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pfeilWas ist das?

Unter einer Knochenentzündung, auch Osteomyelitis genannt, versteht man die Entzündung des Knochens. Meist sind Bakterien die Auslöser. Die Knochenentzündung muss in jedem Fall dringend behandelt werden. Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Osteomyelitis.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Knochenentzündung ist gefährlich, besonders die akute Form.
Sie bedarf immer einer Behandlung, die auch zeitnah durchgeführt werden sollte.

Es kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen und eine akute Knochenentzündung kann chronisch werden.
In jedem Fall also eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich aber in der Regel gut behandeln lässt.

pfeilWann zum Arzt?

Wenn es zu einer akuten Schwellung, Rötung, Überwärmung und Schmerzhaftigkeit eines Knochens bzw. der Haut über dem Knochen in Verbindung mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und vielleicht sogar Fieber kommt, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Hier kann eine akute Knochenentzündung vorliegen.
Besonders wenn diese Symptome nach einem Unfall oder einer Operation auftreten, sollte man zeitnah ärztliches Personal aufsuchen.
Hinzu können Schüttelfrost und Unwohlsein kommen.

Da es aber auch eine chronische Form der Knochenentzündung gibt, bei der die klassischen Entzündungszeichen fehlen, sollte man bei immer wiederkehrenden Knochenschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein auch die Ursache ärztlich abklären lassen.

Kinder präsentieren sich meist mit Fieber, Unwohlsein, Schmerzen und ebenfalls akuter Rötung und Schwellung über der betroffenen Stelle, können aber je nach Alter auch nur durch eine Vermeidung von Bewegung und Belastung auffallen.

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Einteilung & Formen

Man kann die Knochenentzündungen (Osteomyelitiden) anhand verschiedener Kriterien einteilen. Einerseits nach dem Verlauf und der Ätiologie, also dem Auslöser, aber auch nach dem Zeitpunkt des Auftretens bei postoperativen Knochenentzündungen. 

Einteilung einer Knochenentzündung nach Verlauf

  • akute Knochenentzündung
  • subakute Knochenentzündung
  • chronische Knochenentzündung

Einteilung einer Knochenentzündung nach Ätiologie

  • Exogen (von außen ausgelöst
    • Posttraumatisch
    • Postoperativ 
  • Endogen (von innen ausgelöst
    • Hämatogene Streuung (Weiterleitung über die Blutbahn)
    • Fortgeleitete Knochenentzündung (hier gelangen die Bakterien durch die Nähe einer z. B. Wundinfektion direkt an den Knochen heran, ohne dass sich die Bakterien über das Blut ausbreiten → z. B. Nagelbettentzündung mit Ausbreitung dieser auf den Fingerknochen)  
  • Spezifische Knochenentzündung 
  • Chronische, nicht von Bakterien ausgelöste Knochenentzündung 

Einteilung der Knochenentzündung nach Zeitpunkt des Auftretens nach einer OP:

  • frühe Infektion (innerhalb von 3 Monaten nach OP
  • späte Infektion (später als 3 Monate nach OP)
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Ursachen Knochenentzündung

Die meisten Knochenentzündungen werden durch Bakterien ausgelöst. 

Um die genauen Auslöser zu besprechen, muss die Einteilung anhand der Ätiologie herangezogen werden, denn die Ursachen unterscheiden sich ein bisschen.

Exogene Knochenentzündung (Osteomyelitis)

Hierbei gelangen die Bakterien von außerhalb in den Organismus und führen zu der Entzündung.
Nach einer Operation oder einem Trauma (Verletzung) gelangen die Bakterien in die Wunden und sorgen für eine Entzündungsreaktion.
Diese schreitet chronisch fort und führt zu einer Zerstörung des Knochengewebes. Theoretisch kann es dann auch zu einer septischen Streuung der Bakterien durch den Körper kommen. Hier spielen Hautkeime, aber auch Krankenhauskeime eine große Rolle. 

Die häufigsten Bakterien, die dies auslösen, sind:

  • Staphylococcus aureus (auch bei Mischinfektionen) → generell häufigster auslösender Keim 
  • Koagulase-negative Staphylokokken (vor allem bei postoperativen Infektionen)
  • Gramnegative Keime (Pseudomonas, Anaerobier)

Endogene Knochenentzündung (Osteomyelitis)

Bei einer endogenen Osteomyelitis, also einer Knochenentzündung, die „von innen“ heraus entsteht, passiert Folgendes:
An einer Stelle im Körper gibt es eine Infektion, das kann eine infizierte Wunde, eine Mandelentzündung oder ein Infekt der oberen Atemwege sein und die Bakterien, die diese Infektionen auslösen, gelangen in die Blutbahn und verbreiten sich so im Körper (septische Streuung).

