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pfeilWas ist das?

Das Ellenbogengelenk (Humeroulnargelenk) verbindet den Oberarmknochen (Humerus) mit den beiden Unterarmknochen, der Elle (Ulna) und der Speiche (Radius). Das Gelenk ermöglicht eine Vielzahl von Bewegungen, wie Beugung und Streckung des Arms sowie die Rotation des Unterarms. Wenn das Ellenbogengelenk „ausgekugelt“ ist, bedeutet dies, dass die Gelenkflächen der Knochen nicht mehr richtig miteinander verbunden sind und sich voneinander gelöst haben. Dieser Zustand wird auch als Ellenbogenluxation bezeichnet. Der ausgekugelte Ellenbogen zählt zu einer der häufigsten Verletzungen des Ellenbogens.

Zusammenfassung Ellenbogen ausgekugelt

  • Oft ist eine starke Krafteinwirkung gegen den gestreckten Ellenbogen Ursache für einen ausgekugelten Ellenbogen.
  • Du musst mit einem ausgekugeltem Ellenbogen schnellstmöglich zum Arzt.
  • Die Behandlung erfolgt anhand einer Reponierung (zurück in die natürliche Position) und Schienung des Ellenbogens.
  • Die Dauer der Heilung variiert je nach Schwere der Verletzung und Verfassung des Betroffenen.
pfeilIst das gefährlich?

Eine ausgekugelte Elle kann eine ernsthafte Verletzung und potenziell gefährlich sein, wenn sie nicht angemessen behandelt wird.

Hier sind einige Gründe, warum eine Ellenbogenluxation als gefährlich betrachtet werden kann:

  • Sofortige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
  • Potentielle Nerven- und Gefäßschäden.
  • Langzeitauswirkungen – wie etwa eine chronische Instabilität des Gelenks, wiederkehrende Luxationen oder dauerhafte Bewegungseinschränkungen bei unangemessener Behandlung.
  • Potentielle Begleitverletzungen – wie Knochenbrüche, Bänderrisse oder Knorpelschäden, die das Risiko von Komplikationen erhöhen und möglicherweise die Genesungszeit verlängern.
  • Risiko für Infektionen
pfeilWann zum Arzt?

Ein ausgekugelter Ellenbogen ist eine akute Verletzung, die sofortige Aufmerksamkeit und medizinische Versorgung erfordert.

Je früher das Gelenk wieder eingerenkt wird, desto besser sind in der Regel die Aussichten für eine erfolgreiche, komplikationslose Genesung.

Ggf. musst du mit einem ausgekugeltem Ellenbogen in die Notaufnahme.

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Anatomie

Das Ellenbogengelenk (Articulatio cubiti) besteht aus 3 Teilen und stellt die Verbindung von Oberarmknochen [1] (Humerus) und den beiden Unterarmknochen Speiche [6] und Elle [9] (Radius und Ulna) dar.

Der Ellenbogen ermöglicht uns Menschen das Beugen und Strecken des Unterarms gegen den Oberarm, sowie die Drehung des Unterarms.

Bei einem ausgekugeltem Ellenbogen sind die Gelenkflächen der Knochen nicht mehr in einer optimalen Position zueinander.

Der Unterarmknochen (Speiche/ Radius) springt dabei aus dem Kugelgelenk heraus.

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Einteilung & Formen

Die Einteilung von Ellenbogenluxationen erfolgt in der Regel auf der Grundlage der Richtung, in die das Ellenbogengelenk verlagert wurde. Die häufigsten Formen sind:

  • Hinterhauptluxation – nach hinten (posteriore Luxation)
  • Vorderhauptluxation – nach vorne (anteriore Luxation)
  • Seitliche Luxation – nach außen (lateral) oder nach innen (medial)
  • Rotatorische Luxation – mit Rotation des Unterarms um seine Längsachse.
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Ursachen Ellenbogen ausgekugelt

Ein ausgekugelter Ellenbogen entsteht oft als Folge eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm.

