Tiefe Venenthrombose (TVT), wenn sich ein Blutgerinnsel in einer großen Vene bildet. Meist entsteht dies im linken Bein.

Unter einer Beinvenenthrombose versteht man den teilweisen oder vollständigen Verschluss einer Venen (die Blutgefäße, die das Blut wieder zum Herzen leiten) in den Beinen. Tiefe Beinvenenthrombose (TVT) wird es genannt, weil dabei die tiefen Beinvenen betroffen sind. Sie tritt mit ca. 1 Fall pro 1000 Einwohner recht häufig auf.
Eine tiefe Beinvenenthrombose (TVT) ist gefährlich bzw. kann sehr gefährlich werden und muss behandelt werden, da sich das Blutgerinnsel, also der Thrombus, bewegen und aufgrund der Flussrichtung des Blutes in die Lunge geleitet werden kann.
Dort kann es ein Blutgefäß verschließen und akute Atemnot auslösen.
Außerdem kann eine chronisch venöse Insuffizienz ausgelöst werden.
Die ist zwar an sich nicht gefährlich, birgt aber auch Risiken und Komplikationen.
Wenn plötzlich Schmerzen wie Muskelkater in einem Bein oder Unterschenkel bestehen, ohne dass man Sport gemacht hat, kann das ein Hinweis auf eine tiefe Beinvenenthrombose sein.
Besonders wenn man vorher immobil gewesen ist (z. B. langer Flug, lange Zug- oder Autoreise, gebrochenes Bein, krank und kaum in der Lage zu laufen).
Auch wenn das Bein bei Berührung oder Druck schmerzt, lässt das eine tiefe Beinvenenthrombose vermuten.
Auch wenn die Beschwerden bestehen bleiben und ein Bein dicker oder rot wird, sollte man dies ärztlich abklären lassen.
Unter einer Thrombose versteht man ganz allgemein eine Einengung oder einen Verschluss eines Blutgefäßes, der durch ein Gerinnsel entsteht.
Das Gerinnsel bildet sich innerhalb des Blutgefäßes und enthält Blutzellen und teils geschädigtes Material aus der Zellwand.
Damit eine Thrombose entstehen kann, müssen 3 Dinge gegeben sein bzw. vorfallen:
Die Kombination aus den eben genannten wird auch als „Virchow-Trias“ bezeichnet.
Durch folgende Ursachen kann es zu dieser Kombination kommen:
Risikofaktoren einer tiefen Beinvenenthrombose
Eine tiefe Beinvenenthrombose kann asymptomatisch verlaufen.
Nicht immer zeigen sich Beschwerden.
In ausgeprägten Fällen und wenn Symptome auftreten, geht eine tiefe Beinvenenthrombose mit verschiedenen Symptomen einher.
Hierzu zählen:

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Arteriovenöse Fistel
Wenn ein hohes Risiko für einen erneuten Verschluss der Vene besteht, kann man eine Verbindung zwischen der Vene und einer Arterie schaffen.
Dies bezeichnet man als arteriovenöse Fistel.
Die Verbindung erhöht dann den Blutfluss durch die Vene, sodass diese sich nicht mehr so leicht verschließen kann (→ langsamer Blutfluss ermöglicht den Blutbestandteilen sich einander anzunähern und teils abzulagern, was die Bildung eines Blutgerinnsels fördert).
Wenn die größeren Venen des Beines, also die im Becken- und Leistenbereich betroffen sind, kann eine kleine Operation erfolgen, um den Thrombus zu entfernen.
Diese ist bis 5 Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome möglich.
Nach der Operation muss trotzdem eine Antikoagulation, meist mit Heparin, erfolgen.
Auch hier kommen Kompressionsstrümpfe oder spezielle Bandagen zur Unterstützung der Venen zum Einsatz.
Es gibt verschiedene Techniken, wie genau das Gerinnsel entfernt werden kann:
Die Prognose einer tiefen Beinvenenthrombose ist recht gut, wenn sie frühzeitig behandelt wird.
Wenn einmal eine Thrombose aufgetreten ist, besteht ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten.
Durch eine Beinvenenthrombose kann es neben Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auch zu Komplikationen kommen.
Hierzu zählen:
Außerdem kann man sich merken, dass je stammnaher (nah am Bauch / proximal) die Thrombose war, desto höher ist auch das Risiko, dass sich 1. der Thrombus löst und eine Embolie (z. B. in der Lunge verursacht) und 2. das Wiederholungsrisiko.
Häufig sind von einer tiefen Beinvenenthrombose die Unterschenkel-Venen betroffen.
Die linke Seite ist aufgrund der Anatomie und dem Abgang der Beinvenen häufiger betroffen als die rechte.
Außerdem wird die linke Vena iliaca communis (die Vene aus der unter anderem die Beinvenen hervorgehen) von der linken Arteria iliaca communis (aus ihr gehen auch die Arterien für das Bein hervor) überkreuzt und kann so eingeengt werden.
Der Blutfluss kann sich durch den Druck abschwächen, sodass eine Thrombose leichter entstehen kann.
In der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer tiefen Beinvenenthrombose.
Nicht nur die hormonellen Einflüsse können die Blutzusammensetzung beeinflussen und verändern, sondern auch die mechanische Lage des Kindes kann zu einer Komprimierung der Venen führen.
Auch nach der Geburt, während des Wochenbettes, besteht ein erhöhtes Thromboserisiko, da man sich meist wenig bewegt und auch hier hormonelle Umstellungen stattfinden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.