Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta), wenn es aufgrund eines Gendefektes zu einer erhöhten Anfälligkeit für Knochenbrüchen kommt.



Bei der Glasknochenkrankheit, auch Osteogenesis imperfecta genannt, kommt es zu einer unvollständigen Bildung des Knochens. Sie ist erblich und führt zu einer gesteigerten Brüchigkeit und Instabilität des Knochens. Man teils sie in verschiedene Verlaufsformen ein.
Ja und nein, die Glasknochenkrankheit (Osteogenesis imperfecta) kann gefährlich bis letal (tödlich) sein, es gibt aber auch mildere Verlaufsformen, bei denen die Betroffenen eine normale Lebenserwartung haben.
Je nach genauer Verlaufsform führt eine Glasknochenkrankheit aber zum frühen Versterben der Betroffenen.
Abhängig vom Subtyp der Glasknochenkrankheit kommt es schon im frühen Kindesalter bzw. sogar schon im Mutterleib zu Symptomen.
Hier sind dann häufige, teils schwere Frakturen, Deformierungen der Extremitäten und der Kopfform sowie Kleinwuchs und blaue Skleren (die normalerweise weiße Augenhaut) typisch.
Wenn die Kinder also immer wieder Knochenbrüche erleiden, sollte man auf jeden Fall zum Arzt.
Bei besonders leichten Formen kommt es beispielsweise primär zu einer Blaufärbung der Skleren (weiße Lederhaut des Auges), wegen der sich Betroffene dann vorstellen.
Bei sehr schweren Formen kommt es zu mehrfachen Knochenbrüchen und extremen Deformitäten, schon im Mutterleib (pränatal), sodass sie schon im Rahmen einer Pränataldiagnostik festgestellt werden, ohne dass die Mutter etwas merkt.
Weitere Symptome können Hörverlust, überstreckbare Gelenke, Zahnschäden oder Muskelschwäche sowie die Neigung zu blauen Flecken sein.
Man kann die Glasknochenkrankheit anhand verschiedener Kriterien einteilen.
Es handelt sich bei der Glasknochenkrankheit um eine erbliche Erkrankung, mit der man geboren wird.
Die Erkrankung manifestiert sich im Kindesalter oder schon im Mutterleib.
Da es sich meist um einen autosomal dominanten Erbgang bei der Erkrankung handelt, reicht es, wenn ein Elternteil betroffen ist, um das kranke Gen weiterzugeben.
Die Symptome der Glasknochenkrankheit sind vielfältig und betreffen vor allem, aber nicht nur das Skelettsystem.
Weitere Symptome, die nicht das Skelettsystem betreffen:

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Bei einer Osteogenesis imperfecta (Glasknochenkrankheit) sieht man die knöchernen Veränderungen von außen.
Die Betroffenen sind kleinwüchsig, haben deformierte Extremitäten und eine „veränderte“ Kopfform.
Zudem sind die Skleren blau gefärbt und oft Zahndefekte sichtbar.
In einer körperlichen Untersuchung (aber auch im Alltag) können überstreckbare Gelenke sowie eine Neigung zu blauen Flecken auftreten.
Die Prognose bei der Glasknochenkrankheit ist stark abhängig von der genauen Verlaufsform.
Je früher die Diagnose gestellt wird und, desto früher somit die Therapie startet, desto besser ist die Prognose (außer bei der sehr schweren Form (OI II), diese ist leider fast immer letal (tödlich)).
Zudem spielen aber auch individuelle Faktoren, die Therapiecompliance und die interdisziplinäre Versorgung eine Rolle.
Die Glasknochenkrankheit ist nicht heilbar und begleitet Betroffene somit ihr Leben lang.
Der Verlauf ist jedoch sehr unterschiedlich – von milden Verläufen mit wenigen Symptomen über mittelschwer und schwere Formen bis hin zu sehr schweren, letalen (tödlichen) Verläufen findet sich hier alles.
Leichte Form der Glasknochenkrankheit
Bei der leichten Form kommt es meist im Kindesalter zu Frakturen, die sich aber gut behandeln lassen.
Zudem liegen oft nur geringe körperliche Einschränkungen vor. Die Lebenserwartung ist normal.
Schwere Form der Glasknochenkrankheit
Bei der sehr schweren Form (Osteogenesis imperfecta II) kommt es bereits im Mutterleib zu Knochenbrüchen.
Die Ungeborenen leiden an schwersten Deformitäten und auch an Lungenproblemen. Die Kinder überleben nicht und sterben in der Regel wenige Stunden nach der Geburt.
Mittelschwere Form der Glasknochenkrankheit
Bei mittelschweren und schweren Verläufen kommt es schon kurz nach der Geburt oder im Säuglingsalter zu Knochenbrüchen. Zudem nimmt die Verformung im Kindesalter zu.
Oftmals sind die Kinder an den Rollstuhl gebunden und haben eine eingeschränkte Lebensqualität.
Zudem leiden Betroffene oft auch unter Lungenproblemen. Unter einer Behandlung ist die Lebenserwartung meist aber nur gering verkürzt.
Generell nimmt die Frakturhäufigkeit bis zum Erwachsenenalter erst zu und dann aber wieder ab.
Zudem kann die Erkrankung stabil sein oder progredient verlaufen, unter der Therapie oftmals aber kontrollierbar.
Man kann einer Glasknochenkrankheit nicht vorbeugen, da es sich um eine erbliche Krankheit handelt.
Eine genetische Beratung ist jedoch sinnvoll.
Bei der Glasknochenkrankheit sind, wie der Name schon sagt, die Knochen betroffen.
Es gibt darüber hinaus aber auch weitere Manifestationsorte, die innere Organe oder auch Gefäße betreffen.
Zudem kann es zu einem Hörverlust oder Zahnschäden kommen.
Abgesehen von der sehr schweren Form (OI II) ist die Lebenserwartung jedoch nur gering bis gar nicht reduziert.
Die Glasknochenkrankheit manifestiert sich in der Regel im Kindesalter.
Besonders schwere Formen lösen schon im Mutterleib Symptome aus.
Mit den Behandlungsmöglichkeiten lässt sich die Krankheit aber oft kontrollieren.
Wie schwer die Symptome ausgeprägt sind und wie stark Betroffene in ihrem Alltag eingeschränkt sind, hängt von der genauen Unterform ab.
Grundsätzlich ist eine Schwangerschaft, wenn man an einer Glasknochenkrankheit leidet, möglich.
Die Fruchtbarkeit ist weder bei Frauen noch bei Männern aufgrund der Erkrankung eingeschränkt.
In jedem Fall sollte aber eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden, da bei einem autosomal-dominanten Erbgang (dem häufigsten) eine 50 %-ige Chance besteht, dass zukünftige Kinder ebenfalls erkranken.
Zudem stellt eine Schwangerschaft eine starke körperliche Belastung dar, vermehrte Knochenbrüche gerade im Rahmen der Geburt sind dann möglich.
Im Rahmen der interdisziplinären Betreuung bestehend aus Gynäkologen, Pränataldiagnostikern und Humangenetikerin aber auch Orthopäden ist eine Schwangerschaft aber grundsätzlich möglich.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.