Manchmal gelangen diese Bakterien dann in die Knochen, da besonders bei Kindern und Jugendlichen die Blutversorgung der Knochen noch sehr gut ist und sich die Bakterien dann leicht dort ansiedeln können.
Es kommt hier oft zu einer Infektion der langen Röhrenknochen (Oberschenkel, Oberarm oder Unterschenkel).
Bei kleinen Kindern und Säuglingen kann sich die Knochenentzündung auf angrenzende Gelenke ausweiten und zu Schäden führen.

Bei Erwachsenen hingegen kommt es bei einer hämatogenen Fortleitung vor allem zur Entzündung der Wirbelkörper und Bandscheiben (Spondylodiszitis).
Auch hier kann eine akute Infektion in eine chronische Erkrankung übergehen. 

Folgende Bakterien sind die häufigsten Auslöser: 

  • Akut auch meist Staphylococcus aureus
  • Bei der chronischen Form sind häufig Mischinfektionen mit Staphylococcus aureus und Pseudomonas, E. Coli, Staphylococcus epidermidis und salmonella Typhi und Paratyphi
  • Bei Immunsupprimierten Menschen kommen noch Pilze hinzu, hier besonders Candida albicans oder Aspergillus 

Bei einer fortgeleiteten Knochenentzündung liegen häufig Mischinfektionen mit mehreren Bakterien vor. Hier sind vor allem Staphylokokken und Streptokokken für die Entzündung verantwortlich.

Folgende Risikofaktoren tragen zur Entstehung einer Knochenentzündung bei

  • lokale Durchblutungsstörung
  • offene Frakturen
  • ausgeprägte Weichteilverletzungen bei einem Unfall (der Knochen muss nicht immer selbst beschädigt sein)
  • Immundefizienz (HIV, Tumorerkrankungen, etc.)
  • Medikamente (vor allem die, die ins Immunsystem „eingreifen“ → Chemotherapie, Antirheumatika, etc.)
  • Systemerkrankungen (die sich auch auf das Immunsystem auswirken, wie Diabetes)
  • die Virulenzfaktoren (krankmachende Faktoren) der einzelnen Bakterien an sich gelten auch als Risikofaktor → nicht jedes Bakterium ist gleich „gefährlich“.
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Symptome Knochenentzündung

Bei einer Knochenentzündung kommt es zu verschiedenen Symptomen.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen akuter und chronischer Form, da sich die Symptome unterscheiden. 

Symptome einer akuten Knochenentzündung

  • Typische Entzündungszeichen an der betroffenen Stelle: Überwärmung, Rötung, Schwellung, Schmerzen (Druck- und Berührungsempfindlichkeit, wenn die Knochenhaut auch entzündet ist), Bewegungseinschränkung  
  • Belastungsschmerz (Knochenschmerzen) → Funktions- und Bewegungseinschränkung 
  • Im Verlauf auch dumpfer Ruheschmerz 
  • Fieber
  • Allgemeines Krankheitsgefühl und Unwohlsein
  • Schüttelfrost
  • Symptomarme Verläufe möglich: subfebrile (leicht erhöhte Temperatur) Temperaturen, kaum Schmerzen oder weitere Symptome.
  • je nach genauer Lokalisation der Knochenentzündung können weitere Symptome auftreten (wie etwa ein lockerer Zahn, wenn der Unter- oder Oberkiefer betroffen ist) 

Symptome einer chronischen Knochenentzündung

  • Oftmals geringe Symptomausprägung
  • Eingeschränkte Belastbarkeit
  • Bewegungseinschränkung
  • Dumpfe Schmerzen (Knochenschmerzen), die immer wieder auftretende Schmerzen.
  • Mögliche Eitersekretion über die Haut bei einer Fistel (einem Gang zwischen der Entzündung und der Haut)
  • Pathologische Fraktur (heilen sehr schwer aus) → Entwicklung von Pseudoarthrosen als Komplikation.
  • Ganz selten kommt es zu einer Umwandlung der chronischen Entzündungsreaktion zu einer Krebsart, dem Plattenepithelkarzinom.
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Diagnose Knochenentzündung

