Knochenentzündung (Osteomyelitis), eine bakterielle oder selten auch andere Infektionen verursachende Entzündung des Knochengewebes.


Unter einer Knochenentzündung, auch Osteomyelitis genannt, versteht man die Entzündung des Knochens. Meist sind Bakterien die Auslöser. Die Knochenentzündung muss in jedem Fall dringend behandelt werden. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Osteomyelitis.
Eine Knochenentzündung ist gefährlich, besonders die akute Form.
Sie bedarf immer einer Behandlung, die auch zeitnah durchgeführt werden sollte.
Es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen und eine akute Knochenentzündung kann chronisch werden.
In jedem Fall also eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich aber in der Regel gut behandeln lässt.
Wenn es zu einer akuten Schwellung, Rötung, Überwärmung und Schmerzhaftigkeit eines Knochens bzw. der Haut über dem Knochen in Verbindung mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und vielleicht sogar Fieber kommt, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.
Hier kann eine akute Knochenentzündung vorliegen.
Besonders wenn diese Symptome nach einem Unfall oder einer Operation auftreten, sollte man zeitnah ärztliches Personal aufsuchen.
Hinzu können Schüttelfrost und Unwohlsein kommen.
Da es aber auch eine chronische Form der Knochenentzündung gibt, bei der die klassischen Entzündungszeichen fehlen, sollte man bei immer wiederkehrenden Knochenschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein auch die Ursache ärztlich abklären lassen.
Kinder präsentieren sich meist mit Fieber, Unwohlsein, Schmerzen und ebenfalls akuter Rötung und Schwellung über der betroffenen Stelle, können aber je nach Alter auch nur durch eine Vermeidung von Bewegung und Belastung auffallen.
Man kann die Knochenentzündungen (Osteomyelitiden) anhand verschiedener Kriterien einteilen. Einerseits nach dem Verlauf und der Ätiologie, also dem Auslöser, aber auch nach dem Zeitpunkt des Auftretens bei postoperativen Knochenentzündungen.
Einteilung der Knochenentzündung nach Zeitpunkt des Auftretens nach einer OP:
Die meisten Knochenentzündungen werden durch Bakterien ausgelöst.
Um die genauen Auslöser zu besprechen, muss die Einteilung anhand der Ätiologie herangezogen werden, denn die Ursachen unterscheiden sich ein bisschen.
Hierbei gelangen die Bakterien von außerhalb in den Organismus und führen zu der Entzündung.
Nach einer Operation oder einem Trauma (Verletzung) gelangen die Bakterien in die Wunden und sorgen für eine Entzündungsreaktion.
Diese schreitet chronisch fort und führt zu einer Zerstörung des Knochengewebes. Theoretisch kann es dann auch zu einer septischen Streuung der Bakterien durch den Körper kommen. Hier spielen Hautkeime, aber auch Krankenhauskeime eine große Rolle.
Die häufigsten Bakterien, die dies auslösen, sind:
Bei einer endogenen Osteomyelitis, also einer Knochenentzündung, die „von innen“ heraus entsteht, passiert Folgendes:
An einer Stelle im Körper gibt es eine Infektion, das kann eine infizierte Wunde, eine Mandelentzündung oder ein Infekt der oberen Atemwege sein und die Bakterien, die diese Infektionen auslösen, gelangen in die Blutbahn und verbreiten sich so im Körper (septische Streuung).
Manchmal gelangen diese Bakterien dann in die Knochen, da besonders bei Kindern und Jugendlichen die Blutversorgung der Knochen noch sehr gut ist und sich die Bakterien dann leicht dort ansiedeln können.
Es kommt hier oft zu einer Infektion der langen Röhrenknochen (Oberschenkel, Oberarm oder Unterschenkel).
Bei kleinen Kindern und Säuglingen kann sich die Knochenentzündung auf angrenzende Gelenke ausweiten und zu Schäden führen.
Bei Erwachsenen hingegen kommt es bei einer hämatogenen Fortleitung vor allem zur Entzündung der Wirbelkörper und Bandscheiben (Spondylodiszitis).
Auch hier kann eine akute Infektion in eine chronische Erkrankung übergehen.
Folgende Bakterien sind die häufigsten Auslöser:
Bei einer fortgeleiteten Knochenentzündung liegen häufig Mischinfektionen mit mehreren Bakterien vor. Hier sind vor allem Staphylokokken und Streptokokken für die Entzündung verantwortlich.
Bei einer Knochenentzündung kommt es zu verschiedenen Symptomen.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Form, da sich die Symptome unterscheiden.

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Von außen sieht man vor allem bei der akuten Knochenentzündung die klassischen Entzündungszeichen über der betroffene Stelle.
Die Haut wird rot und warm, es entsteht eine Schwellung und die Betroffenen sind berührungsempfindlich an der Stelle.
Außerdem besteht eine Bewegungseinschränkung.
Bei einer chronischen Knochenentzündung sieht man nichts oder aber bei einer Fistel eine mögliche Öffnung in der Haut, die aussieht wie ein „Loch“.
Hierüber kann Sekret abgesondert werden.
Die Behandlung einer Knochenentzündung richtet sich nach der genauen Ursache und Unterform der Knochenentzündung.
Es gilt jedoch, dass sie sich meist über einen langen Zeitraum erstreckt.
Es gibt keine Hausmittel gegen eine Knochenentzündung.
Es ist immer eine Antibiotikatherapie nötig und die Erkrankung ist in jedem Fall ernst zu nehmen, sonst drohen lebensbedrohliche Komplikationen.
