Schmerzen Unterschenkel, wenn es zu Schmerzen zwischen dem Sprunggelenk und Kniegelenk kommt.



Für Schmerzen am Unterschenkel gibt es verschiedene Gründe, je nachdem welches Gewebe betroffen ist. Die Schmerzen können plötzlich auftreten oder langsam fortschreiten. Je nach Ursache lassen sie sich schnell behandeln oder die Therapie dauert länger. Auch abhängig von der Ursache sind die Schmerzen reversibel oder eher anhaltend.
Wie gefährlich die Ursache für Wadenschmerzen ist, hängt davon ab, welche Ursache genau den Schmerzen zugrunde liegt.
Muskuläre Ursachen sind harmlos, es kann zwar zu erheblichen Schmerzen kommen, jedoch sind diese ungefährlich.
Die meisten knöchernen Ursachen auch, Ausnahme stellt hier die Knochenentzündung dar, bei der es zu einer Ausbreitung der Bakterien im Körper kommen kann, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.
Es gibt weitere Ursachen, die gefährlich sind und teils auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können, wie zum Beispiel eine Thrombose oder das Kompartmentsyndrom.
Die meisten anderen Ursachen für Schmerzen im Unterschenkel jedoch sind nicht gefährlich.
Man sollte mit Schmerzen im Unterschenkel vor allem dann zum Arzt gehen, wenn die Schmerzen anhalten oder schlimmer werden.
Wenn es zu weiteren Symptomen wie einer Einschränkung der Gehstrecke aufgrund der Schmerzen, Ruheschmerz, schlecht heilenden Wunden und kalten Füßen kommt, kann eine Durchblutungsstörung vorliegen.
Wenn Beschwerden nach einem Unfall oder einer Sportverletzung auftreten, sollte man immer zum Arzt, um einen Knochenbruch oder andere Verletzungen auszuschließen.
Treten muskelkaterähnliche Schmerzen nach längerer Immobilisation auf (lange Flug-, Zug- oder Autoreise, Knochenbruch, etc.) ohne im Vorfeld Sport gemacht zu haben, kann eine Thrombose vorliegen, die umgehend behandelt werden sollte.
Vor allem bei Schmerzen in der Wade, der Fußsohle und beim „anziehen“ des Fußes sowie einer Umfangsdifferenz beider Beine wird eine Thrombose bei passender Anamnese wahrscheinlicher (teils auch ohne passende Anamnese, z. B. wenn eine Gerinnungsstörung vorliegt).
Ein Kompartmentsyndrom muss umgehend behandelt werden, da sonst der Verlust der Gliedmaße droht.
Es kommt meist nach starker körperlicher Belastung, operativen Eingriffen oder durch ein Reperfusionssyndrom zu plötzlichen, extrem starken Schmerzen, die sich auch medikamentös nicht lindern lassen.
Teils lösen auch Schlangebisse, besonders Vipernbisse, ein Kompartmentsyndrom aus.
Auch bei einer infizierten Wunde sollte man sich ärztlich vorstellen.
Meist erkennt man eine Infektion an einer Rötung und Überwärmung sowie einer Schwellung um die Wunde.
Es kann zusätzlich zu einer Druckempfindlichkeit und einem „pochenden“ Gefühl kommen.
Eine Knochenentzündung sollte ebenfalls zeitnah behandelt werden, deswegen ist es wichtig, sie frühzeitig zu erkennen. Man sollte sich ärztlich vorstellen, wenn es zu dumpfen, immer wieder auftretenden Schmerzen kommt.
Bei Erwachsenen ist vor allem die Wirbelsäule betroffen.
Risikofaktoren stellen eine vorangegangene OP im „Schmerzgebiet“ (z. B. Gelenkersatz) oder ein offener Bruch dar.
Durch den Eingriff können Bakterien in den Knochen gelangen und so eine Entzündung auslösen. Weiterhin kommt es zu Unwohlsein und Müdigkeit, aber auch Fieber ist möglich.
Wegen Schmerzen im Unterschenkel an sich ist es sehr selten nötig, den Notarzt zu rufen.
Eine Situation wären stärkste plötzliche Schmerzen, vor allem bei vorangegangener körperlicher Belastung und wenn man alleine nicht in ein Krankenhaus kommt (→ Kompartmentsyndrom).
Man sollte immer den Notarzt rufen, wenn jemand plötzlich Luftnot hat oder das Bewusstsein verliert.