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome bestehen? Seit wann?
    • Erstmaliges Auftreten?
    • Unfall oder OP in kurzer Vergangenheit? Implantat im Körper (z. B. Knie- oder Hüftgelenk)?
    • Vorerkrankungen → Immundefizienz oder Systemerkrankung als Risikofaktoren 
    • Alter
    • Medikamenteneinnahme (auch regelmäßige und ordentliche Einnahme?)
  • Körperliche Untersuchung 
    • Begutachten der betroffenen Stelle → Auffälligkeiten? 
    • Druckschmerz auslösbar? (nur wenn auch die Knochenhaut betroffen ist)
    • Bewegung testen vor allem, um Differentialdiagnosen auszuschließen (so wie ist es schmerzbedingt möglich ist?) 
  • Bildgebung
  • Blutabnahme (Blutuntersuchung
    • Entzündungswerte 
    • Blutkultur zum Erregernachweis
    • PCR zum Erregernachweis
  • Abstrich – bei einer offenen Wunde oder Hautöffnung („Fistel“)
  • Biopsie (vor allem, wenn die Therapie nicht richtig anschlägt)
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Bilder

Von außen sieht man vor allem bei der akuten Knochenentzündung die klassischen Entzündungszeichen über der betroffene Stelle.

Die Haut wird rot und warm, es entsteht eine Schwellung und die Betroffenen sind berührungsempfindlich an der Stelle.

Außerdem besteht eine Bewegungseinschränkung.

Bei einer chronischen Knochenentzündung sieht man nichts oder aber bei einer Fistel eine mögliche Öffnung in der Haut, die aussieht wie ein „Loch“.
Hierüber kann Sekret abgesondert werden.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Differenzialdiagnose

  • Knochenzyste
  • Knochentumor/ Metastasen
  • Diabetische Knochenkomplikationen, wie eine Osteoarthropathie
  • Bakterielle Gelenkentzündung (Arthritis
  • Aseptische Knochennekrose
  • Bei Kindern besonders bei Bewegungsverweigerung: Knochenbruch oder ausgekugeltes Gelenk
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Behandlung Knochenentzündung

Die Behandlung einer Knochenentzündung richtet sich nach der genauen Ursache und Unterform der Knochenentzündung.
Es gilt jedoch, dass sie sich meist über einen langen Zeitraum erstreckt.

  • Operation – Es muss so gut wie jede Knochenentzündung operativ ausgeräumt werden.
    Das bedeutet, dass das infizierte Gewebe entfernt wird, ein mögliches Implantat gewechselt bzw. auch erstmal entfernt wird und man eine mit Antibiotika besetzte Wundauflage einlegt, damit der Knochen und das Gewebe bestmöglich heilen können.
    • Ausnahme bei der chirurgischen Therapie stellen die hämatogen fortgeleiteten Knochenentzündungen dar, also die, die vor allem Kinder betreffen und wo sich der Erreger über die Blutbahn ausbreitet – hier muss nicht immer operiert werden.
  • Antibiotika – Eine intravenöse Antibiotikatherapie ist jedoch immer nötig.
    Sie erstreckt sich oftmals über mehrere Wochen, mindestens über 4 - 6.
    In den ersten 2 Wochen wird das Antibiotikum über die Vene gegeben, wenn es dann zu einer Befundverbesserung kommt, können auch Tabletten für die restliche Therapiezeit umgestiegen werden.
    • Welches Antibiotikum dann genau eingesetzt wird, entscheidet sich je nach Erreger und dessen Resistenzbildung. Mit der Therapie einer Osteomyelitis ist also auch automatisch ein Krankenhausaufenthalt verbunden.
      Generell gilt, dass Krankenhauskeime schwieriger zu behandeln sind, als mögliche andere Auslöser.
  • Amputation – Falls sowohl die Antibiotikatherapie als auch die chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes nicht helfen, steht noch die Amputation der betroffenen Gliedmaße als Ultima Ratio zur Option.
    Hierbei wird dann mit genug Abstand (solange möglich) zur Infektion amputiert, um sicherzustellen, dass die Infektion auch wirklich nicht mehr da ist und sich ausbreiten kann. 
  • Hyperbare Sauerstofftherapie – Um die Wundheilung zu unterstützen, kann sowohl nach einer Amputation, als auch bei der Therapie einer Knochenentzündung die hyperbare Sauerstofftherapie angewendet werden. Dies soll die Durchblutung fördern und somit die Wundheilung beschleunigen.
  • Weitere Behandlungsmaßnahmen – Neben diesen ganzen Schritten ist natürlich auch eine ausreichende Schmerztherapie, die Überwachung des Allgemeinzustandes und aber auch anschließende Rehabilitationsmaßnahmen wie Physio- oder Ergotherapie teil des Behandlungskonzeptes.
    Mögliche Risikofaktoren oder andere Vorerkrankungen werden im Rahmen der Therapie natürlich berücksichtigt und behandelt.
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Medikamente

