Fettstoffwechselstörung, wenn es zu zu einer Abweichung in den Blutfettwerten (LDL, HDL, Triglyzeride) kommt.
Erfahrungs Berichte
Unter einer Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) versteht man eine pathologische Erhöhung oder Erniedrigung der Blutfettwerte (Cholesterin, LDL, Triglyceride). Dies kann erbliche Gründe haben, aber auch durch den Lebensstil bedingt sein. Ganz allgemein handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Stoffwechselstörung.
Ja und nein.
Nein, im Sinne von, dass es nicht akut zu einer plötzlichen Lebensbedrohung kommt, und ja, weil eben eine chronische Erhöhung der „negativen“ Blutfette (Cholesterin, LDL, Triglyceride), besonders in Kombination mit Erniedrigung der „guten“ (HDL), zu Ablagerungen in den Gefäßen führt.
Herzinfarkte oder Schlaganfälle sowie verschiedene andere Erkrankungen können die Folge sein.
Es ist schwierig einzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt ist, ärztliches Personal bei Verdacht auf eine Fettstoffwechselstörung aufzusuchen.
Die Störung macht nämlich lange Zeit (teilweise Jahrzehnte) überhaupt keine Symptome.
Auf jeden Fall sollte man sich ärztlich kontrollieren lassen, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht.
Spätestens dann, wenn Ablagerungen an den Augen oder Gelenken unter der Haut sichtbar werden, die „knubbelig“ und weißlich-gelb erscheinen, und man vorher noch nicht seine Blutwerte kontrollieren lassen hat.
Dank der Vorsorgen gelingt es aber heutzutage, die erhöhten Fettwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Es empfiehlt sich tatsächlich, für jeden seine Blutfette einmal in „jungen Jahren“, also ca. mit 30 Jahren bestimmen zu lassen (ohne familiäre Vorbelastung), um einen „Ausgangswert“ zu haben.
Anhand dessen kann man dann im Alter eine Dynamik leichter einschätzen und schon bei erhöhten Werten in jungen Jahren rechtzeitig therapieren.
Man kann die Fettstoffwechselstörungen in primäre und sekundäre Störungen einteilen.
Außerdem kann man die Fettstoffwechselstörungen noch nach erhöhtem Blutfett genauer einteilen.
Hierbei unterscheidet man:
Eine Sonderform stellen die Hypolipidämien, also zu niedrigen Werte dar.
Hierbei geht es um das “gute” HDL.
Wenn hierbei vom “guten” Blutfett die Sprache ist, dann bedeutet das, dass das HDL protektiv im Vergleich zu den anderen Blutfetten wirkt und nicht für Schäden verantwortlich ist.
Hinweis: LDL (Low-Density-Lipoprotein) und HDL (High-Density-Lipoprotein) sind Blutfette, die Cholesterin transportieren.
LDL (böses Cholesterin) lagert Cholesterin in Adern ab, was das Arteriosklerose-Risiko erhöht, während HDL (gutes Cholesterin) es zurück zur Leber transportiert.
Ein hoher LDL-Wert ist schädlich, ein ausgewogenes Verhältnis (niedriger LDL, moderates bis hohes HDL) ist gesundheitsfördernd.
Bei den Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung kann man zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen unterscheiden:
Zudem gibt es einige Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für eine gleichzeitige Fettstoffwechselstörung einhergehen. Hierzu zählen:
Es kommt aufgrund oben genannter Ursachen entweder zu einer „Verwertungsstörung“ der Blutfette (durch Enzym- oder Rezeptorfunktionsstörungen) oder aber zu einem »Überangebot der Fette« bei der Sättigung der Rezeptoren.
So verbleibt mehr „Fett“ als normal im Blut.
Das führt über einen langen Zeitraum zu Veränderungen des Endothels – der innersten Schicht der Wand der Blutgefäße.
Durch Ablagerungen in der Gefäßwand entsteht eine chronische Entzündungsreaktion, die dann zu den Gefäßverengungen führt.
Diese Verengung bleibt sehr lange Zeit asymptomatisch (ohne Anzeichen), da der Körper aufgrund des „Restlumens“ noch genügend Blut durch die Gefäße pumpen kann.
Wird jedoch ein „kritischer“ Wert überschritten, kommt es zu Durchblutungsstörungen, die sich im Rahmen von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder einer pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) manifestieren.
Das Problem an Fettstoffwechselstörungen ist, dass sie lange keine Symptome verursachen.
Wenn es zu Anzeichen kommt, sind die Veränderungen, die durch die zu hohen Blutfette entstanden sind, in der Regel nicht mehr reversibel (rückgängig zu machen).
Das Risiko für Folgeerscheinungen lässt sich jedoch senken.
Folgende Symptome bzw. Folgen sind möglich:

Hast Du ein passenden Bild für uns?
Man kann Betroffenen tatsächlich ihre hohen Blutfette ansehen.
Sie bekommen sogenannte Xanthome oder Xanthelasmen.
Das sind Fettablagerungen im Bindegewebe der Haut.
Man erkennt sie durch ihre gelblich-weiße Farbe.
Sie sind erhabene Strukturen, meist an den Augen (der Innenseite) oder der Haut, besonders am Ellenbogen oder anderen Gelenken.
Zudem sind Betroffene oft übergewichtig.
Das Behandlungskonzept bei einer Fettstoffwechselstörung ist mehrstufig.
