Lederhautentzündung (Skleritis, Episkleritis), wenn sich die weiße umgebende Schutzschicht des Auges entzündet.
Unter einer Lederhautentzündung, in der Fachsprache aus Skleritis genannt, versteht man die Entzündung der Augenhaut, die zusammen mit der Hornhaut die vordere Augenhaut bildet. Die Sklera ist der weiße sichtbare Anteil des Auges.
Eine Lederhautentzündung (Skleritis) kann gefährlich werden, da sie die Sehkraft beeinträchtigen kann.
Oftmals ist die Lederhautentzündung Ausdruck einer Grunderkrankung, die wiederum auch Komplikationen mit sich bringen kann.
Wenn starke Schmerzen im Auge, Rötungen und sichtbare Gefäße um die Iris (dem farbigen Anteil des Auges) sowie bläuliche Verfärbungen bestehen, sollte man einen Arzt (Augenarzt) aufsuchen.
Falls das Auge steinhart ist, rot wird und einem übel ist, sollte man umgehend ins Krankenhaus.
Dann kann ein Winkelblockglaukom vorliegen, was einer der Notfälle in der Augenheilkunde darstellt.
Die Lederhaut (Sklera) [8] überzieht den hinteren Anteil des Auges und bildet zusammen mit der Hornhaut [1] das stabile Augengerüst.
An der Lederhaut setzen zudem die Muskeln für die Augenbewegung an.
Man kann eine Entzündung der Lederhaut in eine vordere und hintere Entzündung einteilen, je nachdem welche Schicht betroffen ist.
Weiterhin ist die Einteilung in diffuse (nicht lokal begrenzte), noduläre (knotige) und nekrotisierende (also zum Absterben des Gewebe führende) Lederhautentzündung relevant.
Diese Klassifikation hat Folgen für die Behandlung.
Die meisten Lederhautentzündungen betreffen das vordere Augensegment, nämlich 90 %.
Die folgende Klassifikation nach Watson und Hayreh nutzt das Erscheinungsbild und welcher Augenabschnitt entzündet ist, um die Entzündungen einzuteilen.
In der Regel kommt es bei einer Lederhautentzündung (Skleritis) zu so typischen Veränderungen, dass sie von ärztlichem Personal auch direkt als solche erkrankt wird. Die Diagnose wird primär klinisch (Anamnese und körperliche Untersuchung) gestellt.
Das betroffene Auge ist bei einer Lederhautentzündung entweder ganz oder nur an bestimmten Stellen rot.
Die Entzündung kann dabei einseitig oder beidseitig auftreten.
Man kann teilweise vermehrte Tränen sehen und es kommt zu bläulich-rötlichen „Flecken“ auf dem Augenweiß sowie gelblichen Knötchen.
Letztendlich muss aber die Grunderkrankung gut eingestellt sein, auch um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Je nach Ursachen kommen hier folgende in Frage:
Eine pauschale Aussage über die Prognose bei einer Lederhautentzündung lässt sich leider nicht treffen.
Die Prognose ist abhängig vom Ausmaß der Entzündung sowie individuellen Faktoren.
Teils heilt eine Lederhautentzündung folgenlos ab, manch anderer hat für immer ein eingeschränktes Sehvermögen.
Zu beachten ist, dass entweder von Anfang oder im Verlauf das 2. Auge meist mitbetroffen ist.
Außerdem sind Rezidive (Wiederauftreten) bei einer Lederhautentzündung häufig.
Ca. 70 % der Betroffenen erleiden einen Rückfall. Ist das der Fall, ist eine entsprechende Behandlung und langfristige Nachsorge wichtig.
Die Prognose ist ungünstiger, wenn eine Infektion die Entzündung ausgelöst hat.
Im schlimmsten Fall führt das zum Verlust des Auges, dies ist aber eher selten der Fall.
Meist heilt die Lederhautentzündung mit der entsprechenden Behandlung in ca. einer Woche ab.
Auch das ist aber eher individuell und hängt neben dem Ausmaß auch von der therapeutischen Einstellung der Grunderkrankung ab.
Je schlechter diese eingestellt ist, desto länger dauert die Heilung einer Lederhautentzündung.
Einer Lederhautentzündung (Skleritis) kann man nicht wirklich vorbeugen.
Wenn allerdings eine Grunderkrankung bekannt ist, sollte diese ausreichend behandelt werden, um eine Lederhautentzündung als mögliche Folge zu verhindern.
Das ist in dem Fall der beste Schutz.
Falls Symptome am Auge wie Sehverschlechterungen oder irgendwelche Auffälligkeiten auffallen, sollte man immer rechtzeitig ärztliches Personal aufsuchen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Lederhaut (Sklera), angrenzende Gefäße, episclerales Gewebe |
| Differentialdiagnose | Episcleritis, Konjunktivitis, Uveitis, Keratitis, Augenmigräne |
| Medikamente | NSAR, Corticosteroide (topisch oder systemisch), Immunsuppressiva bei schweren Fällen |
| Epidemiologie | selten, häufiger bei Frauen, oft im mittleren Erwachsenenalter |
| Prognose | abhängig von Ursache, kann chronisch verlaufen, Risiko für Komplikationen bei unbehandelten Verläufen |
| Verlauf | akut oder chronisch, oft schubweise, kann mit systemischen Autoimmunerkrankungen assoziiert sein |
| Pathophysiologie | entzündliche Reaktion der Sklera, häufig durch Autoimmunprozesse vermittelt |
| Komplikation | Skleranekrose, Sehverlust, Uveitis, Hornhautbeteiligung, Glaukom |
| Behandlung | NSAR, Cortisontherapie, systemische Immunsuppression, Behandlung zugrunde liegender Autoimmunerkrankungen |
| Primärvorbeugung | nicht möglich, da oft Autoimmunursache |
| Sekundärvorbeugung | frühe Diagnose, Behandlung systemischer Erkrankungen, regelmäßige augenärztliche Kontrolle |
| Risikofaktoren | Autoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis), Infektionen, systemische Entzündungserkrankungen |
| Anzeichen | starke Augenschmerzen, Rötung, Druckschmerz, Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit, verminderte Sehschärfe |
| Stadien | anterior (diffus, knotig, nekrotisierend), posterior |
| Diagnostik | Spaltlampenuntersuchung, Ultraschall (bei posteriorer Skleritis), Bluttests, bildgebende Diagnostik |