  • Antibiotika – Bei einer Knochenentzündung kommen in erster Linie Antibiotika zum Einsatz.
    Diese werden so gewählt, dass sie gut gegen den auslösenden Keim wirken, ohne dabei die Resistenzbildung anderer Keime zu fördern (so zumindest der Wunsch).
  • Schmerzbehandlung – Neben diesen wird aber auch auf eine ausreichende Schmerztherapie geachtet und die Behandlung weiterer möglicher Grunderkrankungen gefördert.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Knochenentzündung

Es gibt keine Hausmittel gegen eine Knochenentzündung.

Es ist immer eine Antibiotikatherapie nötig und die Erkrankung ist in jedem Fall ernst zu nehmen, sonst drohen lebensbedrohliche Komplikationen.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Operation

Bei einer Operation einer Knochenentzündung wird das infizierte Gewebe entfernt.

Je nach Zeitpunkt des Therapiestarts sind das mehr als nur der Knochen, oftmals auch das Gewebe drumherum, wie zum Beispiel Muskeln oder Weichgewebe.

Je nach Größe des Defekts kann der Knochen dann von alleine wieder zusammenheilen oder man muss mittels speziellen Implantaten nachhelfen.
Die Operation findet unter Vollnarkose statt und je nach Ausprägung der Infektion sind manchmal mehr als eine nötig, um den Funktionszustand von vorher herzustellen.

Besonders bei einer infizierten Prothese wählt man oft ein sogenanntes zweizeitiges Vorgehen.
Hierbei wird erst in einer Operation die alte, infizierte Prothese und betroffenes Gewebe entfernt, dann dem Knochen und Körper Zeit zum Heilen gegeben, um danach in einer 2. OP eine neue Prothese einzusetzen.
Das macht man vor allem, um zu verhindern, dass sich die neue Prothese direkt wieder infiziert.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
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Prognose

Die Prognose bei einer Knochenentzündung richtet sich nach der genauen Ursache, individuellen Faktoren, aber auch nach dem Zeitpunkt der Therapie.

Es gilt: je früher, desto besser.

In den meisten Fällen ist die Prognose gut.
Die Knochenentzündungen heilen wieder aus und die Betroffenen tragen keinen „Schaden“ davon.
In einigen Fällen kommt es jedoch zu Rückfällen oder einem chronischen Verlauf.
Je besser der Gesundheitszustand auch schon vor dieser Entzündung ist, desto wahrscheinlicher ist ein unkomplizierter Verlauf, wobei hier auch das bzw. die auslösenden Bakterien eine Rolle spielen.

Um eine mögliche Knochenentzündung zu verhindern, wird besonders bei offenen Knochenbrüchen und nach dem Einsatz von Gelenkprothese ein Antibiotikum gegeben.

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Verlauf

Der Verlauf und auch die Dauer richten sich nach individuellen Faktoren, dem Alter, den auslösenden Bakterien und der Ausbreitung der Infektion.

Je früher die Therapie begonnen und somit auch das Krankheitsbild erkannt wird, desto besser ist die Prognose und wahrscheinlich unkomplizierter der Verlauf.

Die Therapie ist langwierig und erstreckt sich auch ohne Komplikationen über Wochen.

  1. Anfangs ist sie mit einem mindestens 2-wöchigen Krankenhausaufenthalt verbunden, kann dann aber bei Stabilisierung des Gesundheitszustandes auch zu Hause (je nach Verlauf) fortgesetzt werden.
  2. Wenn es zu keinen Komplikationen kommt, heilt die Entzündung innerhalb der Wochen, die auch die Therapie dauert, wieder aus. Durch eine ausreichende Schmerztherapie soll gewährleistet werden, dass die Schmerzen schnell nachlassen.
  3. Je nach Verlauf kommt es dann zu einer vollständigen Ausheilung der Symptome und es bleiben keine Funktionseinschränkungen zurück oder aber es treten Komplikationen auf.
  4. Die akute Form kann chronisch werden oder es kann immer wieder zu Rückfällen kommen.