  • Sportverletzungen – vor allem im Rahmen von Kontaktsportarten wie Fußball, Basketball oder Rugby sowie Extremsportarten
    • Gewalteinwirkung – auf den Arm durch Schläge oder Tritte 
  • Unfälle – Autounfälle, Fahrradunfälle oder andere Zusammenstöße
    • Direkter Sturz auf den Ellenbogen
  • Übermäßige Drehung des Arms
  • Angeborene oder erworbene Fehlbildungen des Ellenbogens
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Symptome Ellenbogen ausgekugelt

  • Schmerzen im Ellenbogen – Es kommt zu plötzlichen, starken Schmerzen im Ellenbogen unmittelbar nach dem Unfall (Luxation).
  • Schwellung – Unmittelbar nach dem Auskugeln kommt es zu einer Schwellung im Ellenbogengelenk.
  • Deformität – wobei der Unterarm möglicherweise in einer ungewöhnlichen Position steht.
  • Bewegungseinschränkung
  • Taubheit und Kribbeln
  • Blutergüsse
  • Instabilität
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Diagnose Ellenbogen ausgekugelt

  • Anamnese – Patientengespräch zur Erfassung der aktuellen Beschwerden, der Krankengeschichte etc.
    • Erfragen des Unfallhergangs
  • Körperliche Untersuchung – mit Fokus auf den betroffenen Bereich.
  • Bildgebende Verfahren
  • Funktionsprüfung – die Bewegungsfähigkeit des Arms wird getestet, um die Funktionsfähigkeit des Gelenks zu beurteilen und zu überprüfen, ob weitere Strukturen im Ellenbogenbereich betroffen sind.
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Bilder

Bei einem ausgekugelten Ellenbogen ist eine Verschiebung der Knochen im Gelenk von außen erkennbar.

Oftmals kommt es zusätzlich zu einer Schwellung im Ellenbogengelenk und der Bildung eines Hämatoms.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Behandlung Ellenbogen ausgekugelt

Die Behandlung einer Ellenbogenluxation sollte so schnell wie möglich erfolgen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Genesung zu fördern.

Die Behandlung kann je nach Schwere der Verletzung variieren, kann aber im Allgemeinen folgende Schritte umfassen:

  • Medizinische Notfallversorgung – Einrenkung (Reponieren) in kontrollierter Umgebung durch einen qualifizierten Arzt oder medizinisches Fachpersonal (NIEMALS selbstständig durchführen)
  • Immobilisierung mittels Schiene – um das Gelenk in einer rechtwinkligen Stellung ruhigzustellen und die Heilung zu unterstützen.
  • Schmerzmanagement
  • Physiotherapie – um die Muskulatur im Arm zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die vollständige Funktionsfähigkeit des Ellenbogengelenks wiederherzustellen.
    → siehe Abschnitt Übungen
  • Chirurgische Intervention – nur in schweren Fällen
  • Rehabilitation und Nachsorge

Du solltest niemals selbst versuchen, ein ausgekugeltes Ellenbogengelenk wieder einzurenken.

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Übungen bei Ellenbogen ausgekugelt

Bevor Du trainierst!
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Beachte! Die Übungen dienen zum Wiederaufbau nach Reponierung und Ruhigstellung.

Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

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Medikamente

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) – wie z.B. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen, mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung.
  • Weitere Schmerzmittel – wie zum Beispiel Paracetamol.
  • Entzündungshemmende Medikamente – wie z.B. Steroide (Cortison, Prednison).
  • Muskelrelaxantien – um Muskelverspannungen und -krämpfe zu reduzieren.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Operation

Eine Operation wird bei einem ausgekugeltem Ellenbogen notwendig, wenn es zu Begleitverletzungen an Bändern, Knochen oder Nerven kommt.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
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Prognose

Die Prognose einer ausgekugelten Elle hängt von verschiedenen Faktoren ab,

  • einschließlich der Schwere der Verletzung
  • der angemessenen Behandlung
  • der Rehabilitation sowie der Einhaltung ärztlicher Anweisungen

Im Allgemeinen kann die Prognose jedoch als recht gut betrachtet werden, da die meisten Menschen mit einer Ellenbogenluxation mit rechtzeitiger und adäquater medizinischer Versorgung eine vollständige Genesung erreichen können.
Nach einer Ellenbogenluxation besteht jedoch ein Risiko für:

  • Instabilität - Aufgrund einer Luxation des Ellenbogens besteht die Gefahr einer bleibenden Instabilität. Aufgrund dieser Instabilität besteht erhöhte Gefahr für erneute Luxationen im Gelenk. Ca. jeder 3. leidet nach einem ausgekugeltem Ellenbogen an dieser Instabilität.
  • Ellenbogenarthrose - Wenn das Ellenbogengelenk nicht mehr stabil geführt wird, erhöht sich die Gefahr eines dauerhaften Verschelißes des Gelenks.

