals selbst versuchen, ein ausgekugeltes Ellenbogengelenk wieder einzurenken.
Eine Operation wird bei einem ausgekugeltem Ellenbogen notwendig, wenn es zu Begleitverletzungen an Bändern, Knochen oder Nerven kommt.
Die Prognose einer ausgekugelten Elle hängt von verschiedenen Faktoren ab,
Im Allgemeinen kann die Prognose jedoch als recht gut betrachtet werden, da die meisten Menschen mit einer Ellenbogenluxation mit rechtzeitiger und adäquater medizinischer Versorgung eine vollständige Genesung erreichen können.
Nach einer Ellenbogenluxation besteht jedoch ein Risiko für:
Wir empfehlen ein dauerhaftes Krafttraining der Armmuskulatur. Die Muskeln und Sehnen stützen und stabilisieren das Ellenbogengelenk.
Beachte! Wie bei jeder anderen Luxation, besteht auch bei einem ausgekugeltem Ellenbogen die Gefahr einer erneuten Luxation nach erstmaligem Auftreten.
Ein ausgekugelter Ellenbogen ist in einigen Fällen mit Begleitverletzungen verbunden:
Je früher das Ellenbogengelenk eingerenkt wird, desto seltener entstehen Langzeitfolgen.
Die Dauer der Genesung nach einer Ellenbogenluxation kann je nach Schwere der Verletzung, der prompten Behandlung, der Rehabilitation und anderen individuellen Faktoren wie das Alter des Betroffenen variieren.
In der Regel kann man jedoch eine grobe Zeitspanne für die Genesung angeben:
Die Dauer der Sportpause richtet sich selbstverständlich nach der ausgeübten Sportart und dem Ausmaß der Beschwerden. Generell sollte man für etwa einen Monat das Ellenbogengelenk nicht belasten.
Bestehen keine Beschwerden bei alltäglichen Bewegungen, kann langsam die sportliche Belastung wieder aufgenommen werden. Solange keine Beschwerden bestehen, kann die Belastung langsam und allmählich weiter gesteigert werden.
Die Dauer der Krankschreibung ist abhängig von der Art der Beschäftigung (Belastung des Ellenbogens) und dem Ausmaß Deiner Beschwerden.
Beachte! Für die Dauer der Genesung bei einem ausgekugeltem Ellenbogen solltest Du mit ca. 6 bis 12 Wochen rechnen.
Die Vorbeugung einer Ellenbogenluxation (ausgekugelter Ellenbogen) konzentriert sich darauf, das Risiko von Verletzungen und traumatischen Ereignissen zu reduzieren, die zu einer Luxation führen können.
Bei rechtzeitiger Behandlung (Reponierung) und fehlender Begleitverletzungen kommt es in den meisten Fällen zu einer folgenlosen und komplikationslosen Heilung
Ellenbogenluxationen können auch bei Kindern vorkommen, insbesondere bei aktiven Kindern, die gerne Sport treiben und bei denen Stürze oder Verletzungen somit vorrangig auftreten.
Die häufigste Form von Ellenbogenluxationen bei Kindern ist die sogenannte „Radiuskopfluxation“ oder „Monteggia-Läsion“, bei der der Kopf des Speichenknochens aus seiner normalen Position im Ellenbogengelenk verschoben ist.
Die Symptome und die Behandlung einer Ellenbogenluxation bei Kindern sind ähnlich wie bei Erwachsenen.
Hinweis! Die Luxation des Ellenbogens ist die häufigste Luxation bei Kindern.
Die Empfehlungen für Schwangere unterscheiden sich bei einem ausgekugeltem Ellenbogen nicht von anderen Patientengruppen.
Ein ausgekugelter Ellenbogen ist für die betroffene Person schmerzhaft und unangenehm, beeinflusst aber weder die Schwangerschaft, noch die Entwicklung des Kindes. Sollte eine Einrenkung im wachen Zustand aufgrund der Schmerzen nicht möglich sein, muss eine Narkose durchgeführt werden.
In diesem Fall sollte ein erfahrener Facharzt hinzugezogen werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Gelenk zwischen Humerus, Ulna und Radius; Stabilität durch Kollateralbänder (medial/lateral), Gelenkkapsel und Muskulatur (Bizeps, Trizeps, Pronatoren, Supinatoren) |
| Differentialdiagnose | Fraktur des Humerus, Ulna oder Radius, Distorsion, Arthritis, Bandruptur, Monteggia- oder Galeazzi-Fraktur |
| Medikamente | Analgetika (NSAR, Paracetamol), ggf. Muskelrelaxanzien, Lokalanästhetikum bei Reposition |
| Epidemiologie | häufig bei jungen Erwachsenen und Kindern; posterior > anterior; oft bei Sturz auf gestreckten Arm |
| Prognose | gut bei adäquater, frühzeitiger Reposition und Nachbehandlung; Komplikationen wie Nervenschäden oder chronische Instabilität möglich |
| Verlauf | akuter Schmerz und Funktionsverlust nach Trauma, Schwellung und Deformität; nach Reposition Schmerzreduktion und Wiederherstellung der Beweglichkeit |
| Pathophysiologie | traumatische Verschiebung der Gelenkpartner; meist durch Sturz auf gestreckten Arm; Bänder und Kapsel werden überdehnt oder rupturiert |
| Komplikation | Nervenverletzungen (N. ulnaris, N. medianus, N. radialis), Gefäßverletzungen (A. brachialis), chronische Instabilität, posttraumatische Arthrose |
| Behandlung | geschlossene Reposition unter Analgesie/Sedierung, Ruhigstellung (Gips/Orthese), Physiotherapie, operative Versorgung bei Frakturen oder Instabilität |
| Primärvorbeugung | Sturzprävention, Schutzausrüstung bei Sport, Kräftigung der Arm- und Schultergelenke |
| Sekundärvorbeugung | Nachbehandlung mit Physiotherapie, Vermeidung von Überlastung, Kontrolle der Beweglichkeit, ggf. Bandplastik bei Instabilität |
| Risikofaktoren | Sportarten mit Sturzrisiko, Osteoporose, frühere Ellenbogenverletzungen, Unsicherheiten bei Gleichgewicht oder Koordination |
| Anzeichen | akuter Schmerz, sichtbare Deformität, Schwellung, Hämatom, eingeschränkte Beweglichkeit, Fehlstellung, evtl. Gefühlsstörungen bei Nerveneinfluss |
| Stadien | akute Luxation → Reposition → Heilung und Rehabilitation; bei Frakturbeteiligung ggf. OP-Stadium |
| Diagnostik | Klinische Untersuchung (Deformität, Instabilität, Neurovaskulärstatus), Röntgen (AP und seitlich), ggf. CT bei komplexen Frakturen, neurologische Untersuchung |