Hier stehen nicht die Wadenschmerzen im Vordergrund, sondern eine mögliche Komplikation der Ursache, wie zum Beispiel eine Lungenarterienembolie (Komplikation) bei einer Thrombose in einer tiefen Beinvene (Ursache für die Schmerzen). Prinzipiell sollte man sich immer Hilfe holen, wenn man unsicher ist.
| Mögliche Ursachen | Symptome |
|---|---|
| Muskelkater, Muskelzerrung, Tendinopathie (Sehnenreizung) | Lokaler Druckschmerz, Verhärtung, Schmerzen bei Belastung |
| Muskelfaserriss, Muskelriss | Plötzlich stechender Schmerz, evtl. Knacken, Bluterguss |
| Stressfraktur, Schienbeinkantensyndrom | Belastungsschmerz, Druckempfindlichkeit über Knochen |
| Arthrose, Entzündung | Ruheschmerz, Gelenksteifigkeit, Schwellung |
| Venöse Insuffizienz, Thrombose | Schwellung, Wärme, Rötung, Spannungsgefühl |
| pAVK (Durchblutungsstörung) | Ziehende Schmerzen beim Gehen, bessern sich in Ruhe, blasse Haut |
| Nervenkompression, Bandscheibenvorfall | Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl, Muskelschwäche |
| Kompartment-Syndrom (Notfall!) | Starke zunehmende Schmerzen, gespannter harter Muskel, Gefühlsstörungen |
| Infektion, Entzündung (z. B. Osteomyelitis, Weichteilinfekt) | Rötung, Überwärmung, Fieber, Krankheitsgefühl |
| Tumoren (selten) | Schwellung, tastbarer Knoten, Schmerzen auch nachts |
Der Verlauf bei Schmezen im Unterschenkel richtet sich nach der Ursache und individuellen Faktoren.
Manche Ursachen verursachen akut auftretende Schmerzen, bei anderen kommt es eher zu einem chronischen Verlauf.
Abhängig davon, ob es zu Komplikationen kommt, ist der Verlauf eher unkompliziert und eine muskuläre Verletzung zum Beispiel heilt relativ schnell wieder aus, während es bei anderen Ursachen eher zu Komplikationen kommen kann, wie bei einer pAVK oder bei einer Infektion.
Bei einem Kompartmentsyndrom hängt der Verlauf zum Beispiel auch von dem Therapiezeitpunkt ab.
Je schneller, desto besser auch die Heilungschancen.
Das gilt auch für Weichteilinfektionen, da hier immer die Gefahr besteht, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten.
Alles in allem lässt sich aber auch der Verlauf nicht pauschalisieren, da die möglichen Auslöser zu verschieden sind und auch jeder Körper etwas anders reagiert.
Die Behandlung bei Schmerzen im Unterschenkel richtet sich nach der Ursache.
Man kann grob zwischen konservativen und operativen Methoden unterscheiden.
Die Prognose bei Schmerzen im Unterschenkel richtet sich sehr nach der Ursache und individuellen Faktoren.
Es gibt Ursachen, die eine sehr gute Prognose haben, wie z. B. Muskelverletzungen, andere hingegen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen, wie z. B. eine Thrombose oder Infektionen.
Teils sind sie Ursachen für Schmerzen im Unterschenkel chronisch und können fortschreiten, wie z. B. bei einer pAVK oder auch bei einem Bandscheibenvorfall.
Die Prognose lässt sich nicht pauschalisieren.
Die Dauer bei Schmerzen im Unterschenkel richtet sich nach der genauen Ursache.
Generell gilt, je weniger Komplikationen, desto schneller, zumindest heilen die Ursachen wieder aus.
Es gibt auch „chronische“ Ursachen, wie z. B. eine pAVK oder einen Bandscheibenvorfall.
Hier können die Symptome fortschreiten, auch mittels Therapie verlangsamt werden.
Bei vielen anderen Ursachen kann man die Dauer nicht vorhersagen, da individuelle Faktoren eine Rolle spielen.
Nicht jeder Ursache lässt sich vorbeugen.
Insgesamt hilft aber ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, gesunder Ernährung und der Minimierung von Risikofaktoren (z. B. nicht zu rauchen) vielen Krankheiten vorzubeugen.
Einer Thrombose lässt sich teilweise vorbeugen, in dem man bei langer Immobilisation oder auf Reisen regelmäßig aufsteht (wenn möglich), Kompressionsstrümpfe trägt, die Beine hochlagert und vor allem dann, wenn Gerinnungsstörungen bekannt sind, medikamentös vorbeugt (z. B. durch Clexane für längere Flugreisen oder nach einer OP mit erwarteter Ruhigstellung).