Wir empfehlen ein dauerhaftes Krafttraining der Armmuskulatur. Die Muskeln und Sehnen stützen und stabilisieren das Ellenbogengelenk.

Beachte! Wie bei jeder anderen Luxation, besteht auch bei einem ausgekugeltem Ellenbogen die Gefahr einer erneuten Luxation nach erstmaligem Auftreten.

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Komplikationen

Ein ausgekugelter Ellenbogen ist in einigen Fällen mit Begleitverletzungen verbunden:

  • Bandruptur – Reißen der Bänder des Ellenbogens (unhappy triad) – In diesem Fall kommt es zu einer ausgeprägten Instabilität des Ellenbogens.
  • Knochenfraktur (Ellenbogenbruch) – Bruch des Speichenköpfchens oder Ellenbogenköpfchens (Ellenbogenluxationsfraktur). In schweren Fällen.
  • Nervenverletzungen – (Nervus ulnaris, Nervus medianus) mit Sensibilitätsstörungen in den Fingern.

Je früher das Ellenbogengelenk eingerenkt wird, desto seltener entstehen Langzeitfolgen.

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Dauer

Die Dauer der Genesung nach einer Ellenbogenluxation kann je nach Schwere der Verletzung, der prompten Behandlung, der Rehabilitation und anderen individuellen Faktoren wie das Alter des Betroffenen variieren.

In der Regel kann man jedoch eine grobe Zeitspanne für die Genesung angeben:

  • Akute Phase – etwa zwei bis vier Wochen.
  • Frühe Genesungsphase – Physiotherapie, um das Gelenk langsam wieder zu mobilisieren. In etwa vier bis sechs Wochen.
  • Spätere Genesungsphase – Dauer abhängig von der individuellen Fortschrittsgeschwindigkeit und der Einhaltung der Übungspläne. In der Regel mehrere Monate.

Dauer der Sportpause

Die Dauer der Sportpause richtet sich selbstverständlich nach der ausgeübten Sportart und dem Ausmaß der Beschwerden. Generell sollte man für etwa einen Monat das Ellenbogengelenk nicht belasten.
Bestehen keine Beschwerden bei alltäglichen Bewegungen, kann langsam die sportliche Belastung wieder aufgenommen werden. Solange keine Beschwerden bestehen, kann die Belastung langsam und allmählich weiter gesteigert werden.

Dauer der Krankschreibung

Die Dauer der Krankschreibung ist abhängig von der Art der Beschäftigung (Belastung des Ellenbogens) und dem Ausmaß Deiner Beschwerden.

  • Büroarbeit – In vielen Fällen reicht eine Krankschreibung über wenige Wochen, bis die Beschwerden abgeklungen sind.
  • Körperliche Arbeit – In diesem Fall kann eine Krankschreibung mitunter so lange notwendig werden, bis das Ellenbogengelenk wieder voll belastet werden kann.

Beachte! Für die Dauer der Genesung bei einem ausgekugeltem Ellenbogen solltest Du mit ca. 6 bis 12 Wochen rechnen.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung einer Ellenbogenluxation (ausgekugelter Ellenbogen) konzentriert sich darauf, das Risiko von Verletzungen und traumatischen Ereignissen zu reduzieren, die zu einer Luxation führen können. 

  • Schutz beim Sport – Ellenbogenschützer oder gepolsterte Kleidung
  • Sturzprävention
  • Stärkung der Muskulatur
  • Vermeidung von übermäßiger Belastung
  • Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten
  • Verletzungen rechtzeitig behandeln
  • Ergonomie am Arbeitsplatz
pfeilSport bei Ellenbogen ausgekugelt
  • In etwa der Hälfte der Fälle ist Sport der Auslöser für eine Ellenbogenluxation.
  • Nach einem ausgekugeltem Ellenbogen musst Du für etwa einen Monat bis 6 Wochen auf Ellenbogen – belastenden Sport verzichten.
  • Anschließend kannst Du langsam anfangen, mit Beugung und Streckung, sowie Rotation anzufangen.
    • Zunächst ohne Widerstand.
    • Treten dabei keine Schmerzen auf, kannst Du allmählich die Belastung steigern und gegen einen Widerstand arbeiten.
  • Übungen, bzw. ein Training ohne Belastung des Ellenbogengelenks können nach etwa einer Woche wieder aufgenommen werden.
Hinweis ArztbesuchBeachte bitte: Vor dem Beginn mit Sport solltest Du immer Rücksprache mit Deinem Therapeuten halten.
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Heilung

