Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pavk) - wenn es aufgrund einer Verengung der Gefäße zur Minderdurchblutung von Armen und Beinen kommt.

Erfahrungs Berichte
Die pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) ist eine Gefäßerkrankung vor allem der unteren Extremität. Hierbei kommt es durch Kalk- und Fettablagerungen zu einem teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Gefäßes mit daraus folgender Minderversorgung des nachfolgenden Gewebes. Die pAVK ist eine - vor allem im Alter - häufig anzutreffende Erkrankung. So ist etwa jeder Fünfte der über 60-Jährigen von einer pAVK betroffen. Die meisten haben keinerlei Beschwerden und sind im Laufe ihres Lebens Raucher gewesen. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter und man kann beobachten, dass Männer im Schnitt 4-mal so oft wie Frauen betroffen sind.

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!
Plötzliche heftige Schmerzen in den Beinen, Taubheitsgefühle, kein tastbarer Puls in der Extremität.
Eine pAVK kann gefährlich werden.
Eine akute Durchblutungsstörung ist ein medizinischer Notfall.
Die Gefahr besteht darin, dass sich ein Blutgerinnsel in den Gefäßen löst und ins Herz, Gehirn oder die Lunge wandert.
Verschließt sich dort das Gefäß kann es zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie kommen.
Bei einer akuten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit musst Du so schnell wie möglich ins Krankenhaus und notfallmedizinisch behandelt werden. Anzeichen für einen plötzlichen Verschluss einer Arterie sind starke, peitschenähnliche lokale Schmerzen, sowie Taubheit und Kältegefühl, Pulsverlust, eingeschränkte Beweglichkeit und ggf. ein Schockzustand.
Wichtig ist zu wissen, dass die meisten Betroffenen in der Anfangsphase keinerlei Beschwerden verspüren.
Der Puls ist zwar oftmals in den Bereichen nach der Engstelle nicht zu tasten, aber das fällt Betroffenen nicht wirklich negativ auf.
Schreitet die Krankheit ungehindert fort, bilden sich beispielsweise an den Beinen mit der Zeit folgende Symptome:
Im letzten Stadium geht das Gewebe zugrunde und stirbt ab, da es nicht mehr richtig durchblutet werden kann. Dem Betroffenen aber fällt es nicht auf, da auch die Nerven betroffen sind und der Schmerz daher nicht weitergeleitet und verspürt wird.
Zu der Diagnose gehört eine ausführliche körperliche Untersuchung und ein Gespräch (Anamnese), in dem der Betroffene seine Beschwerden genau schildert.
Zusätzlich zu diesen Untersuchungen, bei denen nach Symptomen gesucht wird, wird bei bestehendem Verdacht der ABI-Index ermittelt.
Hierbei werden Blutdrücke am Arm und am Bein gemessen und daraus dann ein Quotient gebildet, der je nach Ausprägung der Krankheit unterschiedlich ausfällt.
Der Goldstandard zur Diagnosesicherung ist die Farbduplex-Sonographie.
Je nachdem welche Symptome gerade vorherrschen, kommen verschieden Differentialdiagnosen in Betracht.
Hierzu zählen:
Der wichtigste Teil der Therapie besteht darin, vorliegende Risikofaktoren auszuschalten und täglich 100 mg ASS einzunehmen.
Anschließend kann die pAVK konservativ oder operativ behandelt werden.
Bei der konservativen Methode ist das Ziel durch kontrolliertes Gehtraining andere Arterien als Flusswege für das Blut zu bilden und zu stärken.
Bei schon bestehenden Ulzera oder Nekrosen, werden diese lokal behandelt.
Bei der operativen Therapie wird die Verengung operativ aufgedehnt oder die Verstopfung entfernt.
Welche Methode verfolgt wird, wird individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt entschieden.
Die Prognose der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit hängt stark vom Schweregrad der Erkrankung und dem Ausschluss oder Fortbestehen von Risikofaktoren ab.
Der Verlauf der pAVK kann stark beeinflusst werden durch das Verhalten des Betroffenen.
Ohne Maßnahmen schreitet die Krankheit ungehindert bis in das letzte Stadium voran.
Wenn die Risikofaktoren aber durch eine Lebensstiländerung verringert werden, wirkt sich das sehr positiv auf den Verlauf aus.
Hierzu gehören ein Nikotinverzicht und die richtige therapeutische Einstellung eventuell vorliegender Krankheiten, wie Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck.
Der Fortschritt der pAVK kann damit fast gänzlich aufgehalten werden und Patienten werden beschwerdefrei, wenn die Krankheit nicht schon zu weit fortgeschritten war.
Ein medikamentöses Vorbeugen der pAVK ist zwar nicht möglich, dafür ist aber das Vorbeugen durch das Ausschließen von Risikofaktoren gut möglich.
Hierzu zählt der Verzicht auf das Rauchen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung im Alltag.
Durch die Ergreifung dieser Maßnahmen, kann die Wahrscheinlichkeit, schon in jüngeren Jahren eine pAVK auszubilden und auch die Wahrscheinlichkeit an Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck zu erkranken, stark gesenkt werden.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit teilt sich in vier Stadien ein.
Eine pAVK kann je nach Stadium gefährlich für die Schwangere werden.
Besonders bei einem akuten Gefäßverschluss ist eine rasche notfallmäßige Eröffnung des Gefäßes nötig.
Das Risiko hierfür ist vor allem bei pAVK Pateinten im fortgeschrittenem Stadium erhöht.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Deine Erfahrung zählt!
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