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Die häufigsten Auslöser

Hormonumstellung

  • Anstieg des Hormons Progesteron – Entspannung der Gebärmutter und auch Entspannung der Muskeln für die Darmaktivität.
  • Darmaktivität wird träge und langsam.
  • Der Stuhl verbleibt länger im Darm und wird weiter eingedickt.

Wachstum des Babys

Ernährung

Bewegungsmangel

pfeilEinleitung

Verstopfung ist ein leidiges, aber typisches Thema in der Schwangerschaft. Durch die hormonelle Umstellung und wachsende Gebärmutter wird die Darmaktivität bei jeder schwangeren Frau verlangsamt. Mit einigen Alltagstricks kommt die Verdauung wieder in Schwung, nach der Geburt sind die Verdauungsbeschwerden meist verschwunden.

ArrowDownIst das gefährlich?

Verstopfungen sind in aller Regel zwar unangenehm, aber ungefährlich. Das ungeborene Baby bekommt davon gar nichts mit.

Wenn nichts gegen die Verstopfung unternommen wird, steigt jedoch das Risiko für die  Entstehung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft.

Kompletter Stuhlverhalt – wenn über mehrere Tage lang (>3-4 Tage lang) gar kein Stuhlgang mehr abgesetzt werden kann, kann das in seltenen Fällen auf eine organische Ursache (Ileus/ Darmverschluss) hindeuten, das ist für Schwangere aber nicht typisch.

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Wann zum Arzt?

Mit einer Verstopfung in der Schwangerschaft musst Du nicht sofort zum Arzt. Oftmals helfen bereits einige Hausmittel.

Einen Arzt solltest Du aufsuchen, wenn …

  • Blut im Stuhlgang entsteht.
  • Wenn gar keine Stuhlentleerung mehr möglich ist (auch bei Stuhldrang nicht)
  • Einschränkung der Lebensqualität → Konsultation der Frauenarztpraxis oder der Hebamme (oft ist ein Anruf ausreichend)
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Einteilung & Formen

Je nach Auslöser kann zwischen schwangerschaftsabhängigen Ursachen und Ursachen ohne Zusammenhang mit der Schwangerschaft unterschieden werden.

  1. Schwangerschaftsassoziiert – Hormonumstellung, Druck der Gebärmutter auf den Darm
  2. Ohne Bezug zur Schwangerschaft – Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Medikamente, Reizdarmsyndrom
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Charakteristik des Symptoms

Eine Verstopfung in der Schwangerschaft ist anhand folgender Merkmale charakterisiert:

  • Seltenere Stuhlentleerung als gewöhnlich (weniger als 3 mal Woche)
  • Geringe Stuhlmenge
  • Pressen, lange Sitzungen auf der Toilette
  • Gefühl der unvollständigen Stuhlentleerung
  • Sehr harter, klumpiger, trockener Stuhlgang
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Verlauf des Symptoms

  • Beginn der Verstopfung meist im zweiten Trimester der Schwangerschaft.
  • Beschwerdezunahme bis zum Ende der Schwangerschaft typisch. Der Darm wird durch das Wachstum des Babys im Verlauf der Schwangerschaft immer mehr eingeengt.
arrow downBegleitende Symptome

Neben der Verstopfung treten oftmals weitere Anzeichen auf:

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Diagnose Verstopfung in der Schwangerschaft

  • Selbstdiagnose – jeder kennt seine Stuhlgewohnheiten selbst am besten und kann einschätzen, ob ein Problem vorliegt oder nicht.
  • Bei der Frauenärztin oder Hebamme bei der nächsten Vorsorge – Anamnese über Symptome, Verlauf, Begleiterscheinungen etc.
  • Weitere Diagnostik wird in der Regel angeschlossen!
  • Bei Hämorrhoiden oder Blut im Stuhlgang – Untersuchung des Afters (digital rektale Untersuchung/ mit dem Finger).
    • Inspektion (Ansehen) und vorsichtige Palpation (Abtasten) des Darmausgangs
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Behandlung Verstopfung in der Schwangerschaft

Die Behandlung der Verstopfung besteht aus einer Kombination aus Vorbeugung, Hausmitteln/Alltagstricks und ggf. Medikamenten.