Bei rechtzeitiger Behandlung (Reponierung) und fehlender Begleitverletzungen kommt es in den meisten Fällen zu einer folgenlosen und komplikationslosen Heilung

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Bei Kindern

Ellenbogenluxationen können auch bei Kindern vorkommen, insbesondere bei aktiven Kindern, die gerne Sport treiben und bei denen Stürze oder Verletzungen somit vorrangig auftreten.

Die häufigste Form von Ellenbogenluxationen bei Kindern ist die sogenannte „Radiuskopfluxation“ oder „Monteggia-Läsion“, bei der der Kopf des Speichenknochens aus seiner normalen Position im Ellenbogengelenk verschoben ist.

Die Symptome und die Behandlung einer Ellenbogenluxation bei Kindern sind ähnlich wie bei Erwachsenen.

Hinweis! Die Luxation des Ellenbogens ist die häufigste Luxation bei Kindern.

pfeilIn der Schwangerschaft

Die Empfehlungen für Schwangere unterscheiden sich bei einem ausgekugeltem Ellenbogen nicht von anderen Patientengruppen.

Ein ausgekugelter Ellenbogen ist für die betroffene Person schmerzhaft und unangenehm, beeinflusst aber weder die Schwangerschaft, noch die Entwicklung des Kindes. Sollte eine Einrenkung im wachen Zustand aufgrund der Schmerzen nicht möglich sein, muss eine Narkose durchgeführt werden.

In diesem Fall sollte ein erfahrener Facharzt hinzugezogen werden.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