“Hausmittel” bei einer Fettstoffwechselstörung ist eine Lebensstiländerung. Die Integration von mehr Bewegung, gesunder Ernährung und gutem Stressmanagement in den Alltag helfen mögliche Folgen und Risiken zu minimieren.
Die Prognose einer Fettstoffwechselstörung richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Sie lässt sich nicht pauschalisieren. Zu den beeinflussenden Faktoren gehören die Ausprägung der Symptome bzw. aufgetretenen Komplikationen, dem Zeitpunkt der Diagnose und somit Behandlung und individuellen Faktoren. Bei frühem Erkennen, richtiger Behandlung und engmaschiger Kontrolle ist die Prognose gut. Die Werte lassen sich senken und Folgeerscheinungen können verhindert bzw. hinausgezögert werden. Je später die Störung erkannt und behandelt wird, desto schlechter die Prognose. Es kommt dann eher zu gravierenden Folgen.
Der Verlauf und die Dauer der Fettstoffwechselstörung richten sich nach den Ursachen, dem Zeitpunkt der Therapie und auftretenden Komplikationen sowie individuellen Faktoren.
Je früher die Stoffwechselstörung erkannt wird, desto besser.
Das Schwierige ist allerdings, dass sie lange keine Symptome macht und teils so erst durch Komplikationen/ Folgeerscheinungen auffällt.
Wenn die Störung dann behandelt wird, bessern sich bei richtiger Anwendung des Medikaments die Blutfette binnen ein bis drei Monaten.
Wichtiger ist aber tatsächlich eine Lebensstiländerung, da hiermit die besten Ergebnisse erzielt werden.
Bei adäquater Therapie normalisieren sich die Blutfette wieder und das Risiko für Folgeerkrankungen sinkt drastisch.
Oftmals setzt das aber eine lebenslange Therapie voraus, egal ob medikamentös oder durch Änderung des Lebensstils.
Besonders familiär/ erblich bedingte Fettstoffwechselstörungen bedürfen einer engmaschigen Kontrolle, da hier schon in jungen Jahren schwere Folgen auftreten können.
Auch hier wird medikamentös behandelt und bei richtiger Einstellung und Therapieadhärenz ist die Lebenserwartung nur minimal eingeschränkt.
Die Störung besteht aber aufgrund der Ezym- oder Rezeptordefekte lebenslang.
Nicht jeder Art der Fettstoffwechselstörung lässt sich vorbeugen.
So sind besonders genetische Störungen “vordefiniert”.
Trotzdem empfiehlt sich aber immer ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, gesunder, ausgewogener Ernährung, einer guten Schlafroutine sowie adäquatem Stressmanagement.
Bei einer Fettstoffwechselstörung kommt es in der Regel zu einer Erhöhung der Blutfette.
Wie der Name schon sagt, sind die im Blut „gelösten“ Fette betroffen.
Dies hat aber Auswirkungen auf den ganzen Körper durch Ablagerungen in den Gefäßen und anderen Geweben.
In der westlichen Welt sind Fettstoffwechselstörungen ein großes Problem.
Die Prävalenz steigt immer weiter und die Folgeerkrankungen stellen eine große Belastung für das Gesundheitssystem dar.
Zahlen zufolge haben über 50 % der Menschen über dem 40. Lebensjahr in Industrienationen erhöhte Cholesterinspiegel.
Das sind erschreckend hohe Zahlen.
Aufgrund des ungesunden Lebensstils mit schlechten Ernährungsgewohnheiten und unzureichender Bewegung steigen die Zahlen zunehmend.
Zunehmend werden auch schon bei immer jüngeren Patienten, teils ab dem 30. Lebensjahr die Folgen spürbar.
Erste Herzinfarkte oder Schlaganfälle treten in dem Alter und nicht erst deutlich später auf.
Es gibt auch erblich bedingte Störungen des Stoffwechsels, bei denen sich die Symptome ebenfalls eher früh im Leben manifestieren können.
Im Schnitt spürt man aber einen deutlichen Anstieg der Symptome ab dem 50. bis 60. Lebensjahr.
Auch Kinder können unter Fettstoffwechselstörungen leiden.
Oftmals sind diese dann erblich bedingt, bei sehr ausgeprägtem Übergewicht im Kindesalter können sich allerdings auch schon erste Folgen im jugendlichen Alter oder Anfang der 20er-30er zeigen.
Die Symptome, Diagnostik und Therapie sind aber letztlich gleich.
In der Schwangrschaft kommt es physiologischerweise (ganz natürlich) zu einem Anstieg der Blutfette.
Das ist so gewollt und auch nicht schädlich für Mutter oder Kind, sondern dient der Versorgung des Kindes.
Oftmals lässt sich eine bestehende Fettstoffwechselstörung auch in der Schwangerschaft gut behandeln, sodass sich meist keine Folgen für Mutter und Kind ergeben.
Wichtig ist aber, dass sie erkannt und dann auch behandelt wird.
Zudem sollte bei bekannter Störung eine engmaschige ärztliche Kontrolle erfolgen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Deine Erfahrung zählt!
Du kannst Anderen helfen, indem Du Deine Erfahrung zum Thema Fettstoffwechselstörung mit anderen Menschen teilst.
Völlig anonym.
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen zum Thema Fettstoffwechselstörung teilen?
Hilf uns, unsere Qualität stetig zu verbessern.