Oberstes Ziel ist die Optimierung der Stuhlgewohnheiten.

  • Hausmittel und Ernährung (siehe unten)
  • Medikamente – Nur nach ärztlicher Anordnung. Stuhlweichmacher, Miniklistiere, kleine Einläufe, Abführmittel.
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Medikamente

Achtung! Medikamente, auch frei verkäufliche, sollten in der Schwangerschaft immer nur nach Rücksprache mit der Frauenärztin eingenommen werden!

  • Ggf. Stuhlweichmacher – Lactulose, Macrogol
  • Magnesium Supplementierung – höhere Dosen wirken abführend.
  • Abführmittel – In seltenen Fällen sind Abführmittel wie Laxoberal oder Dulcolax notwendig. Das entscheidet die behandelnde Frauenärztin!
arrow downHausmittel Verstopfung in der Schwangerschaft
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel
    • Obst und Gemüse
    • Hülsenfrüchte
    • Fenchel
    • Karotten
    • Vollkornprodukte
    • Trockenobst
    • Joghurt
  • Quellstoffe (Flohsamenschalen, Chiasamen, Leinsamen) – immer mit genügend Wasser einnehmen, um keinen gegenteiligen Effekt zu erzeugen!
  • Ausreichende Trinkmenge (mindestens 2–3 Liter pro Tag)
  • Bewegung – Spazieren, Schwimmen
  • Vorsichtige Bauchmassage
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Die Prognose einer Verstopfung in der Schwangerschaft ist sehr gut.

  • Die Verstopfung ist zum einen sehr gut beeinflussbar und zum anderen verschwindet sie mit der erneuten Hormonumstellung nach der Geburt auch von selbst wieder.
  • Auch bei der Entstehung von Hämorrhoiden in der Schwnagerschaft ist keine allzu große Sorge notwendig. Selbst diese verschwinden in der Regel von allein nach der Geburt.
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Dauer

  • Ist die Verstopfung in der Schwangerschaft aufgetreten, so handelt es sich oft um ein andauerndes Problem bis zum Ende der Schwangerschaft.
  • Durch Ernährung und Bewegung kann der Verlauf jedoch positiv beeinflusst werden, sodass die Verstopfung kein monatelanger Dauerzustand ist.
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Vorbeugung

Die Vorbeugung verhält sich ähnlich wie die Anwendung der Hausmittel bei einer Verstopfung. Im Zentrum steht die Anpassung der Ernährung.

  • Oberstes Ziel – Verstopfung verhindern!
  • Stuhlgang – Langes Sitzen und Pressen beim Stuhlgang vermeiden, ggf. Hocker vor die Toilette stellen und Füße beim Stuhlgang auf den Hocker stellen.
  • Ernährung – ballaststoffreich essen
  • Flüssigkeitszufuhr – genügend trinken
  • Stuhlweichmachende Lebensmittel
    • Trockenobst (Pflaumen, Aprikosen, Datteln …)
  • Stopfende Lebensmittel vermeiden – z. B. Bitterschokolade, geriebener Apfel, Banane
  • Wenn nicht notwendig – keine Eisensupplementierung → Eisentabletten stopfen
  • Beckenbodentraining
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Zahlen & Fakten

  • Häufigkeit – betrifft etwa ein Drittel bis die Hälfte der Schwangeren.
  • Zeitpunkt – tritt vor allem bei höherem Schwangerschaftsalter auf (drittes Trimester).
aktualisiert: 23.04.2025
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Annie Beckerbauer
Medizinstudentin
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Das Medizinstudium absolvierte Annie 2023. Bereits während ihres Studiums korrigierte und verfasste Annie medizinische Texte für das Informationsportal Dr-Gumpert.de.

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