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pfeilWas ist das?

Bei einem Leistenbruch entsteht durch eine Schwachstelle in der vorderen Bauchwand, dem Leistenkanal, eine Vorwölbung. Hierbei treten Bauchwand, Fett oder Darm durch die Bauchwand nach vorne. Jungen sind bei einem Leistenbruch eher gefährdet, da der Durchtritt zum Hodensack eine natürliche Schwachstelle der Bauchwand darstellt.

Zusammenfassung Leistenbruch

  • Aufgrund einer Schwachstelle in der Bauchwand kommt es zum Einreißen.
  • Es entsteht eine Schwellung im Bereich der Leiste. Es können zudem Schmerzen auftreten.
  • Kommt es zum Einklemmen von Eingeweide im Bruchsack, handelt es sich um einen Notfall!
  • Ein Leistenbruch heilt nicht von alleine.
  • In den meisten Fällen ist eine Operation angesagt.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 14%
Alters FaktenAlter~ 45 Jahren
Geschlecht FaktenGeschlecht1 : 12
pfeilIst das gefährlich?
Gefahrenhinweis Leistenbruch
Achtung!

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!

Plötzliche, heftigste Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen.

potentiell Lebensgefährliche Erkrankung

Ein Leistenbruch an sich ist erst einmal harmlos, er kann jedoch potenziell gefährlich und sogar lebensbedrohlich werden.

Unbehandelt kommt es zu einer Vergrößerung des Bruchs und immer mehr Darm kann aus dem Leistenbruch austreten.

Kommt es zu einem Abklemmen des Darms, entsteht Lebensgefahr.
Übelkeit, Erbrechen und starke Schmerzen sind Anzeichen, bei denen Du einen Notarzt verständigen musst.

Gefährlichkeit - 3.2 /10
pfeilWann zum Arzt?

Einen Leistenbruch solltest Du immer ärztlich untersuchen lassen.

Unbehandelt können Komplikationen entstehen. Eine der häufigsten Komplikationen ist der Einklemmbruch (inkarzerierte Leistenbruch).
Der Einklemmbruch tritt auf, wenn der Bruchinhalt (meistens der Darm), in der Bruchpforte eingeklemmt wird und dadurch die Blutzufuhr unterbrochen ist.
Dies kann zu starken Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und einer Rötung der Bruchstelle führen.

Ein eingeklemmter Leistenbruch ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

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Einteilung & Formen

Einen Leistenbruch kann man einteilen nach Lokalisation:

  • Lateraler (indirekter) Leistenbruch – der indirekte Leistenbruch ist die häufigste Form. Hierbei tritt der seitlich am Leistenkanal auf. In vielen Fällen ist der indirekte Leistenbruch angeboren.
    • Hodenbruch – der Hodenbruch (Leistenbruch bis zu den Hoden) zählt zu den indirekten Leistenbrüchen. 
  • Medialer (direkter) Leistenbruch – beim direkten Leistenbruch handelt es sich um einen erworbenen Leistenbruch.

Auch eine Kombination aus beiden ist möglich.

 

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Ursachen Leistenbruch

Ein Leistenbruch entsteht, wenn der Druck auf das Leistengewebe (Heben, Husten, Niesen) zu groß wird und der Leistenkanal einreißt.
Das Bauchfell wölbt sich daraufhin nach außen. 

  • Angeborener Leistenbruch
    • Anatomische Entwicklungsstörung
    • Eine Ausstülpung des Bauchfells wird nicht regelrecht verschlossen
  • Erworbener Leistenbruch
    • Zu schwaches Bindegewebe im Bauch gleichzeitig mit zu großem Druck im Bauch (Heben, Husten etc.)

Risikofaktoren für die Entstehung eines Leistenbruchs:

  • Rauchen – Rauchen schwächt das Bindegewebe
  • Männliches Geschlecht – Männer sind häufiger von einem Leistenbruch betroffen.
  • Schwaches Bindegewebe – Menschen, die insgesamt schwächeres Bindegewebe haben (Menschen mit Aneurysmen, Krampfadern etc.) haben ein höheres Risiko
  • Erhöhter Druck – chronische Verstopfung, chronischer Husten, Übergewicht
  • Veranlagung
  • Verletzungen der Bauchwand
  • Leistenbruch in der Vergangenheit
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Symptome Leistenbruch

  • Vorwölbung – es kommt bei einem Leistenbruch zu einer sicht- und tastbaren, weichen, verschiebbaren Schwellung im Leistenbereich.
  • Provokation – die Vorwölbung verstärkt sich durch Husten, Pressen oder dem Heben schwerer Lasten.
  • Leistenschmerzen – ziehende und drückende Schmerzen können bei einem Leistenbruch auftreten.
  • Pralle Schwellung – ist ein Hinweis auf eingeklemmten Bruchsack
    • Gleichzeitig treten bei Einklemmung starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf
    • In diesem Fall handelt es sich um einen ernsten Notfall!
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Diagnose Leistenbruch

  • Anamnese – der Arzt erfragt dabei in einem Gespräch die Krankengeschichte.
  • Körperliche Untersuchung – Diagnose des Leistenbruchs durch die sicht- und tastbare Vorwölbung an der Leiste.
    • Stehender Patient muss husten, dabei tastet der Arzt die Vorwölbung.
    • Der Arzt prüft die Vergeblichkeit des Bruchsackes am liegenden Patienten.
    • Ein irreponibler Bruch (Bruchstücke lassen sich nicht zurückschieben) muss schnell chirurgisch behandelt werden.
  • Ggf. bildgebende Diagnostik – bei stark Übergewichtigen muss manchmal zur Diagnose zusätzlich Ultraschall, MRT oder CT durchgeführt werden.
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Bilder

Ein Leistenbruch ist als sichtbare Vorwölbung in der Leistengegend erkennbar.

