Enzephalitis (Gehirnentzündung), wenn sich das gesamte Gehirn oder Teile davon entzünden.

Erfahrungs Berichte
Enzephalitis bedeutet wörtlich “Gehirn-Entzündung” (von gr. enképhalos = Gehirn und -itis als Endung für eine Entzündung). Diese wird in den allermeisten Fällen durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien oder eine Autoimmunkrankheit (z.B. Multiple Sklerose) Je nachdem, welche Teile des zentralen Nervensystems genau betroffen sind, wird die Enzephalitis weiter unterteilt.
Achtung!
Bei Anzeichen von Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit in Kombinationen mit Beeinträchtigung des Bewusstseins solltest Du Dich umgehend ins Krankenhaus begeben oder einen Notarzt verständigen!
Eine Enzephalitis (Gehirnentzündung) wird folgendermaßen eingeteilt:
Wie schon erwähnt ist die Ursache meistens eine virale Infektion, vor allem durch das Herpes-Simplex-Virus sowie durch andere Viren.
Bakterielle Enzephalitiden sind eher selten und treffen vor allem immungeschwächte Personen wie sehr ältere Menschen oder Kinder sowie Schwangere.
Als Erreger kommen hier insbesondere der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis und die für Schwangere gefährlichen Listerien infrage. Auch Pilze und Parasiten können in seltenen Fällen eine Enzephalitis verursachen, gefährdet sind vor allem AIDS- und Transplantations-Patienten.
Außerdem kann die Enzephalitis eine Spätfolge einer Infektion sein, zu nennen sind die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die selten noch Jahre nach einer Masern-Infektion auftritt, sowie die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) bei einer erneuten Aktivierung des JC-Virus.
Bakterielle Enzephalitiden sind eher selten und treffen vor allem immungeschwächte Personen wie sehr ältere Menschen oder Kinder sowie Schwangere.
Als Erreger kommen hier insbesondere der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis und die für Schwangere gefährlichen Listerien infrage.
Auch Pilze und Parasiten können in seltenen Fällen eine Enzephalitis verursachen, gefährdet sind vor allem AIDS- und Transplantations-Patienten.
Außerdem kann die Enzephalitis eine Spätfolge einer Infektion sein, zu nennen sind die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die selten noch Jahre nach einer Masern-Infektion auftritt, sowie die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) bei einer erneuten Aktivierung des JC-Virus.
Anfangs ist eine Enzephalitis meist nur schwer zu erkennen, da sie in der Regel mit sehr unspezifischen Symptomen wie Schwäche, Krankheitsgefühl, Übelkeit und teilweise Fieber beginnt, erst im weiteren Verlauf entwickeln sich die klassischen Symptome einer Enzephalitis.
Zu den Symptomen zählen vor allem:
Allerdings variieren auch Symptome und Verlauf stark nach Ursache.
Seit wann bestehen die Beschwerden?
Verlaufseinschätzung → Akuter Beginn spricht eher für virale oder bakterielle Ursachen, schleichender Verlauf eher für Autoimmun- oder Paraneoplasie.
Gab es grippeähnliche Symptome?
Fieber, Schüttelfrost … vor den neurologischen Auffälligkeiten sind ein Hinweis auf infektiöse Genese → (z. B. Virusinfektion).
Wie ist der Impfstatus?
Schutzstatus prüfen, fehlende Impfung → Risiko für virale Enzephalitis.
Gab es Hautausschläge/ Herpes?
Herpes-Simplex-Virus-Enzephalitis – oder Varizella-Zoster-Virus-Enzephalitis möglich.
Reisen in Risikogebiete?
Möglicher Kontakt mit Arboviren (FSME, West-Nil, Japanische Enzephalitis).
Tierkontakte oder Insektenstiche?
Verdacht auf Tollwut (Bissverletzung) oder Zeckenstich (FSME, Borreliose).
Kontakt zu Personen (Masern, Mumps, Röteln)?
Hinweis auf postinfektiöse oder impfassoziierte Enzephalitis.
Vorbestehende Immunschwäche?
Opportunistische Erreger wie CMV, Toxoplasma, Pilze wahrscheinlicher.
Medikamenteneinnahme, Drogen, Alkohol?
Ausschluss toxisch-metabolischer oder medikamentös induzierter Enzephalopathie.
Neurologische Vorerkrankungen (Epilepsie, Schlaganfall)?
Hilft, neue Symptome einzuordnen und Differenzialdiagnosen auszuschließen.
Betroffene Familienangehörige?
Mögliche Epidemie oder gemeinsame Infektionsquelle.
Bei einem Verdacht auf Enzephalitis sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.
Dieser kann dann entweder den Verdacht bestätigen oder ggf. eine andere Ursache finden.
Hierfür wird er vor allem folgende diagnostische Maßnahmen ergreifen. Der Arzt wird nach Reisen in Endemiegebiete, Tierkontakte fragen und auf mögliche Hautausschläge untersuchen.
