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pfeilWas ist das?

Unter einer Lederhautentzündung, in der Fachsprache aus Skleritis genannt, versteht man die Entzündung der Augenhaut, die zusammen mit der Hornhaut die vordere Augenhaut bildet. Die Sklera ist der weiße sichtbare Anteil des Auges.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Lederhautentzündung (Skleritiskann gefährlich werden, da sie die Sehkraft beeinträchtigen kann.

Oftmals ist die Lederhautentzündung Ausdruck einer Grunderkrankung, die wiederum auch Komplikationen mit sich bringen kann.

pfeilWann zum Arzt?

Wenn starke Schmerzen im Auge, Rötungen und sichtbare Gefäße um die Iris (dem farbigen Anteil des Auges) sowie bläuliche Verfärbungen bestehen, sollte man einen Arzt (Augenarzt) aufsuchen. 

Falls das Auge steinhart ist, rot wird und einem übel ist, sollte man umgehend ins Krankenhaus.

Dann kann ein Winkelblockglaukom vorliegen, was einer der Notfälle in der Augenheilkunde darstellt.

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Anatomie

Die Lederhaut (Sklera) [8] überzieht den hinteren Anteil des Auges und bildet zusammen mit der Hornhaut [1] das stabile Augengerüst.

An der Lederhaut setzen zudem die Muskeln für die Augenbewegung an.

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Einteilung & Formen

Man kann eine Entzündung der Lederhaut in eine vordere und hintere Entzündung einteilen, je nachdem welche Schicht betroffen ist.

Weiterhin ist die Einteilung in diffuse (nicht lokal begrenzte), noduläre (knotige) und nekrotisierende (also zum Absterben des Gewebe führende) Lederhautentzündung relevant.

Diese Klassifikation hat Folgen für die Behandlung.
Die meisten Lederhautentzündungen betreffen das vordere Augensegment, nämlich 90 %.

Die folgende Klassifikation nach Watson und Hayreh nutzt das Erscheinungsbild und welcher Augenabschnitt entzündet ist, um die Entzündungen einzuteilen. 

  • Anteriore diffuse Skleritis (ca. 40 % der Fälle) – vorderer Abschnitt betroffen, ganze Sklera betroffen, nicht lokal begrenzt.
  • Anteriore noduläre Skleritis (mit ca. 44 % die häufigste Form) – vorderer Abschnitt betroffen, Entzündung lokal begrenzt → Knotenbildung 
  • Nekrotisierende Skleritis – lokaler Untergang des Gewebes, mit Entzündung (ca. 10 % der Fälle) oder ohne (ca. 4 % der Fälle).
  • Posteriore Skleritis (ca. 2 % der Fälle) – hinterer Augenabschnitt ist entzündet.
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Ursachen Lederhautentzündung

  • Grunderkrankung – In ca. 50 % der Fälle ist eine Lederhautentzündung (Skleritis) Ausdruck einer Grunderkrankung.
    • Meist sind rheumatische und andere autoimmun-vermittelte Erkrankungen die Auslöser.
    • Oft ist die Grunderkrankung bereits bekannt, selten tritt die Lederhautentzündung als erstes Symptom auf.
      Am häufigsten haben die Betroffenen hierbei folgende Erkrankungen:
    • Rheumatoide arthritis 
    • Lupus 
    • Polymyositis
    • Granulomatose mit Polyangiitis
    • Gicht
    • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
    • Infektionen – Aber auch Infektionen, wie zum Beispiel Syphilis oder Tuberkulose können zu einer Entzündung der Lederhaut führen, allerdings ist dies sehr selten. Genauso selten können Viren eine solche Entzündung auslösen.
  • Weitere Auslöser – Weitere mögliche Ursachen einer Lederhautentzündung sind:
    • Hornhautentzündung – Ausbreitung der Entzündung, wenn sie vorher die Hornhaut befallen hat (Keratitis – Entzündung der Hornhaut
    • Iatrogene Übertragung (durch z. B. operative Eingriffe am Auge
    • Verletzungen am Auge
    • Idiopathisch (ohne erkennbare Ursache) – Bei vielen Entzündungen der Lederhaut kann allerdings keine Ursache gefunden werden. 
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Symptome Lederhautentzündung