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Zahlen & Statistiken

  • Der ausgekugelte Ellenbogen (Ellenbogenluxation) ist nach der Schulterluxation die zweithäufigste Luxation.
  • Es kommt zu ca. 50–100 Fälle auf 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland.
  • Bei Kindern ab 10 Jahren ist die Ellenbogenluxation sogar die häufigste Luxation.
  • Männer sind etwas häufiger von einer Ellenbogenluxation betroffen als Frauen (ca. 53 % - 47 %).
  • Die posteriore Ellenbogenluxation (Ellenbogen hinter den Oberarmknochen) ist mit 85 % die mit Abstand am häufigste.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 6–9 / 100.000
Alters FaktenAlterKinder
Geschlecht FaktenGeschlecht1 : 1
aktualisiert: 19.01.2026
QuellenStudienKI-Training
  • Niethard, F.U. et al. (2009): Orthopädie und Unfallchirurgie.
  • Breusch, S et al. (2013) – Klinikleitfaden Orthopädie Unfallchirurgie. München
  • Wülker, N. (2005) - Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Ficklscherer, A. et al. (2018) - Kurzlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie.
  • Weigl, B et al. (2011) - Praxisbuch Unfallchirurgie.
  • Engelhardt, M. (2016) – Sportverletzungen. Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen.
  • 2010 - Dislocation of the Elbow: A Retrospective Multicentre Study of 86 Patients
    Ergebnis – Die Studie analysierte 86 Fälle von Ellenbogenluxationen und stellte fest, dass die meisten Patienten nach konservativer Behandlung eine gute Funktionalität wiedererlangten. Frühzeitige aktive Bewegungen verbesserten die funktionellen Ergebnisse.
  • 2016 - Simple elbow dislocation – a systematic approach
    Ergebnis – Der Artikel präsentiert einen Behandlungsalgorithmus, der auf der Analyse der Gelenkstabilität nach Reposition basiert. Bei stabilen Luxationen wird eine konservative Therapie empfohlen, während bei instabilen Luxationen eine operative Versorgung in Erwägung gezogen werden sollte.
  • 2018 - Subjektives und funktionelles Outcome nach akut-ligamentärer Ellenbogenluxation
    Ergebnis – Die Studie vergleicht operative und konservative Therapien bei akuten ligamentären Ellenbogenluxationen ohne knöcherne Begleitverletzungen. Beide Therapieformen zeigten vergleichbare funktionelle Ergebnisse, wobei die konservative Behandlung mit frühzeitiger Mobilisation bevorzugt wurde.
  • 2023 - Acute elbow dislocation: a critical appraisal of the literature
    Ergebnis – Die Übersicht betont die Bedeutung der frühzeitigen Mobilisation nach Reposition und die sorgfältige Beurteilung der Gelenkstabilität. Es wird darauf hingewiesen, dass eine zu lange Immobilisation zu Bewegungseinschränkungen führen kann.
  • 2024 - Treatment strategies for simple elbow dislocation - a systematic review
    Ergebnis – Die Studie empfiehlt eine konservative Behandlung mit frühzeitiger funktioneller Mobilisation als Erstlinientherapie für einfache Ellenbogenluxationen. Bei Patienten mit Anzeichen für anhaltende Instabilität, wie schweren beidseitigen Bandverletzungen, sollte eine primäre operative Therapie in Betracht gezogen werden.
EigenschaftWert
AnatomieGelenk zwischen Humerus, Ulna und Radius; Stabilität durch Kollateralbänder (medial/lateral), Gelenkkapsel und Muskulatur (Bizeps, Trizeps, Pronatoren, Supinatoren)
DifferentialdiagnoseFraktur des Humerus, Ulna oder Radius, Distorsion, Arthritis, Bandruptur, Monteggia- oder Galeazzi-Fraktur
MedikamenteAnalgetika (NSAR, Paracetamol), ggf. Muskelrelaxanzien, Lokalanästhetikum bei Reposition
Epidemiologiehäufig bei jungen Erwachsenen und Kindern; posterior > anterior; oft bei Sturz auf gestreckten Arm
Prognosegut bei adäquater, frühzeitiger Reposition und Nachbehandlung; Komplikationen wie Nervenschäden oder chronische Instabilität möglich
Verlaufakuter Schmerz und Funktionsverlust nach Trauma, Schwellung und Deformität; nach Reposition Schmerzreduktion und Wiederherstellung der Beweglichkeit
Pathophysiologietraumatische Verschiebung der Gelenkpartner; meist durch Sturz auf gestreckten Arm; Bänder und Kapsel werden überdehnt oder rupturiert
KomplikationNervenverletzungen (N. ulnaris, N. medianus, N. radialis), Gefäßverletzungen (A. brachialis), chronische Instabilität, posttraumatische Arthrose
Behandlunggeschlossene Reposition unter Analgesie/Sedierung, Ruhigstellung (Gips/Orthese), Physiotherapie, operative Versorgung bei Frakturen oder Instabilität
PrimärvorbeugungSturzprävention, Schutzausrüstung bei Sport, Kräftigung der Arm- und Schultergelenke
SekundärvorbeugungNachbehandlung mit Physiotherapie, Vermeidung von Überlastung, Kontrolle der Beweglichkeit, ggf. Bandplastik bei Instabilität
RisikofaktorenSportarten mit Sturzrisiko, Osteoporose, frühere Ellenbogenverletzungen, Unsicherheiten bei Gleichgewicht oder Koordination
Anzeichenakuter Schmerz, sichtbare Deformität, Schwellung, Hämatom, eingeschränkte Beweglichkeit, Fehlstellung, evtl. Gefühlsstörungen bei Nerveneinfluss
Stadienakute Luxation → Reposition → Heilung und Rehabilitation; bei Frakturbeteiligung ggf. OP-Stadium
DiagnostikKlinische Untersuchung (Deformität, Instabilität, Neurovaskulärstatus), Röntgen (AP und seitlich), ggf. CT bei komplexen Frakturen, neurologische Untersuchung
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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Ellenbogen ausgekugelt
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  1. Versuche den Arm ruhigzustellen (Fixieren) und möglichst nicht bewegen.
  2. Such umgehend eine Notaufnahme (ggf. Orthopäden) auf, um schnellstmöglich den Ellenbogen wieder in die richtige Position zu bringen.
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  • Der ausgekugelte Ellenbogen (Ellenbogenluxation) ist nach der Schulterluxation die zweithäufigste Luxation.
  • Es kommt zu ca. 50–100 Fälle auf 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland.
  • Bei Kindern ab 10 Jahren ist die Ellenbogenluxation sogar die häufigste Luxation.
  • Männer sind etwas häufiger von einer Ellenbogenluxation betroffen als Frauen (ca. 53 % - 47 %).
  • Die posteriore Ellenbogenluxation (Ellenbogen hinter den Oberarmknochen) ist mit 85 % die mit Abstand am häufigste.
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