Besteht der Verdacht auf eine Enzephalitis, wird die anhand weiterer diagnostischer Maßnahmen gesichert.
Dazu zählen die Lumbalpunktion (Liquordiagnostik) und Blutuntersuchung.
Auch bildgebende Verfahren in Form einer Magnetresonanztomographie und Elektroenzephalografie können den Verdacht bestätigen.
Der erste Ansprechpartner bei einem Verdacht auf eine Enzephalitis ist der Hausarzt oder ein Neurologe.
Jede bestätigte Enzephalitis muss stationär im Krankenhaus behandelt werden, die schweren Formen mit ausgeprägten Symptomen sogar auf Intensivstation.
Da die Ursache sehr häufig ein Herpes-Virus ist, aber auch Bakterien infrage kommen, wird sofort mit einer sogenannten empirischen Therapie mit dem Virostatikum Aciclovir sowie mit Antibiotika begonnen, diese Therapie wird nach erfolgtem Erregernachweis ggf. nochmal angepasst.
Behandlung bei einem Zeckenbiss
Eine Besonderheit stellt die durch einen Zeckenbiss übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis dar, hier gibt es keine Medikamente, die das Virus selbst bekämpfen.
Daher können hier ausschließlich die Symptome gelindert werden, allerdings hat sie auch meistens einen milderen Verlauf.
Behandlung bei Autoimmunerkrankungen
Die Therapie der autoimmun-bedingten Enzephalitis zum Beispiel bei der Multiplen Sklerose ist sehr komplex und nutzt primär Cortison-Präparate, aber auch stärkere Immunmodulatoren.
Auch die Prognose ist stark von der Ursache abhängig.
Besonders schwere Verläufe gibt es häufig bei der Herpes-Simplex-Enzephalitis, die schwere neurologische Langzeitschäden verursachen kann.
Die Sterblichkeit liegt ohne Therapie bei 70 % und selbst bei optimaler Behandlung versterben noch 20 % der Patienten, vor allem Immunschwache sind gefährdet.
Die FSME hingegen hat einen sehr viel milderen Verlauf und nur 2 % Sterblichkeit, aber auch hier kommt es in der Hälfte der Fälle zu Langzeitschäden wie Lähmungen, Kopfschmerzen oder chronischer Müdigkeit.
Leichte Formen zeigen oft keinerlei Symptome oder heilen in aller Regel folgenlos aus.
Bei schweren Verläufen, zu denen es beispielsweise bei der HSV oder bakteriell bedingten Enzephalitis kommen kann, gibt es teilweise schwere Langzeitschäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen bis hin zur geistigen Behinderung.
Die Enzephalitis beginnt meist sehr plötzlich und schwer, jedoch mit eher unspezifischen Symptomen, die spezifischen neurologischen Symptome treten erst später auf.
Fieber ist ein häufiges Symptom und entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen.
Bei der Meningoenzephalitis kommt es außerdem zu den Symptomen einer Meningitis.
Die Therapie sollte immer im Krankenhaus erfolgen und dauert im Schnitt 14–21 Tage, bei komplizierten Verläufen kann sie natürlich auch länger dauern.
Eine sehr gute Prophylaxe vor einer Enzephalitis bietet die Impfung gegen Mumps, Masern, Röteln und Windpocken (Varicellen) und co., die die meisten Menschen im Kindesalter erhalten.
Bei Reise in ein Endemiegebiet empfiehlt sich außerdem eine Reiseimpfung z.B. gegen FSME- oder Japan-Enzephalitis-Viren, hierzu sollte man sich rechtzeitig vor Reisebeginn vom Hausarzt beraten lassen.
Weltweit schätzt man die Zahl der jährlichen Enzephalitis-Fälle auf 1,5-7/100.000 Einwohner.
Dies ist jedoch schwer zu sagen, da die Häufigkeit sowohl mit der Ursache als auch regional stark variiert.
In Deutschland kommt es in etwa zu 1,3 Fällen pro 100.000 Einwohner.
Als Ursache findet sich meistens eine virale Infektion. In 65 % der Fälle handelt es sich um das Herpes-Simplex-Virus (HSV-Enzephalitis), aber auch andere Herpesviren wie das CMV oder EBV können prinzipiell eine Enzephalitis auslösen.
Auch regional ergeben sich große Unterschiede:
Während in Deutschland, insbesondere in den südlicheren Bundesländern (wie Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg) das durch Zeckenstiche übertragbare FSME-Virus relativ häufig ist, kommt dieses in anderen Regionen der Welt quasi gar nicht vor.
In Asien ist häufig das Japan-Enzephalitis-Virus der Auslöser, in Nordamerika wiederum Flavi- oder Alphaviren.
Doch auch das weltweit vorkommende Influenzavirus, der Auslöser der echten Virusgrippe, kann eine Enzephalitis verursachen.
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