  • Augenschmerzen – Starker Druckschmerz im Auge. 
    • Bohrende Schmerzen, vor allem nachts.
  • Schwellung der Sklera (= Lederhaut / äußere Hülle des Auges / Augenweiß).
  • Verfärbung (gerötete Augen) – Rot- bläuliche Verfärbung auf der Sklera (Lederhaut). 
    • Gelbliche Knoten, die sich nicht verschieben lassen.
  • Ziliäre Injektionen“ – sichtbar werden des Gefäßnetztes um die Iris herum.
  • Lidschwellung
  • Sehverlust – Abnahme der Sehkraft möglich. 
    • Verschwommensehen
    • Schwarze Flecken vor den Augen (“Mouches Volantes”) möglich
    • Lichtempfindlichkeit
  • Tränenlaufen
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Diagnose Lederhautentzündung

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome?
    • Seit wann?
    • Schon einmal aufgetreten oder erstmals? 
    • Grunderkrankung bekannt? Vor allem an rheumatische Erkrankungen denken.
    • Vor kurzem Eingriff am Auge oder Verlegung gehabt? 
  • Untersuchung des Auges 
    • Betrachten des Auges (Blickdiagnose) → Verfärbung? Knoten? Rotes Auge?
    • Spaltlampenuntersuchung – quasi wie ein Mikroskop, mit dem man das Auge größer sehen kann → Ausmaß der Entzündung einschätzbar.
  • Bildgebung – Selten genutzt, da meist klinische Beurteilung ausreicht, eher für die Differentialdiagnosen 
  • Augeninnendruckmessung – wenn man unsicher ist und ein akutes Winkelblockglaukom ausschließen möchte.

In der Regel kommt es bei einer Lederhautentzündung (Skleritis) zu so typischen Veränderungen, dass sie von ärztlichem Personal auch direkt als solche erkrankt wird. Die Diagnose wird primär klinisch (Anamnese und körperliche Untersuchung) gestellt.

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Bilder

Das betroffene Auge ist bei einer Lederhautentzündung entweder ganz oder nur an bestimmten Stellen rot.

Die Entzündung kann dabei einseitig oder beidseitig auftreten.

Man kann teilweise vermehrte Tränen sehen und es kommt zu bläulich-rötlichen „Flecken“ auf dem Augenweiß sowie gelblichen Knötchen.

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Differenzialdiagnose

  • Episkleritis – Entzündung des öberflächlichsten Anteils der Lederhaut.
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Winkelblockglaukom – Notfall! Anstieg des Augeninnendrucks, durch Verlegung des Abflusses des Kammerwinkels mit möglicher Erblindung als Folge.
  • Hyposphagma – Blutung in der vorderen Augenkammer.
  • Netzhautablösung
  • Optikusneuritis
  • Entzündung im Augeninneren
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Behandlung Lederhautentzündung

  • Auslöser finden und behandeln – Das Wichtigste bei der Behandlung der Lederhautentzündung (Skleritis) ist die Behandlung der Grunderkrankung.
  • Schmerzmittel – Meist wird symptomatisch mit Schmerzmitteln, die gleichzeitig auch entzündungshemmend wirken.
  • Steroide
  • Atropin – Atropin ist ein Medikament, das die Iris ruhig stellen kann und somit die Sklera entlastet.
    • Sonnenschutz – Hier ist es wichtig, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten, da das Auge die Pupille und somit den Lichteinfall dann nicht mehr steuern kann.  

Letztendlich muss aber die Grunderkrankung gut eingestellt sein, auch um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Je nach Ursachen kommen hier folgende in Frage:

  • Ggf. Antibiotika
  • Medikamente – die gegen rheumatische Erkrankungen eingesetzt werden.
  • Medikamente – zur Reduktion des Augeninnendrucks.
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Prognose

Eine pauschale Aussage über die Prognose bei einer Lederhautentzündung lässt sich leider nicht treffen.

Die Prognose ist abhängig vom Ausmaß der Entzündung sowie individuellen Faktoren.

Teils heilt eine Lederhautentzündung folgenlos ab, manch anderer hat für immer ein eingeschränktes Sehvermögen.

Zu beachten ist, dass entweder von Anfang oder im Verlauf das 2. Auge meist mitbetroffen ist. 

Außerdem sind Rezidive (Wiederauftreten) bei einer Lederhautentzündung häufig.
Ca. 70 % der Betroffenen erleiden einen Rückfall. Ist das der Fall, ist eine entsprechende Behandlung und langfristige Nachsorge wichtig. 