Bei einer Operation einer Knochenentzündung wird das infizierte Gewebe entfernt.
Je nach Zeitpunkt des Therapiestarts sind das mehr als nur der Knochen, oftmals auch das Gewebe drumherum, wie zum Beispiel Muskeln oder Weichgewebe.
Je nach Größe des Defekts kann der Knochen dann von alleine wieder zusammenheilen oder man muss mittels speziellen Implantaten nachhelfen.
Die Operation findet unter Vollnarkose statt und je nach Ausprägung der Infektion sind manchmal mehr als eine nötig, um den Funktionszustand von vorher herzustellen.
Besonders bei einer infizierten Prothese wählt man oft ein sogenanntes zweizeitiges Vorgehen.
Hierbei wird erst in einer Operation die alte, infizierte Prothese und betroffenes Gewebe entfernt, dann dem Knochen und Körper Zeit zum Heilen gegeben, um danach in einer 2. OP eine neue Prothese einzusetzen.
Das macht man vor allem, um zu verhindern, dass sich die neue Prothese direkt wieder infiziert.
Die Prognose bei einer Knochenentzündung richtet sich nach der genauen Ursache, individuellen Faktoren, aber auch nach dem Zeitpunkt der Therapie.
Es gilt: je früher, desto besser.
In den meisten Fällen ist die Prognose gut.
Die Knochenentzündungen heilen wieder aus und die Betroffenen tragen keinen „Schaden“ davon.
In einigen Fällen kommt es jedoch zu Rückfällen oder einem chronischen Verlauf.
Je besser der Gesundheitszustand auch schon vor dieser Entzündung ist, desto wahrscheinlicher ist ein unkomplizierter Verlauf, wobei hier auch das bzw. die auslösenden Bakterien eine Rolle spielen.
Um eine mögliche Knochenentzündung zu verhindern, wird besonders bei offenen Knochenbrüchen und nach dem Einsatz von Gelenkprothese ein Antibiotikum gegeben.
Der Verlauf und auch die Dauer richten sich nach individuellen Faktoren, dem Alter, den auslösenden Bakterien und der Ausbreitung der Infektion.
Je früher die Therapie begonnen und somit auch das Krankheitsbild erkannt wird, desto besser ist die Prognose und wahrscheinlich unkomplizierter der Verlauf.
Die Therapie ist langwierig und erstreckt sich auch ohne Komplikationen über Wochen.
Der genaue Verlauf einer Knochenentzündung lässt sich nicht vorhersagen und auch die Dauer nicht pauschalisieren.
Wichtig ist, das Therapiekonzept durchzusetzen und sich daran zu halten, um eine möglichst reibungslose Heilung zu ermöglichen.
Bei einer Knochenentzündung kann es zu ganz verschiedenen Komplikationen kommen.
Es ist in jedem Fall eine ernst zu nehmende Erkrankung, die immer behandelt werden muss, sich bei rechtzeitiger Behandlung aber auch gut behandeln lässt.
Folgende Komplikationen sind möglich:
Einer Knochenentzündung kann man nicht wirklich vorbeugen.
Man kann durch einen gesunden Lebensstil die Risikofaktoren minimieren und auch das Risiko für sämtliche Krankheiten reduzieren, jedoch spielen in Bezug auf die Risikofaktoren auch die genetische Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle.
Um aber das Risiko bei einem offenen Bruch oder dem Einsatz einer Gelenkprothese zu minimieren, wird präventiv ein Antibiotikum verabreicht.
Eine Knochenentzündung ist nicht ansteckend.
Von einer Knochenentzündung kann theoretisch jeder Knochen betroffen sein.
Je nach Alter unterscheidet sich der genaue „Ort“ jedoch etwas.
Bei Erwachsenen ist häufig die Wirbelsäule mit den Bandscheiben betroffen.
Bei Kindern und Jugendlichen hingegen kommt es oftmals zu einer Beteiligung der langen Röhrenknochen, also dem Ober- und Unterschenkel und dem Oberarm.
Auch Kinder können eine Knochenentzündung entwickeln - tatsächlich zählen sie zusammen mit älteren Menschen zu der Hauptrisikogruppe (Kinder unter 5 Jahre oder Menschen > 60).
Sie ist eher an anderen Stellen lokalisiert als bei Erwachsenen und betrifft vor allem den Oberarm, den Ober- oder Unterschenkel, also die langen Röhrenknochen.
Auch sind das akute Auftreten der Symptome typischer und die Infektion wird meist über die Blutbahn nach einem Infekt verbreitet.
Je nach Alter des Kindes kann es die Beschwerden (Unwohlsein, Schmerzen, Fieber) direkt äußern oder aber wird durch das Vermeiden von Bewegung oder Belastung zusätzlich zu einem Unwohlsein auffällig.
Dass sich die Bakterien dann in den Knochen „ansammeln“, hat etwas mit der kindlichen Durchblutung dieser zu tun.
Bei Kindern ist der Knochen auch wegen des Wachstums noch viel besser durchblutet, als bei Erwachsenen.
Bei ihnen kommt es auch eher zu einer Beteiligung des angrenzenden Gelenks, da die Epiphysenfugen noch geöffnet sind und sich das Bakterium so über diese bis zum Gelenkspalt ausbreiten kann.
Die Prognose bei Kindern und Jugendlichen ist gut.
Die meisten werden wieder vollständig gesund, ohne Folgen davonzutragen.
Nur selten kommt es zu Rückfällen oder einem chronischen Verlauf.