Die Vorwölbung verstärkt sich bei Husten oder Niesen.

Hinweis BilderaufrufDu möchtest helfen?
Wie sieht es bei Dir aus? Bei diesem Thema sagen Bilder mehr als Worte. Falls Du ein passendes Bild hast, würden sich unsere Leser freuen, wenn Du es zur Verfügung stellst.
Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Behandlung Leistenbruch

Ein Leistenbruch heilt nicht von alleine, sondern verschlimmert sich im Laufe der Zeit.

  • Operation – nach Diagnosestellung ist ein chirurgischer Eingriff nötig.
  • Abwarten – bei einem erstmals auftretenden Leistenbruch, der keine Schmerzen verursacht und sich nicht vergrößert, kann zunächst abgewartet werden. Besonders bei alten und vorerkrankten Menschen kann ist ein Abwarten und Beobachten ratsam. Sind jedoch Eingeweide eingeklemmt, muss immer operiert werden.
  • Ziel der OP ist die Rückverlagerung des Inhalts in den Bauchraum.
  • Verschluss und zusätzliche Stabilisierung der Bauchdecke.
  • Neben der offenen Operation gibt es die Möglichkeit des minimalinvasiven Eingriffs.
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Übungen bei Leistenbruch

Bevor Du trainierst!
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Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

pfeil

Operation

Die Operation ist das Standardverfahren bei einer Behandlung des Leistenbruchs.

Es kann unterschieden werden zwischen:

  • Offene Operation – größerer Schnitt mit Rückverlagerung des Bruchinhalts in den Bauchraum.
  • Minimal-invasives-Verfahren – mehrere kleine Schnitte mit Netzeinlagerung zur Stabilisierung.

Die Art und Weise der Operation entscheidet der behandelnde Arzt individuell.

Komplikationen bei einer Leistenbruch-Operation sind nur sehr selten. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich im Laufe der Zeit ein erneuter Leistenbruch (Rezidiv) bildet.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
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Prognose

  • Bei einem unbehandelten Leistenbruch kann es zu Einklemmungen und Komplikationen kommen.
    • Der eingeklemmte Darmabschnitt kann im schlimmsten Fall absterben
  • Operativ behandelte Leistenbrüche heilen meist komplikationslos aus.
  • Risiko von 5-10% des Neuauftreten eines Leistenbruchs.
  • Seltene Komplikationen bei Leistenhernien-OPs sind Durchtrennung der Samenstränge, Verletzung der Hodengefäße, Darms oder Blase.
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Komplikationen

Eine gefürchtete Komplikation bei einem Leistenbruch ist das Einklemmen von Eingeweide. Man spricht in diesem Fall von einer Inkarzeration.

Tritt ein solcher Fall ein, muss innerhalb weniger Stunden notoperiert werden da ansonsten weitere Komplikationen entstehen können. Dazu zählen:

In all diesen Fällen handelt es sich um lebensbedrohlich Situationen.

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Vorbeugung

  • Übergewicht vermeiden – dies entlastet die Bauchwand.
  • Muskelaufbau – gut trainierte Bauchmuskeln schützen.
  • Heben – Tragen schwerer Lasten vermeiden
  • Ernährung – viel trinken und ballaststoffreiche Ernährung verhindert kräftiges Pressen beim Stuhlgang
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Lokalisation

Ein Leistenbruch kann entweder seitlich (lateral) und mittig (medial) auftreten.

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Heilung

Ein Leistenbruch heilt nicht von alleine.

Verursacht der Leistenbruch Beschwerden, ist eine Operation angesagt.

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Bei Kindern

Einen Leistenbruch bei Kindern sollte man immer operieren.

Je jünger der Betroffene, desto wahrscheinlicher ist es, dass Bruchstücke im Bruchsack eingeklemmt werden und es zu einem medizinischen Notfall kommt.

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Zahlen & Statistiken

  • Der Leistenbruch zählt zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland.
  • Männer (ca.27 von 100) sind deutlich häufiger betroffen als Frauen (ca. 3 von 100).
  • Ca. 20% der Männer entwickeln im Laufe des Lebens einen Leistenbruch.
  • Ca. 3-5% der Neugeborenen kommen mit einem Leistenbruch auf die Welt.
  • 60% der Leistenbrüche sind rechtsseitig.
aktualisiert: 22.03.2025
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  • Ca. 3-5% der Neugeborenen kommen mit einem Leistenbruch auf die Welt.
  • 60% der Leistenbrüche sind rechtsseitig.
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