Der genaue Verlauf einer Knochenentzündung lässt sich nicht vorhersagen und auch die Dauer nicht pauschalisieren.

Wichtig ist, das Therapiekonzept durchzusetzen und sich daran zu halten, um eine möglichst reibungslose Heilung zu ermöglichen.

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Komplikationen

Bei einer Knochenentzündung kann es zu ganz verschiedenen Komplikationen kommen.
Es ist in jedem Fall eine ernst zu nehmende Erkrankung, die immer behandelt werden muss, sich bei rechtzeitiger Behandlung aber auch gut behandeln lässt.

Folgende Komplikationen sind möglich:  

  • Ausbreitung – Ausbreitung der Infektion einerseits lokal in das umliegende Gewebe, aber auch eine Verbreitung der Bakterien im Körper über die Blutbahn.
  • Chronifizierung – Chronifizierung der Entzündung.
  • Rezidiv – Erneutes Auftreten einer Entzündung.
  • Pseudoarthrose – Entstehung einer Pseudoarthrose.
  • Probleme mit einer Prothese – wenn ein Prothesenwechsel nötig ist: sämtliche Komplikationen dessen (also auch eine erneute Knochenentzündung, Lockerung, Knochenbruch, nicht richtiges Einwachsen, Bewegungseinschränkung, etc.)
  • Bewegungseinschränkung – Bewegungseinschränkung auch nach Abheilen der Infektion, je nach Ausprägung.
  • Amputation – Amputation einer Gliedmaße.
  • Tödlicher Verlauf – im schlimmsten, jedoch sehr seltenen Fall.
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Vorbeugung

Einer Knochenentzündung kann man nicht wirklich vorbeugen.

Man kann durch einen gesunden Lebensstil die Risikofaktoren minimieren und auch das Risiko für sämtliche Krankheiten reduzieren, jedoch spielen in Bezug auf die Risikofaktoren auch die genetische Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle.

Um aber das Risiko bei einem offenen Bruch oder dem Einsatz einer Gelenkprothese zu minimieren, wird präventiv ein Antibiotikum verabreicht.

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Ansteckung & Übertragung

Eine Knochenentzündung ist nicht ansteckend.

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Lokalisation

Von einer Knochenentzündung kann theoretisch jeder Knochen betroffen sein.

Je nach Alter unterscheidet sich der genaue „Ort“ jedoch etwas.

Bei Erwachsenen ist häufig die Wirbelsäule mit den Bandscheiben betroffen.

Bei Kindern und Jugendlichen hingegen kommt es oftmals zu einer Beteiligung der langen Röhrenknochen, also dem Ober- und Unterschenkel und dem Oberarm.

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Bei Kindern

Auch Kinder können eine Knochenentzündung entwickeln - tatsächlich zählen sie zusammen mit älteren Menschen zu der Hauptrisikogruppe (Kinder unter 5 Jahre oder Menschen > 60).

Sie ist eher an anderen Stellen lokalisiert als bei Erwachsenen und betrifft vor allem den Oberarm, den Ober- oder Unterschenkel, also die langen Röhrenknochen.

Auch sind das akute Auftreten der Symptome typischer und die Infektion wird meist über die Blutbahn nach einem Infekt verbreitet.

Je nach Alter des Kindes kann es die Beschwerden (Unwohlsein, Schmerzen, Fieber) direkt äußern oder aber wird durch das Vermeiden von Bewegung oder Belastung zusätzlich zu einem Unwohlsein auffällig.

Dass sich die Bakterien dann in den Knochen „ansammeln“, hat etwas mit der kindlichen Durchblutung dieser zu tun.
Bei Kindern ist der Knochen auch wegen des Wachstums noch viel besser durchblutet, als bei Erwachsenen.
Bei ihnen kommt es auch eher zu einer Beteiligung des angrenzenden Gelenks, da die Epiphysenfugen noch geöffnet sind und sich das Bakterium so über diese bis zum Gelenkspalt ausbreiten kann.

Die Prognose bei Kindern und Jugendlichen ist gut.

Die meisten werden wieder vollständig gesund, ohne Folgen davonzutragen.
Nur selten kommt es zu Rückfällen oder einem chronischen Verlauf.

aktualisiert: 09.09.2025
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