Die Prognose ist ungünstiger, wenn eine Infektion die Entzündung ausgelöst hat.

Im schlimmsten Fall führt das zum Verlust des Auges, dies ist aber eher selten der Fall.

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Komplikationen

  • Skleraatrophie („Verkleinerung“ der Sklera)
  • Vernarbungen der Hornhaut bei Beteiligung dieser
  • Verlust der Sehkraft bis hin zur Erblindung 
  • Verlust des Auges nach einer Infektion
  • Erneutes auftreten der Entzündung
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Dauer

Meist heilt die Lederhautentzündung mit der entsprechenden Behandlung in ca. einer Woche ab.
Auch das ist aber eher individuell und hängt neben dem Ausmaß auch von der therapeutischen Einstellung der Grunderkrankung ab.

Je schlechter diese eingestellt ist, desto länger dauert die Heilung einer Lederhautentzündung.

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Vorbeugung

Einer Lederhautentzündung (Skleritis) kann man nicht wirklich vorbeugen.

Wenn allerdings eine Grunderkrankung bekannt ist, sollte diese ausreichend behandelt werden, um eine Lederhautentzündung als mögliche Folge zu verhindern.
Das ist in dem Fall der beste Schutz.

Falls Symptome am Auge wie Sehverschlechterungen oder irgendwelche Auffälligkeiten auffallen, sollte man immer rechtzeitig ärztliches Personal aufsuchen.

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Zahlen & Statistiken

  • In 90 % der Fälle ist das vordere Segment der Lederhaut betroffen.
  • Am häufigsten treten Entzündungen der Lederhaut zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.
  • Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
arrow downZusammenfassende Tabelle
EigenschaftWert
AnatomieLederhaut (Sklera), angrenzende Gefäße, episclerales Gewebe
DifferentialdiagnoseEpiscleritis, Konjunktivitis, Uveitis, Keratitis, Augenmigräne
MedikamenteNSAR, Corticosteroide (topisch oder systemisch), Immunsuppressiva bei schweren Fällen
Epidemiologieselten, häufiger bei Frauen, oft im mittleren Erwachsenenalter
Prognoseabhängig von Ursache, kann chronisch verlaufen, Risiko für Komplikationen bei unbehandelten Verläufen
Verlaufakut oder chronisch, oft schubweise, kann mit systemischen Autoimmunerkrankungen assoziiert sein
Pathophysiologieentzündliche Reaktion der Sklera, häufig durch Autoimmunprozesse vermittelt
KomplikationSkleranekrose, Sehverlust, Uveitis, Hornhautbeteiligung, Glaukom
BehandlungNSAR, Cortisontherapie, systemische Immunsuppression, Behandlung zugrunde liegender Autoimmunerkrankungen
Primärvorbeugungnicht möglich, da oft Autoimmunursache
Sekundärvorbeugungfrühe Diagnose, Behandlung systemischer Erkrankungen, regelmäßige augenärztliche Kontrolle
RisikofaktorenAutoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis), Infektionen, systemische Entzündungserkrankungen
Anzeichenstarke Augenschmerzen, Rötung, Druckschmerz, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit, verminderte Sehschärfe
Stadienanterior (diffus, knotig, nekrotisierend), posterior
DiagnostikSpaltlampenuntersuchung, Ultraschall (bei posteriorer Skleritis), Bluttests, bildgebende Diagnostik
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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aktualisiert: 26.11.2025
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Lederhautentzündung
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  1. Als Laie ist es nahezu unmöglich, selbst eine Lederhautentzündung zu diagnostizieren, bzw. die Erkrankung von weiteren Entzündungen im Auge abzugrenzen.
  2. Bei Anzeichen von Augenschmerzen mit Rötungen im Auge oder einem Verlust der Sehkraft ist es daher immer notwendig einen Augenarzt aufzusuchen, unabhängig der Ursache.
  3. Nur ein Augenarzt(ärztin) kann eine sichere Diagnose stellen und eine entsprechende (medikamentöse) Therapie einleiten.
  4. Oftmals wird keine Ursache für die Entzündung gefunden, nicht selten liegt jedoch eine andere Erkrankung als Ursache vor.
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  • In 90 % der Fälle ist das vordere Segment der Lederhaut betroffen.
  • Am häufigsten treten Entzündungen der Lederhaut zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.
  • Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
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