Arteriitis temporalis (RZA), wenn es autoimmunbedingt zu einer Entzündung der Arterien / Schläfenarterien (Arteriae temporales) kommt.

Die Arteriitis temporalis wird heutzutage auch als „Riesenzellarteriitis“ bezeichnet, da der Name irreführend sein kann. In der Regel sind nämlich mehrere Gefäße betroffen. Es handelt sich um eine rheumatische Erkrankung, bei der es zu einer Entzündung von Gefäßen kommt.
Ja, eine Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis) ist gefährlich und sollte in jedem Fall ausreichend behandelt werden.
Die gefürchtetste Komplikation ist die Erblindung, wenn die Arteria ophthalmica betroffen ist.
Diese Komplikation ist nicht rückgängig zu machen.
Man sollte dann zum Arzt, wenn es zu Kopfschmerzen kommt, die sich vor allem an der Schläfe befinden, beim Kauen schlimmer werden und es zusätzlich zu Sehstörungen kommt.
Das sind klassische Symptome, die einen an eine Riesenzellarteriitis denken lassen.
Etwa ⅔ der Betroffenen leiden unter den klassischen Kopfschmerzen, die sich vor allem von der Schläfe über die Stirn bis zum Hinterkopf ausbreiten und oft einseitig auftreten.
Wenn weiterhin Fieber, Gewichtsverlust und Nachtschweiß (B-Symptomatik) hinzukommen, sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen, auch um mögliche andere Diagnosen auszuschließen.
Viele Betroffene berichten über gleichzeitig bestehende oder vorausgehende Muskelschmerzen, betont im Schulter- und/oder Beckengürtel.
Weitere mögliche Symptome sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit, teils auch Schwäche.
Man kann allgemein zwei „Arten“ der Riesenzellarteriitis unterscheiden:
Differentialdiagnosen sind in der Regel weitere rheumatische Erkrankungen.
Die Behandlung gehört letztendlich in die Hände von Rheumatologen, die regelmäßige Kontrollen (z. B. auch Ultraschallkontrollen, um die Gefäßwand direkt beurteilen zu können) durchzuführen und dann auch die Medikamente anpassen.
Man sollte zusätzliche Maßnahmen ergreifen, besonders bei einer Langzeit-Steroidgabe, um mögliche Nebenwirkungen der Therapie zu minimieren.
So sollten der Blutzucker und -druck regelmäßig überprüft werden, zudem eine ausreichende Osteoporoseprophylaxe, aber auch ein Magenschutz berücksichtigt werden.
Die Prognose der Arteriitis temporalis ist abhängig von individuellen Faktoren, aber auch vom Zeitpunkt der Glucocorticoidtherapie.
Hier gilt, je früher, desto besser.
Zudem beeinflussen mögliche Rückfälle, aber auch das Auftreten von Komplikationen die Prognose.
Wenn die Therapie frühzeitig eingeleitet wird und keine Komplikationen auftreten, ist die Prognose gut.
30–50 % der Betroffenen erleiden allerdings mindestens einen erneuten Schub bzw. Rückfall.
Dank der Therapien lässt sich das Risiko aber auch minimieren und auch ein aufgetretener Rückfall meist gut behandeln.
Wenn es zu einer Erblindung kommt, ist das nicht mehr rückgängig zu machen und deswegen eine sehr gefürchtete Komplikation.
Komplikationen, die die großen Gefäße betreffen, können auch noch nach Jahren auftreten, sodass eine gute Nachsorge wichtig ist, um diese frühzeitig zu erkennen.
Der Verlauf der Arteriitis temporalis ist auch abhängig von individuellen Faktoren.
Meist kann man die Symptome bei frühzeitiger Therapie vollständig „heilen“, jedoch kommt es in 30–50 % der Fälle zu mindestens einem Rückfall.
In der Regel lässt er sich auch gut behandeln, jedoch kann es immer wieder zu erneuten Schüben kommen.
Besonders wenn Komplikationen auftreten, wird der Verlauf langwieriger und auch schwieriger.
Meist dauert es Monate bis zur Diagnosestellung, da es meist erst zu unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust oder Fieber kommt und oft erst später die klassischen Kopfschmerzen dazu kommen.
Wenn Sehstörungen auftreten, handelt es sich um einen Notfall, der schnell behandelt werden muss, um eine Erblindung zu verhindern.
Die Behandlung dauert eigentlich in jedem Fall mindestens ein Jahr, teils sogar länger, um sicherzustellen, dass die Entzündung wirklich gut therapiert wird und nicht erneut aufflammt.
Wichtig zu wissen ist, dass die Erkrankung zwar chronisch verläuft, man sie aber nicht zwingend ein ganzes Leben lang hat. Auch das ist sehr individuell und lässt sich nicht pauschalisieren. Allgemein sind die Heilungschancen aber ganz gut.
Da die Ursachen einer Arteriitis temporalis nicht abschließend geklärt sind und man gar nicht wirklich weiß, was die Erkrankung auslöst, kann man ihr auch nicht vorbeugen.
Bei der Riesenzellarteriitis sind vor allem die Gefäße oberhalb des Aortenbogens, besonders die Arteria carotis externa, die Arteria axillaris und die Arteria ophthalmica betroffen.
Zudem kann in seltenen Fällen auch der Aortenbogen betroffen sein.
In der Regel ist die Lebenserwartung von Betroffenen nicht reduziert und sie können ein weitestgehend normales Leben führen.